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„Meine
Herren, mögen die Bestrebungen der Kommune in Ihren Augen auch
noch so verwerfliche oder ... verrückte sein, seien Sie fest überzeugt,
das ganze europäische Proletariat und alles, was noch ein Gefühl
für Freiheit und Unabhängigkeit in der Brust trägt, sieht auf
Paris. Meine Herren, und wenn auch im Augenblick Paris unterdrückt
ist, dann erinnere ich Sie daran, daß
der Kampf in Paris nur ein kleines Vorpostengefecht ist, daß
die Hauptsache in Europa uns noch bevorsteht und daß
ehe wenige Jahrzehnte vergehen, der Schlachtruf des Pariser
Proletariats 'Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Tod der
Not und dem Müßiggange!'
der Schlachtruf des gesamten europäischen Proletariats werden
wird.“ (August Bebel)
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Kommune von Paris: 18. März bis 28. Mai 1871
Die Genossinnen und Genossen
der Kommune von Paris sind unvergessen
Von Günter Ackermann
Kommunisten-online vom 29. April 2011 –
Bismarck wollte Deutschland unter der Vorherrschaft Preußens mit
Blut und Eisen einigen um damit die Vorherrschaft in Europa zu
errichten.
Das
französische Kapital hatte dieses Interesse nicht, sie wollten ein
zersplittertes Deutschland und ihre Hegemonie auf dem Kontinent erhalten
– Krieg schien unausweichlich.
In
Frankreich regierte der Neffe Napoleons als Kaiser Napoleon III.
Frankreich war hoch gerüstet, der Kaiser wähnte sich auf der sicheren
Seite.
Auf
der anderen Seite des Rheins bestimmte der preußische Junker Otto von
Bismarck die Linie der Politik Preußens. Und Bismarck wollte den Krieg
mit Frankreich, sein König Willheim aber zögerte. Da kam es zum
klassischen Anlass eines dynastischen Streits: um die Krone Spaniens.
Es
ergab sich, dass in Spanien das Militär die Königin Isabella
II. absetzte und man den Leopold zu
Hohenzollern aus der katholischen Nebenlinie
Hohemzollern-Sigmatingen zum König machen wollte. Dieser wollte
zwar nicht, aber Bismarck; der sofort die Chance Napoleon III. zu
stellen, nutzen wollte, überredete Leopold. Der wollte sich schließlich
der Wahl stellen – was dem französischen Kaiser überhaupt nicht
recht war. Damit hätte Frankreich auf zwei Seiten die Hohenzollern
gehabt am Rhein und den Pyrenäen. Es kam zu Verwicklungen und alles
endete in der Kriegserklärung Napoleons III. gegen Preußen.
Wie wir wissen, endete der Krieg von 1870/1871
mit dem Sieg der deutschen Truppen bei Sedan und dem Sturz des französischen
Kaisers, sowie der Proklamation des preußischen Königs Willhelm I. zum
Deutschen Kaiser.
In Frankreich bildete sich eine provisorische
bürgerliche Regierung mit
Louis Adolphe Thiers als Ministerpräsident. Dieser führte nicht nur
die Friedensverhandlungen mit Preußen, sondern er erreichte
auch, dass die Preußen, die Paris belagerten, im Mai 1871
französische Truppen in die Stadt ließen, damit diese die
Pariser Kommune blutig niederschlagen konnte.
Aber
vorher, am 17. und 18. März 1871, erhob sich die Pariser
Nationalgarde gegen die Truppen der Regierung Adolphe Thiers. Teile
der Nationalgarde und die Arbeiter von Paris errichtete in Paris eine
proletarische Regierung, das so genannte Nationalkomitee der
Nationalgarde, und setzte den 26. März als Wahltermin für den
Stadtrat fest. Dieser gewählte Rat bildete die Pariser Kommune von
1871, seine Mitglieder, die Kommunarde. Die meisten Kommunarden waren
Anhänger von Louis Auguste Blanqui, einem in Versailles gefangen
gehaltenen Revolutionär. Andere Kommunarden hingen der sozialistischen
Theorie des französischen Philosophen Pierre Joseph Proudhon an oder
waren Mitglieder des Internationalen Arbeiterbundes, dessen Sekretär
damals Karl Marx war. Ihr Ziel war nicht nur die Vertreibung der
deutschen Truppen, sondern vor allem ein Umsturz der sozialen Verhältnisse
in Frankreich, die Beseitigung des Adels und der kapitalistischen
Ausbeuter. Sie forderten für die kleinen Leute (Arbeiter, Handwerker,
Dienstboten) die Beteiligung an der politischen Macht. Die Pariser
Kommune beschloss wichtige Reformen:
-
Arbeitsschutz,
-
Gleichberechtigung der Frau und
-
kostenlosen Schulunterricht.
Bevor
diese und ähnliche Reformen aber in Kraft treten konnten, hatte die
Thiers bereits Truppen nach Paris geschickt, um die Kommune
niederzuschlagen. Vom 2. April
an beschossen die Truppen von Thiers unter Marschall Mac-Mahon sechs
Wochen lang Paris. Die Deutschen hatten dafür den Zugang nach Paris geräumt.
Anfang Mai brachen sie die Schutzwälle (Barrikaden) nieder, und vom 21.
bis 28. Mai, in der später so genannten „blutigen Woche“ (Semaine
sanglante), fanden besonders heftige Straßenschlachten zwischen beiden
Seiten statt. Die Regierungstruppen ermordeten mehr als 30 000 Menschen.
Die Kommunarden ergaben sich am 28. Mai 1871.
In
der letzten Phase des Kampfes der Kommune und der ersten nach der
Niederlage töteten die Truppen der
Regierung Thiers mind. 30.000 Kommunarden – wem nicht die
Flucht gelang, wurde ermordet.
Das
Ende der Kommune von Paris markiert das, was die siegreiche
Konterrevolution immer macht: sie nimmt blutig Rache an den Unterdrückten,
damit diese es niemals mehr wagen, sich gegen die Herren zu erheben.
Das
war 1990 nicht anders. Dass es hier nicht zu Massentötungen kam, lag
daran, dass zum einen der Moderne Revisionismus bereits solchen Schaden
in den Köpfen der Menschen angerichtet hatte, dass diese meinten, die
Konterrevolution sei Befreiung und erwarteten, dass sie im Staat der
Konterrevolution alle die Vergünstigungen behalten werden, ohne die
Nachtteile zu haben. Kapitalismus mit menschlichem Antlitz sei möglich.
Das meinten sogar viele, die der SED in der DDR angehörten. Dass es
ganz anders war. Merkten sie, als es zu spät war. Menschlichen
Kapitalismus gibt es ebenso wenig, wie sozialen Kapitalismus. Das war
politisches Kalkül und immerhin. Meinten sie auch so ihr Ziel zu
erreicht zu haben. Den Menschen einzureden, der Kapitalismus sein die
bester aller Gesellschaftsordnungen und habe über den Kommunismus
triumphiert, reichte ihn en erstmal.
G.A,
siehe
auch:
Karl
Marx: Der Bürgerkrieg
in Frankreich
Adresse
des Generalrats der Internationalen Arbeiterassoziation
Geschrieben
April/Mai 1871 mehr |