Aus der Geschichte der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Arbeiterbewegung?

Gabs die denn überhaupt?

21. August 1903 in der sächsischen Industriestadt Crimmitschau treten die Textilarbeiter in den Streik.

von Günter Ackermann

Fast 50 % von der Streikenden waren Frauen. Die Textilbarone waren stinkreich, die Branche florierte, neue Techniken  waren eingeführt, die die Arbeitsbelastung noch mehr erhöhten.

Wer schon einmal in einem Websaal war, weiß wie schlimm die Arbeitsbedingungen sind: ohrenbetäubender Lärm von Hunderten von Webstühlen, Hitze – im Sommer bis zu 70 Grad – und Staub. Sie arbeiteten unter diesen Bedingungen zwölf Stunden. Aber jetzt reichte es ihnen. Sie forderten eine Lohnerhöhung von 14% und den Zehn-Stunden-Tag.

Fast 5 Monate dauerte ihr Streik. Überall schlug ihnen eine Welle der Solidarität der Arbeiter entgegen, überall sammelten sie Geld, über eine Million Mark kamen aus Arbeitergroschen zusammen.

Die Kapitalisten setzten Streikbrecher ein, die Staatsmacht Polizei, der Ausnahmezustand wurde ausgerufen, die Kampfmoral der Streikenden brachen sie nicht.

Das zu erreichen blieb einen der vermeintlich Ihren überlassen: Der Vorsitzende des Textilarbeiterverbandes - ein rechter Sozialdemokrat - erklärte einseitig den Streik als beendet. Die Textilindustrie sei in Gefahr, sagte er. Das war offensichtlich ein Vorgänger von Klaus Zwickel.

Der Streik ging verloren durch Verrat, aber der Streik ist im Bewusstsein der Menschen geblieben.

Zu DDR-Zeiten gab es eine Gedenkstätte - die wurde in den 90er Jahren geschlossen. Die Textilindustrie wurde nach 1990 abgewickelt. Es gibt noch ein Textilmuseum. Eine interessante Einrichtung, mit Exponaten aus der Textilindustrie, wie Webstühle und anderes.

Der Streik kommt darin nicht vor. „Dafür interessiert sich niemand.“ Ist die Begründung der Direkrorin.

Nun, der WDR interessierte sich in seiner Sendung ZeitZeichen am 21. August 2003 - wenn auch im 5. Programm – dafür. Das, was ihr unten steht, stellte er ins Internet, es ist aber nur ein Auszug, stark abgeschwächt, der Sendung.

Die Geschichte der Arbeiterbewegung soll ausgelöscht werden. Das passt nicht ins Konzept der Regierenden. Überall im Osten ist das so (im Westen war’s schon länger üblich). Im Tivoli in Erfurt ist die Tafel, dass hier der Erfurter Parteitag der SPD stattfand, wo das letzte revolutionäre Programm der SPD beschlossen wurde, verschwunden. Wenige hundert Meter weiter stand das Geburtshaus von Willi Münzenberg, der Freund Lenins, Gründer der Roten Hilfe, Chef eines kommunistischen Presseimperiums, Organisator des Braunbuchs über den Reichstagsbrand und des Schriftstellerkongresses gegen Faschismus und Krieg 1934 in Paris. Münzenberg organisierte auch die Rekrutierung der Interbrigaden im Kampf gegen Franco in Spanien. Eine Gedenktafel an dieser Stelle gibt es zwar, aber Münzenberg war lt. Tafel Publizist, Gegner Hitlers und Stalins. Dass er Kommunist war, verschweigt man schamhaft.

Ähnlich der kommunistische Widerstand gegen Hitler. Ich besuchte vor einigen Jahren die Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen. Lt. Text des Fremdenführers war das KZ von den Nazis für religiös und rassisch Verfolgte eingerichtet worden. Erst unser energischer Protest, es seinen ja wohl vor allem Menschen aus der Arbeiterbewegung inhaftiert worden, führte dazu, dass der Fremdenführer zugab, seinen Instruktionen nach müsse er so reden, aber wir hätten Recht. Im Museum lag in einer Vitrine eine Häftlingsuniform mit einem roten Winkel, also eines politischen Häftlings. Aber lt. Beschriftung war es die eines jüdischen Inhaftierten. Warum diese Lüge? Natürlich waren in Sachsenhaus auch massenhaft jüdische Häftlinge, das ist unbestritten, aber politische, v.a. Kommunisten, nicht minder.

Ähnlich auch in Buchenwald. Da werden handwerkliche Arbeiten von Häftlingen neben die ihrer SS-Mörder ausgestellt – vollkommen wertneutral. Es gab in DDR-Zeiten die „Liebhabereien“ der Frau des Kommandeurs Koch, Ilse Koch, zu sehen. Die liebte es, schön tätowierte Häftlinge ermorden, ihre Haut gerben und diese dann zu Lampenschirmen und Taschen verarbeiten zu lassen. Die sind verschwunden. Begründung: Das könne man den Besuchern nicht zumuten. Auch die Selbstbefreiung des Lagers wird geleugnet.

Emil Carlebach, der 2001 verstorbene ehemalige kommunistische Häftling des KZ-Buchenwald, fuhr anlässlich einer Gedenkfeier im KZ, bei der der Ministerpräsident Thüringens Vogel die Selbstbefreiung leugnete, diesen an: „Sie lügen, Herr Ministerpräsident!“

Ja, sie lügen, sie vertuschen, sie wollen die Spuren der Arbeiterbewegung aus dem Bewusstsein tilgen.

Es wäre auch eine Katastrophe für die Herrschenden, wenn sich die Arbeiter Deutschlands ihrer Kraft bewusst würden, sich revolutionäre organisierten, sich den Machenschaften der Bourgeoisie widersetzten und eines Tages womöglich die Machtfrage stellten.

Das greifen die Herrschenden lieber zu einem probaten Mittel: Lüge, Verschweigen und Entstellen.

Sie werden kein Glück haben letztlich!

siehe auch:

http://www.frankenhausen-pleisse.de/

21. August 1903
Beginn der Streiks der Crimmitschauer Textilarbeiter

Rechte: WDRAm 21. August 1903 legten etwa 8000 Textilarbeiter im sächsischen Crimmitschau ihre Arbeit nieder. Sie forderten eine vierzehnprozentige Lohnerhöhung und die Einführung des Zehnstundentags. Die Unternehmer versuchten alles, um den Streik beizulegen: Sie heuerten Streikbrecher von außerhalb an, nahmen Massenentlassungen vor, versuchten, die Arbeiter zu spalten. Als die Staatsgewalt den Ausnahmezustand ausrief und Polizeieinsätze gegen die Streikenden organisierte, wuchs die Solidarität der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung. Über eine Million Mark wurden für die Crimmitschauer Textilarbeiter gesammelt. Erst die Initiative hoher Gewerkschaftsführer brachte sie nach vier Monaten dazu, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Der Massenstreik endete erfolglos, aber für die Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung hatte er eine besondere Bedeutung.

Redaktion: Silvia Wiegand

 

aus: 

logo

Helden

Vor 100 Jahren begann in Crimmitschau der bis dahin groesste Arbeitskampf im Kaiserreich

Katharina Rosskopf

Am 22. August 1903 traten im saechsischen Crimmitschau etwa 8000 Textilarbeiter in den Streik, mehrheitlich Frauen. Es war die fuenfte Arbeitsniederlegung seit 1882. Die Industriestadt galt als Hochburg der deutschen Arbeiterbewegung. Nach 22 Wochen gaben die Streikenden ergebnislos auf. Neben einer Lohnerhoehung hatten sie den Zehnstundentag gefordert.

Proletarische Grossfamilien lebten zu dieser Zeit nicht selten in Ein- oder Zweizimmerwohnungen. Da beide Elternteile taeglich oft laenger als elf Stunden arbeiteten, wuchsen viele Kinder getrennt von ihnen auf. Mit den geforderten zehn Prozent Lohnerhoehung sollten Ernaehrung und Krankenversorgung sichergestellt werden (der Durchschnittslohn betrug fuer Maenner etwa 15, fuer Frauen etwa acht Mark die Woche ­ wie heute gab es ein deutliches Ost-West-Gefaelle). Effizientere Maschinen verlangten immer hoehere Aufmerksamkeit. Eine Arbeitszeitverkuerzung haette nicht zuletzt die Anzahl der Arbeitsunfaelle verringert, die auf Uebermuedung zurueckgingen.

gesamten Artikel lesen: 

http://www.jungewelt.de/2003/08-22/021.php

zurück

 

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!