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Geschichte |
Egon Erwin Kisch:Biographie
Geboren am 29. April 1885 in Prag als Sohn eines Tuchhändlers 1903
Studium an der Technischen Hochschule in Prag und an der Prgaer
deutschen Universität. 1904
Kisch meldet sich als Einjährig-Freiwilliger
zur K6K-Armee 1906 Volontär des
"Prager Tagblatts". 1906-1913
Kisch arbeitet als Lokalreporter bei
der Prager Tageszeitung "Bohemia", in deren Feuilleton er seine ersten
Reportagen, meist Schilderungen aus dem Milieu der Armenviertel, veröffentlicht.
1913
Übersiedlung nach Berlin, Dramaturg
am „Künstlertheater“ und für das „Berliner Tageblatt“. 1914
Nach Beginn des Ersten
Weltkriegs wird Kisch als Korporal der österreichisch-ungarischen Armee an
der serbischen Front eingesetzt 1915
Verwundung und Kanzleidienste. Seine
Entwicklung zum Kriegsgegner schildert er in seinem 1922 erschienenen
Kriegstagebuch "Soldat im Prager Korps" (später unter dem Titel:
"Schreib das auf, Kisch!"). 1917
Kisch wird als Oberleutnant zum
Kriegspressequartier nach Wien berufen. 1918
Januar: Noch während seiner Arbeit für
das Kriegspressequartier wird er Mitglied in einem illegalen Arbeiter- und
Soldatenrat und beteiligt sich am Wiener Januarstreik, mit dem
Friedensverhandlungen erzwungen werden sollen. 1.
November: Nach der Gründung der Roten Garde in Wien wird Kisch deren Erster
Kommandant. Redakteur
der Zeitschrift "Der Freie Arbeiter". Eintritt
in die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ). 1920
Ausweisung aus Österreich Rückkehr
nach Prag. Mitarbeit
an den "Revolutionären Bühnen" Erscheinen
des Reportagenbands "Die Abenteuer in Prag“. 1921
Übersiedlung nach Berlin. Als freier
Schriftsteller schreibt er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, vom
"Berliner Börsen-Courier" bis hin zur "Roten Fahne". 1922-1926
Reisen durch Europa,
Nordafrika und die Sowjetunion. 1924
Kisch wird Mitglied im
"Schutzverband Deutscher Schriftsteller" (SDS). 1925-1929
Redaktionsmitglied der "Neuen Bücherschau".
1925
Wechsel zur Kommunistischen Partei
Deutschlands (KPD). Der
Titel seines Buches "Der
rasende Reporter" wird zu einem Synonym für ihn selbst. 1926
Sein Reportagenband "Hetzjagd
durch die Zeit" erscheint. Seinen
neuen Reportagestil entwickelt er inhaltlich und formal kontinuierlich weiter.
Von seiner noch 1920 formulierten Definition der Reportage als neutrale
Tatsachenberichterstattung rückt er ab, indem er die Parteilichkeit der
Reportage in den Vordergrund stellt und sie als revolutionäres Kampfmittel
begreift. Er thematisiert zunehmend Ausbeutungsverhältnisse und
Entfremdungsprozesse im kapitalistischen System. 1928
Mitbegründer des "Bunds
proletarisch-revolutionärer Schriftsteller" (BPRS). Mit
falschen Papieren reist Kisch in die USA, deren politische und kulturelle
Situation er in "Paradies Amerika" schildert. 1929
Reisen durch die Sowjetunion und Südwesteuropa.
1931/32
Nach einem Lehrauftrag für
Journalistik an der Hochschule in Charkow (Sowjetunion) reist er illegal nach
China, worüber er den Bericht "China geheim" verfasst. 1933
30. Januar: Rückkehr nach Berlin. 28.
Februar: Nach dem Reichstagsbrand
wird er verhaftet, aber nach zwei Wochen durch die Intervention der
Tschechoslowakei nach Prag abgeschoben. Juni:
Kisch geht nach Paris ins Exil, wo er in der "Internationalen
Arbeiter-Hilfe" sowie im Exil-SDS mitarbeitet. 1934
Seine illegale Reise zum Weltkongreß
gegen Krieg und Faschismus nach Melbourne (Australien) beschreibt er in der
"Landung in Australien". 1935
Nach Paris zurückgekehrt, ist Kisch
zusammen mit Heinrich
Mann im Vorstand des "Ersten Schriftstellerkongresses zur Verteidigung
der Kultur", auf dem er den Vortrag "Reportage als Kunstform und
Kampfform" hält. 1936-1938
Aufenthalte in Prag und Ostende
(Belgien) sowie als Berichterstatter der Internationalen Brigaden im Spanischen
Bürgerkrieg. 1938
Oktober: Heirat mit Gisela Lyner in
Versailles. 1939
Nach Beginn des Zweiten
Weltkriegs flieht Kisch von Paris nach Mexiko. 1941
In Mexiko-City arbeitet er als
Redakteur der Zeitschrift "Freies Deutschland" und gründet den Verlag
"El Libro Libre" (Das Freie Buch). Seine
Reise-Eindrücke schildert er in dem Buch "Entdeckungen in Mexiko",
das 1945 erscheint. 1942
Sein Erinnerungsbuch "Marktplatz
der Sensationen" erscheint in Mexiko. 1946
Kisch kehrt über New York und London
nach Prag zurück. 1948 31. März: Egon Erwin Kisch stirbt in Prag an einem Herzschlag. |
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