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Kommunalwahl 2003

PDS verliert massiv Stimmen in Brandenburg

In die Politik sei die PDS zurück gekehrt, sagt der Vorsitzende vollmundig. Lothar Bisky erzählt entweder dummes Zeug oder er macht sich selber Mut.

Richtiger sollte man sagen: Sie ist in den Strudel der Abwärtsbewegung schlimmer reingerissen worden, als die CDU. Die angebliche Wahlgewinnerin CDU verlor "nur" 70.000 Stimmen landesweit. Sie gewann nur deshalb an Prozenten, weil die SPD noch mehr verlor und die Wahlbeteiligung ein Rekordtief erreichte. Die PDS dagegen, die sich überall im Stiefellecken bei der SPD übt (PDS-Fraktionsvorsitzender im Landtag ist der Bundesparteichef Bisky selbst) hielt mal eben ihre Prozente, verlor aber Tatsächlich 135.000 reale Stimmen, also fast doppelt so viele wie die CDU. Was am Wahltag die Brandenburgerinnen und Brandenburger vorexerzierten, wo sich die Mehrheit der Wahlberechtigten verweigerten (Wahlbeteiligung 45,98), war regelrechter Wahlboykott.

Von wegen,  raus aus dem Stimmungstief für die PDS. Das geht ungebremst weiter nach unten. 

Der Rote Webmaster

zum Beispiel Potsdam:

Die PDS gewann 2,04 % hinzu. Schön für die PDS. Sieht man sich aber die Anzahl der Stimmen an, so ergibt das folgendes Bild: 

Kommunalwahl 1998 insges.

Stimmen

in %

Wahlberechtigt

110.000

-

abgb. Stimmen 

87.812

79,52%

Kommunalwahl 2003 insges.

Wahlberechtigt

117.235

-

abgb. Stimmen 

53.527

45,74%

Gewinne/Verluste zu 1998

-34285

-33,78%

PDS-Ergebnis Kommunalwahl 1998

Stimmen

78.181

31,71%

PDS-Ergebnis Kommunalwahl 2003

Stimmen

52.458

33,75%

Gewinne/Verluste zu 1998

- 25.723

+2,04%

So wird aus einem Verlust ca. eines Drittels der Stimmen ein Gewinn gemacht und die Partei kehrt angeblich wieder in die Politik zurück. Stattdessen laufen ihr die Wähler scharenweise davon – in die Verweigerung.

zum Vergleich die CDU

Kommunalwahlen 1998

33.058

13,41%

Kommunalwahlen 2003

29.858

19,21%

Gewinne/Verluste

-3.200

+5,8

Die Zahlen basieren auf der Veröffentlichung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses des Landeswahlleiters Brandenburg.

Auch die CDU profitiert an der geringen Wahlbeteiligung, verliert aber absolut nur 3.200 Stimmen, die PDS dagegen 25,723, also über 8.mal mehr.

Sehen so die Wahlsiege der PDS neuerdings aus? Bisky ist bescheiden geworden.

Mehr als 600.000 BrandenburgerInnen verzichten auf ihr Wahlrecht und verweigern sich! So verliert der angebliche Wahlsieger CDU trotz Prozentzuwachs 70.000 und die PDS sogar 135.000 WählerInnen. So ganz überzeugend scheint die "Rückkehr der PDS in die Politik" (Lothar Bisky) nach Ansicht der nach Alternativen zur Schröderschen SPD suchenden BrandenburgerInnen nicht zu sein!

Kommunalwahl 2003 in Brandenburg

„Die Wähler strafen erneut die SPD ab – und wie!“

Quelle: http://www.debatte.info/

Nach "lustlosem Wahlkampf" (Märkische Allgemeine vom 28.10.03) stellt sich folgendes Ergebnis des letzten Urnenganges in diesem Jahr ein: Die "Reformpolitik" der SPD wird in der einstigen Hochburg der Sozialdemokratie im Osten ein weiteres Mal – wie jüngst in Bayern – vom Wähler abgestraft und mangels Alternative im realen Leben und auf dem Wahlzettel mit massivem Wahlboykott beantwortet!

Die Ergebnissen der Kommunalwahlen in Brandenburg vom 26. Oktober 2003 zu den vierzehn Kreistagen und den vier kreisfreien Städten im Überblick:

Die SPD verliert trotz ihres "Hoffnungsträgers" Ministerpräsident Matthias Platzeck 15,42 Prozentpunkte und rutscht mit 23,55 Prozent im Landesdurchschnitt auf Platz zwei hinter die CDU, die mit 27,80 Prozent 6,38 Prozent hinzugewinnt und sich als eindeutiger "Wahlsieger" (Innenminister und CDU-Landeschef Jörg Schönbohm) sieht. Die PDS kommt mit fast unverändert 21,32 Prozent auf Rang drei und kann vom SPD-Debakel nicht profitieren, ebenso wie die Bündnisgrünen, die bei gut 4 Prozent stagnieren, während unabhängige sog. Freie Wählergemeinschaften (Bürger- und Bauernverbandslisten) sich mehr als verdoppeln und über 10 Prozent erreichen. Auch die FDP erhöht ihren Stimmenanteil von 4,14 Prozent bei der letzten Kommunalwahl 1998 deutlich auf 6,34 Prozent.

NPD, DVU und Schillpartei erzielen zwar nur relative bescheidene Prozentpunkte, ziehen aber da, wo sie kandidieren, in viele Kreistage und Gemeindeparlamente mit ein oder zwei Mandaten ein. So erhält die DVU in der Landeshauptstadt Potsdam einen Sitz im Stadtparlament!

Die Ergebnisse der Parteien und Listen werden durch die drastisch gesunkene Wahlbeteiligung relativiert und konterkariert. Nur 45,98 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrer Stimme Gebrauch (darunter rekordverdächtige magere 28,41 Prozent in Cottbus!) und gegenüber 1998 sinkt die Anzahl der Wähler von 1,586 Millionen auf nur mehr 972 Tausend. Mehr als 600.000 BrandenburgerInnen verzichten auf ihr Wahlrecht und verweigern sich! So verliert der angebliche Wahlsieger CDU trotz Prozentzuwachs 70.000 und die PDS sogar 135.000 WählerInnen. So ganz überzeugend scheint die "Rückkehr der PDS in die Politik" (Lothar Bisky) nach Ansicht der nach Alternativen zur Schröderschen SPD suchenden BrandenburgerInnen nicht zu sein!

Die SPD schrumpft flächendeckend, ob auf dem Land oder in den Städten. Während die CDU und Wählervereinigungen auf dem flachen Land weitgehend dominieren, hat die PDS ihre Hochburgen in den großen Städten und kann in Cottbus (26,77 Prozent), Frankfurt/Oder (33,92 Prozent) und Potsdam (33,75 Prozent) die meisten Stimmen auf sich ziehen und stärkste Partei werden. Und sonst?

In Potsdam kann die alternative Liste "Die Andere" sowohl Stimmenanteil als auch als einzige Gruppierung ihre absolute Stimmenanzahl steigern und mit einem zweiten Sitz ins Stadtparlament einziehen. Ebenfalls in Potsdam tritt die DKP erstmals mit eigener Liste in einem der fünf Wahlkreise mit nur einem Kandidaten an und bekommt 384 Stimmen oder stadtweit 0,2 Prozent. Dies ist zugleich die einzige eigenständige Kandidatur der DKP im ganzen Land.

Die Ergebnisse systemkritischer Kräfte sind also auch in Brandenburg bei Wahlen und anderswo durchaus noch ausbaubar!

Karl Wild

 

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