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Schluss
mit der Unterdrückung und den Ermordungen von Aktivisten der Revolutionären
Kommunistischen Partei der Elfenbeinküste und ihrer Jugendorganisation
Erklärung
der Kommunistischen Arbeiterpartei Frankreichs, 25. Juni 2004
Am
23. Juni hat eine Gruppe von etwa 50 Personen in der Zeit zwischen 15 und
15.30 Uhr die Wohnung von Ekissi Achy in Yopougon, einer Stadt in der Nähe
von Abidjan, verwüstet.
Ekissi
Achy ist der Genralsekretär der legalen Revolutionären Kommunistischen
Partei der Elfenbeinküste (PCRCI). Die Zeitung der Partei heißt
„Proletarische Revolution“. Die Angreifer trugen T-Shirts mit dem Logo
der „Föderation der Studenten und Schüler der Elfenbeinküste“ (FESCI).
Sie haben die Wohnung vollständig zerstört – die Türen, die Fenster,
die Computer... Sie haben Wertgegenstände gestohlen und einen Lieferwagen
fahrunfähig gemacht.
Was
aber wichtiger ist: Sie haben Abib Dodo den Generalsekretär der
„Kommunistischen Jugend der Elfenbeinküste“ (JCOCI) entführt – sie
haben ihn geschlagen und weggeführt.
Die
PCRCI hat uns über diese Ereignisse informiert und die FESCI sowie die
„Jungen Patrioten“, die beide mit dem Regime des gegenwärtigen Präsidenten
Laurent Gbagbo verbunden sind, dafür verantwortlich gemacht.
Wir
waren darüber sehr beunruhigt, weil schon mehrere ähnliche
terroristische Aktionen gegen andere Aktivisten der Opposition
stattgefunden haben – ganz zu schweigen vom „Verschwinden“ von
Journalisten. Jedesmal waren an diesen Aktionen Angehörige der paramilitärischen
Gruppen beteiligt ohne dass gegen sie irgendwelche juristischen Schritte
unternommen worden sind.()
Am
24. Juni haben uns die Genossen der Elfenbeinküste über die schreckliche
Neuigkeit informiert: Abib Dodo ist ermordert worden. Kouame Kouakou
Richerd, ein anderer Aktivist aus dem „Komitee der Arbeiter und
Bauern“ ist von Angehörigen der FESCI lebensgefährlich verletzt
worden. Er wurde in der Nähe des Flughafens von Abidjan in ein Gestrüpp
geworfen. Dort wurde er liegengelassen, damit er stirbt.
„Die
Maschinerie L. Gbagbos ist in Bewegung gesetzt worden, um jede Opposition
gegen sein Regime zu unterdrücken. Wir sind geschockt. Die Aktivisten
unserer Partei sind in Gefahr getötet zu werden. Die Familie des
Generalsekretärs ist in Gefahr, denn sie hat die FESCI-Mörder
identifiziert. Außerdem sind die Namen vieler dieser Hooligans unter den
Studierenden wohlbekannt.“
Das sind die Worte unserer Genossen von der Elfenbeinküste.
Wir
teilen diese Befürchtungen. Täglich agieren diese sogenannten Patrioten
in vollkommener Straffreiheit. Die Medien der Elfenbeinküste, die nicht
von der FPI()
kontrolliert werden, brandmarken die Methoden der Mafia an der Spitze der
FESCI und ihr terroristisches Auftreten in der Universität.
Das
Regime der FPI und speziell Präsident Gbagbo sind verantwortlich zu
machen, auch wenn sie das nicht zugeben wollen.
Wir
machen sie verantwortlich für die Morde, die der langen Liste politischer
Morde an Gegnern des Regimes hinzugefügt werden können.
Die
französische Regierung, die im Auftrag der UNO mit einem starken militärischen
Kontingent in der Elfenbeinküste vertreten ist, kann diese Tatsachen
nicht ignorieren.
Wir
alarmieren hiermit die nationale und internationale öffentliche Meinung.
Jede Möglichkeit, Druck auszuüben, muss genutzt werden, um den Terror,
der von einem Regime ausgeübt wird, das mehr und mehr isoliert ist,
sofort zu beenden.
In
dieser schweren und gefährlichen Zeit versichern wir unseren Genossen der
PCRCI und ihrer Jugendorganisation unserer kämpferischen Solidarität.
SE
Herrn Amin Florent Atse
Kanzlei
der Botschaft der Republik Cote d’Ivoire
Königstr.
93
53115
Bonn
Fax:
0228/217-313
Wir beziehen uns auf zwei Ereignisse, die vor kurzem
stattgefunden haben: ein Journalist von „Radio France
International“ ist von einem Soldaten der Armee des Regimes getötet
worden; ein anderer Journalist ist verschwunden. Dieser Journalist
hatte in Zusammenhang mit Affären recherchiert, in die Angehörige
des Regimes verwickelt sind. Wenn der Soldat, der den Journalisten getötet
hat, eingesperrt worden wäre, wäre ans Licht gekommen, dass die
Urheber der Gewalt gegen und der Ermordungen von Angehörigen der
Opposition zu den „Jungen
Patrioten“ gehören. Das ist eine paramilitärische Gruppe, die dem
Regime L. Gbagbos ergeben ist. Diese jungen Leute entwickeln eine
„antifranzösische“ und „antiweiße“ Haltung, indem sie
antikolonialistische Losungen mit offen rassistischen mischen. An
ihren Positionen und an ihrer Haltung ist nichts Fortschrittliches.
Sie rekrutieren ihre Mitglieder im Lumpenproletariat und üben
einfachen Terror aus. Man erinnere sich daran, wie alle reaktionären
Kräfte den „nationalen“ Stolz des „wahren ivorischen Volkes“
manipuliert haben. Und das in einem Land, dessen Grenzen von außen
festgelegt worden sind und in dem das französische Kolonialsystem
eine massive Einwanderung aus den Nachbarländern organisiert hat, um
Arbeitskräfte für die Kaffee- und Kakaoplantagen zu bekommen.
Die FPI (Patriotische Front der Elfenbeinküste) ist die Partei
des Präsidenten Gbagbo. Er selbst ist immer noch Mitglied der
(sozialdemokratischen) Sozialistischen Internationale. Bis jetzt
erfreut er sich der Unterstützung prominenter Führer der französischen
Sozialistischen Partei. Wegen der Anklagen gegen Gbagbo ist die FPI
jetzt zu ihm auf „Distanz“ gegangen, hat ihn aber nicht aus der
Partei ausgeschlossen.
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