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12.
Februar 1934:
Östereichs
Arbeiter erheben sich zum Kampf mit der Waffe gegen den Faschismus
Quelle:
Kominform
11. Febr. 2005

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Georgi
Dimitrow an die Februarkämpfer:
„Nein,
nicht der bewaffnete Kampf der österreichischen Arbeiterklasse
war ein Fehler. Der Fehler Bestand darin, dass dieser Kampf
nicht organisiert war und nicht auf revolutionäre,
bolschewistische Weise geführt wurde. ... Euer bewaffnete Kampf
war dem Wesen nach ein Kampf um die Wiederherstellung der von
Dollfuß gebrochenen Verfassung. Er ist nicht über diesen
Rahmen hinausgegangen...“ |
Beiliegend ein Beitrag von Hannes
Fellner vom 15. Februar 2002 anlässlich einer Gedenkveranstaltung der
KPÖ-Liesing
Liebe
Genossinnen und Genossen,
dieser
12. Februar 1934, an dem sich die bewusstesten Teile der österreichischen
Arbeiterklasse bewaffnet gegen die Errichtung der offen terroristischen
Herrschaft des Monopolkapitals zur Wehr setzten, stellt einen
Knotenpunkt in der Geschichte des Klassenkampfes der österreichischen
und internationalen Arbeiterklasse, der Entwicklung der österreichischen
Arbeiterbewegung sowie unserer Partei dar.
Um
die Februarkämpfe und die Niederlage des österreichischen Proletariats
verstehbar und für die heutigen Bedingungen des Klassenkampfes nutzbar
zu machen, ist es notwendig, sich mit ihrer Vorgeschichte sowie ihren
Folgen zu befassen, sie historisch einzuordnen und Verallgemeinerungen
aus den positiven sowie den negativen Erfahrungen zu ziehen.
Die
Vorgeschichte des 12. Februar beginnt im Jahre 1918. Der Widerhall der
Großen Sozialistischen Oktober Revolution war in der österreichisch-ungarischen
Monarchie, die direkt an Russland grenzte, besonders groß. Die Arbeiter
Österreich-Ungarns forderten, mit den Ausbeutern „russisch“ zu
reden. Da und dort setzte man diese Forderung in die Tat um. Die
Monarchie brach zusammen, Österreich-Ungarn zerfiel in seine nationalen
Bestandteile. Doch die in der österreichischen Geschichte wohl günstigste
Situation für die Errichtung der Arbeitermacht ging ungenützt vorüber,
weil keine revolutionäre Partei existierte, welche die Führung im
Kampf hätte übernehmen können. Die Führung der sozialdemokratischen
Partei, welche die Zukunft der deutschsprachigen Gebiete in einem Großdeutschland
sah, strebte eine bürgerlich-demokratische Republik an, verhandelte mit
Vertretern von Krone, Kirche und Kapital, während unzählige Arbeiter
in den Betrieben die Errichtung der Diktatur des Proletariats forderten.
Wenige
Monate nach der Gründung der Kommunistischen Partei am 3. November
1918, fanden trotz Diffamierungen von Seiten der Sozialdemokratie
Zehntausende Arbeiter den Weg in die Reihen der KPÖ, die zu einem
bedeutenden Faktor in der sich entfaltenden Rätebewegung wurde. Aber
statt eine sozialistischen Räterepublik wie in Ungarn, Bayern und
anderen Teilen Deutschlands zu errichten, trugen Otto Bauer und
Konsorten, indem sie die revolutionäre Begeisterung der Massen
bremsten, zur Errichtung einer bürgerlich-parlamentarischen Demokratie
bei, in der sich die Bourgeoisie ungehindert
wieder
zur herrschenden Klasse aufschwingen konnte. In den 20er Jahren wurde
Zug um Zug der politische Einfluss der Arbeiterklasse zurückgedrängt.
Die junge KPÖ, der es an ideologischer Klarheit und politischer
Erfahrung mangelte, war nicht in der Lage diese Entwicklung aufzuhalten,
und verlor den Großteil ihrer Mitglieder.
Während
die Sozialdemokraten in den 1920er Jahren noch stolz auf ihre
Wahlerfolge hinwiesen, rüstete die kapitalistische Reaktion schon zu
weiteren Schlägen, mit denen schließlich alle bürgerlich-demokratischen
Einrichtungen beseitigt werden sollten. Im Juli 1927 begann sich die
sozialdemokratische Vorstellung vom friedlichen Hinüberwachsen in den
Sozialismus entgültig als Illusion zu erweisen.
Mit
dem Freispruch der Arbeitermörder von Schattendorf und der blutigen
Niederschlagung der darauffolgenden Massendemonstrationen lieferte der
15. Juli 1927 der Reaktion den Beweis, dass es möglich war die sozialen
und politischen Errungenschaften der Arbeiterklasse zu beseitigen,
„den revolutionären Schutt wegzuräumen“, wie dies der
christlichsoziale Bundeskanzler Prälat Ignaz Seipel bildhaft
formulierte. Insofern stellt dieses Ereignis einen Einschnitt in der
Geschichte der ersten Republik dar. Von nun an gingen die faschistischen
Kräfte in die Offensive.
Beim
Begräbnis der Opfer warnte der KPÖ-Vorsitzende Johann Koplenig:
„Der
Faschismus marschiert. Er rüstet, ermutigt durch die Juliniederlage der
Arbeiterschaft, zu neuen Morden. Die österreichische Arbeiterschaft ist
nicht geschlagen, wenn sie die richtigen Lehren zieht und ihren Weg ändert.“
Die
Führung der Sozialdemokratie änderte ihren Weg nicht, zog keine Lehren
aus den Ereignissen des 1927er Jahres, im Gegenteil. Zwar verkündeten
ihre Führer, die Sozialdemokratie werde der Reaktion mit Mitteln der
Diktatur entgegentreten, die Sozialdemokraten stünden Gewehr bei Fuß,
bereit die Diktatur des Proletariats zu errichten sollten die
Kapitalisten weiter gegen die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten
vorgehen, sollten sie die Demokratie beseitigen wollen. Doch die
Sozialdemokratie wich immer weiter zurück, lehnte eine von der KPÖ
vorgeschlagene Einheitsfrontpolitik stets ab und nahm die
Faschisierungsschritte fast widerstandslos hin.
Als
das Parlament im März 1933 de facto aufgelöst wurde, gelang es der SPÖ,
die Massen, denen es um den Erhalt der bürgerlichen Demokratie ging,
vom Kampf abzuhalten, indem sie abwiegelte, beschwichtigte und keinerlei
Kampfesbereitschaft signalisierte.
Das
Verbot des Schutzbundes, der meisten Arbeiterorganisationen sowie der KPÖ
wurde
völlig
kampflos hingenommen.
Als
die faschistischen Kräfte im Februar 1934 eine weitere Provokation
gegen die österreichische Arbeiterbewegung setzten und die revolutionären
Massen sich militärisch zu Wehr setzten, zeitigte die klassenverräterische
Politik der Sozialdemokratie trotz heldenhaften Kampfes zig-tausender
Arbeiter ihre Folgen. Trotz militärisch äußerst günstiger
Ausgangsbedingungen erlitt der Schutzbund wegen der selbstmörderischen
Defensive eines Großteils seiner Führer im Kampf eine Niederlage.
Georgi
Dimitroff schrieb in seinem Brief an die österreichischen Arbeiter:
„Nein,
nicht der bewaffnete Kampf der österreichischen Arbeiterklasse war ein
Fehler. Der Fehler Bestand darin, dass dieser Kampf nicht organisiert
war und nicht auf revolutionäre, bolschewistische Weise geführt wurde.
... Euer bewaffnete Kampf war dem Wesen nach ein Kampf um die
Wiederherstellung der von Dollfuß gebrochenen Verfassung. Er ist nicht
über diesen Rahmen hinausgegangen...“
Die
Kommunistinnen und Kommunisten haben im Februar 1934 wie schon in den
Jahren davor entschlossen und heldenhaft gekämpft. Im Anschluss an die
bitteren Erfahrungen der Februarkämpfe 1934 war es eine hervorragende
Leistung der KPÖ in den folgenden Monaten und Jahren, die klassenkämpferischen
Teile der österreichischen Arbeiterklasse zu organisieren. Das konnte
allerdings an der historischen Niederlage nichts mehr ändern und die österreichischen
Austrofaschisten lieferten binnen weniger Jahre ihren maroden Staat dem
deutschen Kapital und Nazifaschismus aus.
Die
revolutionären Teile der österreichischen Arbeiterbewegung hatten in
den 1930er Jahren die Gefahr des deutschnationalen Nazifaschismus in Österreich
unterschätzt. Doch während die Revolutionären Sozialisten die österreichische
Nation bis Mitte der 40er Jahre leugneten und damit der Nazipropaganda
auch in den Reihen der Arbeiterklasse Vorschub leisteten, entwickelte
die KPÖ (unter Federführung von Alfred Klahr in Übereinstimmung mit
der KomIntern) um 1936 die Frage der österreichischen Nation
theoretisch und schuf eine politische Linie für den Kampf um ein
antifaschistisch-demokratisches Österreich.
Die
heldenhaften Kämpfer und Kämpferinnen des 12. Februar 1934 legten aber
auch den Grundstein für den Kampf der Interbrigadisten gegen die
spanischen Faschisten und jene Partisaneneinheiten, die einen
gewichtigen Beitrag für die Befreiung Österreichs vom Nazifaschismus
leisteten.
Auch
wenn heute in Österreich keine unmittelbare Gefahr eines faschistischen
Putsches besteht, müssen wir die wichtigste Lehre aus den Februarkämpfen
1934 beherzigen: Ohne bewussten, offensiven Kampf der entschlossensten
und klassenbewusstesten Teile der Arbeiterklasse wird uns der
Klassenfeind Niederlage um Niederlage zufügen, wird der Sieg über den
Faschismus nie ein endgültiger sein.
Ehre
dem Andenken der Februarkämpferinnen und Februarkäpfer!
Garscha
und Hautmann schrieben in ihrem Buch über den Februar 1934:
„Als
ein wichtiges Glied in der Kette des Abwehrkampfes der Arbeiterklasse
gegen die Offensive des Faschismus auf die demokratischen Rechte und die
Freiheit der Völker wird der Februar 1934 für immer ein Ruhmesblatt in
der Geschichte der österreichischen und internationalen
Arbeiterbewegung bleiben. Er stellt unter Beweis, dass die österreichische
Arbeiterklasse große revolutionäre Traditionen besitzt, die heute, im
Zeichen der in diesem Land herrschenden 'Sozialpartnerschaft' und der
von ihr ausgehenden geistigen Atmosphäre, nur allzu leicht vergessen
werden.“
Bedauerlicherweise
auch von unserer eigenen Parteiführung.
So
äußerte sich Walter Baier dieser Tage in einer Presseaussendung zwar
über den Villacher Fasching, über den heldenhaften Kampf unserer
Genossinnen und Genossen herrschte von Seiten der Weyringergasse zum
Himmel schreiendes Schweigen.
Wer
innerhalb unserer Partei die Interessen der Arbeiterklasse verrät, wer
auf unsere revolutionäres Erbe spuckt, wer mit unseren heldenhaften
Traditionen bricht, der hat aufrechte Kommunistinnen und Kommunisten
gegen sich, der muss und wird dort landen, wo er hingehört, auf dem Müllhaufen
der Geschichte.
Wie
schrieb Bert Brecht so schön:
„Und
was immer ich auch noch lerne,
das bleibt das Einmaleins:
Nichts habe ich jemals gemeinsam
mit der Sache des Klassenfeinds.“
Für
eine leninistische Erneuerung der KPÖ!
ROTFRONT!
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