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1970
11.9.:
Mit Hilfe der CIA gegründete faschistisch-militante Organisation
„Patria y Libertad“ beginnt mit Kampf gegen die Unidad Popular (UP).
ITT-Monopol der USA drängt bei Washingtoner Regierung auf
Intervention gegen Allendes Wahl. Chiles Werktätige protestieren gegen
die Anwesenheit und Wühltätigkeit von 100 höheren Offizieren der USA
in Santiago.
27.9.:
Reaktion verübt serienweise Bombenanschläge in Santiago.
29.9.:
CIA-Vertreter koordiniert mit Vizepräsidenten des ITT-Monopols
5-Punkte-Plan zur Sabotage der chilenischen Wirtschaft.
30.9.:
Chilenische Großgrundbesitzer treiben zur Störung der
Fleischversorgung 200.000
Stück Rindvieh über die Grenzen.
8.10.:
„Patria y Libertad“ konspiriert mit ehemaligem Brigadegeneral
Roberto Viaux gegen die UP.
16.10.:
ITT-Monopol will Militärputsch durch Brigadegeneral Viaux
unterstützen.
20.10.:
ITT-Aufsichtsratsmitglied McCone bietet der CIA bis zu einer
Million US-Dollar zur Verhinderung der Wahl Allendes zum Präsidenten.
22.10.:
General René Schneider, der UP-treue Oberbefehlshaber der
chilenischen Streitkräfte, wird durch Rechtsextremisten tödlich
verletzt.
23.10.:
ITT-Monopol bezieht den Sicherheitsberater der Nixon-Regierung
Henry Kissinger, in die antichilenische Subversion ein.
26.11.:
Präsident Richard Nixon erklärt, er werde für „einen harten
Standpunkt gegenüber dem Allende-Regime eintreten“.
22.12.:
Reaktionäre organisieren Streik der Santiagoer Müllabfuhr um 70
Prozent Lohnerhöhung.
1971
Januar:
Chilenische Reaktion verstärkt mit ihren Rundfunksendern (50
Prozent) und Presseorganen (70 Prozent) ihre Hetze gegen die
UP-Regierung.
10.1.:
Oberster Gerichtshof Chiles beginnt mit juristischer Begünstigung
von UP-Gegnern.
15.1.:
Mordanschlag auf Präsident Allende wird verhindert.
2.2.:
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ruft in der Bundesrepublik
Deutschland zum Boykott des Chile-Kupfers auf.
3.3.:
Mordanschlag auf Präsident Allende auf einer Großkundgebung.
15.3.:
Sprengstoffanschlag auf Präsident Allende.
April:
US-Präsident Richard Nixon droht in einem Interview: „Wir
dulden diese Art von Regierung des Marxisten Allende nicht.“
8.6.:
Ehemaliger Innenminister Edmundo Pérez Zujovic wird von
Extremisten ermordet.
16.6.:
23 Konterrevolutionäre
werden des Mordkomplotts an General Schneider überführt.
Juli:
Chilenischer Expräsident Frei kehrt aus den USA zurück und
aktiviert die reaktionäre Parlamentsopposition. Die in Chile
enteigneten USA-Monopole Anaconda, Braden Copper und Kennecott Copper
setzen in den USA Beschlagnahme chilenischer Bankguthaben und
chilenischer
Kupferlieferungen
in NATO-Staaten Westeuropas durch.
3.8.:
USA sperren Chile Kredite und Ersatzteillieferungen und drängen
13 weitere
kapitalistische Hauptgläubigerstaaten Chiles, den „Club de Paris“,
zur Kreditsperre.
September:
Reaktionäre Parlamentsopposition blockiert progressive
Steuerregelung der UP-Regierung.
BRD stoppt vereinbarte „Entwicklungshilfe“ für Chile.
1.10.:
ITT-Konzern legt nach Beratung mit Peter Peterson, Alexander Haig
und anderen führenden Vertretern der USA-Regierung einen 18-Punkte-Plan
zum Sturz der Regierung des Präsidenten Allende vor.
16.11.:
„Patria y Libertad“ geht zu Anschlägen auf die Moneda und
auf Bildungseinrichtungen über.
26.11.:
Reaktionäre Aktionen in Valparaiso und Attentatsversuch auf
Innenminister Jose Toha.
3.12.:
Reaktion organisiert „Kochtopf-Demonstration“ in Großstädten.
Zwei
konterrevolutionäre Rundfunksender werden verboten. Ausnahmezustand in
Provinz Santiago. Brandstiftung im Büro des Gesundheitsministers Dr.
Concha. Einbruchsversuche im Sitz des Kommunistischen Jugendverbandes
und in das Gebäude der Radikalen Partei (UP).
10.12.:
Viermalige Verfassungsverletzung und Zunahme der
Obstruktionspolitik der reaktionären Parlamentsopposition.
1972
19.1.:
Präsident Nixon gibt Bildung der antichilenischen
„Interinstitutionellen Sondergruppe“ unter Staatssekretär John N.
Irvin beim US-Rat für Internationale Wirtschaftspolitik bekannt.
20.1.:
Reaktionäre Parlamentsopposition zwingt UP-Regierung zum ersten
Rücktritt. Durch konterrevolutionäre Obstruktionspolitik wird Präsident
Allende bis 1973 zu insgesamt 22 Kabinettsumbildungen gezwungen.
Februar:
Kennecott-Kupfermonopol der USA setzt mit New Yorker
Bundesgericht Sperrung der Konten der chilenischen Zentralbank, der
chilenischen Fluggesellschaft, der Bergwerksgesellschaft, der Stahlwerke
und der Entwicklungsbehörde Chiles in den USA durch. Anaconda-Konzern
stoppt Ersatzteillieferungen für chilenische Kupferminen.
19.2.:
Reaktionäre Parlamentsopposition verhindert durch
Verfassungsmanipulation Gesetzentwurf zur Nationalisierung
beziehungsweise Halbverstaatlichung von 91 weiteren in- und ausländischen
Großbetrieben.
10.3.:
USA-Botschafter in Chile, Nathaniel Davis, meldet an State
Department als Spionageergebnis, dass „die Verschwörertätigkeit in
den Kreisen der Militärs ein viel größeres Ausmaß angenommen hat“.
21.3.:
„Washington Post“ enthüllt antichilenisches Putschkomplott
des ITT-Monopols mit der CIA.
24.3.:
Chilenischer Major Arturo Marshall hat Attentat auf Präsident
Allende vorbereitet und entzieht sich durch Flucht nach Bolivien der
Festnahme. Als Organisatoren eines Putschversuchs der „Patria y
Libertad“, die eine Militärrevolte auslösen wollten werden
verhaftet: Rodriguez, Pérez, Thieme, Ex-General Alberto Grin und die
Offiziere Fernando Nierald und Adolfo Balas. Der Putschplan sah die Erstürmung
der Moneda vor.
Mai:
Innenminister Hernán del Canto weist vor dem Kongress
dokumentarisch den Putschversuch von „Patria y Libertad“ sowie der
CIA nach.
Juni:
Reaktionäre Parlamentsopposition fordert Reprivatisierung der
verstaatlichten Groß-unternehmen.
August:
Straßenterror und Sabotageakte faschistischer Kräfte in
Concepción.
11.9.:
CIA-Agenten begehen Attentat auf Präsident Allende, das aber
scheitert.
17.9.:
Chilenische Sicherheitsorgane gelangen in den Besitz des
konterrevolutionären „September-Plans“, nach dem Straßentumulte,
Terrorakte und Diversionen gegen die chilenischen Streitkräfte
organisiert werden sollten.
12.10.:
Transport- und Versorgungssabotage durch Fuhrunternehmerstreik.
Wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 200 Millionen Dollar entsteht.
Ausnahmezustand in Santiago und einigen Provinzen.
20.10.:
Reaktion sabotiert innerstädtischen Verkehr in Santiago.
27.10.:
Konterrevolutionäre Straßenaktionen zwingen UP-Regierung,
Panzer einzusetzen.
November:
Konterrevolutionäre Militärkreise Chiles beginnen mit planmäßigen
Putsch- vorbereitungen.
Dezember:
Wirtschaftskrieg der USA auf Kupfermärkten führte zwischen 1970
und 1972 für Chile zu Einnahmeverlusten von
500 Millionen
US-Dollar. Die
CIA hat bereits 1.500
Agenten, die meist aus Tarnungsgründen keine USA-Bürger sind, nach
Chile eingeschleust.
1973
21.3.:
„Patria y Libertad“ bereitet mit „Operation SACO“ groß
angelegte Wirtschaftssabotage und Massenterror gegen Unidad Popular (UP)
vor.
27.3.:
CIA und chilenische Reaktion wiegeln in der staatlichen
Kupfermine El Teniente Teile des ingenieurtechnischen Personals zu einem
75 Tage dauernden Streik auf.
4.4.:
Die Bundesrepublik Deutschland sperrt der UP-Regierung die
Auszahlung eines zugesagten
45-Millionen-DM-Kredits.
28.4.:
Bewaffnete Provokationen und Massenterror in chilenischen Städten,
zahlreiche Verletzte.
Mai:
Seit August des Vorjahres werden sieben Attentate auf Minister
der UP-Regierung, regierungstreue Militärs und UP-Funktionäre
registriert. 19
Kommunisten, Gewerkschafter und Sozialisten wurden in diesem Zeitraum
ermordet.
21.6.:
Reaktion wiegelt bürgerliche Ärzte, Zahnärzte, Apotheker,
Ladeninhaber, Techniker und Juristen zu Streiks auf.
25.6.:
Von dem 15-Millionen-Dollar-Militärhilfevertrag der USA für die
chilenischen Streitkräfte für das Jahr 1973 wurden bisher moderne
Waffen für 10
Millionen US-Dollar geliefert.
29.6.:
Putschversuch des in den USA ausgebildeten Oberstleutnants
Roberto Super mit 100
Offizieren der 2.
Panzerdivision in Santiago.
22 Tote bei Niederschlagung des Putsches.
Ende
Juni: Beim
CIA-Agenten und „Patria y Libertad“ - Funktionär Manuel
Fuentes wir in Santiago die Kopie des
CIA-“Plans Centaurn“ gefunden.
26.7.:
Beginn des 40tägigen Boykotts der UP-Regierung durch
45.000 LKW-Besitzer; systematische Transport- und
Versorgungssabotage. Finanzierung durch die CIA mit
1,2 Millionen US-Dollar. In USA ausgebildeter CIA-Agent und
Organisator des Streiks Leon Vilarin entzieht sich der Verhaftung.
27.7.:
Allendes Chefadjutant Kapitän zur See Arturo Araya wird Opfer
eines Attentats mit Maschinenpistolen.
28.7.:
Etwa 100 chilenische Faschisten überfallen General Carlos Prats
und stecken seinen Dienstwagen in Brand.
General Prats verteidigt sich und entkommt den Attentätern.
Juli/August:
CIA-Agenten und chilenische Konterrevolutionäre verüben 632
Sabotageakte und Attentate.
Störung der Energieversorgung durch Sprengung zahlreicher
Hochspannungsmasten. Sabotageakte gegen 40 Eisenbahnanlagen, 16
Tankstellen. 10 Brücken und 2 Pipelines.
Ermordung
des
Sekretärs des UP-treuen LKW-Eignerverbandes Oscar Balbao.
August:
Zahl der in Chile eingesickerten CIA-Agenten hat sich gegenüber
Januar verdreifacht. Verschwörung von zwei konterrevolutionären
Marineeinheiten wird aufgedeckt. Wilde Streiks der Mediziner und Einzelhändler
werden von der Reaktion intensiviert.
3.8.:
Bus- und Taxibesitzer werden in den Streik einbezogen und
betreiben Transportsabotage.
15.8.:
UP-Abgeordnete fordern die Ausweisung des USA-Botschafters in
Chile, Nathaniel Davis, „wegen seiner Versuche, Präsident Allende zu
stürzen“. Davis
wird die persönliche Leitung von CIA-Sabotageakten dokumentarisch
nachgewiesen.
21.8.:
Reaktionäre Offiziersfrauen überfallen mit „Marsch der leeren
Töpfe“ den Wohnsitz des Armeeoberbefehlshabers General Prats, weil
dieser Armeefahrzeuge für Lebensmitteltransporte einsetzen ließ.
23.8.:
Reaktion zwingt UP-treuen Armeeoberbefehlshaber General Prats zum
Rücktritt. Sicherheitsorgane
nehmen 18
Terroristen der Nationalpartei und von „Patria y Libertad“
fest, die Sprengstoffattentate vorbereitet hatten.
24.8.:
Reaktionäre
Offiziere geben Befehl, 200 staatliche Betriebe, UP-Parteibüros und
Gewerkschaftszentralen nach Waffen zu durchsuchen. Dabei werden mehrere
Arbeiter erschossen.
28.8.:
Allende wird in den etwa 1000 tagen seiner Amtszeit von der
Reaktion das 22. Mal gezwungen, sein Kabinett umzubilden.
29.8.:
Chilenische Admiralität lässt in Valparaiso und Talcahuano über
100 linksgerichtete Matrosen verhaften und von der Militärpolizei
foltern.
Ende
August: Der
USA-hörige konterrevolutionäre General Augusto Pinochet übernimmt
Oberbefehl über die chilenische Armee.
6.9.:
Reaktion desorganisiert mit Streiks Handel und Versorgung und
ruft erneut die Bourgeoisie zum „Marsch der leeren Töpfe“ auf.
7.9.:
Führer der „Patria y Libertad“ kündigen
Auslandskorrespondenten imperialistischer Staaten zwischen 7. und 11.
September „große Ereignisse“ an.
USA-Botschafter in Chile, Davis, fliegt nach Abstimmung mit
Putschisten zur Berichterstattung nach Washington.
7.9.:
Putschisten-Luftwaffengeneral Gustavo Leigh schleust 150 als
„Luftakrobaten Thunderbird“ getarnte Piloten der US Air Force nach
Chile ein, die dann für Terrorflüge der Putschisten bereitstehen.
8.9.:
USA-Außenminister Kissinger konferiert mit Botschafter Davis,
der anschließend sofort nach Santiago zurückfliegt.
Im State Department der USA wird die koordinierende
„Arbeitsgruppe Chile“, in der die CIA vertreten ist, aktiviert.
Unter dem Vorwand der Teilnahme an gemeinsamen Flottenmanövern
„Operation Unitas“ mit den USA mobilisiert die chilenische Admiralität
putschvorbereitend die Kriegsmarine.
9.9.:
USA-Präsident Richard Nixon wird über chilenischen Putschtermin
in Kenntnis gesetzt.
10.9.:
Fünf Kreuzer und Zerstörer der chilenischen Kriegsmarine laufen
zum Treffen mit USA-Flottenverbänden vor Chiles Küste aus. Die
Putschisten verhaften nachts UP-treue Generale und Admirale, wie die
Heeresgenerale Pickering, Urbina und Sepulveda, den Luftwaffengeneral
Bachelet und den Oberkommandierenden der Marine Admiral Montero.
General Prats wird unter strenge Haft gestellt und später des
Landes verwiesen. UP-treue Offiziere und Mannschaften werden erschossen.
11.9.:
Drei Zerstörer und ein U-Boot der US Navy kreuzen 60 km vor der
chilenischen Hafenstadt Talcahuano.
Die an der „Operation Unitas“ teilnehmenden chilenischen
Kriegsschiffe laufen als konterrevolutionärer Sturmverband zur
Besetzung in Valparaiso ein.
UP-Volksregierung wird durch Militärputsch gestürzt, Präsident
Allende ermordet und in Chile eine faschistische Militärdiktatur
errichtet.
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