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Ernst
Thälmann:
„Für
uns gelten nicht die Interessen der Kapitalisten, sondern nur die der
Arbeiter!“
von
Herbert Polifka (KPD/ML
– Magdeburg (August 2004)
Am
18. August 1944 ermordeten die Faschisten heimtückisch Ernst Thälmann
im KZ Buchenwald. Sie fürchteten
Leute wie ihn. Dem Kampf für die Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung,
für den Kommunismus widmete Thälmann sein Leben. Zum Vorbild eines mit
der Arbeiterklasse eng verbundenen Arbeiterführers, eines unbeugsamen
Gegners des Imperialismus und Faschismus, wurde Teddy, wie ihn die
Arbeiterinnen und Arbeiter liebevoll nannten,
nur im Kampf. Er war der Typ, den Lenin einmal so beschrieb:
„Es müssen Leute ausgebildet werden, die der Revolution nicht nur
ihre freien Abende, sondern ihr ganzes Leben widmen... Die Führer der
Arbeiter sind keine Engel, keine Heiligen, keine Heroen, sondern
Menschen wie alle“.
Ganz
und gar trifft das auf Thälmann zu. Unter Arbeitern aufgewachsen, blieb
er auch Arbeiter, als er an der Spitze einer großen kommunistischen
Partei stand. Schon gar nicht war er ein Wunderkind, dem schon in der
Wiege gesungen worden wäre, zum Parteiführer seiner Klasse berufen zu
sein.
Mit
der Machtübertragung an Hitler setzte der blutige offene Terror gegen
die Arbeiterbewegung und die KPD ein. Nach der Verhaftung Thälmanns am
3.März 1933 wurde am 14. März die KPD offiziell verboten. Trotz
grausamer Misshandlungen blieb er standhaft und unbeugsam, wurde zum
Symbol des Widerstandes gegen das faschistische Regime. „Sei
standhaft wie Thälmann!“ - das wurde im antifaschistischen Kampf
während des Hitlerregimes zum geflügelten Wort. Die Faschisten selbst
fürchteten Thälmann, ließen ihn nie wieder frei. Nach über ein
Jahrzehnt Kerkerhaft wurde Thälmann am 18.August 1944 heimtückisch von
den Faschisten umgebracht. Sie haben Thälmann ermordet, aber aus den
Kampfreihen des Proletariats konnten sie ihn nicht reißen. Die
Zerschlagung des Hitlerfaschismus, die hauptsächlich das Werk der Roten
Armee war, eröffnete in der sowjetischen Besatzungszone, der
Arbeiterklasse die Möglichkeit eines demokratischen, antifaschistischen
Neubeginns und späterhin einen sozialistischen Entwicklungsweg. Die
Errichtung der DDR, verkörperte in jener Zeit die Hoffnung des
deutschen Proletariats.
Der
faschistische Terror hatte große Lücken in die Reihen der
Arbeiterschaft gerissen; gerade seine zielklarsten und erprobtesten Führer
hatte das Proletariat verloren. Der Klassenkampf, der in der DDR in
allen gesellschaftlichen Bereichen stattfand, insbesondere in der
Partei, verschärfte sich. Revisionistische Elemente um Ulbricht,
Grotewohl, Honecker und Konsorten gewannen im Laufe der 50iger Jahre an
Einfluss. Da die Klassenverhältnisse im Sozialismus gesetzmäßig bürokratische
Tendenzen hervorbringen, erhielten revisionistische Kräfte in der
Partei einen günstigen Nährboden. Leute wie Ulbricht oder Honecker
konnten sich keine Zukunft vorstellen, in der nicht alle
gesellschaftlichen Entscheidungen in ihren Händen monopolisiert sein
sollten. Sie bauten ihre Privilegien aus, förderten Bürokratismus,
Spießertum...
Immer
offensichtlicher wurden die Entartungserscheinungen in der Gesellschaft.
Wort und Tat, Theorie und Praxis, die Kluft wurde ständig größer.
Bereits Ende der Fünfziger Jahre wurde der Sozialismus durch die
Revisionisten beseitigt. Äußerlich behielt die Gesellschaft jedoch
bis zum Schluss ihre sozialistische Hülle bei. (Ein Grund dafür,
dass noch heute viele Menschen glauben, die DDR sei bis 1989
sozialistisch gewesen) Betriebe, Schulen, Straßen usw. erhielten den
Namen Thälmanns. Denkmäler wurden errichtet und
Funktionäre schwätzten „rote“ Phrasen daher.
Für
sie waren das Rituale, ohne das Wirken und den Kampf Thälmann wirklich
zu begreifen bzw. weiterzuführen. Ein geflügeltes Wort war in dieser
Zeit, „könnte Thälmann die heutigen Verhältnisse sehen, würde
er sich im Grab umdrehen.“
Die
reale Führung durch die Partei muss immer wieder aufs Neue erkämpft
werden. Die ständige Heranziehung der Werktätigen zur Leitung gehört zur Existenzsicherung
des Sozialismus. Denn eine Übergangsgesellschaft kann nur dann wirklich
zur Übergangsgesellschaft zum Kommunismus werden, wenn sie am Ziel des
Kommunismus orientiert. Der Revisionismus, der keineswegs irgendwie
fortschrittlich war, wollte weder als „Permanenzerklärung der
Revolution“ (Marx) wirken, noch die Selbsttätigkeit der werktätigen
Massen, ihre wachsende Heranziehung zur unmittelbaren Leitung der
Produktion und überhaupt aller gesellschaftlicher Angelegenheiten
bewerkstelligen. Die revisionistischen SED-Führer, die an die Macht
gelangten, stellten die Weichen hin zu einer anderen Übergangsgesellschaft
(die revisionistische Gesellschaft), die zwar nicht vollständig
kapitalistisch war, die aber zwangsläufig zum klassischen Kapitalismus
führt.
Thälmann,
ein Freund der Kapitalisten, ein Befürworter von Klassenzusammenarbeit?
Sozialpartnerschaftliches
Denken, „wir sitzen doch alle in einem Boot – Prolet und
Bourgeois“, war für Thälmann undenkbar. Auf dem Grubenhof eines
Bergbaus wurde Teddy 1930 gefragt: „Kann man in der Krise streiken,
die Gewerkschaftsreformisten verneinen das. - Die Gewerkschaftsbürokraten
fürchten Streiks, die die Krise verschärfen, also den Kapitalismus
schwächen. Na und? Für uns gelten nicht die Interessen der
Kapitalisten, sondern nur die der Arbeiter. Im Mansfeldischen
Grubenrevier, wo die Bergarbeiter seit sieben Wochen streiken, hat eine
Frau gesagt: Ich habe meinem Mann die Treue am Altar geschworen, und ich
halte sie ihm auch im Streik. Unterschätzen wir nicht die Solidarität!
Einen Finger kann man brechen, aber fünf Finger sind eine Faust!“
Heute
soll alles anders sein: „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ ziehen
an einen Strang, um in der „Marktwirtschaft“ bestehen zu können.
Der Standort Deutschland verlangt das.
Ausbeuter und Ausgebeutete - alles Vergangenheit?
Die
Realität ist eine Andere: Die Arbeitskraft ist auch heute eine Ware.
Der Arbeiter verkauft sie dem Kapitalisten. Er schafft mehr als für
seine Reproduktion (Essen, Wohnung, Ernährung usw.) notwendig ist.
Diesen Mehrwert eignet sich der Kapitalist an.
Und
der gute alte „Vater Staat“ ist nichts anderes als der Vollstrecker
der Monopolunternehmen und Hüter der Monopolinteressen.
Warum
dient der technische Fortschritt aber nicht der Gesellschaft? Warum
Reichtum auf der einen Seite und Elend und Armut auf der anderen Seite?
Ständig steigende Arbeitshetze und psychische Belastung, soll das der Fortschritt sein? Arbeit
gibt es doch genug. Für die Ausbeuter muss sie aber Maximalprofit
bringen. Der Kapitalismus kann nie die Arbeitslosigkeit beseitigen, das
Wohnungsproblem lösen, die Umwelt schützen. Fäulnis und Korruption
treten immer stärker in Erscheinung und es kommt wieder zum Krieg.
Imperialismus bedeutet Krieg, wie Thälmann immer wieder betonte.
Kriege, die geführt werden, um Absatzmärkte und Rohstoffe, um einen
Platz an der Sonne. Übrigens nimmt die Bundeswehr aktiv an weltweite Kriegshandlungen teil
für die „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des
ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt“.
(Verteidigungs- Politische Richtlinien, 1992)
Soll
das die Zukunft für die Jugend sein? Keine Lehre, Arbeitslosigkeit und
dann für das Kapital auf dem „Feld der Ehre“ bzw. auf dem Feld
„des freien Welthandels“ zu sterben!
Ernst
Thälmann würde gewiss nicht diesen Unsinn schwafeln. Er würde
fordern: nicht
Arbeitsgemeinschaft und Koalition, sondern eigenständige Kämpfe zu führen.
Wer nimmt denn auf die Arbeiter Rücksicht? Kein Kapitalist kümmert
sich um sie. Nur solange sie Profit bringen, werden sie gebraucht,
ansonsten fliegen sie wie ehedem auf die Straße. Gewiss der Spätkapitalistische
Staat hat gelernt und geht "sozialverträglich" vor. Es gibt
ja Arbeitslosengeld und Sozialhilfe (wenn auch immer weniger) Außergewöhnliche-Betrugs-Maßnahmen
(ABM) werden gewährt. Das war’s aber schon!
Die
Profitgeier denken, dass die Arbeiterbewegung derzeit am Boden liegt und
sie nun machen können, was sie wollen. Ununterbrochen werden
„sozialpolitische Maßnahmen“ verkündet: Hartz-Reformen,
Gesundheitsreformen, Rentenreformen usw.
Die
Kapitalisten fordern Lohnverzicht, verstärkte Arbeitshetze,
Samstagsarbeit, Arbeitszeitverkürzung, wie die 35-Stunden-Woche, aber
ohne Lohnausgleich usw. So werden angeblich Arbeitsplätze erhalten.
Doch jedes Zugeständnis, jeder gesparte Euro an Lohn, gibt ihnen mehr
Spielraum für Rationalisierungsinvestitionen und damit
Arbeitsplatzabbau. Und sie werden immer mehr verlangen, solange sie
keinen aktiven Widerstand erfahren.
Arbeiter,
denkt daran, die Kapitalisten brauchen euch. Noch nie sind sie ohne euch
ausgekommen, die Arbeiter brauchen sie aber nicht. Ohne euch läuft
nichts. Allein die 4 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter in der Großindustrie
produzieren heute rund vier Fünftel des gesellschaftlichen Neuwerts.
Ihr könnt eine Macht werden, wenn ihr nur wollt. Noch immer stehen alle
Räder still, wenn der Prolet es will.
Im
Geiste Ernst Thälmanns: Für den Sozialismus kämpfen
Heute
zeigt, der vom Kapital gefeierte Triumph der „Marktwirtschaft“, die
unlösbaren Probleme und tiefen Widersprüche des Kapitalismus, den Keim
seines unvermeidlichen Untergangs sind. Ernst Thälmann heute ehren, heißt
in erster Linie an sein kämpferisches Werk anzuknüpfen, heißt aber
auch die Kommunistische Partei aufzubauen. Nur eine einheitliche,
kampfstarke Partei der Arbeiterklasse, die sich vom Marxismus-Leninismus
leiten lässt, wird den notwendigen Neubeginn bewältigen können. |