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Israelische
Folterexperten im US-Dienst im Irak im Einsatz? |
Abu
Ghoraib - Muskubija:
Die
Kumpanei der Folterer
(Der
von Ellen Rohlfs übersetzte Artikel Mustafa Barghoutis erschien
in Junge Welt am 16. Juni).
„Abu
Ghoreib - Muskubija: Wie sich die Bilder gleichen“ überschrieben wir
einen Beitrag in der vorigen Ausgabe der Palästina Nachrichten. Inzwischen
sind zahlreiche neue Tatsachen zum Thema bekannt geworden. Es gilt also zu
ergänzen. Am 10. Mai veröffentlichte www.counterpunch.org einen
umfangreichen Artikel des amerikanischen Journalisten Wayne Madsen. Er
diente u.a. während der Reagan-Administration in der National Security
Agency (NSA). In seinem Aufsatz „Das israelische Foltermuster“ heißt
es nun:
„Einem
Beamten in der Bush-Administration und US-Geheimdienst-Quellen zufolge gehörte
zu den Vernehmern in Abu Ghoreib auch eine Anzahl von arabisch sprechenden
Israelis, die den US-Vernehmungsoffizieren halfen, die ‘R2I’-Techniken
(R to I = Widerstand gegen Verhör) zu entwickeln. Viele der
Foltermethoden wurden von den Israelis über Jahre in den Verhören
arabischer Gefangener in der besetzten Westbank und in Israel selbst
entwickelt. Hinweise auf Fotos und Videos von Übergriffen finden sich
wahrscheinlich in israelischen Akten über ähnliche Mißhandlungen palästinensischer
und anderer arabischer Gefangener. (...) Das Öffentliche Komitee gegen
Folter in Israel hat die Foltermethoden, denen arabische Gefangene
unterworfen wurden, dokumentiert. Viele der Vorgehensweisen stimmen mit
denen überein, die im Taguba-Report [dem
Abu-Ghreib-Untersuchungsbericht des amerikanischen Generals Taguba] enthalten
sind: Schläge und langandauerndes Fesseln mit Handschellen an Möbelstücke.
In einem Artikel in der Ausgabe vom Dezember 1998 von The Progressive
berichtete Rabbi Lynn Gottlieb über die Behandlung eines 23jährigen Palästinensers
in ‚Administrativhaft’. Der Gefangene wurde 120 Tage lang täglich 17
Stunden mit Handschellen an einen Stuhl gefesselt ... über seinen Kopf
war ein Sack gestülpt, der oft in Urin oder Kot getaucht wurde. Wächter
spielten direkt neben seinen Ohren laute Musik ab und verhöhnten ihn.“
Madsen
stellt dann weiter fest: „Obwohl es großenteils noch immer nicht
dokumentiert ist, ob einer der Vertragspartner, die im Report von General
Antonio Taguba genannt werden, mit den israelischen militärischen oder
Geheimdiensten verbunden waren, ist bemerkenswert, daß einer von ihnen,
John Israel, der im Report als Angestellter sowohl der CACI International
of Arlington, Virginia, als auch der Titan Inc. of San Diego identifiziert
wurde, wahrscheinlich nicht einmal US-Bürger gewesen ist. Der
Taguba-Report stellt fest, daß dieser Israeli keine
Sicherheits-Unbedenklichkeitsbescheinigung hatte, die für die Beschäftigung
als Vernehmer für die CACI notwendig ist. (...) Spekulationen darüber,
daß ‚John Israel’ ein geheimdienstlicher Deckname sein könnte, haben
weitere Spekulationen darüber angeheizt, ob diese Person vielleicht einer
von den israelischen Vernehmern gewesen sein könnte, die mit einem
Geheimvertrag angestellt wurden. Weil die US-Staatsbürgerschaft und der
Nachweis derselben Bedingungen für ein
US-Sicherheits-Unbedenklichkeitszeugnis sind, würden israelische Staatsbürger
kein Top-Secret-Unbedenklichkeitszeugnis erhalten. Jedoch hätte eine
US-israelische doppelte Staatsbürgerschaft den Forderungen des Pentagons
genügen können... Obwohl der Taguba-Report zweimal auf Israel als
Mitarbeiter von Titan verweist, behauptet die Gesellschaft, er sei einer
ihrer Nebenauftragnehmer (sub-contractor). (...) Das Pentagon ist natürlich
besorgt über die Bekanntgabe des Taguba-Reports mit den Erwähnungen von
CACI, Titan und Angehörigen von Drittstaaten, durch die die Beziehungen
der USA mit arabischen und islamischen Staaten dauerhaft beschädigt
werden könnten. Die Angst des Pentagon könnte erklären, weshalb der
Taguba Report als Secret No Foreign Dissemination (Geheim. Keine
Verbreitung im Ausland) eingestuft wurde.“
An
anderer Stelle schreibt Madsen: „Während seiner Zeugenaussage vor dem
Streitkräfteausschuß des Senats wurde Rumsfeld von Senator John McCain
nachdrücklich über die Rolle der privaten Vertragspartner bei den Verhören
und Übergriffen befragt. McCain stellte Rumsfeld vier relevante Fragen:
‘Wer war verantwortlich? Welche Dienststelle oder welcher
Vertragspartner war für die Verhöre verantwortlich? Hatten sie Einfluß
auf das Wachpersonal? Und welche Instruktionen gaben sie den Wachen?’
Als Rumsfeld Probleme hatte, McCains Frage zu beantworten, sagte
Generalleutnant Lance Smith, Stellvertretender Kommandeur des
US-Zentralkommandos, es seien 37 Vernehmer auf Vertragsbasis in Abu
Ghoreib eingesetzt gewesen. Die beiden namentlich erwähnten
Vertrags-partner, CACI und Titan, haben enge Beziehungen zu den
israelischen Militär- und Technik-Kreisen. Letzten 14. Januar, nachdem
der Kommandeur der Militärpolizei der Armee, Generalmajor Donald Ryder,
bereits Übergriffe in Abu Ghoreib enthüllt hatte, erhielt der Präsident
und Vorstandsvorsitzende der CACI, Dr. J.P. (Jack) London den
Albert-Einstein-Technik-Preis der Jerusalem Fund of Aisch HaTorah im
Rathaus von Jerusalem in Anwesenheit des rechten Likud-Politikers und
israelischen Verteidigungsministers Schaul Mofaz und des Jerusalemer Bürgermeisters
von der ultra-orthodoxen Vereinigte Torah-Partei, Uri Lupolianski. (...)
Titan hat ebenfalls enge Verbindungen zu israelischen Interessengruppen
gehabt. Nach seiner Zeit als CIA-Direktor war James Woolsey als einer der
Titan-Direktoren tätig. Woolsey ist einer der Architekten der
amerikanischen Irak-Politik und der Hauptbefürworter und -lobbyist für
Achmad Chalabi vom Irakischen Nationalkongreß. Als Berater der
neokonservativen ‘Stiftung für die Verteidigung von Demokratien’,
des ‘Projekts für das Neue Amerikanische Jahrhundert’, des Zentrums für
Sicherheitspolitik, des Freedom House und des Komitees für die Befreiung
Iraks steht Woolsey Stephen Cambone nahe, dem Staatssekretär für
nachrichtendienstliche Informationen im Verteidigungsministerium, einer
Schlüsselfigur in der Befehlskette, der nicht nur über die von den
amerikanischen und israelischen Vernehmern im Irak praktizierten
Foltermethoden Bescheid gewußt, sondern diese auch genehmigt hätte.
Cambone war mit dem Projekt für das Neue Amerikanische Zeitalter liiert
und gilt als Mitglied der neo-konservativen „Kabale“ Rumsfelds im
Pentagon.“
„Eine
weitere Person, von der Insider des Pentagons annehmen, daß sie über die
Behandlung irakischer Gefangener unterrichtet war,“ schreibt Madsen,
„ist der Oberst der US-Armee Steven Bucci, Angehöriger der Green Berets
und Rumsfelds militärischer Assistent und ‚oberster Verkehrspolizist’
für den Informationsfluß zum Verteidigungsminister. Pentagon-Insidern
zufolge war Bucci einbezogen in die Führung einer speziellen Einheit für
verdeckte Operationen, die aus ehemaligem US-Sondereinsatzpersonal
gebildet wurde und die eher dem Befehl des Pentagons als der Abteilung für
Sondereinsätze der CIA folgte, deren eigener paramilitärischer Gruppe.
Die Pentagon-Gruppe wurde aus Kennern der arabischen Sprache und
ehemaligen Angehörigen der Green Berets und der Delta Force gebildet, die
im Irak, in Afghanistan, Iran, Pakistan und Usbekistan verdeckt
operierte.“
Sodann
stellt Madsen fest: „Ein anderer im Taguba-Report genannter
Titan-Mitarbeiter ist Adel L. Nakhla. Nakhla ist ein verbreiteter Name in
der Koptisch-christlichen Gemeinde Ägyptens, es ist jedoch nicht bekannt,
ob Adel Nakhla ein Ägypto-Amerikaner oder ein ägyptischer Staatsangehöriger
ist. Auf einen im Report identifizierten CACI-Mitarbeiter, Steven
Stephanowicz, wird in einer Anzahl von Artikeln über die Gefängnisübergriffe
als ‘Stefanowicz’ Bezug genommen. Stefanowicz ist die Schreibweise,
die Joe Ryan verwendet, ein weiterer CACI-Mitarbeiter, der mit Stefanowicz
Abu Ghoreib zugerechnet wird. Ryan ist eine Radio-Persönlichkeit bei KSTP,
einer konservativen Radiostation in Minneapolis; er unterhielt ein tägliche
Chronik seiner Aktivitäten im Irak auf der Website der Radiostation, bis
sie herausgenommen wurde. Ryan gab an, daß Stefanowicz (oder Stephanowicz)
seinen Verhörjob im Irak weiter behielt, obwohl General Taguba empfahl,
ihm seine Sicherheits-Unbedenklichkeits-bescheinigung zu entziehen und
wegen der Übergriffe in Abu Ghoreib zu kündigen.“ So weit Wayne Madsen.
In
der Washington Post (17. Juni) hat sich Glen Frankel mit dem
Thema Folter in Israel befaßt. Er schilderte u.a. den Fall von Anan
Labadeh, der im März 2003 festgenommen und längere Zeit in einem
israelischen Militärcamp festgehalten wurde. Es gebe, so zitiert er
Labadeh, einen wichtigen Unterschied zwischen Irak und Israel: „Die
Israelis haben Regeln und ihre Techniken, Gefangene zu brechen, sind
hochentwickelter. Was die Israelis tun, ist effektiver als Schläge. Drei
Tage ohne Nahrung und ohne Schlaf, und du bist bereit, ihnen alles zu
sagen.“ Frankel weiter: „Obwohl
die Offiziellen nicht das Wort ‘Folter’ benutzen, ist Israel
vielleicht die einzige Demokratie westlichen Zuschnitts, die zugegeben
hat, daß sie die Mißhandlungen von Gefangenen bei verhören
sanktioniert.“ Dafür seien sogar Richtlinien erlassen worden.
Zwar hatte Israelis Oberster Gerichtshof im September 1999 „alle Formen
körperlicher Mißhandlungen“ untersagt, „doch die Richter ließen
mehrere Schlupflöcher offen“. Und es wurden „neue Techniken“ eingeführt.
Frankel zitiert den Bericht des Antifolterkomitees für den Zeitraum
September 2001 bis April 2003, in dem „das Verweigern von Schlaf,
Fesselung, Schläge ins Gesicht, Stöße und Tritte, Das Aussetzen in
extremer Kälte und Hitze, Drohungen, Beleidigungen und die verlängerte
Haft unter unmenschlichen Bedingungen“ aufgeführt wurden (was daran ist
eigentlich „neu“? fragt man sich als Leser der Washington Post).
Schließlich wird in dem Artikel der israelisch-arabische Anwalt Habib
Labib zitiert: Die Entscheidung des Obersten Gerichts war ein „kurzer,
leuchtender Augenblick, der schnell schwand... Es ist wie mit so vielen
Dingen in diesem Land. Die Theorie ist das eine, aber unten laufen die
Dinge anders ab.“
Man
sollte ergänzen: Folter in Israel ist kein neues Thema, es ist nur ein
wenig in Vergessenheit geraten. Zur Erinnerung: Bereits 1977 enthüllte die britische Sunday Times in einer umfangreichen Dokumentation
Folterpraktiken des Schin Beth. 1978 beschrieb die Anwältin Felicia
Langer in ihrem Buch „Dies sind meine Brüder“ im Detail, wie ihre
Klienten gefoltert wurden. Felicia Langers Text wurde übrigens in
der DDR-Wochenzeitung Wochenpost - Nr. 48/1978 bis Nr. 12/1979 -
als Fortsetzungsserie veröffentlicht.
„Die
Mißhandlung palästinensischer Gefangener sei so verbreitet, daß sich
die israelische Regierung nicht einmal genötigt sehe, Gründe zu ihrer
Rechtfertigung vorzulegen,“ zitierte die Nachrichtenagentur AFP (24.
Mai) Noam Hoffstater von der israelischen Menschenrechtsgruppe B’Tselem.
„Die Sicherheitskräfte wüßten dabei einen großen Teil der Bevölkerung
hinter sich, meint Hoffstatter: ‘Mißhandlungen werden als
unvermeidliche Folge der Besatzung wahrgenommen. Die Armee fühlt sich
nicht gezwungen, dieses Thema anzusprechen.’ Eine umfassende und
kritische Medienberichterstattung wäre vonnöten, um die Bevölkerung im
In- und Ausland aufzuwecken, fordert Palästinenser-Minister Abdelrasek
mit Blick auf den Folter-Skandal im Irak. ‘Der Unterschied ist, daß der
Mißbrauch dort dokumentiert wurde. Wenn dieselben Bilder hier herauskämen,
würde das einen riesigen Einfluß haben.’ Shlomo Gasit, ein früherer
israelischer Geheimdienstchef, ist skeptisch. In 37 Besatzungsjahren hätten
israelische Soldaten, Polizisten und Siedler schon etliche Fälle von
Gewaltmißbrauch gegenüber Palästinensern aufgedeckt und angeprangert,
schrieb er in der Zeitung ‘Maariv’. Eine ‘entsprechende Reaktion’
der Medien sei so gut wie immer ausgeblieben.“
Dr.
Mustafa Barghouti, Generalsekretär der Palästinensischen Nationalen
Initiative, hat jetzt verlangt, nicht nur die Foltervorwürfe gegen das
amerikanischen Personal im Irak müßten untersucht werden, sondern
gleichfalls die andauernden Praktiken der israelischen
Inlands-Geheimpolizei Schin Beth. Für die Palästinenser seien „diese
Bilder von Personen mit über den Kopf gestülptem Sack oder nackt keine
Überraschung. Denn Zehntausenden von Palästinensern, die in israelischen
Gefängnissen waren, kommen mit diesen Bildern die Erinnerungen an die
eigene Folter wieder zurück. In vielen Fällen weist die Behandlung der
Irakis in Abu Ghraib eine auffallende Ähnlichkeit zu den israelischen
Foltermethoden auf.“ Gleichgültig, ob der Vorwurf zutreffe, daß
israelische Geheimdienstleute tatsächlich an der Ausbildung privater (Vertrags-)US-Sicherheitsleute
beteiligt waren, müsse die Welt zur Kenntnis nehmen, daß Folter in
Israel an der Tagesordnung ist. Es gehe nicht an, „daß die Handlungen
dieser amerikanischen Soldaten verurteilt und die systematischen
Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Palästinensern ignoriert
werden. Wie die USA erhebt Israel Anspruch auf die höchsten moralischen
Standards, doch anscheinend gibt es innerhalb der israelischen Streitkräfte
und der Regierung Elemente, für die Folter eine notwendige und akzeptable
Waffe ist. Die Weigerung der beiden Staaten, die Bedingungen des
internationalen Gerichtshofs anzunehmen, kann nur den weltweiten Verdacht
bestätigen, daß diese beiden Länder die Folter an Gefangenen
legitimieren wollen, ohne daß sie wegen dieser Mißhandlungen irgend wann
zur Rechenschaft gezogen werden.“ Ungeachtet der Entscheidung des
israelischen Obersten Gerichts vom 9. September 1999, eine Anzahl von
Foltertechniken zu verbieten, seien diese Methoden nie völlig
ungesetzlich geworden. „Statt dessen erlaubt das Gericht der Knesset
weiterhin, Gesetze zu erlassen, die dem Geheimdienst die Vollmacht gibt,
solche Methoden anzuwenden. Der Gerichtshof hält die Sicherheitsprobleme,
mit denen Israel sich konfrontiert sieht, als so gravierend an, daß er
dem Geheimdienst die Vollmacht für Folter gewährt. Die Entschuldigung
mit der sogenannten ‘tickenden Bombe’ läßt Israel freie Hand, die in
seiner Gewalt befindlichen Gefangenen, einschließlich Kinder, zu mißbrauchen.
Menschenrechtsgruppen behaupten, daß Folter in israelischen Gefängnissen
vermehrt und seit März 2002 systematischer angewandt worden ist. Die
Verletzungen der Genfer Konventionen gegen Folter ist jetzt alltäglich
geworden, nachdem das Militär über die besetzten Gebiete seine Macht
wieder voll ausübt. Die israelische Armee und Polizei erhalten auch
bedingungslosen Rückhalt vom Rechtssystem des Landes, indem die ‘Kultur
der Straflosigkeit’ ( für Folterer) in israelischen Gefängnissen
andauert. Das Öffentliche Komitee gegen Folter in Israel (PCATI) hat
herausgefunden, daß der israelische Oberstaatsanwalt jeden Fall von
Folter als notwendige Sicherheitsmaßnahme anerkannt hat. Der Oberste
Gerichtshof hat jede einzelne der 124 Petitionen, die von PCATI vorgelegt
wurden, zurückgewiesen...“
Mustafa
Barghouti schrieb weiter: „Die unbekümmerte Nichtachtung der
menschlichen Würde und des internationalen Gesetzes innerhalb der
israelischen Armee und Polizei ist genau so atemberaubend wie
verabscheuungswürdig. (...) Mehr als 7000 palästinensische Gefangene
sind zur Zeit in israelischen Gefängnissen, viele von ihnen ohne Anklage
und Gerichtsverhandlung. Die meisten werden einen gewissen Grad an Folter
vor ihrer Entlassung durchleiden müssen. Es ist erschreckend, feststellen
zu müssen, daß rund 650 000 Palästinenser seit 1967 eine Zeit in
israelischen Gefängnissen verbracht haben, also die meisten männlichen
Erwachsenen. Das heißt, daß fast jeder zweite palästinensische
Erwachsene schon hinter Gefängnismauern saß. (...) Damit endlich die
israelische barbarische Behandlung seiner palästinensischen Gefangenen
enthüllt und verurteilt wird, fehlen allein die fotografischen Beweise.
Das ist der einzige Unterschied zwischen den beiden Fällen. Doch das
Gewicht der Beweise gegen Israel durch die Zeugnisse früherer Gefangenen
und die Nachforschungen durch Menschenrechts-Organisationen ist erdrückend.
Es genügt nicht, die Aktionen der amerikanischen Soldaten in den
irakischen Gefängnissen zu verurteilen, während Tausende von Palästinensern
weiter unter Israels Folterpraktiken leiden. Auch das muß enthüllt
werden.“ (Der von Ellen Rohlfs übersetzte Artikel Mustafa
Barghoutis erschien in Junge Welt am 16. Juni). |