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Aus der Geschichte der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung |
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Wichtige Rubriken und Beiträge Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk Kampf den ideologischen Diversanten Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands Gegen den imperialistischen Krieg Wider
den Block der zur
Geschichte |
Der
Widerstandskampf der KPÖ 1933-1945
In
der Geschichte der Arbeiterbewegung gab es immer wieder Perioden, in denen sie
den Kampf um ihre Rechte und Freiheiten im geheimen, von den Herrschenden
verboten, ja vielfach sogar unter extremen Verfolgungen führen mußte. Dies
gilt im besonderen für die Kommunisten. Es gibt keinen Zeitabschnitt seit ihrer
Existenz, in dem nicht irgendwo auf der Erde mit allen Mitteln, von denen des bürgerlich-demokratischen
Staates mit seinen subtilen Ausgrenzungsstrategien, bis hin zur äußersten
Gewaltanwendung, dem Mord, in der faschistischen Diktatur, gegen sie vorgegangen
wurde. Für die Kommunisten stand nie die Frage, ob ein Verbot ihrer
Organisation gleichzeitig auch das Ende ihrer Tätigkeit sei. Die Geschichte der
kommunistischen Bewegung zeigt, daß sie, obschon existentiell bedroht, immer
versucht hat, auch mit den kleinsten Mitteln für ihre
demokratisch-humanistischen Ziele tätig zu werden und sich nie in eine passive
Rolle zurückgezogen hat. Als die „Arbeiter-Zeitung“ zu Beginn des Jahres
1936 an die Sozialisten die Aufforderung adressierte, bis die Geschichte selbst
das Zeichen zum Handeln gibt, antworteten die Kommunisten in der illegal
erscheinenden „Roten Fahne“: „Nein, mit solch einer Taktik können wir uns
nicht einverstanden erklären. Wir wollen nicht ... Beobachter und Registratoren
der heranziehenden Wogen am Ufer bleiben und auf gut Wetter warten, sondern
durch aktives Eingreifen den Gang der Ereignisse bestimmen. Die scheinbar
revolutionäre Auffassung vom baldigen Zusammenbruch des Faschismus, von der
Konservierung der Gesinnung, bis die Geschichte selbst ruft, ist praktisch nur
eine Erscheinungsform des Reformismus.“ Der
Widerstandskampf ist ein nationaler Freiheitskampf
In Fortsetzung ihrer Strategie des Kampfes für ein freies, unabhängiges Österreich, die 1936 am Juliplenum des erweiterten Politbüros der KPÖ als „Kampf um die demokratische Republik“ ausformuliert wurde, betonte die Partei die Tatsache der nationalen Unterdrückung Österreichs infolge der Annexion. In der ZK-Resolution „Der Kampf um die Befreiung Österreichs von der Fremdherrschaft“ (sie wurde von der ZK-Tagung Anfang August 1938 verfaßt) wird auf die Hintergründe des Überfalls eingegangen. Nicht eine „nationale Befreiung“, wie es die demagogische Propaganda der Nazis behauptete, war der „Anschluß“, sondern eine Eroberung, wobei Österreich nur ein weiterer Schritt „der imperialistischen Raubpläne des deutschen Finanzkapitals“ bedeutete. „Der Kampf des österreichischen Volkes gegen den Hitlerfaschismus trägt daher den Charakter eines nationalen Freiheitskampfes gegen die imperialistische Fremdherrschaft und für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit.“ Diese Aussagen waren nur möglich, weil die Partei sich nach dem 7. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale (1935) sich mit der Frage der österreichischen Nation beschäftigte und das ZK-Mitglied Dr. Alfred Klahr die erste historisch-materialistische Abhandlung dazu im theoretischen Organ der KPÖ „Weg und Ziel“ im März/April 1937 vorlegte. Als die Hauptaufgaben, die vor dem österreichischen Volk, der österreichischen Arbeiterklasse und der KPÖ stehen würden, nannte die Partei den Kampf gegen die Fremdherrschaft, die wirtschaftliche Ausplünderung, die Kriegspolitik, die Kulturbarbarei und den Antisemitismus. Die fünf Forderungen lauteten: 1. Kampf gegen die Fremdherrschaft und für die Selbstbestimmung und Selbstverwaltung des österreichischen Volkes. 2. Kampf für die demokratischen Rechte des Volkes durch die Wahl von Betriebsvertrauensleuten, von Bauernvertretern, Forderung nach Kontrolle durch das österreichische Volk und nach Selbstbestimmung. 3. Kampf gegen die wirtschaftliche Ausplünderung des Landes, gegen die Verschlechterung der Lebenslage, die Zwangswirtschaft und den wirtschaftlichen Raub an Österreich. 4. Kampf gegen die Kriegspolitik des deutschen Faschismus. Aufklärung der Volksmassen über seine Kriegspläne und Kriegsziele. Keine Konzessionen in der nationalen Frage, Aufklärung, daß der Hitlerfaschismus das österreichische und deutsche Volk nicht einer schöneren Zukunft, sondern einer Kriegskatastrophe entgegenführt. 5.
Kampf gegen die Kulturbarbarei und den Antisemitismus, gegen die Lügenpropaganda
in Rundfunk und Presse, gegen die nationalsozialistische Verhetzung, Verrohung
und Verdummung. Die breiten Volksmassen sind davon zu überzeugen, daß der
Schutz der jüdischen Mitbürger ein unbedingt notwendiger Bestandteil des
antifaschistischen Kampfes ist. Der
nazistische Terrorapparat
Bis Ende Dezember 1938 wurden - nach einer Statistik der Gestapo von Anfang 1944 - nahezu 750 Kommunisten „beamtshandelt“. 1939 stieg diese Zahl auf mehr als 1100, sank 1940 auf mehr als 800, um 1941 mehr als 1500 zu erreichen. Diese aus dem Rhythmus des Organisationsaufbaues und der darauf folgenden Aufdeckung resultierende, signifikante Wellenbewegung setzte sich 1942 fort, als die Zahl auf das Niveau von 1940 absank, um 1943 nahezu 1200 zu erreichen. Allein in Wien wurden im Landesgericht I über 1 100 Menschen in dieser Zeit hingerichtet. Die Brutalität dieser Rechtsprechung wird auch daran ersichtlich, daß es im Zeitraum zwischen 1876 bis 1918 dort lediglich 12 Hinrichtungen gegeben hat; und die Nazijuristen - unter ihnen auch Österreicher, die die Robe der Mörder trugen - auch nicht davor zurückschreckten, Jugendliche unter 20 Jahren ermorden zu lassen, wie auch das Beispiel der Jungkommunistin Anni Gräf zeigt (s. Biografien), die wenige Tage vor ihrem 19. Geburtstag geköpft wurde. Sie gehörte zu der Gruppe „Soldatenrat“, von der fünf Mitglieder in einem anderen Prozeß, vom Nazistaatsanwalt und späteren bundesdeutschen Ankläger Lenhardt angeklagt, in nur vier Stunden zum Tode verurteilt wurden. Kommunistische Widerstandskämpfer wurden aber nicht nur in Österreich hingerichtet, sondern auch, klammert man die Wehrmachtsjustiz aus, in München (Stadelheim) und in Berlin (Plötzensee). Bislang wurden mehr als 2200 österreichische Kommunistinnen und Kommunisten als Opfer des Kampfes gegen den Faschismus, darunter die zwölf Mitglieder des Zentralkomitees: Willi Frank, Leo Gabler, Oskar Grossmann, Alfred Klahr, Hermann Köhler, Erwin Puschmann, Anton Reisinger, Franz Schuster, Franz Sebek, Ferdinand Strasser, Sepp (Josef) Teufl und Hedy (Hedwig) Urach erfaßt. Ob als Opfer der Februarkämpfe, als Freiwillige in den Reihen der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, in den deutschen Konzentrationslager, als Angehörige von Widerstands- und Partisanengruppen im französischen und belgischen Exil, als Partisanen oder Soldaten der Roten Armee, des Österreichischen Freiheitsbataillon in Jugoslawien oder sonst Opfer des menschenverachtenden Faschismus starben sie im Kampf für ein freies, unabhängiges und letztlich sozialistisches Österreich. Auszug aus der von Willi Weinert verfaßten Einleitung zu Ich möchte, daß sie Euch immer nahe bleiben... Biografien kommunistischer WiderstandskämpferInnen in Österreich. Mit Anmerkungen zum Widerstandskampf der Kommunistischen Partei Österreichs (hg. von der Alfred Klahr Gesellschaft). Wien 1997 |
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