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Revisionistische KPÖ-Führung denunziert Kommunisten bei der bürgerlichen Justiz wegen „Kredit- und Rufschädigung“

Österreichische Kommunisten deckten auf, dass die KPÖ-Führung mit dem rechtsextremen Spekulanten Christian Machowetz Immobiliengeschäfte  machte.

Natürlich ist es den Revisionisten gar nicht recht, dass ihre Machenschaften ans Licht gezerrt werden. Also bedienen sie sich des bürgerlichen Justizapparats.

siehe auch

Interview

»Den Amoklauf der Parteiführung stoppen«

Interview: Werner Pirker

Quelle: jungeWelt vom 03. September 2005

Kommunistische Initiative in Österreich will sich von KPÖ-Chef Baier nicht juristisch einschüchtern lassen. Ein Gespräch mit Otto Bruckner

* Otto Bruckner gehört zu den Gründern der Kommunistischen Initiative, die in Opposition zur Führung der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) steht. Er ist einer der Betreiber der Internetplattform www.kominform.at

F: Am diesjährigen Pressefest der KPÖ-Zeitung Volksstimme wird die aus der KPÖ hervorgegangene Kommunistische Initiative (KI) nicht teilnehmen dürfen. Hat das etwas mit der Umgestaltung der Volksstimme in pluralistische »Volksstimmen« zu tun?

Nach rechts offen, nach links zu, das ist doch das Wesen des Opportunismus. Es werden trotzdem KI-Aktivisten beim Fest an diesem Wochenende dabei sein und Flugblätter verteilen. Das ist ein öffentlicher Ort! Die KPÖ-Führung will nicht, daß sich die KI als neue kommunistische Kraft hier inhaltlich präsentiert. Wir treten z.B. ohne Wenn und Aber für die Zerschlagung der EU und den Austritt Österreichs ein, wir stellen uns an die Seite der Unterdrückten im Kampf gegen das US-Imperium, wir benennen Reichtum und Armut und arbeiten an neuen Allianzen gegen das Kartell der Macht. Es könnte ja auch KPÖ-Mitgliedern gefallen, was wir tun, denn mit dem zivilgesellschaftlich-christlichen Sermon ihres Vorsitzenden Walter Baier sind auch viele Kommunisten in der KPÖ nicht zufrieden.

F: Die Betreiber der Internetplattform Kominform, zu denen auch Sie gehören, wurden von der KPÖ-Führung um Walter Baier und Michael Graber mit einer Welle von Klagen überzogen. Warum?

Die KPÖ, ihr Vorsitzender und ihr Finanzreferent haben sieben Klagen gegen uns angekündigt. Davon wurden bisher sechs eingebracht, die inklusive Anwaltskosten einen Gesamtstreitwert von etwa 100 000 Euro ausmachen.

Im Kern geht es darum, daß uns als kritischem Internetportal ein Maulkorb verpaßt werden soll. Wir haben in der Berichterstattung über den Verkauf des EKH, des Wiener Ernst-Kirchweger-Hauses, das bis November 2004 im Besitz der KPÖ war, sehr viel geschrieben und auch andere zu Wort kommen lassen – z.B. bekannte Künstler. Da fielen schon harte Worte, schließlich handelt es sich um ein Haus, in dem autonome Gruppen ebenso arbeiten wie türkische Linke, Flüchtlingsgruppen usw. Und dieses Haus wurde an einen Mann verkauft, von dem in vielen Zeitungen und Internetmedien zu lesen war, er stehe politisch rechts. Inzwischen steht dieser Mann übrigens in Verkaufsverhandlungen mit einem großen Baukonzern und soll im Begriff sein, das Dreifache dessen zu verdienen, was er der KPÖ bezahlt hat.

F: Welche politischen Absichten stehen Ihrer Meinung nach hinter den Klagen?

Es sollen wohl mehrere Ziele zugleich erreicht werden: Die KI und die Kominform sollen ökonomisch vernichtet werden – schließlich erhalten wir uns nur von Spenden, während die KPÖ immer noch etliche Millionen im Hintergrund hat.

Wir sind der KPÖ vor allem in Wien als neue kommunistische Kraft eine lästige Konkurrenz, sie will uns weg haben. Und drittens haben sich die Autokraten an der KPÖ-Spitze so daran gewöhnt, im eigenen Umfeld sakrosankt zu sein, daß sie jede Kritik als Majestätsbeleidigung werten. Es wurden auch große Teile der innerparteilichen Opposition aus der Partei verjagt.

F: Wie sieht Ihre Gegenwehr aus?

Wir lassen uns nicht mundtot machen; es reicht schon, daß uns jetzt bis auf weiteres durch eine einstweilige Verfügung des Gerichts einige Äußerungen untersagt sind. Wir sind natürlich dagegen in die Berufung gegangen.

Wir haben um Solidarität gebeten und sie erhalten. Etwa 300 Personen haben bisher unseren Solidaritätsaufruf unterstützt, darunter auch etwa 70 KPÖ-Mitglieder und Funktionäre.

Wir bitten weiterhin um Spenden, um die Prozesse finanzieren zu können. Aber vielleicht finden sich in der KPÖ doch noch vernünftige Leute, die diesen Amoklauf der Parteiführung stoppen.

* www.kominform.at

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Erklärung von kominform.at zur Klage der „K“PÖ

Liebe FreundInnen, KollegInnen, GenossInnen!

Unsere täglich aktualisierte Internetplattform www.kominform.at, die seit November 2003 existiert und seither 850.000 Seitenabrufe zu verzeichnen hat, ist dem Parteiapparat der „K“PÖ seit jeher ein Dorn im Auge. Das ist durchaus verständlich, haben wir doch den Nachweis erbracht, dass es auch ohne mächtigen Parteiapparat und aufwändige Finanzmittel möglich ist, eine kommunistische Website zu machen, die nicht nur gerne gelesen, sondern auch von Dutzenden Menschen durch eigene Beiträge mitgestaltet wird.

Auch in der Berichterstattung über den Verkauf des EKH („Wielandschule“) siehe haben wir uns kein Blatt vor den Mund genommen und berichten von Beginn an ausführlich und umfassend. Die - inzwischen in der ganzen Linken und darüber hinaus – allgemein bekannte Tatsache, dass dieses Haus, in dem Dutzende Initiativen tätig waren und sind, von denen uns manche ferner, manche näher stehen, ohne vorige Information an die Mitglieder, an einen Mann verkauft wurde, der in den 70-er Jahren zum Umfeld der inzwischen verbotenen „Aktion Neue Rechte“ gehörte, der als Anwalt einen prominenten politisch rechts stehenden Mann beschäftigt und der in seiner Security-Firma bekannte Rechtsextreme rekrutiert, wurde auch des Öfteren bei uns berichtet. Das nimmt die „K“PÖ nun zum Anlass, eine Klage gegen kominform.at wegen „übler Nachrede, Kredit- und Rufschädigung“ einzubringen, wie auf der Homepage www.kpoe.at berichtet wird.

Der Inhalt der Klageschrift ist uns bis dato nicht bekannt, da die Klage zwar öffentlich angekündigt, bei Gericht aber noch nicht eingebracht wurde. Wir halten das Ganze für einen politischen Akt, mit dem bezweckt wird, lästige KritikerInnen in- und außerhalb der Partei mundtot zu machen (von uns vier ist einer noch Mitglied der KPÖ, zwei wurden ausgeschlossen, einer ist ausgetreten).

Natürlich zielt diese Klage einerseits gegen sämtliche Internet- und Printmedien, die über die Geschäftspraktiken der „K“PÖ, über ihre feinen Geschäftspartner und über ihre gigantische Geldvernichtung berichten, andererseits aber gegen uns im Speziellen, da der „K“PÖ-Apparat sich nicht mit der Tatsache abfinden will, dass eine eigenständige und lebendige kommunistische Politik außerhalb der „K“PÖ Strukturen im Entstehen ist, deren Ausdruck sowohl kominform.at als auch die Kommunistische Initiative (KI) sind. Sie wollen uns mit ihren noch reichlich vorhandenen Finanzmitteln im Hintergrund fertig machen, ihr Ziel ist es nicht bloß, uns politisch zu bekämpfen, sondern uns in unseren politischen wie privaten Existenzgrundlagen zu treffen, da sie natürlich wissen, dass wir keinen Apparat und keine Millionen im Hintergrund haben.

Aber sie werden sich täuschen, denn wir haben etwas anderes: Wir haben Courage, Ideen, eine Überzeugung, zu der wir stehen. Und wir haben GenossInnen, KollegInnen und FreundInnen, die zu uns stehen. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, werden wir uns wehren. Wir werden alle aufrufen, uns zu helfen, durch Fakten, durch Solidaritätserklärungen, durch Spenden. Kurz vor den Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen versucht die „K“PÖ-Wien, deren Landessekretärin die Klage schon Tage vorher angekündigt hat, sich eine lästige Konkurrenz vom Hals zu schaffen, indem sie kominform.at in einen Prozess verwickeln will. Die Kommunistische Initiative arbeitet nichts desto trotz weiter an der Vorbereitung einer klassenkämpferischen und antiimperialistischen Kandidatur in einigen Wiener Bezirken. Dabei sehen wir die „K“PÖ nicht als Konkurrenz, denn die KI wird als Alternative für all jene kandidieren, die der „K“PÖ längst egal sind, und für die sie ohnehin keine wählbare Partei ist: Für die Unterdrückten, die Armen, die Ausgebeuteten, für die Menschen des Proletariats, die - das ist unsere feste Überzeugung - ihre Sache eines Tages selbst in die Hand nehmen und das kapitalistische System stürzen werden. Sie brauchen eine neue politische Kraft und für sie wollen wir da sein. Wir haben uns von den politischen TraumtänzerInnen und ihrem „zivilgesellschaftlichen“ Geplauder, von der nutzlosen moralinsauren Politik der „political correctness“, wie sie die „K“PÖ in Wien repräsentiert, getrennt. Wir wollen eine nützliche politische Kraft für die arbeitenden Menschen sein, daran werden auch die Drohungen und Klagen des nur mehr sich selbst reproduzierenden „K“PÖ-Apparats nichts ändern.

Wir lassen uns nicht mundtot machen!

Otto Bruckner

Gerhard Dusek

Helmuth Fellner

Lisl Rizy

HerausgeberInnen und Redaktion von www.kominform.at

28. Juni 2005


siehe Das EKHaus wurde von der früheren Eigentümerin, der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an rechstextreme Spekulanten verkauft. Sämtliche Mietverträge wurden seitens der neuen Besitzerin, WohnungsvermietungsgesmbH Wielandgasse 2-4, als deren Geschäftsführer und alleiniger Inhaber Christian Machowetz, ein ex ANR Mitglied, auftritt, gekündigt. Vertreten durch den auch in rechten Kreisen bekannten Rechtsanwalt Hübner wurden mehrere Räumungsverfahren eröffnet. Für 2/3 des Hauses wurde unter massiven ökonomischen Drohungen auf eine Person ein Räumungsvergleich per 30.6.2005 eingegangen.
Das Gesamtprojekt EKH ist somit unmittelbar von einer Räumung bedroht. -->mehr infos
Deshalb fordern wir alle solidarischen Menschen auf, das Haus im Kampf um seine Existenz zu unterstützen. Organisiert Soliveranstaltungen, seid kreativ und ideenreich, gebt Infos weiter und überlegt euch auch eigenständig Aktionen. Siehe auch

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