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Ypern 1915: Erster großer Gasangriff des Ersten Weltkriegs

Rede des kommunistischen Bezirksvertreters Günter Ackermann

Keine Straße zur Ehrung von Harro Schulze-Boysen, Widerstandskämpfer gegen Hitler 

aus:

http://www.guenter-ackermann.de/denkmal.htm
http://www.guenter-ackermann.de/denkmal.htm#Herr
http://www.guenter-ackermann.de/gas.htm

Denkmalschutz für kriegsverherrlichendes Denkmal in Duisburg-Neuenkamp

Man sollte es nicht glauben, aber es ist wahr. In Duisburg-Neuenkamp steht seit 1928 ein 3 Meter hohes Ungetüm. Ein Kriegerdenkmal, mit Stahlhelm und Eisernem Kreuz und der Aufschrift:

Unseren

Helden

in

Dankbarkeit

gewidmet

1914-1918

1939-1945

helden-0011.jpg (152608 Byte)Normalgröße:

Bild anklicken

Gestiftet wurde das Monstrum vom Kriegerverein des Stadtteils "Kaiser Wilhelm 1871".

Ursprünglich enthielt das Denkmal auch noch die Namen der "Helden", also der armen Schweine, die Ypern, Verdun und die anderen Schlachten des 1. Weltkriegs nicht überlebten, die von Granaten zerfetzt, von Geschossen getroffen oder im Giftgas erstickt waren. Der gnädige Zahn der Zeit hat die Namen jedoch gelöscht.

Mörderlyrik

Eines der Opfer des Wahnsinns:

Jäger Karl Mulch

Er starb am 27. April 1915 an seinen Verletzungen bei den Kämpfen bei Ypern. 

Karl Mulch wurde nicht einmal 22 Jahre alt

Dieses kriegsverherrlichende Monstrum sollte unter Denkmalschutz gestellt werden.

Ich verwehrte mich gegen dieses Ansinnen. (siehe Redetext) 

Die Verwaltung, der sich auch die Fraktionen der SPD und CDU anschlossen, meinte, diese Denkmale seien heute nicht mehr Orte der Kriegsverherrlichung, sondern des Gedenkens und des Mahnens.

Tatsache ist aber, dass das Duisburger "Kriegerdenkmal" am Kaiserberg jedes Jahr am Volkstrauertag (Heldengedenktag) zum Treff der Nazis wird. Als nichts von Mahnen, aber viel vom Verherrlichen des Krieges.

Der Antrag der Verwaltung das Ding in die Denkmalsliste einzutragen, wurde mit zwei Gegenstimmen (Bezirksvertreter Günter Ackermann und der Grüne Bezirksvertreter) angenommen.

Herr Bezirksvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Wir haben heute den 8. Mai. Ab diesem Tag 1945 starben die Helden nicht mehr, das Töten war zu Ende, das Morden an Millionen Menschen, Städte in Schutt und Asche – auch Duisburg.

Mir sagte ein Duisburger, der die Bombenangriffe miterlebt hat, man habe am Krematorium die Leichen gestapelt.

Waren das Helden?
Sie sind elendiglich verreckt, gestorben für die Weltmachtphantasien der Nazis, aber auch der Siemens und Krupps.

Die Wehrmacht, deren Orden das Denkmal ziert –
das Eiserne Kreuz, diente Hitler bis zum Schluss. Zwei ihrer Generäle wurden sogar in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen hingerichtet, Großadmiral Dönitz saß lange Jahre im Kriegsverbrecherknast.

Waren die Soldaten der Wehrmacht, die Hitlers Befehle ausführten, die fremde Länder mit Krieg überzogen, die Tod und Vernichtung brachten, Helden?
Waren Lidice, Oradour. Leningrad oder Warschau Heldentaten?

Ich will nicht alle Soldaten der Wehrmacht pauschal verurteilen, aber Helden waren jene, die für die schlechte Sache kämpften, nicht.

Helden waren jene, die sich dem Verbrechen und den Verbrechern in den Weg stellten. Ein Held war der Duisburger Harro Schulze-Boysen, der gegen Hitler kämpfte und dessen Leben auf Geheiß Freislers “Volksgerichtshof” an einem Fleischerhaken in Plötzensee beendet wurde. Auch er war Soldat, aber ihm stellte die Stadt kein Denkmal auf, nach ihm wird noch nicht einmal eine Nebenstraße in Duisburg benannt.

Ein Held war der Duisburger Arbeiter und Reichstagsabgeordneter Mathias Thesen. Auch ihn ermordeten die Nazis.

Und heute, am Tag, an dem der Spuk vor 58 Jahren ein Ende hatte, sollen wir hier beschließen, dass ein Denkmal, das den Krieg – und somit den Mord an Millionen Menschen – verherrlicht, durch Denkmalschutz besonders erhöht wird.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Das zu beschließen wäre Verhöhnung der Millionen Opfer beider Weltkriege, der Toten an allen Fronten, aber auch der Toten des Naziterrors.

An Sie, Kolleginnen und Kollegen der SPD: Haben Sie vergessen, dass die beiden sozialistischen Parteien, SPD und KPD, unter den Nazis besonders viele Opfer bringen mussten?

Vor 70 Jahren begann das, was am 8. Mai 1945 sein Ende fand. Erst vor wenigen Tagen jährte sich zum 70. Mal der Tag, an dem die deutsche Gewerkschaftsbewegung zerschlagen wurde. Auch in Duisburg!

Ich werde diesem Antrag nicht zustimmen.
Und Sie, meine verehrten Damen und Herren, verweigern Sie diese Zustimmung ebenfalls!

Wer glaubwürdig gegen den Krieg und gegen die Nazis sein will, muss hier seine Zustimmung verweigern.

Lassen Sie das Ding abreißen und an seiner Stelle mit einem Mahnmal der Opfer der Kriege und des Terrors gedenken. Und lassen Sie uns heute, am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, ein Zeichen setzen, indem wir uns der Kriegsverherrlichung verweigern.

Das Ding

oder

eine Stätte der Mahnung?

"Waren das Helden?
Sie sind elendiglich verreckt, gestorben für die Weltmachtphantasien der Nazis, aber auch der Siemens und Krupps."
helden-0008.jpg (805190 Byte) helden-0006.jpg (792632 Byte) helden-0001.jpg (697887 Byte)
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Sie waren die Helden:

Zwei Widerstandskämpfer aus Duisburg

- kein Denkmal, kein Straßenname ehrt sie -

Harro Schulze-Boysen

(links)

Mathias Thesen

(KPD-Reichstagsabgeordneter)

recht

     

aus:

http://www.guenter-ackermann.de/denkmal.htm
http://www.guenter-ackermann.de/denkmal.htm#Herr
http://www.guenter-ackermann.de/gas.htm

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