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Alfred
Klahr, *16.9.1904 Wien, + Juli 1944 (erschossen); Dr.rer.pol., studierte
an der Universität Wien Nationalökonomie und Staatswiss. War Redakteur
der „Roten Fahne“ (Wien). Nach 1934 Mitglied des Zentralkomitees der
KPÖ. Mitte der 30er Jahre Lehrer an der Internationalen Leninschule in
Moskau. 1937 legte er (unter dem Pseudonym „Rudolf“)mit seiner
wissenschaftlichen Arbeit den Grundstein für eine marxistische Theorie
der österreichischen Nation („Zur nationalen Frage in Österreich“).
Ging 1938 nach Paris, von dort nach Belgien, wo er im Widerstand tätig
war. Nach der Besetzung Belgiens (Mai 1940) wurde er verhaftet und ins
französische Anhaltelager St. Cyprien eingeliefert. Von dort geflohen,
gelangte er in die Schweiz (unter dem Pseudonym Lokmanis), wo er in Zürich
verhaftet und an Frankreich, und von diesem an die Gestapo ausgeliefert
wurde, die ihn 1942 ins KZ Auschwitz transportierte. Im Juni 1944 wurde
seine Flucht von dort organisiert, die ihn nach Warschau führte, wo er
von der SS erschossen wurde.
Nach
ihm ist die ALFRED KLAHR GESELLSCHAFT benannt, deren Tätigkeit darin
besteht, die Archiv- und Bibliotheksbestände der KPÖ zu verwahren, zu
verwalten und wissenschaftlich zu erschließen, mit dem Ziel, sie als
ein nationales Kulturgut zu sichern.
Adresse:
1140 Wien, Drechslerg. 42.; Tel. Nr. 982 10 86; e-mail:
klahr.gesellschaft@aon.at
Werke:
Das Verhältnis von Parlament u. Regierung in parlamentarischen
Republiken, Phil.Diss. Wien 1928; Zur nationalen Frage in Österreich,
in: „Weg und Ziel“ 1937.
Literatur:
Heinrich Fritz, Stationen meines Lebens, Wien 1990; Alfred Klahr.
Zur österreichischen Nation, Wien 1994; Wolfgang Häusler, Wege zur österreichischen
Nation. Beitrag der KPÖ und der Legitimisten zum Selbstverständnis Österreichs
vor 1938, in: Die Alfred Klahr Gesellschaft und ihr Archiv – Beiträge
zur österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, Wien 2000. |