"...und
die Schande der SPD"
"Zörgiebel ist schuld"
schrieb Carl
v. Ossietzky in der "Weltbühne".
Am 1. Mai 1929 fanden überall in Deutschland
Maidemonstrationen und -kundgebungen statt. Wie immer.
Auch in Berlin sollte eine Kundgebung und
Demonstration stattfinden - auch wie immer.
Aber im Jahr 1929 war es anders. Die
Kommunistische Partei hatte große Erfolge bei den Betriebsratswahlen errungen.
Sozialdemokratische Politiker fürchteten, die Kommunisten könnten die
SPD-Veranstaltung übertrumpfen. Zörgiebel habe, so schrieb Carl v. Ossietzky, "als
Sachwalter des sozialdemokratischen Parteivorstandes," den "Maiumzug
verboten, sachliche Motive hatte er nicht dafür." Die KPD rief
trotzdem zur gewohnten Mai-Demonstration auf. Die Polizei ging mit Maschinengewehren gegen die
Demonstranten vor. Die Folge: 29 Tote Arbeiter und
Hunderte Verletzte.
Im Wedding und in Neukölln errichteten die
Arbeiter Barrikaden. Zörrgiebel und die sozialdemokratische Parteiführung
behaupteten, ein kommunistischer Putsch habe am 1. Mai stattfinden sollen.
Übrigens:
Das behaupteten im Februar
1933 auch die Nazis, nachdem Göring und seine Handlanger den Reichstag
angezündet hatten.
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