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Herr
Bezirksvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen.
Wir haben heute
den 8. Mai. Ab diesem Tag 1945 starben die Helden nicht mehr, das Töten war zu
Ende, das Morden an Millionen Menschen, Städte in Schutt und Asche – auch
Duisburg.
Mir
sagte ein Duisburger, der die Bombenangriffe miterlebt hat, man habe am
Krematorium die Leichen gestapelt.
Waren
das Helden?
Sie sind elendiglich verreckt, gestorben für die Weltmachtphantasien der Nazis,
aber auch der Siemens und Krupps.
Die
Wehrmacht, deren Orden das Denkmal ziert –
das Eiserne Kreuz, diente Hitler bis zum Schluss. Zwei ihrer Generäle wurden
sogar in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen hingerichtet, Großadmiral Dönitz saß
lange Jahre im Kriegsverbrecherknast.
Waren
die Soldaten der Wehrmacht, die Hitlers Befehle ausführten, die fremde Länder
mit Krieg überzogen, die Tod und Vernichtung brachten, Helden?
Waren Lidice, Oradour. Leningrad oder Warschau Heldentaten?
Ich
will nicht alle Soldaten der Wehrmacht pauschal verurteilen, aber Helden waren
jene, die für die schlechte Sache kämpften, nicht.
Helden
waren jene, die sich dem Verbrechen und den Verbrechern in den Weg stellten. Ein
Held war der Duisburger Harro Schulze-Boysen, der gegen Hitler kämpfte und
dessen Leben auf Geheiß Freislers “Volksgerichtshof” an einem
Fleischerhaken in Plötzensee beendet wurde. Auch er war Soldat, aber ihm
stellte die Stadt kein Denkmal auf, nach ihm wird noch nicht einmal eine
Nebenstraße in Duisburg benannt.
Ein
Held war der Duisburger Arbeiter und Reichstagsabgeordneter Mathias Thesen. Auch
ihn ermordeten die Nazis.
Und
heute, am Tag, an dem der Spuk vor 58 Jahren ein Ende hatte, sollen wir hier
beschließen, dass ein Denkmal, das den Krieg – und somit den Mord an
Millionen Menschen – verherrlicht, durch Denkmalschutz besonders erhöht wird.
Meine
sehr geehrten Damen und Herren!
Das zu beschließen wäre Verhöhnung der Millionen Opfer beider Weltkriege, der
Toten an allen Fronten, aber auch der Toten des Naziterrors.
An
Sie, Kolleginnen und Kollegen der SPD: Haben Sie vergessen, dass die beiden
sozialistischen Parteien, SPD und KPD, unter den Nazis besonders viele Opfer
bringen mussten?
Vor
70 Jahren begann das, was am 8. Mai 1945 sein Ende fand. Erst vor wenigen Tagen
jährte sich zum 70. Mal der Tag, an dem die deutsche Gewerkschaftsbewegung
zerschlagen wurde. Auch in Duisburg!
Ich
werde diesem Antrag nicht zustimmen.
Und Sie, meine verehrten Damen und Herren, verweigern Sie diese Zustimmung
ebenfalls!
Wer glaubwürdig gegen den Krieg und gegen die Nazis sein will, muss hier seine
Zustimmung verweigern.
Lassen
Sie das Ding abreißen und an seiner Stelle mit einem Mahnmal der Opfer der
Kriege und des Terrors gedenken. Und lassen Sie uns heute, am 8. Mai, dem Tag
der Befreiung, ein Zeichen setzen, indem wir uns der Kriegsverherrlichung
verweigern.
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