Aus der Geschichte der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Im antifaschistischem Kampf gefallen:

Zwölf Mitglieder des Zentralkomitee der Kommunistsichjen Partei Österreichs wurden von den Hitler-Faschisten ermordet

Willi FRANK

12.2.1909 - 19.2.1945

Frank war bereits als Schlosserlehrling in der Fortbildungsschule für den KJV aktiv, dem er 1925 beitrat. Im selben Jahr war er als Delegierter beim Schülerkongreß. Nach seinem Lehrabschluß arbeitslos, bekleidete Frank die Funktion eines Obmanns des KJV in Margareten, später in Floridsdorf. 1931 wurde F. Mitglied des ZK des KJV, und am 6. Weltkongreß der KJI wählte man ihn zum Kandidaten des Exekutivkomitees (EKKI) der KJI, dem höchsten Organ zwischen den Kongressen. In der Zeit des Austrofaschismus arbeitete F. bis 1938 illegal in Österreich, ging danach nach Moskau, wo er ins ZK der KPÖ kooptiert wurde. Nach Kriegsausbruch kämpfte er in den Reihen der „Roten Armee“ gegen den Faschismus und gehörte Ende 1944 zu jenen Österreichern, die in Jugoslawien die österreichischen Freiheitsbataillone gründeten, dessen 1. Bataillon er als politischer Instruktor angehörte. Am 19. Februar 1945 fiel Frank in Slowenien im Kampf gegen die Nazifaschisten. In Steyr ist eine Straße nach ihm benannt. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet. Im 5. Wiener Gemeindebezirk wurde 1989 ein Park nach ihm benannt.

Leo „Heini“ GABLER

11.5.1908 - 7.6.1944

Bereits 14jährig, als Taschnerlehrling, trat er 1922 dem KJV bei. Wie viele andere Jugendliche in dieser Zeit auch spielte der aktive Sport für ihn eine große Rolle. G. gehörte dem Arbeitersportverein an und war 1928 Teilnehmer an der I. Internationalen Spartakiade der „Roten Sportinternationale“ (RSI) in Moskau (12.-24. August) und Teilnahme am 6. Kongreß der KJI, der in diesem Zeitraum in Moskau stattfand. 1929 wurde G. Mitglied der Wiener Leitung, kam ins ZK des KJV und 1935 dessen Vorsitzender. Danach Haft im Anhaltelager Wöllersdorf. Ende 1937 wurde er auf die Internationale Lenin-Schule nach Moskau delegiert und ins EKKI der KJI gewählt. Er hielt sich bis Jänner 1941 in der Sowjetunion auf, wo er in die KPÖ überwechselte und ins ZK kooptiert wurde. Im Auftrag der Partei ging er über Sofia und Agram nach Österreich, um am Neuaufbau der illegalen Parteiorganisation in Österreich mitzuwirken. Ende Februar 1941 langte G. in Wien ein, wo die Gestapo bereits einen folgenschweren Schlag gegen die Partei geführt und die illegale Leitung mit Erwin Puschmann verhaftet hatte. Auch G. entdeckten sie im Oktober 1941 und überführten ihn, nachdem sie ihn, um weitere Informationen zu erhalten, 17 Monate gefangen hielten und vergeblich gefoltert hatten, ins KZ Mauthausen. Im Februar 1944 wurde G. angeklagt, im April von Mauthausen ins Wr. Landesgericht überstellt, am 15.4. zum Tode verurteilt und geköpft. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet.

Oskar GROSSMANN

6.2.1903-1944 (?)

Grossmann, in Teplitz (Schönau/Böhmen) geboren, war bald nach Gründung des KJV dessen Mitglied (ca. 1920), wo er recht bald in führende Funktionen aufstieg. Er gehörte zu jener Gruppe, die in dieser Zeit den Jugendverband stark prägten (Hugo Zucker, Alfred Klahr, Arnold Reisberg u.a.). 1930 wurde Grossmann Redakteur des Zentralorgans der KPÖ „Rote Fahne“ und ins ZK der KPÖ gewählt. Er verfaßte unzählige Artikel, die sowohl im theoretische Organ der KPÖ „Weg und Ziel“ erschienen sind (diese Zeitschrift erschien erstmals 1935), als auch in den internationalen kommunistischen Zeitschriften „Basler Rundschau“ und „Kommunistische Internationale“. Von Juni 1932 bis November 1935 war er der Vertreter der KPÖ im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale. Grossmann war nach der Besetzung Prags mit der österreichischen Parteileitung nach Paris gegangen und blieb auch nach dem Einmarsch Hitlerdeutschlands in Frankreich. Grossmann war dort Chefredakteur der von den österreichischen Kommunisten produzierten „Nouvelles d´Autriche“ und ging dann nach Südfrankreich, wo er der politische Leiter der österreichischen Widerstandskämpfer im Marquis und verantwortlich für den „Soldat am Mittelmeer“ war, einer Zeitung, die zur antifaschistischen Agitation unter den deutschen Soldaten in Südfrankreich herausgegeben wurde. Der Kampf der Widerstandsbewegung in Frankreich gegen die Nazifaschisten wurde nicht nur mit Flugblättern geführt. Er hatte auch Aspekte eines Partisanenkampfes, zu der auch Sabotageaktionen zählten. Welchen Stellenwert die Gestapo der Auffindung und Zerschlagung der österreichischen Gruppe beimaß, kann daran ermessen werden, daß zu ihrer Bekämpfung Gestapogruppen aus Wien anreisten. Am 27. Mai 1944, nach 22 Uhr, explodierte in einem Vorort von Lyon eine Bombe, die deutschen Wehrmachtssoldaten galt. Grossmann, der illegal den Namen „Lucien“ trug und sich zufällig noch zu dieser Zeit in der Öffentlichkeit aufhielt, wurde dabei schwer verletzt und seines Augenlichtes beraubt. Die Gestapo brachte ihn in ein Krankenhaus, doch die Versuche der österreichischen Widerstandskämpfer, ihn dort herauszuholen, scheitern. Die Gestapo wußte recht bald, daß es sich beim Schwerverletzten um den lange gesuchten Grossmann, den führenden Funktionär der KPÖ handelt. Sie brachte ihn einen Monat später in einen ihrer Folterkeller von Lyon, der Stadt, in der der „Schlächter von Lyon“, Klaus Barbie, sein Unwesen trieb. Dort verlieren sich seine Spuren. Der Gemeindebau in Wien 20, Denisgasse 39-41 trägt seinen Namen; Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet.

Alfred Klahr

(16.9.1904-Juli 1944)Alfred Klahr

Friedl Boretz schrieb am 13.9.1974 anläßlich des 70. Geburtstags von Alfred Klahr in der »Volksstimme« einen Artikel, aus dem wir nachfolgend Auszüge wiedergeben:

Schon in der Schule aktiver KJVler

Alfred Klahr wurde in Wien - Leopoldstadt, im Haus Novaragasse Nr. 17-19, geboren. Sein Vater war jüdischer Kantor, seine Mutter rackerte sich mit einer sechsköpfigen Kinderschar ab: Alfred Klahr hatte fünf ältere Schwestern. Das Verhalten des alten Klahr wurde von einer zutiefst menschlichen Grundeinstellung geprägt. Als er später im Wiener Landesgericht die jüdischen Gottesdienste abhielt, hatte er so manchem politischen Gefangenen geholfen. Er hatte auch nichts dagegen einzuwenden, daß drei seiner Kinder sich zu Kommunisten entwickelten. Nicht so die Mutter: sie machte den Mann einer ihrer Töchter, einen polnischen Revolutionär, dafür verantwortlich, daß sich ihr einziger Sohn schon als Schüler dem Kommunistischen Jugendverband anschloß. Nachdem er im Gymnasium in der Sperlgasse maturiert hatte, begann er mit dem Studium der Staatswissenschaften, blieb aber weiterhin im KJV in der Blumauergasse tätig. Klahr wurde schon in dieser Zeit auf Grund seines umfassenden Wissens als Referent eingesetzt - nicht nur in der Jugendorganisation, sondern auch in der Partei. (...)

Klahr wird Chefredakteur der »Roten Fahne«

Nachdem Klahr sein Studium abgeschlossen hatte, ging er für ein Jahr nach Berlin und arbeitete dort in der deutschen „Roten Fahne“. Damit begann seine journalistischen Laufbahn. Nachdem er wieder nach Wien zurückgekehrt war, trat er in die Redaktion des Zentralorgans ein. (...) Schon nach kurzer Tätigkeit wurde Klahr stellvertretender Chefredakteur und Leitartikelschreiber. Gezeichnet wurden die Artikel damals nicht, da sonst nicht nur der „Häfenredakteur“, sondern auch der Autor verurteilt worden wäre, wenn der Artikel zu „umstürzlerisch“ war. Zwischen 1930 und 1932 war Klahr Lehrer auf der Schule der Kommunistischen Jugendinternationale in Moskau tätig. Bald nach seiner Rückkehr wurde er Chefredakteur der »Roten Fahne«.

Die Staatspolizei sucht nach Beweisen

Am 26. Mai (1933) wurde die KPÖ verboten, am 22. Juli mußte die „Rote Fahne“ ihr legales Erscheinen einstellen. Die Partei ging in die Illegalität - auch die »Rote Fahne« erschien weiter. Die Polizei setzte Spitzel auf Alfred Klahr an, der weiterhin als Chefredakteur tätig war. Trotzdem gelang es ihm durch Monate hindurch, unerkannt in die ständig wechselnden Druckereien zu gelangen. Erst nach den blutigen Februarkämpfen 1934 ging er der Staatspolizei in die Falle. Er wurde verhaftet, als er gerade eine Mappe mit von ihm korrigierten Manuskripten mit sich trug. Damit hatten die Dollfuß-Faschisten den Beweis in der Hand, daß er weiterhin die „Rote Fahne“ redigierte. (...)
Ab (Mai) 1935 erschien die „Rote Fahne“ in Prag. Neun Monate blieb Alfred Klahr in Untersuchungshaft. Durch die Unterstützung der „Roten Hilfe“ konnte schließlich seine Freilassung erreicht werden - unter der Bedingung, daß er Österreich verließ. Er emigrierte nach Prag und - nachdem er auch aus der Tschechoslowakei wegen „politischer Betätigung“ ausgewiesen worden war - in die Sowjetunion, kehrte aber binnen Jahresfrist wieder nach Prag zurück, wo er mit Koplenig, Honner und einigen weiteren Genossen die illegale Arbeit der Partei leitete.

Die „Nationale Frage in Österreich“

(...) Seit 1936 wurde von den Genossen in Prag intensiv die Frage diskutiert, ob es sich bei den Österreichern nicht um eine eigenen Nation handle. Klahr nahm es auf sich, die Beweisführung anzutreten. (...) Und in der Märznummer 1937 legte er der Öffentlichkeit das Ergebnis seiner Untersuchungen vor. ... Nachdem er sich ausführlich mit allen Gesichtspunkten der nationalen Frage unter österreichischen Bedingungen und mit der geschichtlichen Entwicklung des österreichischen Volkes seit 1848 auseinandergesetzt hat, kommt er zu folgender Schlußfolgerung: „Die theoretische und historische Untersuchung der nationalen Frage in Österreich zeigt, daß die Scheidung des österreichischen Volkes vom übrigen Deutschland, die in der ganzen Periode seiner kapitalistischen Entwicklung bestand, und das Eigenleben unter besonderen Verhältnissen ... seine Entwicklung zu einer besonderen Nation hervorrief.
Zugleich räumt Klahr ein, „die Eigenart dieser nationalen Entwicklung besteht aber in jenem historischen Widerstreit zweier nationaler Richtungen, der österreichischen und der deutschen Orientierung, im übrigen österreichischen Volk.“ Damit hat Klahr auch die aktuellen Aufgaben der demokratischen Bewegung in Österreich umrissen: Antifaschismus konnte in der gegenwärtigen Situation nur Entfaltung eines nationalen Abwehrkampfes gegen die hitlerdeutschen Eroberungsabsichten heißen.(...)

Auschwitz

Als Hitler nach dem „Anschluß“ Österreichs seine Expansionsbestrebungen gegen die Tschechoslowakei richtete, mußte die Parteileitung erneut emigrieren. Nächstes Ziel war Paris. (...) Auch in ihrem neuen Zufluchtsort entwickelte die Parteizentrale eine regen Tätigkeit. Einerseits koordinierte sie den Kampf im besetzten Österreich und versuchte, weiter illegales Material über die Grenzen zu schmuggeln, ... andererseits mobilisierte sie die französische und internationale Öffentlichkeit, um eine breite Solidaritätsbewegung zu organisieren. (...)
Mit Othmar Strobel war Klahr, der bereits Mitglied des Zentralkomitees geworden war, in Belgien mit der Organisation der österreichischen kommunistischen Emigration (die Stärke der Parteigruppe lag bei mehreren hundert Genossinnen und Genossen; Gruppen gab es in Brüssel, Antwerpen und Lüttich) und mit der Produktion der „Roten Fahne“ beschäftigt. „Ohne Klahr wäre die Herausgabe unserer Zeitung nicht möglich gewesen. Er war der Motor, er schrieb selbst und kümmerte sich auch um die Beiträge von anderen Genossen, wobei es schwer war, ihm seine eigenen Artikel zu entreißen, denn er fand ständig noch etwas daran auszubessern... . Er war ein sehr gründlich und gewissenhaft arbeitender Mensch. Er diskutierte gerne, sprach seine Gedanken und Überlegungen aus, betrachtete die Reaktionen darauf und ließ auch Einwände gelten.“ (Aus: Fritz, Heinrich: Stationen meines Lebens. Wien: Globus Verlag 1990)
Am 10. Mai 1940 überschritten nazideutsche Truppen die belgische Grenze. Klahr wurde, wie viele andere Genossen, in Viehwaggons gesteckt, in den Süden von Frankreich deportiert und im Lager St. Cyprien interniert. Einer größeren österreichischen Gruppe, zu der auch Klahr zählte, gelang es mit gefälschten Entlassungspapieren aus dem Lager zu gelangen und sich der österreichischen Widerstandsgruppe in der französischen Résistance anzuschließen. Im Frühjahr 1941 ging er mit einem falschen Paß in die Schweiz, wurde von der Gruppe der KPÖ in der Schweiz betreut, in Zürich verhaftet und an die Vichy-Behörden übergeben. Erneut interniert (Le Vernet), wurde er im August 1942 an die Gestapo ausgeliefert und nach Auschwitz gebracht. Die illegale Lagerorganisation organisierte im Juni 1944 seine Flucht, die ihn bis nach Warschau brachte. Im Juli 1944 wurde er dort von den Nazis aufgegriffen und erschossen.

Im November 1953 wurde an seinem Wohnhaus in Wien 2, Novaragasse 17-19 eine Gedenktafel angebracht; Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9., Wasagasse enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet.

Hermann KÖHLER („Hermes“, „Konrad“)

23.4.1906-17.4.1945

K. erlernte den Beruf eines Tischlers und trat bereits Anfang der zwanziger Jahre dem KJV bei. 1924 war er dessen Obmann in der Wiener-Leopoldstadt, später Vertreter des KJV in der KJI. Von 1931 bis 1933 war er Schüler an der Internationalen Lenin-Schule und kehrte danach nach Wien zurück, bekleidete die Funktion eines Sekretärs des KJV und wurde Mitglied des ZK der KPÖ. Am 7. Weltkongreß der Komintern war er einer der österreichischen Delegierten, 1940 betreute er in Moskau die politischen Flüchtlinge aus Österreich (Schutzbündler). Die Führung der KPÖ, die in Moskau ab Oktober 1939 tätig war, erachtete es als notwendig, aktiv den Widerstandskampf gegen den Nazifaschismus zu unterstützen. Daher schickte man mehrmals auch ZK-Mitglieder, die bereit waren, den Auftrag auch auszuführen, nach Österreich. So auch K., der, begleitet von der Funkerin Emilie Boretzky, von einem Flugzeug der Roten Armee über Österreich mit dem Fallschirm abgesetzt wurde, um den illegalen Widerstandskampf zu organisieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gestapo bereits Kenntnis von seiner Ankunft und verhafteten ihn einen Monat später. Auch er war unbeschreiblichen Foltern ausgesetzt bevor man ihn ins KZ Mauthausen schickte. Im März 1945 wurde K. dort erschossen. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet. 

Erwin PUSCHMANN („Gerber“)

8.2.1905-7.1.1943

Als Bauschlosser war P. Mitglied der SAJ, trat aber 1923 dem KJV bei. Von den Arbeitern des „Karo- Werkes“ wurde er im September 1925 mit der ersten österreichischen Jungarbeiterdelegation in die Sowjetunion gesandt. Ab 1929 war er arbeitslos und widmete sich, wie viele seiner Altersgenossen, dem aktiven Sport. Im Sportklub „Westend“ begeisterte er Jugendliche nicht nur zum Sport sondern vermittelte ihnen auch politische Inhalte. 1933, nachdem „Westend“ verboten worden war, initiierte P. den Arbeitersportverein „Olympia 1933“. Seit 1930 war Puschmann Mitglied der KPÖ. Sein politisches Engagement brachte ihn im Austrofaschismus mehrmals Haftstrafen und einen Aufenthalt im Anhaltelager Wöllersdorf ein. 1935 hielt er sich zur Schulung in Moskau auf, 1937 ging er nach Prag, dann mit der Parteiführung, der er angehörte, nach Paris und nach dem Einmarsch der Deutschen nach Jugoslawien. Von dort aus war er mit dem Wiederaufbau der Organisationsstrukturen der KPÖ befaßt. Puschmann agierte in Bratislava und Wien, hatte Kontakte zu Willi Frank, zu Anton Reisinger aber auch zum Gestapospitzel „Ossi“ (Kurt Koppel, wie sein richtiger Name lautete, war schon aus dem KJV bekannt und dann in Spanien als Polizeispitzel tätig. Mit seiner Lebensgefährtin Grete Kahane drang er in die illegale Organisation ein und lieferte so unzählige GenossInnen der Gestapo und somit dem Tode aus. Kahane wurde nach den Krieg verhaftet und hingerichtet. Koppel, der ebenfalls verhaftet werden konnte, gelang die Flucht und blieb verschwunden). Am 22.1.1941 wurde Puschmann verhaftet und, wie nahezu alle der damals führenden Genossen, in der Wiener Gestapozentrale am Morzinplatz unbeschreiblichen Folterungen ausgesetzt. Im Prozeß am 22.9.1942, wo neben ihn auch Franz Sebek, Anna und Franz Haider, Grete Schütte und Karl Lisetz angeklagt waren, wurde er (wie Sebek und Lisetz) zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht geköpft. Auf dem Sportplatz des Slovan-Hütteldorf AC, Wien 14, Steinbruchstraße 5a befindet sich eine Gedenktafel für ihn. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet.

Anton REISINGER

31.5.1903-4.8.1943

R. gehörte dem KJV seit seiner Gründung an und war als Metallarbeiterlehrling Schülerrat in der Berufsschule Mollardgasse und Organisator von Lehrlingsstreiks. Bald wurde der Favoritner führender Funktionär im KJV und 1926 dessen Sekretär. 1929 wurde er wegen Rechtsopportunismus aus der Partei ausgeschlossen, ging 1931 in die Sowjetunion, war dort an der Internationale Lenin-Schule und kehrte 1935 nach Österreich zurück. Am 12. Parteitag (September 1934) wurde R., der nun in die KPÖ überwechselte, ins ZK gewählt. In Österreich agierte er illegal, war Leiter der Provinzkommission (Proko), wurde 1937 verhaftet und zu drei Jahren Kerker verurteilt. Im Februar 1938 aus der Haft entlassen, ging R. nach Frankreich, von wo er mit dem Auftrag nach Österreich zurückkehrte, die Parteistrukturen wieder aufzubauen. Er wurde am 6.3.1940 in Bratislava verhaftet und durch die Gestapo bis zur Unkenntlichkeit gefoltert. Im Prozeß am 28.5.1943 wurde R. zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht geköpft. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet.

Franz SCHUSTER

18.7.1904-13.9.1943

Sch. besuchte das Technische Gewerbemuseum und hatte die politische Funktion des Leiters der sozialistischen Mittelschultechniker. Im 3. Wiener Gemeindebezirk zählte er zu den Schutzbündlern, und innerhalb der Sozialdemokratie war er im Schulungsbereich tätig. Über die Opposition in der Sozialdemokratie führte ihn sein politischer Weg nach 1934, wo er im Wiener E-Werk aktiv an den Kämpfen teilnahm, zur KPÖ. In dieser Zeit betätigte er sich führend in der „Rote Hilfe“, bis er im Dezember 1934 verhaftet und mit einer einjährigen Unterbrechung, im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert. Von den Nazis aus Propagandazwecken wieder ins E-Werk eingestellt, blieb das nunmehrige Mitglied des ZK d. KPÖ seiner Gesinnung treu. Am 1.9.1939 verhaftete ihn die Gestapo und schickte ihn sofort ins KZ Buchenwald. Dort gehörte Sch. zu den Organisatoren der österreichischen Gruppe. Er starb im KZ an den Folgen der Haftstrapazen. In der Hagenmüllergasse in Wien-Erdberg ist eine Wohnhausanlage nach ihm benannt; am 28.4.1953 wurde im Urnenhain des Wiener Krematoriums ein Gedenkstein enthüllt; sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet. 

Franz SEBEK

30.4.1901-7.1.1943

In Wien-Favoriten, in den „Wienerberger Ziegelwerken“ aufgewachsen, wurde Sebek mit vierzehn Jahren Mitglied der Bauarbeitergewerkschaft und der SDAPÖ, trat aber schon 1920 der KPÖ bei. 1930 war er Kandidat der KPÖ bei den Nationalratswahlen. Nach 1934 war Sebek in der illegalen Freien Bauarbeitergewerkschaft tätig und wurde ins ZK der KPÖ gewählt. Unter den Nazis organisierte er bei Siemens-Schuckert eine Widerstandsgruppe, die Lohnkämpfe führte, illegale Materialien verteilte und für die „Rote Hilfe“ sammelte. Im Jänner 1941 verhaftet, wurde er im Prozeß gegen Erwin Puschmann, Grete Schütte-Lihotzky u.a. im September 1942 zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht geköpft. Sein Name findet sich auf einer Gedenktafel in Wien 10, Laaer Berg-Straße 166; Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet. 

Ferdinand STRASSER

3.4.1901-30.9.1943

St., das älteste Kind einer 15köpfigen, sozialdemokratisch eingestellten Familie, trat 1917 dem „Verband jugendlicher Arbeiter“ bei, wurde bald Mitglied der SDAPÖ, 1924 Parteisekretär in St. Pölten, war Obmann des Arbeiterturn- u. Sportvereins, politischer Leiter des „Republikanischen Schutzbundes“ und wurde Vizebürgermeister von St. Pölten. Nach den Februarkämpfen flüchtete St. in die CSR und ging von dort nach Moskau. Der KPÖ beigetreten, wurde er am 12. Parteitag Mitglied des ZK. Im Mai 1936 kehrte er in die CSR zurück und ging von da im August 1937 wieder nach Österreich. Ende 1938 zog St. nach Krems und organisierte dort, nachdem er vom damaligen Leiter der Provinzkommission L. Fritzsche instruiert worden war, den Widerstand. Die WiderstandskämpferInnen in Krems standen in enger Verbindung zu den St. Pöltner Gruppen. In erster Linie sammelten sie im Rahmen der „Roten Hilfe“ für die Angehörigen von Verhafteten. Am 15. 4. 1941 wurde er verhaftet und am 12.6.1942 zum Tode verurteilt. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet

Josef („Sepp“) TEUFL

24.11.1904-(28.?)29.4.1945

In Wien geboren, erlernte Teufl nach der Grundschule den Schlosserberuf in der Linzer Lokomotivfabrik Krauß. Von 1926 bis 1929 in Steyr beschäftigt, wurde er Mitglied der KPÖ. Ab 1929 arbeitete er als Maschinenschlosser in der Linzer Tabakfabrik. Wegen seiner Beteiligung an den Februarkämpfen wurde er aus seinem Betrieb entlassen und in der Folge auch verhaftet. Nach dem Verbot der Partei im Mai 1933 wurde Teufl Landesobmann der KPÖ in Oberösterreich. Wegen seiner sechsmonatigen (Sept. 1934 bis März 1935) Inhaftierung im Linzer Landesgericht (dort teilte er mit dem Nazi und späteren Gauleiter von Oberösterreich August Eigruber die Zelle) konnte er am 12. Parteitag der KPÖ nicht teilnehmen, der ihn ins ZK wählte. Im Mai 1936 wurde er dann zur „Hintanhaltung von Störung der öffentliche Ruhe ...auf unbestimmte Zeit“ in das Anhaltelager Wöllersdorf eingewiesen, aus dem er im Dezember 1936 entlassen wurde. Nach der Annexion reorganisierte Teufl mit Franz Haider die Parteistrukturen in Oberösterreich. Wurden Franz und Anni Haider später (Februar 1941) verhaftet und verurteilt, gelang es Teufl, trotzdem die Gestapo seine Lebenslauf kannte, im Hintergrund zu bleiben. 1943 versuchte Eigruber, der sich der politischen Ausstrahlung T.´s bewußt war, ihn vergeblich zur Übernahme einer Parteifunktion zu überreden. Am 9.9.1944 wurde er verhaftet und ins KZ Mauthausen eingeliefert. In einem Ende März aus dem KZ herausgeschmuggelten Brief sieht Teufl für den 1. Mai das Ende der Nazis gekommen und ist zuversichtlich, wieder seine Familie und sein ein Jahr zuvor geborenes drittes Kind zu sehen. Doch gegen Ende April gibt Eigruber die Anweisung, führende Kommunisten zu liquidieren. Am 28. und 29. April wurde dieser Befehl vollzogen. T. war einer von den Ermordeten. Ende April 1955, zehn Jahre nach seinem Tod, wurde am Wohnhaus seiner Mutter in Linz eine Gedenktafel für ihn enthüllt. In Linz, am Bindermichl, ist eine Straße nach ihm benannt; Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet.
Literaturhinweis:
Ertelt, Inge: Bericht über meinen Vater Sepp Teufl. Linz 1988

Hedwig („Hedi“) URACH

20.8.1910-17.5.1943

Die Hietzingerin, die während ihrer Schulzeit bei den sozialistischen Kinderfreunden war, erlernte den Beruf einer Schneiderin. In dieser Zeit kam sie auch zum KJV, in dem sie nicht nur ihre politische Bildung erwarb und als Funktionärin aktiv war, sondern wo sie auch mit den GesinnungsgenossInnen ihre Freizeit dem Sport und der Natur widmete. 1931 wurde sie auf die Internationale Lenin-Schule nach Moskau delegiert, wo u.a. Alfred Klahr ihr Lehrer war. Im Oktober 1932 kehrte Urach zurück und wurde Mitglied des ZK des KJV, dessen Sekretär damals Leo Gabler war. Als dieser infolge der Februarkämpfe verhaftet wurde, übernahm sie diese Funktion. Urach war Delegierte des 6. Kongresses der KJI in Moskau (25.9.-11.10.1935). Im März 1937 wurde sie verhaftet und für vier Monate „wegen Betätigung für die KPÖ“, sie war bereits Mitglied des ZK, inhaftiert. Nach der Annexion von den Nazis verhaftet und für vier Monate eingesperrt, wurde Urach, von der Partei als gefährdet eingeschätzt, von ihren Funktionen abgezogen, die von Bruno Dubber wahrgenommen wurden. Im Mai 1939 fuhr Urach nach Belgien, arbeitet als Kindermädchen und wurde nach dem Einmarsch der Deutschen interniert. Im selben Jahr kehrte sie nach Österreich zurück, wo sie der dritten Leitungsgruppe der KPÖ nach der Annexion angehörte. Am 18. 6. 1941, wenige Tage vor dem Überfall auf die Sowjetunion, wurde Urach verhaftet und am 17.8.1942 zum Tode verurteilt. In Krems inhaftiert, wurde Urach Ende 1942 ins Wiener Landesgericht überstellt, wo sie ein halbes Jahr in der Todeszelle verbringt. Am Ende ihres Weges angekommen, den sie, wie sie vor ihrer Verhandlung an ihre Eltern schrieb, „mit Überzeugung und stolzem Mut“ gegangen ist, hielt Urach in ihrem Abschiedsbrief fest: „Ich bin ein Kind der Arbeiterklasse, ein Teil von jener wundervollen Schichte des Volkes, von der alles Leben kommt.“ Rote Plakate in Wien kündeten am 17.5.1943 von ihrer Hinrichtung. Im 13. Wiener Gemeindebezirk ist eine Gasse nach ihr benannt; Ihr Name findet sich auf der Gedenktafel vor dem Straßenbahn-Betriebsbahnhof in Wien 13, Hetzendorfer Str. 188; Ihr Name findet sich auch auf der Gedenktafel für die 12 Zentralkomiteemitglieder, die anläßlich des 14. Parteitages der KPÖ (1948) im Haus des Zentralkomitees (Wien 9, Wasagasse) enthüllt wurde und sich jetzt im Haus der KPÖ Wien 10 (Wielandschule) befindet. 

 

 

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!