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Israel
und die deutsche Bourgeoisie
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 21. Juni 2010 –
In „Die Welt“ vom
19. Juni 2010 schreibt Henryk M. Broder den Artikel „In der Falle“.
Er stellt fest, dass aufgrund der letzten Vorfälle schwedische
Hafenarbeiter keine israelischen Schiffe entladen. 40% der Norweger
boykottierten israelische Waren bzw. dächten daran es zu tun. Eine
französische Kinokette setzt einen israelischen Film ab. Und auch
„der sieche Revolutionsführer Fidel Castro“ meldete sich „überraschend
zu Wort“.
1967
habe Israel innerhalb 6 Tagen den Sinai, die Golanhöhen und die
Westbank erobert. 2006 hatten mehr als vier Wochen gereicht, um mit der
„Armee Gottes“ (gemeint ist die Hisbollah) nicht fertig zu werden.
2009 hätte das Scharmützel mit der Hamas den gleichen Ausgang gezeigt.
Herr Broder zieht daraus den Schluss, dass sich ein Wandel in der
israelischen Gesellschaft vollzieht, die Israelis würden immer dümmer.
Nun
steht es mir fern zu beurteilen, ob die Israelis immer dümmer werden.
Im Gegenteil, sie scheinen immer schlauer zu werden, zumindest schlauer
als einige Schmierfinken, die ihre reaktionäre Propaganda in der größten
Zeitung der deutschen Bourgeoisie auch gern los werden können. Diese
Winselei zeigt eigentlich nur, dass Herr Broder nichts verstanden hat.
Er hat nicht verstanden, dass die Menschen eben nicht mehr jede Eskapade
israelischer Politik mitmachen. Er versteht nicht, dass sich das Kräfteverhältnis
in der Welt geändert hat. Und vor allen Dingen (da ist er ein Kind der
deutschen Bourgeoisie) will er nicht verstehen. Nicht die Israelis
scheinen immer dümmer zu werden, sondern Herr Broder.
Nach
Herrn Broder wird rund um die Uhr von der UNO „bis zu den Ortsvereinen
der Partei Die Linke“ über das Existenzrecht Israels diskutiert. Nun
ich weiß nicht, wie es in den Ortsvereinen damit aussieht, ich habe da
keinen Einblick, aber zumindest in der UNO diskutiert kein ernsthafter
Politiker über „das Existenzrecht Israels“. Wozu auch. Worüber
allerdings unbedingt diskutiert werden muss, ist die Politik des
israelischen Staates gegenüber einem Volk, dass nicht zu seinem Volk
gehört, den Palästinensern der Westbank und des Gaza-Streifens.
„Israel
hat mental abgerüstet. Es hat bessere Waffen als je zuvor, aber
vermutlich nicht mehr die Menschen, die sie bedienen können. Und schon
gar nicht die Politiker, die es ihren Wählern erklären könnten, warum
die beste Armee im Nahen Osten in jede Falle tappt, die ihr gestellt
wird.“ Nun Herrn Broders Traurigkeit, dass „die beste Armee des
Nahen Osten“ nicht mehr tote Palästinenser produziert hat und auch
weiterhin produziert, entlarvt ihn ganz einfach als Kriegstreiber. Aber
damit muss er leben. Herr Broder kann es sich in seiner Kriegsgeilheit
wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass Menschen in Frieden leben möchten
und nicht unbedingt auf
Frauen und Kinder schießen wollen. Mit den Politikern, Herr Broder geht
es den Israelis wie den Deutschen, jedes Volk hat die Regierung, die es
verdient. Aber die „beste Armee des Nahen Ostens“ tappt nicht in
jede Falle, sie wird getappt. Es sind nämlich genau die Politiker, die
die Armee in die Falle tappen lassen, die es Ihrer Meinung nach nicht
schaffen, dies dem Volk zu erklären, warum sie tappen muss. Dabei ist
es doch so einfach. Es geht ganz einfach um Macht, um politische aber
auch ökonomische Macht.
„Nicht
die Solidarität mit Israel, die in jeder Sonntagsrede beschworen wird,
der Antizionismus ist inzwischen zur allgemeinen Räson geworden.“ Nun
vermengen der Herr Kriegstreiber wieder mal zwei Dinge miteinander, die
nicht miteinander zu tun haben. Die Solidarität mit Israel ist das
Eine. Nur wozu benötigt Israel meine Solidarität? Geht es dem
israelischen Volk schlecht? Nein, geht es nicht. Fehlen Nahrungsmittelin
Israel? Nein, sie fehlen nicht. Gab es Naturkatastrophen in Israel?
Nein, gab es nicht, es gab nur gesellschaftliche Katastrophen: Krieg
gegen ein Volk, das nicht weiter will, als seinen eigenen Staat. Dieses
Problem ist aber von Israel hausgemacht, eben ein zionistisches Problem.
Wer gegen den Zionismus auftritt, muss nicht logischerweise gegen das
israelische Volk auftreten. Aber er muss logischerweise gegen einen Teil
dieses Volkes auftreten, gegen die Zionisten, die vorwiegend Angehörige
der Großbourgeoisie sind. Das aber ist Herrn Broder gar nicht recht, da
er weiß, dass diese Leute und seine Brötchengeber eng miteinander
verflochten sind.
„Deswegen
fantasieren seine Vertreter (des Antisemitismus, whs) mit Hingabe darüber,
dass die Israelis den Palästinensern das antun, was die Nazis den Juden
angetan haben; dass es heute in Gaza so zugeht wie früher im Warschauer
Getto. Und nennen solche Halluzinationen „Israelkritik“.“ Nun Herr
Broder, wie im Warschauer Getto geht es in Gaza mit Sicherheit nicht zu.
Wer das behauptet, lügt. Genauso lügt aber der, der die Unterdrückung
der Palästinenser abstreitet. Israel ist kein faschistischer Staat,
aber Tendenzen sind unverkennbar.
„Die
revolutionäre antiimperialistische Linke hat ein spezielles Problem mit
Israel. Sozialisten und Zionisten sind nahe Verwandte, entstanden zur
selben Zeit und von gleichen Idealen geprägt: Freiheit, Gerechtigkeit,
Selbstbestimmung.“ Damit hat es sich aber auch schon, Herr Broder.
Diese Aussage zeigt nur ihre totale Unkenntnis der Ziele sowohl der
revolutionären Arbeiterbewegung als auch des Zionismus. Ansonsten hätten
Sie diesen Galimathias nicht verzapft. Allein schon der Ausdruck
„revolutionäre antiimperialistische Linke“ zeigt ihre Ignoranz.
Aber was soll man von einem Schreiberling der Bourgeoisie verlangen, der
allein aus der Tatsache, dass zwei Bewegungen zur selben Zeit entstanden
sind, auf ihre Seelenverwandtschaft schlussfolgert. Dazu muss man schon
gut honorierter Schmierfink der Bourgeoisie sein, sonst käme man gar
nicht auf so scharfsinnige Gedanken.
Rot
Front
Werner
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„Wir
schützen die Verbraucher zuverlässiger…“
Bundeskanzlerin Angela
Merkel
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 06. Juli 2010 – Starke Worte
einer „starken“ Frau, meinte der deutsche Michel damals, heute weiß
er, es war heiße Luft. Das scheint das Einzige zu sein, was die
derzeitige Bundesregierung zu produzieren vermag, heiße Luft. Dazu nur
ein Beispiel, die Wehrpflicht. Nur noch jeder 5. Wehrpflichtige wird
eingezogen, für ein halbes Jahr. Was er in diesem halbe Jahr lernen
soll ist mir schleierhaft. Nun gut, zumindest kann er dann ordentlich
laufen und grüßen. Und, wichtig für Hotel Mama, der junge Mann
ist in der Lage selbst seinen Schrank aufzuräumen und das Zimmer
zu putzen. Das Thema ist also schon brisant. Was haben unsere Politiker
darauf zu antworten? Frau Kristina Schröder: „Da wissen die jungen Männer,
dass es auch noch was Anderes Wichtiges gibt, Verantwortung zu übernehmen.“
Dazu ein Wehrpflichtiger: „Wenn Krieg ist, können wir dem Feind
zeigen, wie ein Spind aufgeräumt wird.“ Da fühle ich mich doch schon
ganz toll verteidigt. Herr Matthias Zimmer MdB der CDU blafft in bewährter
preußischer Kasernenhofmanier die Reporter an: „Was stellen Sie
eigentlich für blöde Fragen?“ und schwebte von dannen. Luft, Luft,
Luft und dazu noch ziemlich übel riechende.
Doch
zurück zu unserem Zitat. Das Bundesengelchen versprach ja, dass
Verbraucher besser vor unerlaubter Telefonwerbung geschützt würden.
Frau Leuthäußer-Schnarrenberger setzte da noch einen drauf und
behauptete vollmundig: „…dass die Anzahl der unerlaubten
Telefonanrufe signifikant, also ganz deutlich, zurückgehen wird.“
Eine wesentliche Forderung der Verbraucherschützer, dass Telefonabschlüsse
der schriftlichen Bestätigung bedürfen, müssen, wurde wohlweislich
nicht im Gesetz ve4rankert. Damit hätte sich nämlich die ganze
Telefonwerbung von selbst erledigt und niemand hätte die Verbraucher
„zuverlässiger schützen“ müssen. Schauen wir uns nun mal die
Praxis an. Die Bundesnetzagentur verteilt Bußgelder. Bis zu 50.000 €.
Das hört sich viel an. Wenn man aber bedenkt, welcher Profit mit
Hotlines gemacht wird, sind das Peanuts (Erdnüsse Frau L-S). In den zurückliegenden
Monaten wurden 57.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur anhängig.
Davon führten 9 (in Worten: neun) zu einem Bußgeldverfahren, gegen die
natürlich Einspruch eingelegt wurde. Ein Kenner der Materie meinte,
dass die Bundesnetzagentur so angelegt wurde, dass sie nichts erreichen
soll. Ist ja auch nicht verwunderlich. Wo wird denn eine Regierung der
Bourgeoisie ihrer Klasse das Profitmachen verderben? Schließlich ist
sie doch dazu da, um die Profitmacherei zu sichern. Und das tut sie
auch, da ist kein Mittel und kein Gesetz zu schade.
Ein
weiteres Beispiel für die ungezügelte Profitmacherei ist Die
Einstellung von Arbeitskräften in den Pflegediensten. Und hier sind große
Dienste gemeint, nicht die kleinen Drei-Mann-Betriebe in den Kleinstädten,
die am Rand des Existenzminimums herumkraxeln. Beim DRK fährt eine Frau
täglich behinderte Kinder zur Schule und holt sie auch dort wieder ab.
Ein normaler Busfahrerjob, sollte man meinen. Ein typischer Fall von
denkste. Die Frau geht mit 400 € und der Übungsleiterpauschale von
175 € nach Hause. Ein Fulltimejob für lau. Da soll noch jemand sagen,
das DRK wäre nicht im Kapitalismus angekommen. Aber zumindest6 kann man
annehmen, dass sie sich selbst dieser Praxis schämen, denn eine
Stellungnahme des DRK war nicht zu erreichen. Da waren Diakonie und
Caritas schon größere Plaudertaschen. Die brachten es auch auf den
Punkt: „… wäre ein Arbeitgeber schön dumm, wenn er es nicht
ausnutzen würde.“ Gemeint ist, der Gesetzgeber lässt solche
Kombinationen zu, logisch, auch da geht es schließlich um Profit. Die
Politiker „ … haben dies nie im Ausschuss diskutiert.“ D.h., die
wissen gar nichts davon, aber, es interessiert sie auch nicht, denn es
gibt „… keinen Anlass zur Nachbesserung …“. Wozu auch? Schließlich
geht es nur um ganz normale Ausbeutung und um ganz normale
Profitmacherei.
"Kapital",
sagt der Quarterly Reviewer, "flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher
Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das
Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem
Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird
Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden;
20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100
Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300
Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst
auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es
sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel." (.J.
Dunning, l.c.p. 35, 36.) zitiert nach Karl MARX „Das Kapital“ Bd. 1
S.787 Fußnote 250
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Werner
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