Aus der Geschichte der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Kommentar

Geschichtsklitterer des Tages

Bundespräsident Horst Köhlers Rede zum 8. Mai

Quelle: jungeWelt vom 09.05.2005 

Es ist ja nicht so, daß alles falsch wäre, was Bundespräsident Horst Köhler von sich gibt. Manchmal sagt er Richtiges, etwa wenn er in seiner Rede zum 60. Jahrestag des 8. Mai 1945 davon spricht, Deutschland habe den Zweiten Weltkrieg entfesselt. Oder wenn er den »Zivilisationsbruch Holocaust« erwähnt. Man kann es aber auch weniger vornehm ausdrücken: Angriffskrieg, Überfall statt »entfesselt«. Oder Massenmord, Völkermord statt »Zivilisationsbruch«.

Das ist aber auch fast das einzige, dem ein historisch halbwegs gebildeter Mensch zustimmen und dem ein NPD-Anhänger widersprechen würde. Dem Rest von Köhlers Suada können Dumpfbacken aller Couleur beipflichten: CSU-Stammtische, Wehrsportgruppen, Burschenschaften.

Köhlers Rede trieft vor Larmoyanz. Die Opfer des deutschen Faschismus werden zwar erwähnt – anschließend läßt er sich aber weitschweifig über die Leiden der Deutschen aus. Daß etwa acht Millionen Zwangsarbeiter vorwiegend aus Osteuropa die deutsche Kriegsmaschine am Laufen hielten, bleibt unerwähnt. Statt dessen gedenkt Köhler »der Hunderttausende deutscher Mädchen und Frauen, die zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt wurden.«

Kein Wort davon, daß die Völker der Sowjetunion die Hauptlast des Krieges trugen, daß die Zerschlagung des Faschismus in erster Linie der Roten Armee zu verdanken war. Kein Wort davon, daß die Wehrmacht halb Polen und den Westen der Sowjetunion verwüstete, daß deutsche Soldaten Millionen Frauen, Kinder und Greise umbrachten. Kein Wort davon, daß Millionen Rotarmisten in deutschen Gefangenenlagern verhungerten, vergast oder sonstwie massakriert wurden.

Köhler hält es nicht für nötig zu erwähnen, daß die meisten dieser deutschen Mörder unbestraft blieben. Kein Wort dazu, daß nicht ein deutscher Richter wegen Terrorurteilen und sonstiger Rechtsbeugung rechtskräftig verurteilt wurde, daß sich Konrad Adenauer mit bluttriefenden Nazis wie Globke und Oberländer umgab oder Köhlers Vorgänger Heinrich Lübke am Bau von KZ beteiligt war.

»Der Schoß ist fruchtbar noch« – genau das wollte Köhler mit seiner Rede wohl demonstrieren.

(pw)

zurück

 

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!