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Der
Skandal
1992
werden die DDR-Ehrungen für Bersarin rückgängig gemacht und er wird
aus der Ehrenbürgerliste Berlins gelöscht. Ein anderer General aber
wird immer noch in der Ehrenbürgerliste geführt – er stand
allerdings in der Westberliner Ehrenbürgerliste: Hitlers Steigbügelhalter
Paul von Beneckendorff und von Hindenburg
ziert ununterbrochen seit 1933 die Ehrenbürgerliste von Berlin. Diese Würde
bekam er 1933 gemeinsam mit Adolf Hitler verliehen. Der wurde allerdings
gelöscht.
Die
Gründe, warum General Bersarin nicht Berliner Ehrenbürger bleiben
durfte, werden wohl gewesen sein, dass ein sowjetischer General nicht ins
antikommunistische Bild der Regierenden der BRD passte. Die wollten
brutale Frauenvergewaltiger haben. Ein sowjetischer Soldat aber, der sich um die
Menschen des besetzten Berlin kümmerte, der ihnen half, die Folgen des
Krieges zu überwinden, passt nicht ins Schema, das die Propaganda uns
einzuhämmern versucht.
Jedoch
Bersarins Verdienste sind nicht zu verheimlichen. Dazu trug auch bei,
dass das Museum in Berlin-Karlshorst, dem ehemaligen Hauptquartier der
Roten Armee, Bersarin eine Sonderausstellung widmete. Damit wurde
offenkundig, was dieser Soldat und Kommunist für die Menschen Berlins
getan hat. 2003 wurde er dann erneut in die Ehrenbürgerliste
aufgenommen. Ob er gewollt hätte, mit einen Hindenburg zusammen diese
Ehrung zu haben?
Nur
seine Pflicht getan?
Die
Gegner der Wiederernennung Generals Bersarins zum Ehrenbürger aus der
Berliner Landespolitik, v.a. aus der CDU, wagten zwar nicht, Bersarins
Verdienste in Abrede zu stellen, meinten aber, er habe nur seine Pflicht
erfüllt.
Damit
könnten sie sogar Recht haben, wenn auch anders, als sie meinen.
-
Genosse Bersarin tat „nur“ seine Pflicht, seine Pflicht als Bürger
der Sowjetunion, deren damaliger Führer J. W. Stalin am 22. Februar
1942, als die Nazitruppen vor Moskau standen, sagte:
„Es
wäre aber lächerlich, die Hitlerclique mit dem deutschen Volke, mit
dem deutschen Staate gleichzusetzen. Die Erfahrungen der Geschichte
besagen, dass die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der
deutsche Staat bleibt.
Die
Stärke der Roten Armee besteht endlich darin, dass sie keinen
Rassenhass gegen andere Völker, auch nicht gegen das deutsche Volk,
hegt und hegen kann, dass sie im Geiste der Gleichberechtigung aller Völker
und Rassen, im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen
ist.“
In
diesem Sinne handelte Bersarfin - er und die Rote Armee handelten in diesem
Sinne. Also erfüllte er „nur“ seine Pflicht.
-
Genosse Bersarin tat „nur“ seine Pflicht, seine
internationalistische Pflicht als Kommunist. Er konnte und wollte dazu
beitragen, dass in dem Lande, aus dem Karl Marx und Friedrich Engels
stammen, möglichst schnell die Folgen der Hitlerbarbarei überwunden
werden. Er handelte dabei im Sinne seiner Partei, der Kommunistischen
Partei der Sowjetunion, der Partei Lenins und Stalins.
Die
entsetzlichen Verbrechen, die die deutschen Faschisten in der
Sowjetunion begingen, konnten und sollten nicht mit Gleichem vergolten
werden. das wusste er und das war Linie seiner Partei.
Auch
nicht, das unsägliche Leid, das die Belagerung seiner Heimatstadt
Leningrad (September 1941 bis Januar
1944) über die Einwohner der Stadt an der Newa gebracht hat - die Toten
der Kämpfe, die Verhungerten und Erfrorenen durch die Folgen der
Belagerung.
In
Leningrad starben bis zu 1 Million Menschen. Die Hungersnot durch die
Belagerung war so entsetzlich, dass neben Hunden, Katzen, Baumrinde, Sägemehl
sogar Ratten als Nahung dienen mussten.
Die
Rote Armee hat dies nicht mit Gleichem vergolten. Daher erfüllte
Genosse Bersarin „nur“ seine Pflicht.
Biografie
eines Kommunisten und Generals
Nikolai
Erastowitsch Bersarin wird am 1. April 1904 in St. Petersburg (später
Leningrad) als Sohn eines Schlossers geboren.
Im
Alter von 10 Jahren beginnt er eine Buchbinderlehre und tritt im Alter
von 14 Jahren 1918 in die Rote Armee ein.
Bersarin
nimmt teil an den Kämpfen gegen die britischen Interventionstruppen und
am Kampf gegen die Weißgardisten, die die junge Sowjetmacht zu Fall
bringen wollen.
1923
wird er als Kommandeur auf eigenem Wunsch nach Sibirien versetzt.
1926
Eintritt in die Kommunistische Partei der Sowjetunion.
1938
versucht die Achsenmacht Japan im Gebiet des Chassan-Sees einen
Grenzzwischenfall zu provozieren. Bersarins 32. Schützendivision hat
bedeutenden Anteil bei der Abwehr der Aggressoren. Bersarin erhält von
Stalin den Rotbannerorden der Sowjetunion verliehen.
Nach
dem Überfall Hitler-Deutschlands auf die UdSSR nimmt Bersarin am Kampf
gegen den Faschismus teil und wird 1943 schwer verwundet.
Mai
1944
Ernennung zum
Oberbefehlshaber der 5. Stoßarmee.
August:
Bersarins Truppen durchbrechen die deutsche Linie am Djnestr. Er erhält
dafür den Leninorden und wird zum Generaloberst befördert
Unter
Schukow und Bersarin befreit die Rote Armee Polen und dringt bis Berlin
vor.
Am
22. April 1945 erreicht
Bersarins 5. Stoßarmee den Berliner S-Bahn-Ring und das östliche
Spreeufer.
Am
24. April 1945 wird Bersarin Stadtkommandant von Berlin.
16.
Juni 1945 Bersarin stirbt bei einem Motorradunfall in Berlin.
G.A.
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