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Zu Hanna Ackermanns Austritt aus der PDS mehr

Kein wehleidiger Nachruf. sondern Trotzdem!
von Gerd Höhne mehr

Brief an den Kreisvorstand der PDS-Duisburg

" ihr billigt und unterstützt den Massenmord an Zivilisten, an Kindern...""

Günter Ackermann                                                           den 09. Mai 2002

47053 Duisburg

post@guenter-ackermann.de

Euer anonymes Schreiben an das Friedensforum und Hannas Reaktion darauf

PDS-Kreisverband Duisburg
z.Hd. der Sprecher H.W. Rook und Ingrid Kolbe
Gravelottestraße 28
47053 Duisburg

Liebe Genossin Ingrid, liebe Genossen,

ich verwende die Anrede Genossin/Genosse aus alter Gewohnheit, nicht aus Überzeugung, auch fände ich es Blödsinn, euch mit Damen und Herren anzureden. Diese Dummheit überlasse ich eurem Sprecher.

Zunächst sei festgestellt, dass ich hier nicht die Absicht habe, mich mit eurem Gestammel inhaltlich auseinander zu setzen. Das tat ich schon mit meiner Stellungnahme zu Irinas Brief an das Friedensforum (siehe) Ich wiederhole mich ungern.

1.   Eigentlich sollte es einem leid tun, der Jahre der PDS angehört hat, der nicht unwesendlich am Aufbau und den Erfolgen in Duisburg Anteil hatte, wenn nun dieser KV diese absolut dumme und unausgegorene Position zur Palästina-Frage einnimmt. Aber es gibt wohl keinen Blödsinn, der nicht von irgend jemanden geglaubt wird. Also Schwamm drüber.  

Aber es tut mir nicht weh, im Gegenteil, damit ist die Position klar: Ich positioniere mich gegen Imperialismus, Rassismus, Vernichtungskrieg in Palästina – ihr unterstützt dies. Niemand innerhalb der fortschrittlichen Öffentlichkeit in Duisburg, der bisher noch Ackermann als Synonym für die PDS ansah, wird diese Infamie mir zutrauen.

2. Die deutsche Linke aller Schattierungen war sich seit Jahrzehnten darüber einig, dass Israel in Nahost die Speerspitze des US-Imperialismus ist. Das war Konsens und ich sehe auch keine neuen Aspekte, die mich zum Überdenken oder gar zur Revision dieser Haltung bringen könnten. Wer sich außerhalb dieses Konsens stellt, stellt sich außerhalb der Linken. Damit ist alles klar. Aber bitte spielt euch nicht als Linke auf, das ist reine Demagogie.

3. Es heißt, dieses Gestammel stamme vom Kreiskassierer. Mag ja sein, aber das wirft auch ein beredtes Bild auf die Sprecher, die es dem Kassierer überlassen, offensichtlich an der MV und dem übrigen Vorstand vorbei, solche Briefe nicht nur zu verfassen und auch noch abzuschicken. Feige seid ihr dabei auch noch, denn das Geschreibsel trägt keine Unterschrift. Trotzdem, verantwortlich sind politisch und persönlich die Sprecher.

4. Euer Brief war zwar hirnrissig, aber ehrlich. Ihr gebt vor aller Welt zu verstehen, wessen Geistes Kind ihr seid, ihr täuscht nicht über eure Ansichten: Ihr billigt und unterstützt die israelische Aggression in Palästina, ihr billigt und unterstützt den Massenmord an Zivilisten, an Kindern, ihr billigt und unterstützt die Zerstörung palästinensischer Siedlungen, ihr billigt und unterstützt die Vertreibung von Menschen... Und: Ihr steht auf Seiten eines Faschisten, Ariel Scharon!

Ihr wollt Sozialisten sein? Das seid ihr schon lange nicht mehr – wenn ihrs denn jemals gewesen seid.

5. Euer Sprecher erklärt Passanten in der Innenstadt, die ihn auf mich ansprechen, ich sei  offensichtlich verrückt geworden und wolle der PDS schaden. Mal abgesehen davon,  dass ihm, wie man am Abschicken des irrwitzigen Briefes sehen kann, empfohlen werden sollte, selbst mal seinen iq testen zu lassen, frage ich, ob das Schädlichste für die PDS im Wahlkampf nicht dieser durchgeknallte Brief ist? Mich und Hanna erreichten schon Meinungsäußerungen aus Kreisen der Sympathisanten der PDS, die erklären, die PDS sei nach so was für sie gestorben. Nur Irrwitzige können im Wahlkampf befreundete Organisationen so brüskieren, wie ihr es mit dem Friedensforum getan habt. Aber ihr wollt in der isolierten Ecke landen, die der Kreisverband der PDS unter der „Kommunistenclique um Ackermann“ (Agnes Dings) verlassen hat. Ihr habt bereits jetzt das Ansehen verspielt, das die PDS in den Jahren vorher sich erwarb. Dies wird den Rest euch geben. Wer also schadet der PDS?

6. Was mich betrifft, so ist mir die PDS eigentlich nur noch so eine Partei wie jede andere auch. Sie ist eine auf links aufgemachte rechtssozialdemokratische Partei. Warum also sollte ich an eurem politischen Überleben interessiert sein? In der PDS gibt es noch einige Linke (dazu gehört ihr in der Mehrheit nicht), denen es klarzumachen gilt, dass  sie in der falschen Partei sind. Ansonsten sehe ich keinen Grund euch zu schonen, das Kapitel PDS ist für mich abgehakt.

Zu Schluss möchte ich euch drei Stellungnahmen zu Hannas Austritt zum Besten geben (es gibt noch mehr):

„Der Kreisverband Solingen bedauert die Entscheidung von Hanna Ackermann, die PDS zu verlassen.

Wir erklären ausdrücklich unsere Solidarität mit Hanna und danken ihr für ihre Arbeit innerhalb und außerhalb der PDS.

Wir verurteilen die Umgangsformen mit Personen, die Arbeit und Kraft für die Friedenspolitik aufwenden.

Es ist das Recht und die Pflicht eines Friedensforums Kriegspolitik zu verurteilen. Das gilt für israelische Politik, wie die jedes anderen Staates.

Die Benennung von Unrecht gegenüber israelischer Politik hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Marc Scheffels (Sprecher, für den KV Solingen)“

oder:

„Liebe Hanna,

ich kenne Dich nicht persönlich, auch von Deiner Arbeit in der PDS weiß ich wenig - gleichwohl beglückwünsche ich Dich zu Deinem Schritt aus der PDS auszutreten.

Es ist in Teilen ehemaliger Linker eine vollständige Verwirrung aufgetreten - Du hast sie mit dem Schreiben des KV Duisburg zu spüren bekommen.

Wichtiger aber scheint mir, dass Du einen Schnitt gemacht hast, der Dich von Auseinandersetzungen in einer sozialdemokratischen Organisation befreit und uns allen, wir sind wenig genug, ein Stück mehr Deiner Zeit für die wirklichen Auseinandersetzungen zurückgibt.  

Liebe Grüße Martin Timm“

und schließlich:

„Fatal ist, dass sich besagte Leute hysteriegepusht in einen politischen Autismus hineingeben; Autisten ist das eigene Sein absolut. Nach außen wirkt es als maßlose Anmaßung. Statt sachlicher Analyse erleben wir ein moralinduziertes Denkverbot: Glaubt!“

Dem letzten Schreiber werde ich nicht namentlich nennen. Warum? Das ist meine Sache. Ihm möchte ich aber widersprechen. Nur dem Schein nach seid ihr Autisten. Autismus ist eine Krankheit, ihr aber seid voll bei Verstand, ihr wisst was ihr tut, seid für eure Handlungen voll verantwortlich.

Habt ihr noch Fragen? Bitte, ich stehe zur Verfügung.

Mit kommunistischen Grüßen

Günter Ackermann

Bezirksvertreter, ehemaliger Vorsitzender des Kreisverbandes Duisburg der PDS, ehemaliges Mitglied des Kreisvorstandes

Weitere Informationen über eure Brüder im Geiste:

Manchmal sollte man das Tischtuch zerschneiden.
von Martin Timm 

Polemik gegen den Schwachsinn der sog. Antideutschen
Es gibt keinen Schwachsinn, der nicht von irgendwem in die Welt gesetzt und geglaubt würde 
von Gerd Höhne 

Polemik gegen einen Durchgeknallten
Heribert Sommer bezeichnet Kommunisten-online als antisemitisch und probfaschistisch

Durchgeknallt! 
Antimilitarismus ist Faschismus
oder Amerikanische Atomwaffen sind ein antifaschistischer Schutzwall?

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