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16. April

Ernst Thälmanns Geburtstag

Ein nie gebrochener Führer seiner Klasse

Von Günter Ackermann/15. April 2008

Vor 122 Jahren, am 16. April 1986, wurde Ernst Thälmann in Altona (damals eigenständige Stadt) geboren.

Nach Schulabschluss arbeitete er im elterlichen Kleinstbetrieb – seine Eltern hatten einen Grünzeug- und Kohlehandel –  dann als Hafenarbeiter, fuhr als Heizer zur See und als Transportarbeiter.

Mit 17 Jahren (1903) trat er in die SPD ein, mit 18 in die Gewerkschaft.

1915 wurde er zum Kriegsdienst im Ersten imperialistischen Weltkrieg gezwungen. Als er 1917 von der Front zurück kehrte, ging er zur USPD. Er war Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Hamburg.

Im März 1919 wurde er Vorsitzender der USPD in Hamburg und Mitglied des Hamburger Rates (Bürgerschaft). Im November 1920 schlossen sich – auf Betreiben Ernst Thälmanns – 98% der Mitglieder der USPD der KPD an.

In der KPD wurde Thälmann schnell in die Führung gewählt. Bereits im Dezember 1920 gehörte er dem Zentralausschuss der KPD an, im Sommer 1921 war er deutscher Delegiertes beim III. Weltkongress der Kommunistischen Internationale (Komintern). Dort lernte er noch Lenin kennen.

Vom 23. bis 25. Oktober 1923 erhoben sich in Hamburg die Arbeiter, Thälmann stand an der Spitze des Aufstandes.

Die damalige Parteiführung der KPD unter Brandler und Thalheimer hatte den Aufstand behindert. Thälmann schrieb zum Hamburger Aufstand im Zentralorgan der KPD im Jahr 1925:

„Unsere Partei als Ganzes war noch viel zu unreif, um diese Fehler der Führung zu verhindern. So scheiterte im Herbst 1923 die Revolution am Fehlen einer ihrer wichtigsten Voraussetzungen: dem Bestehen einer bolschewistischen Partei.“[1]

Im Sommer 1924 wurde er auf dem V. Weltkongress der Komintern in das Exekutivkomitee und kurze Zeit später ins Präsidium gewählt. Am 1. Februar 1925 wurde Ernst Thälmann Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes und am 1. September des Jahres Vorsitzender der KPD.

Die KPD unter Ernst Thälmann war die einzige Partei in Deutschland, die konsequent gegen den Faschismus kämpfte. Die Sozialdemokraten dagegen paktierten mit den bürgerlichen Parteien und unterstützten bei den Reichspräsidentenwahlen 1932 im 2. Wahlgang sogar Hitlers späteren Steigbügelhalter Paul von Hindenburg.

Bei den Reichstagswahlen 1932 stellte die SPD die KPD sogar auf eine Stufe mit den Nazis (siehe SPD-Plakat)

Hetzplakat: der SPD

 „Gegen Papen, Hitler, Thälmann. Liste 2 Sozialdemokraten“
Reichstagswahl 6.11.1932

Dabei war es die SPD, die kampflos das Feld im damaligen Bundesland Preußen räumte (ca. zwei Drittel des damaligen Gebiets des Deutschen Reichs) Dort führte sie eine Minderheitsregierung mit dem Zentrum. Beim sog. Preußenputsch des damaligen Reichskanzlers Franz von Papen wurde fer preußische Innenminister Severing von einem Leutnant und einer Handvoll Soldaten verhaftet und weinerlich ausgerufen: „Ich weiche der Gewalt!“ Carl Severing unterstand als Innenminister Preußens eine Polizei, die mehr Mannschaften und bessere Bewaffnung hatte, als die Reichswehr. 

Die KPD forderte die Sozialdemokraten und die sozialdemokratischen Führer der Gewerkschaften auf, mit einem Generalstreik die Provokation der Reaktion zu beantworten. Heute sagen viele Historiker, dass das damals die letzte Chance gewesen wäre, die Machtergreifung der Nazis zu verhindern.

Die Sozialdemokraten aber verwiesen auf die Reichstagswahlen am 6. November 1932. Dort verloren sie aber massiv Stimmen, die NSDAP wurde stärkste Partei im Reichstag und Göring Reichstagspräsident. Der Weg Hitlers legal zur Macht zu kommen, war frei. Am 30. Januar 1933 war dann Hitler Reichskanzler.

Im Februar 1933 zündeten die Nazis den Reichstag an und behaupteten frech, es seien die Kommunisten gewesen, die einen Putsch planten. Hierbei benutzten sie die gleiche Lüge, die der der SPD angehörenden Berliner Polizeipräsident ersonnen hatte, um die Veranstaltungen zum 1. Mai 1929 zu verbieten: Die Kommunisten planten angeblich einen Putsch.

Übrigens der erste Chef der Gestapo in Berlin, Dr. Rudolf Diels, diente bereits unter Severing und Zörrgiebel. Er war zuständig bei der politischen Polizei in Berlin für Bespitzelungen und Repressionen gegen die KPD und war auch Mitglied der SPD. Nach dem Krieg wurde er 1945 von den Amerikanern interniert, arbeitete aber sehr schnell für den US-Geheimdienst CIC, wurde prompt entnazifiziert und im Land Niedersachsen erneut Beamter. Dagegen wurde er in der SBZ/DDR mit Steckbrief gesucht. Rudolf Diels war es auch, der bereits vor dem Reichstagsbrand auf „kommunistische Putschversuche“ hinwies und anordnete, Kommunisten in „Schutzhaft“ zu nehmen.

Kurz nach der Machtergreifung der Faschisten fand im Sporthaus Ziegenhals bei Berlin die letzte Konferenz der KPD statt, auf der Ernst Thälmann sprach. Thälmann forderte eine Volksfront aller demokratischen und sozialistischen Kräfte und einen Generalstreik gegen Hitler.

Aber wieder war es die SPD, die sich legalistisch verhielt und damit eine Chance vertat, Hitler zu stürzen. Der damalige SPD-Vorsitzende bejammerte auf der Sitzung des Reichstags, bei der das Ermächtigungsgesetz beschlossen wurde, das harte Vorgehen der Nazis gegen Sozialdemokraten, strich aber kampflos die Fahne. (siehe)

Am 3. März 1933 wurde Ernst Thälmann verhaftet und bis 1944 in verschiednen Gefängnissen eingekerkert. Einen Prozess gegen ihn wagten die Nazis nicht zu machen. Sie hatten aus dem Desaster des Reichstagsbrand-Prozesses ihre Lehren gezogen. Da hatte Georgi Dimitroff Hermann Göring faktisch der Weltöffentlichkeit vorgeführt und als den wahren Brandstifter entlarvt. Ein zweites Mal wollten sie das nicht wagen.

Am 17. August 1944 wurde Ernst Thälmann in Keller des Krematoriums im KZ-Buchenwald ermordet und sofort von der SS verbrannt.

Die Häftlinge des Sonderkommando im Krematorium hatten in der Nacht strickt Befehl, in ihre Unterkünfte zu gehen. Trotzdem versteckte sich einer hinter einem Kohlenhaufen und erfuhr so, wer der Ermordete – und auch, wer der Mörder war.

Der polnische Häftling Marian Sgoda berichtete:

Ich konnte den Gefangenen nur von hinten sehen. Er war groß, breitschultrig und hatte eine Glatze. Ich sah dies, da er keinen Hut trug. Inzwischen waren auch die SS-Leute Berger, Otto, Stobbe und Hofschulte aus dem Krematorium gekommen und flankierten sich an der Eingangstür desselben nach dem Hof zu. Die Zivilisten ließen ihren Gefangenen vorgehen. In dem Augenblick, wo der Gefangene das Spalier der vier angeführten SS-Leute passiert hatte und den Gang des Krematoriums betrat, fielen hinter ihm vom Hof her drei Schüsse. Hierauf begaben sich die draußen gestandenen SS-Leute und die zwei Zivilisten in das Krematorium und schlossen die Tür hinter sich. Etwa drei Minuten später fiel im Krematorium ein vierter Schuß."[2]

Nach dem Krieg identifizierte er den SS-Hauptscharführer Wolfgang Otto als den Mörder. Auf Betreiben der Tochter Ernst Thälmanns und nach mehreren vergeblichen Versuchen wurde Otto noch 1987 der Prozess gemacht. Aber der ging aus, wie die meisten Prozesse an westdeutschen Gerichten gegen Nazi-Verbrecher: Otto wurde letztlich frei gesprochen. Am 15. Mai 1986 (!) wurde Wolfgang Otto zwar zu vier Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord an Ernst Thälmann verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf. Wolfgang Otto wurde in letzter Instanz freigesprochen.[3]

Otto war in Nordrhein-Westfalen als Volksschullehrer am Niederrhein tätig gewesen und lebte auch nach seiner Pensionierung dort, da verzehrte er auch seine Beamtenpension – er war ja ein unbescholtener Mann.

Thälmann starb ungebrochen, er gehört in eine Reihe mit den großen Führern des deutschen Proletariats: 

August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Ernst Thälmann. 

Er ist einer der unzähligen Märtyrer der gerechten kommunistischen Sache weltweit.

G.A.


[1]  Ernst Thälmann: Die Lehren des Hamburger Aufstandes, 23. Oktober 1925

[3]  Siehe ebenda

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Am 18. August 1944 ermordeten die Faschisten Ernst Thälmann

Ernst Thälmann

Der unsterbliche Führer der deutschen Arbeiterklasse

unten: Die Mordstätte der Faschisten

Im Hof des Krematoriums des faschistischen Konzentrationslagers Buchenwald ermordeten die deutschen Faschisten am

18. August 1944

Genossen Ernst Thälmann

Die Mörder wurden heimlich beobachtet. Nach dem Faschismus wurden sie, trotz eindeutiger Aussagen von Tatzeugen, nie bestraft. Der Haupttäter wurde in der BRD beamteter Lehrer im Land Nordrhein-Westfalen. Er verzehrte seine Beamtenpension bis zu seinem Tod.

Ernst Thälmann ging uns voran

http://www.youtube.com/watch?v=MF2MhEXhTJY&feature=related

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