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12.Februar
1934:
Die
Arbeiter Österreichs kämpfen mit der Waffe gegen den Faschismus
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Bilder
von den Kämpfen in Wien 1934 ( DÖW/Dokumentationsarchiv
des österreichischen Widerstands) siehe |
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1934:
Austrofaschist
Dollfuß will mit Hilfe Mussolinis faschistische Diktatur in Österreich
errichten
Am
12. Februar 1934 kam es in Österreich zum bewaffneten Aufstand.. Die
organisierte Arbeiterschaft wollte die Errichtung der Diktatur durch
Bundeskanzler Engelbert Dollfuß aufhalten. Nach einer gezielten
Provokation, der polizeilichen Durchsuchung des Parteihauses der
Sozialdemokraten in Linz, griffen Angehörige des Republikanischen
Schutzbundes in Wien, Linz, Steyr, St. Pölten, Bruck an der Mur,
Kapfenberg, Graz, Weiz und Wörgl zu den Waffen.
Der
Aufstand brach jedoch zusammen, denn die Kommunisten waren bereits
verboten und wurden verfaögt und der sozialdemokratische Wehrverband war
desorientiert und schlecht vorbereitet.
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Der
Bewaffnete Aufstand der Arbeiter
In
der Kinderfreundebaracke am Goldmarkplatz sammelten sich am 12. Februar
1934 jene Schutzbundangehörigen aus Ober St. Veit, die mit Waffengewalt
gegen das austrofaschistische Regime zu kämpfen bereit waren. 32 Männer
waren es laut Polizeibericht, darunter der Kommandant Georg Meischl sowie
Karl Münichreiter und Franz Mück. Bei diesen Kämpfen wurden drei
Schutzbundangehörige und fünf Polizeibeamte verletzt.
Als
sich ein Trupp von zehn Polizisten dem Gebäude näherte, begann eine
Schießerei, die insgesamt eine Stunde dauerte. Als Verstärkung eintraf,
postierten sich Polizeibeamte hinter Dachboden- und Stiegenhausfenstern
der umliegenden Häuser und nahmen die Baracke von drei Seiten unter
Feuer. Die Schutzbündler beschlossen, aus der durchsiebten Baracke zu
fliehen. Einer ersten Gruppe unter der Führung von Georg Meischl gelang
die Flucht. Die zweite, von Münichreiter angeführte Gruppe wurde schwer
beschossen. Als sie den Roten Berg hinaufliefen, wurden Mück und Münichreiter
getroffen. Als sich Münichreiter über den schwer verletzten Mück
beugte, traf ihn ein zweiter Schuss.
Der
42-jährige Münichreiter wurde am Vormittag des 14. Februar 1934 trotz
seiner Verletzungen dem Standgericht vorgeführt. Er wurde zum Tode durch
den Strang und zum Ersatz der Verfahrenskosten verurteilt. Justizminister
Kurt Schuschnigg weigerte sich, Gnadengesuche an den Bundespräsidenten
weiterzuleiten, weil „ein abschreckendes Beispiel unbedingt notwendig“
sei. Um 16 Uhr 41 wurde Karl Münichreiter auf der Tragbahre zum Galgen
getragen und hingerichtet.
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| Karl
Münichreiter |
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Karl
Münichreiter |

Trotz
schwerer Verletzungen wurde der Schuhmacher Karl Münichreiter am 14.
Februar 1934, um 16:41, am Galgen ermordet. Man musste den
Schwerverletzten auf einer Tragbahre zum Galgen schaffen. |
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Die
Niederlage
Binnen
drei Tagen schlugen Militär, Polizei, Gendarmerie und Heimwehrverbände
die Erhebung nieder. Offiziell kosteten die Februarkämpfe die Schutzbündler
fast 200 Tote und mehr als 300 Verwundete, die Exekutive beklagte 128 Tote
und 400 Verwundete. Neun Schutzbundangehörige wurden standrechtlich zum
Tode verurteilt und hingerichtet, unter ihnen Georg Weissel, der
Schutzbundführer von Bruck an der Mur Koloman Wallisch und der Hietzinger
Karl Münichreiter.
Dem
Aufstand war ein Jahr der autoritären Politik vorangegangen, in dem
Dollfuß die Demokratie Stück für Stück beseitigt hatte. Im März 1933
wurde das Parlament ausgeschaltet, der Republikanische Schutzbund
verboten, die traditionellen Aufmärsche der Arbeiterbewegung am 1. Mai
untersagt und die sozialdemokratische Arbeiter-Zeitung von nun an einer
Zensur unterzogen. Im Mai 1933 wurde die KPÖ verboten. Im September 1933
verlangte Dollfuß in einer Rede am Wiener Trabrennplatz einen
christlichen Staat auf ständischer Grundlage unter autoritärer Führung.
Am 1. Januar 1934 wurden die gewählten Leitungen der Arbeiterkammern
aufgelöst. Am 23.Januar wurde die Arbeiter-Zeitung verboten.
All
dem hatte die Führung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei tatenlos
zugesehen, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Doch diese vielkritisierte
„Kapitulationspolitik“ verhinderte nicht dessen Ausbruch. Und Dollfuß
packte die Gelegenheit beim Schopf: Obwohl die Partei dazu aufgerufen
hatte, nicht zu kämpfen, wurde sie samt ihrer zahlreichen
Nebenorganisationen aufgelöst, ebenso die Freien Gewerkschaften. Alle
Arbeiter- und Parteiheime wurden beschlagnahmt. Sozialdemokratische
Funktionäre wurden verhaftet, sofern sie nicht ins Ausland geflüchtet
waren. Die Sozialdemokraten und die durch viele enttäuschte
Sozialdemokraten immens gestärkten Kommunisten gingen in den Untergrund |
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Zusammen
mit Georg Weissel und Koloman Wallisch ist der Hietzinger Karl Münichreiter
einer der großen Märtyrer der Februarkämpfe. Münichreiters Konterfei
mit Schnauzbart und in Schutzbunduniform wurde in den folgenden Jahren zu
einer Ikone des Widerstandes – ein wenig wie das berühmte Bild Che
Guevaras Jahrzehnte später. Nach ihm wurde eine Kompanie des österreichischen
Bataillons „12. Februar“ benannt, das als Teil der Internationalen
Brigaden im spanischen Bürgerkrieg für die Republik kämpfte. Sein Grab
am Zentralfriedhof war eine Pilgerstätte der Arbeiterbewegung. So
versammelten sich bei seiner Einäscherung am 13. Juli 1934 mehrere
tausend Menschen am Zentralfriedhof, um zum Krematorium zu gelangen.
Regelmäßig entfernten Wachebeamte rote Schleifen von seinem Grab – bis
hinein in die Nazizeit. Seit 1984 erinnert ein Denkmal am Goldmarkplatz an
ihn: „Er opferte sein Leben für Freiheit und Demokratie in Österreich.
Niemals vergessen“.
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Setz
dich zur Wehr, du Arbeiterheer! - Februar 1934
Von R. K. in Meuterei 01/04
Am 12. Februar jährt sich zum 70. Mal der Aufstand der österreichischen
ArbeiterInnenbewegung gegen die Reaktion - europaweit einer der wenigen
Versuche, dem vorrückenden Faschismus bewaffnet Widerstand zu leisten.
Die KJÖ Braunau veranstaltet zur Ehrung der KämpferInnen für Demokratie
und Sozialismus eine Gedenkfeier [Infos
hier]. Wem aber gedenken wir und was geschah eigentlich an diesen
Februartagen?
Am 4. März 1933 traten bei einer Parlamentssitzung alle drei Präsidenten
zurück, Bundeskanzler Dollfuß erklärte, dass Parlament habe sich selbst
ausgeschaltet und er könne nun mit dem Ermächtigungsgesetz von 1917 ohne
Parlamentskontrolle regieren. Ein neuerliches Zusammentreten des
Parlaments wird von den Christlichsozialen boykottiert und mit
Polizeigewalt verhindert. In Folge werden der Republikanische Schutzbund,
die Maidemonstrationen und die Kommunistische Partei verboten, alle
anstehenden Wahlen werden ausgesetzt. Jedoch existiert die de facto
herrschende Diktatur formal noch nicht. Der italienische Faschistenführer
Benito Mussolini forderte Dollfuß auf, nun auch mit der Sozialdemokratie
kurzen Prozess zu machen. Vizekanzler Emil Fey erklärte am 11. Februar
auf einer Heimwehrkundgebung: "Morgen schon werden wir mit dem Aufräumen
beginnen und wir werden ganze Arbeit leisten."
12. Februar 1934, Schlag 6.30 früh: Die Polizei nähert sich dem
sozialdemokratischen Parteiheim in Linz um mit der Waffensuche zu
beginnen. Der Schutzbund eröffnet - gegen den Willen der Parteiführung -
das Feuer. So begannen die Februarkämpfe, die sich schnell auf andere
Industriezentren ausweiteten. Durch die vorhergehenden Verhaftungen führender
Schutzbündler sowie das defensive Verhalten des sozialdemokratischen
Parteivorstands standen die KämpferInnen auf verlorenem Posten. Die
fehlende Einigkeit und das mangelnde Selbstvertrauen der
ArbeiterInnenklasse, hervorgerufen durch das ständige Zurückweichen der
SDAP, führten zur Niederlage, die durch das Scheitern des Generalstreiks
- der in manchen Sparten gar nicht befolgt wurde - besiegelt wurde. Am 15.
Februar brach der Widerstand zusammen - Bundeskanzler Dollfuß bot das
Bundesheer, die Polizei und die Heimwehr auf um den Aufstand im Blut zu
ertränken. Nach Angaben der Regierung kosteten die Kämpfe dem Schutzbund
fast 200 Tote und mehr als 300 Verwundete, der Exekutive 128 Tote und 409
Verwundete. Heute geht man jedoch von weit mehr Opfern aus. Über 9 Führer
des Aufstandes wurde die - kurz zuvor wiedereingeführte - Todesstrafe
verhängt, Tausende Antifaschisten wurden in den sogenannten Anhaltelagern
eingekerkert. Den Kämpfen folgte das Verbot der SDAP und der
Gewerkschaften sowie die Ausrufung des Ständestaates. Die Kommunistische
Partei konnte sich als revolutionäre Partei profilieren und wuchs zur
Massenorganisation an. Tausende ehemalige SozialdemokratInnen fühlten
sich von ihrer Partei verraten und traten der KPÖ bei.
Der Austrofaschist Engelbert Dollfuß wurde noch im selben Jahr bei einem
Putschversuch von Nazis erschossen. "Kluge" Köpfe aus der
Nachfolgepartei der "Vaterländischen Front", der ÖVP, wie
Andreas Kohl, schließen daraus, Dollfuß sei ein Kämpfer für Österreichs
Unabhängigkeit gewesen. Ungeklärt bleibt hier die Frage, warum die
Reaktion 1934 ihre geballten Streitkräfte gegen die ArbeiterInnenbewegung
einsetzte, 1938 beim "Anschluss" Österreichs an Nazideutschland
aber kein einziger Schuss abgegeben wurde. Für die ÖVP ist das jedoch
kein Grund, das Dollfuß-Bild aus ihrem Parlamentsklub zu entfernen.
Zum Schluss stellt sich noch die Frage, was wir aus jenen Februartagen
lernen können: Auch wenn heute in Österreich keine unmittelbare Gefahr
eines faschistischen Putsches besteht, müssen wir die wichtigste Lehre
aus den Februarkämpfen beherzigen: Ohne aktiven und offensiven Kampf
gegen Sozialabbau, Militarisierung und Demokratieabbau wird uns der
Klassenfeind auch heute Niederlage um Niederlage zufügen.
Quelle:

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12.
Februar 1934:
Bewaffneter
Kampf gegen Faschismus in Österreich
Nach
12 Jahren Faschismus und über 50 Jahren institutionalisierter
Klassenzusammenarbeit unter Führung der Sozialdemokratie ist die österreichische
Arbeiter/innenklasse in eine Lage geraten, wo selbst die einfachsten
Formen des demokratischen Kampfes in Vergessenheit geraten sind. Der
allergrößte Teil der heutigen Generation von Lohnarbeiter/innen ist
ratlos, wenn es um die Verteidigung demokratischer Rechte geht. Umso
ungehinderter können die Scharfmacher der herrschenden Klasse Schritt für
Schritt ihre Vorstellungen von einem "starken Staat" unter dem
Deckmantel der "Terrorbekämpfung" umsetzen.
Wir
müssen weit in die Geschichte der früher kämpferischen österreichischen
Arbeiter/innenklasse zurückgehen, um positive und negative Erfahrungen
aus dem politischen Klassenkampf unseres Landes gegen Faschisierung für
die heutige Zeit wieder bewußt zu machen. Einer dieser Knotenpunkte der
Entwicklung war der 12. Februar 1934, als die bewusstesten Teile der österreichischen
Arbeiter/innenklasse bewaffnet gegen die Errichtung der offen
terroristischen Herrschaft des Monopolkapitals aufstanden.
Die
Vorgeschichte dieser Februar-Kämpfe ist mindestens ebenso wichtig wie die
Folgen, die in groben Zügen allgemein bekannt sind: Nach der
Niederschlagung des Aufstands und der Entwaffnung und Zerschlagung aller
legalen Arbeiter/innenorganisationen durch den Austrofaschismus war der
Weg bereitet für die Okkupation Österreichs durch den deutschen
Imperialismus, der schließlich die österreichische Arbeiter/innenklasse
und werktätige Bevölkerung in den grausamsten und blutigsten Krieg des
20 Jahrhunderts hineinzwang.
Die
Vorgeschichte der historischen Februar-Niederlage von 1934 beginnt aber
schon im Jahr 1918, als die Sozialdemokratie nach dem Sturz der Monarchie
mit Zuckerbrot und Peitsche die Arbeiter/innenklasse daran hinderte, ihre
politische Macht zu errichten. Statt einer sozialistischen Räterepublik
wie in Ungarn, Bayern und anderen Teilen Deutschlands errichten Otto Bauer
und Konsorten eine bürgerlich-parlamentarische Demokratie, in der sich
die Kapitalistenklasse ungehindert wieder zur herrschenden Klasse
aufschwingen konnte. In den 1920er Jahren wurde Zug um Zug der politische
Einfluss der Arbeiter/innenklasse zurückgedrängt, und während die
Sozialdemokraten noch stolz auf ihre Wahlerfolge hinwiesen (über 50% bei
den letzten Gemeinderatswahlen), rüstete die kapitalistische Reaktion
schon zum entscheidenden Schlag, mit dem alle bürgerlich-demokratischen
Einrichtungen beseitigt wurden. Bei jedem Faschisierungsschritt, jedem
Arbeitermord, jedem Terrorurteil der Klassenjustiz, selbst beim Freispruch
der Arbeitermörder von Schattendorf 1927 verkündeten die Führer der
Sozialdemokratie: Wir stehen Gewehr bei Fuß! Wenn die Kapitalisten die
Demokratie beseitigen wollen, werden wir die Diktatur des Proletariats
errichten! Und immer weiter wichen sie zurück. Selbst die Auflösung des
Parlaments durch die Austrofaschisten, das Verbot des Schutzbunds und
weiterer Arbeiterorganisationen, darunter der KPÖ im Jahr 1933 wurde völlig
kampflos hingenommen. Mit ebenso defensiver Ausrichtung wurde schließlich
der bewaffnete Aufstand in die Niederlage geführt, als die Führer der
Sozialdemokratie ihre empörten Anhänger/innen nicht mehr zurückhalten
konnten.
Trotz
militärisch äußerst günstiger Ausgangsbedingungen (der gut bewaffnete
Schutzbund hätte ca. 60.000 Kämpfer mobilisieren können, denen 30.000
Soldaten und 10.000 Polizisten gegenüberstanden – vgl. Komintern-Rede
des Gen. Schönau am 17.2.34 1) erlitt der Schutzbund wegen der selbstmörderischen
Defensive im Kampf eine Niederlage. Statt in die Offensive zu gehen, die
Machtzentren des Kapitals anzugreifen und zu erobern, wurden die ohne
zentrale Kampfleitung heldenhaft kämpfenden Schutzbündler auf die
Verteidigung von Wohnanlagen und Arbeiterheimen konzentriert. Nur in
wenigen Fällen, wo Kommunist/innen die Führung übernahmen, gab es
einzelne offensive Vorstöße.
Die
wahren Gründe für die Niederlage liegen aber tiefer, eben in der grundsätzlich
falschen politischen Ausrichtung der sozialdemokratischen Führung:
Verheerend war vor allem die Fehleinschätzung des bürgerlichen Staates
(v.a. seines bewaffneten Kerns, des Militärs und der Polizei samt Justiz)
als klassenneutrale Institutionen, die es auf demokratischem Weg zu
erobern gelte. Dazu kam die vollkommen defensive Ausrichtung des gesamten
Kampfs gegen den Faschismus auf eine Verteidigung der demokratischen
Einrichtungen statt auf revolutionäre Stärkung der Positionen der
Arbeiter/innenklasse mit Orientierung auf Volksdemokratie und Sozialismus.
Die
Kommunist/innen der damals noch revolutionären KPÖ haben im Februar 1934
wie schon in den Jahren davor entschlossen und heldenhaft gekämpft, waren
aber noch zu schwach, um entscheidenden Einfluss auf den
antifaschistischen Kampf und seine politische Ausrichtung zu nehmen. Erst
im Anschluss an die bitteren Erfahrungen der Februarkämpfe 1934 ist es
der KPÖ in den folgenden Monaten und Jahren gelungen, die klassenkämpferischen
Teile der österreichischen Arbeiter/innenklasse zu organisieren. Das
konnte allerdings an der historischen Niederlage nichts mehr ändern und
die österreichischen Austrofaschisten lieferten binnen weniger Jahre
ihren maroden Staat dem deutschen Kapital und Nazifaschismus aus.
Bezeichnend ist, dass die österreichische Bourgeoisie, die ihre geballten
Streitkräfte 1934 gegen die Arbeiter/innenbewegung einsetzte, 1938 keinen
einzigen Schuss auf ihre deutschen Brüder abgeben ließ, sie vielmehr
begeistert in die Arme schloss.
Die
revolutionären Teile der österreichischen Arbeiter/innenbewegung hatten
in den 1930er Jahren die Gefahr des deutschnationalen Nazifaschismus in Österreich
unterschätzt. Doch während die Revolutionären Sozialisten die österreichische
Nation bis Mitte der 1940er Jahre leugneten und damit der Nazipropaganda
auch in den Reihen der Arbeiter/innenklasse Vorschub leisteten, packte die
KPÖ um 1936 die Frage der österreichischen Nation theoretisch an und
entwickelte ihre politische Linie für den Kampf um ein
antifaschistisch-demokratisches Österreich.
Die
heldenhaften Kämpfer/innen des 12. Februar 1934 legten den Grundstein für
die Partisan/inneneinheiten, die ab 1943 einen Beitrag für die Befreiung
Österreichs vom Nazifaschismus leisteten.
Auch
wenn heute in Österreich noch keine unmittelbare Gefahr eines
faschistischen Putsches besteht, müssen wir die wichtigste Lehre aus den
Februarkämpfen 1934 beherzigen: Ohne bewussten, offensiven Kampf unter
organisierter Führung der entschlossensten und klassenbewusstesten Teile
der Arbeiter/innenklasse wird uns der Klassenfeind Niederlage um
Niederlage zufügen – auch heute!
Fußnote:
1 Wer sich genauer für die
folgenschweren Ereignisse und vor allem die Erfahrungen und Lehren der
Februarkämpfe interessiert, kommt um ein Studium der detaillierten Einschätzungen
der Kommunistischen Internationale nicht herum. Die wichtigsten Schriften
finden sich in den beiden von der MLPÖ herausgegebenen Broschüren zum
12. Februar, die im IML-Literaturvertrieb erhältlich sind (zusammen 124
Seiten um 3 Euro).
Aus:
Proletarische Rundschau, Nr. 6, Februar 2002
Herausgegeben
von der KOMAK-ML |
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