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100.
Geburtstag
Enver
Hoxha
16.
Oktober 1908 bis
11. April 1985
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
16. Oktober 2008 – Enver Hoxha, geboren am 16. Oktober 1908 in
Gjirokastra im Süden Albaniens. Er studierte in Brüssel Jura. Dort
arbeitete er als Sekretär im albanischen Konsulat. In Frankreich und
Belgien. Dabei kam er Kontakt zur kommunistischen Bewegung und schloss
sich ihr an.
Als
er nach Albanien zurück kehrte, arbeitete er in der Stadt Korça als
Französischlehrer, bekam aber 1939 Berufsverbot. Er erarbeitete sich
seinen Lebensunterhalt als Tabakwarenhändler in Tirana.
1941
gehörter er zu den Gründern der Kommunistischen Partei Albaniens (ab
1948 Partei der Arbeit Albaniens), deren Vorsitzender er 1943 wurde.
Am
11. Januar 1946 proklamierte er die Volksrepublik Albanien.
Die
albanischen Kommunisten widerstanden den Verssuchen Titos Albanien zum
Anschluss an Jugoslawien zu bewegen. Später, als Tito als offener Verräter
auftrat, stand die albanische Partei fest hinter der
marxistisch-leninistischen Linie der KPdSU unter J.W. Stalin.
Ich
war 1967 das erste Mal auf Einladung der albanischen Partei in der
VR-Albanien. Damals bauten die Albaner verstärkt ihre Wirtschaft,
insbesondere ihre Energiewirtschaft und das eISENBAHNWESEN; auf. Ziel war, das gesamte durch
schroffe Berge zerklüftete Land mit elektrischem Strom zu versorgen,
folglich war der Aufbau von Kraftwerken besonders wichtig – vor allem
Wasserkraftwerke. Eines, das Wasserkraftwerk „Lenin“ in
den Dajti-Bergen (1966 m
ü. NN) bei Tirana, konnte ich besuchen. Damals bauten die Menschen die
erste Eisenbahn des Landes, von Durres an der Adria nicht Fieri eine
Industriestadt in Mittelalbanien. Der Bau wurde vom Jugendverband
geleistet, er warb die Bauarbeiter – junge Männer und Frauen – aus
dem ganzen Land an, die hier gemeinsam die Eisenbahn bauten.
In
Fieri gab es eine neu errichtete Baumwollspinnerei und ein neu
errichtetes Petrochemisches Kombinat. Überhaupt blühte die albanische
Wirtschaft auf, die Menschen gingen voll Elan an den sozialistischen
Aufbau. Firi entwickelte sich aus einer winzigen Kleinstadt von ebenen
mal 2000 Einwohnern. Das Leben früher war dort extrem bedroht durch Malaria,
denn es lag in der Myzeqe-Ebene
mit seinen Sümpfen. Die Sümpfe wurden in der Volksrepublik Albanien
trocken gelegt und es entstand fruchtbares Ackerland, die Malaria
ausgerottet. In Fieri selbst entstand
die Industrie und aus einem Flecken wurde eine Stadt von 60.000
Einwohnern.
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Ergebnisse
des sozialistischen Aufbaus des albanischen Volkes:
heute
verkommen zu Ruinen.
Ein
ehemaliges Fabrikgebäude |
Im
Gegensatz zu heute. Die Wirtschaft verfällt, der einzige Großinvestor
ist die internationale organisierte Kriminalität, die Mafia, die hier
ihr Geld wäscht. Die Partei der Arbeit Albaniens und die damalige
Regierung der Volksrepublik Albanien
traten selbstbewusst auf und ließen sich nicht in die inneren
Angelegenheiten einmischen. Heute ist das Land eine Halbkolonie der EU.
So
wehrte sich die VR-Albanien zuerst gegen Jugoslawiens
Tito, der das kleine Land an Jugoslawien angliedern wollte. Dann die
revisionistische Führung der UdSSR unter Chruschtschow. Als einzige
regierende kommunistische Partei wandte sich die PAA sofort nach dem XX.
Parteitag der KPdSU gegen Chruschtschows Verunglimpfung Stalins. Und das
lange vor der Kommunistischen Partei Chinas, die erst 1964 ihre berühmte
Polemik über die Generallinie führte.
Albanien
war lange mit China verbündet. Als sich aber in China ebenfalls
revisionistische Tendenzen zeigen und vor allem, als die Chinesen ein
Krieg gegen Vietnam 1978 vom Zaun brach, trennte sich die PAA von der
chinesischen KP. Die chinesische Führung hatte den Krieg mit Vietnam deshalb vom
Zaun gebrochen, weil sie ihren Verbündeten Pol Pot entlasten wollten.
Nachdem der einen Völkermord am eigenen Volk durchgeführt hatte,
marschierte die vietnamesische Armee in Kambodscha ein und beendete das
Morden. Die albanische Partei nahm gegenüber dem Mörder Pol Pot eine
klare Haltung ein und verurteilte dessen Massenmord.
Was
mir bei meinen Besuchen besonders auffiel war, wie offen und freundlich
mir die Menschen gegenüber traten. Damals lebten noch viele, die die
italienische und später die deutsche faschistische Besetzung erlebt
hatten und gegen die Besatzer mit der Waffe in der Hand gekämpft
hatten. Wenn ich ein Dorf bessucchte, wurde ich zu den Bauern eingeladen
und wir redeten nicht nur über Politik und die Aufbauleistungen.
In
Fieri sprach ich mit einem Parteisekretär der PAA. Der war im Krieg bei
den Partisanen gewesen und fragte mich, warum die deutschen Soldaten bis
zur letzten Patrone gekämpft hatte, ja selbst in Gefangenschaft noch zu
den Nazis standen. Er sagte, die italienschen Soldaten hätten häufig,
gerieten sie in Gefangenschaft, sich den Partisanen angeschlossen und
hätten gegen die
Faschisten gekämpft. Deutsche gefangene Soldaten machten das nie. Ich
konnte es ihm nur unzureichend erklären.
Ein
anderes Beispiel aus Tirana: Am ersten Sonntag meines Besuches in
Albanien 1967 ging ich recht früh, vor dem Frühstück, in der Stadt
spazieren. Die Straßen waren, trotz der frühen Tageszeit – es war
gegen 8:00 Uhr – schon recht stark bevölkert. Und fast alle trugen
Maschinenpistolen oder andere Waffen. Am Mittag, beim Essen mit einem
Mitglied des Politbüros der Partei, fragte ich diesen nach dem Grund.
Er antwortete: „Sie gingen zu Schießübungen.“ Ich: „Wo haben sie
die Waffen?“ „Bei sich zu Hause“, war die Antwort. „Auch die
Munition?“ fragte ich. Er sagte: „Ja.“ Hier behauptet die
Propaganda, Enver Hoxha sei ein blutiger Tyrann an seinem Volk gewesen.
Lässt sich ein Volk in Waffen so einfach tyrannisieren? Das albanische
jedenfalls nicht.
Ich
muss etwas verwundert ausgesehen haben. Deshalb fügte er hinzu: „Ja,
das Volk ist bewaffnet, denn unser Land ist bedroht. Nur das Volk wird
uns vor einer Aggression bewahren können und unsere Partei, unter Führung
des Genossen Enver Hoxha, hat keine Angst vor seinem Volk, ganz im
Gegenteil.“
Genosse
Enver wäre heute 100 Jahre alt geworden. Er ist einer der großen
kommunistischen Führer des 20. Jahrhundert gewesen und ein Vorbild für jeden
Kommunisten. |