Chronologie
zur Geschichte der Kommunistischen Parteu der Schweiz und der Partei
der Arbeit
Quelle:
Kommunisten.ch
Auf
Kommunisten-online am 4. März 2011 –
1918 6.
Oktober: Gründung einer kommunistischen Partei unter Führung von Jakob
Herzog («Altkommunisten»). Anarchosyndikalistisch beeinflusst. 12. bis
14. November: Schweizerischer Landesgeneralstreik.
1919 2.–6.
März: Erster (Gründungs-) Kongress der Kommunistischen Internationale
(Komintern) in Moskau. Beteiligt unter anderen der Schweizer Fritz
Platten. 16./17. August: Ausserordentlicher Kongress der SPS in
Basel; Beitritt zur Komintern mit 318 zu 147 Stimmen gutgeheissen. In
der Urabstimmung mit 14 616 gegen 8722 abgelehnt.
1920 5.
April: Beitritt der Sozialistischen Jugendorganisation (Freie Jugend)
zur Kommunistischen Jugendinternationale. Im Herbst Umbenennung in
Kommunistischer Jugendverband der Schweiz. 11. Juni: Anschluss der «Altkommunisten»
an die Komintern. 23. Juli bis 7. August: 2. Kongress der
Komintern. 21 Bedingungen für den Beitritt. 10. bis 12. Dezember:
Ausserordentlicher Parteikongress der SPS in Bern lehnt den Beitritt zur
3. Internationale mit 350 gegen 213 Stimmen ab. Wird in der Urabstimmung
bestätigt mit 25 475 gegen 8777 Stimmen. Die SP-Linke unter Führung
von Franz Welti verlässt den Parteitag.
1921 Vereinigungskongress
der Sozialistischen Linken mit den «Altkommunisten» am 5./6. März
in Zürich. Mitgliederzahl zirka 6000. Präsident wird Franz Welti,
Sekretär Marino Bodenmann. 22. Juni bis 12. Juli: 3. Kongress
der Komintern. 16. bis 18. Dezember: Erster Ausschluss von Kommunisten
aus einer Gewerkschaft (SMUV).
1922
3. bis 5. Juni: 2. Parteitag der Kommunistischen Partei der Schweiz in
Basel. Annahme eines Programms, Beschluss über Fraktionsarbeit in den
Gewerkschaften. 24. September: Schutzhaftgesetz (Lex Häberlin) mit
rund 372 000 gegen 300 000 Stimmen abgelehnt dank Linksparteien und
Gewerkschaften. 5. November bis 5. Dezember: 4. Kongress
der Komintern.
1923
10. Mai: Ermordung des sowjetischen Diplomaten Worowsky in Lausanne
durch einen Russlandschweizer (Freispruch). KPS organisiert
Trauerkundgebung.
1924
17. Februar: Lex Schulthess (Arbeitszeitverlängerung auf 54 Stunden)
wird mit 436 180 zu 320 668 Stimmen verworfen. 17. Juni
bis 8. Juli: 5. Kongress der Komintern. 13./14. Dezember:
3. Parteitag der KPS in Basel.
1927
16. bis 18. April: 4. Parteitag der KPS, «Bolschewisierung»
der Partei: Umstellung auf Betriebszellen, neues Parteistatut. Die KPS zählt
noch zirka 3500 Mitglieder. 24./25. September: SGB-Kongress eliminiert
den Klassenkampf-Artikel aus dem Programm und schliesst das Basler
Gewerkschaftskartell (Kommunistisch orientiert) aus.
Protestdemonstrationen gegen die Hinrichtung von Sacco und Vanzetti.
1928
17. Juni bis 1. September: 6. Komintern-Kongress. «Sozialfaschismus»-Theorie.
1929
Beginn der Weltwirtschaftskrise. März: Antifaschistische «Rote Treffen»
in Basel, Zürich und Genf. 18. bis 20. Mai: ZK-Plenum der KPS in Basel
fasst die «Pfingstbeschlüsse» (Verurteilung des «Rechtskurses» der
bisherigen Führung Welti-Wieser-Bodenmann, Umbesetzungen in
Parteileitung und Presseorganen).
1930
7. bis 9. Juni 1930: 5. Parteitag der KPS. Ablehnung der Theorie der «historischen
Besonderheiten in der Schweiz», Auseinandersetzung mit der
Rechtsopposition (KPO, Bringolf).
1931
Auseinandersetzung mit der Linksopposition innerhalb der KPS
(Trotzkisten).
1932
15. Juni: Zürcher Polizei schiesst in eine Demonstration während des
Heizungsmonteurenstreiks: Ein Toter (Zürcher «Blutnacht»). 9. November:
Militär schiesst in eine antifaschistische Demonstration in Genf: 13 Tote.
2. Dezember: Bundesrat beschliesst die Unvereinbarkeit von einer
Anstellung im Bundesdienst mit der Zugehörigkeit zur KPS. 1933/1934:
Aufgabe der «Sozialfaschismus-Theorie» durch die KPS und
Umorientierung auf eine antifaschistische Einheitsfront-Politik. Auflösung
der Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO).
1934
Erfolgreiches Referendum von KPS und SPS gegen Lex Häberlin II (zirka
486000 zu 415000 Stimmen).
1935
25. Juli bis 21. August: 7. Kongress der Komintern unter Leitung
Dimitroffs.
1936
1. Mai: Zum ersten Mal einheitliche Mai-Demonstration in Zürich
(SP–KP). Listenverbindung SP–KP für die Genfer Grossratswahlen. 30. Mai
bis 1. Juni: 6. Parteitag der KPS in Zürich. Neuer Aufschwung
unter Leitung von Jules Humbert-Droz.
1937
23. Februar: Verbot der KP Neuenburg mit 17 000 gegen 8000 Stimmen
gutgeheissen. 13. Juni: Verbot der KP in Genf mit 18 000 gegen
12 000 Stimmen angenommen. 19. Juli: Unterzeichnung des «Friedensabkommens»
(Streikverbot) durch den SMUV. 1936 bis 1938: Mehr als 700 Schweizer kämpfen
in den Reihen der Internationalen Brigaden in Spanien, unter andern der
Kommunist Otto Brunner als Major.
1938
Listenverbindung der SP–KP für die Grossratswahlen in Basel-Stadt.
1939
Ende Mai: 7. Parteitag der KPS. 3. Dezember: Gründungskongress der
Fédération Socialiste Suisse (FSS, aus der SPS ausgeschlossene
Kantonalsektionen Genf und Waadt). Präsident Léon Nicole. 28. Dezember:
Verbot der «Freiheit», Tageszeitung der KPS, weil sie eine zu
sowjetfreundliche Politik verfolge.
1940
5. Juli: Verbot der FSS-Organe «Le Travail» und «Le Droit du Peuple»,
6. August: Verbot kommunistischer Aktivität und Propaganda, Einführung
der Polizeikontrolle für politische Versammlungen. 26. November:
Verbot der KPS, mit teilweiser Zustimmung der SPS.
1941
27. Januar: Verbot der Sozialistischen Jugend der Schweiz. 27. Mai:
Verbot der FSS. 13. Juni: Ausschluss der vier FSS-Vertreter aus dem
Nationalrat.
1943
Mai: Aulösung der Komintern, Fusion von illegaler KPS und FSS.
Ausschluss von Humbert-Droz aus der KPS. September:
Vereinigungsverhandlungen der KPS/FSS mit SPS scheitern. 1943/1944:
Entstehung halblegaler Gruppen wie der Parti ouvrier in Genf, die sich
an Grossratswahlen beteiligen.
1944
23. Januar: Aufruf der Konferenz der Arbeiterparteien und -gruppen der
Westschweiz für Altersrenten von Fr. 200.-- (Alleinstehende) und Fr.
300.-- (Ehepaare) monatlich. 21. Mai: Konstituierende Konferenz der
Föderation der Parteien der Arbeit in Basel. 14./15. Oktober: 1. Parteitag
der PdAS in Zürich, Präsident Léon Nicole, Sekretär Karl Hofmaier.
1945
6./7. Oktober: 2. Parteitag der PdAS in Genf. Aufschwung der PdA zu
einer Massenpartei (20 000 Mitglieder).
1946
30. November/1. Dezember: 3. Parteitag der PdAS in Zürich.
1947
27. Juli: Schweizerische Parteikonferenz in Bern. Bestätigung des
Ausschlusses von Karl Hofmaier wegen eines Finanzskandals. Grösster
Erfolg in der Geschichte bei den National-ratswahlen: 5,1 % der Stimmen,
sieben Nationalratssitze. Ende 1947: Beginn des Kalten Krieges.
1948
Bruch zwischen der jugoslawischen KP und der KPdSU. Auseinandersetzungen
um den Titoismus in der PdA.
1949
4. bis 6. Juni: 4. Parteitag der PdAS in Basel. Stärkere Ausrichtung
auf eine Kaderpartei hin: Förderung der Schulung, stärkeres Gewicht
auf Betriebszellen gelegt. Wahl von Edgar Woog zum Generalsekretär.
1950
Intensive Kampagne der PdA zum Stockholmer Friedensappell (260 000
Unterschriften). September: Neue Bundesrats-Weisungen gegen
kommunistische Beamte.
1951
Ausschluss von Otto Brunner in Zürich (Jugoslawien-Frage).
1952
6. Februar: Demission von Léon Nicole als Direktor der «Voix ouvrière»
(Differenzen in der Frage der schweizerischen Neutralität). 24.
Februar: Schweizerische Parteikonferenz in Genf. 31. Mai bis 2. Juni: 5.
Parteitag der PdAS in Genf. 7. Dezember: ZK der PdAS schliesst Nicole
aus der Partei aus.
1953
12. September: ZK der PdAS beschliesst Lancierung einer Initiative für
die Einführung einer Invalidenversicherung.
1955
28. bis 30. Mai: 6. Parteitag der PdAS in Genf.
1956
Februar: 20. Parteitag der KPdSU (Entstalinisierung). 2. September:
Austritt von Emil Arnold («Vorwärts»-Redaktor) aus der PdAS.
November: Sowjetische Intervention in Ungarn. Antikommunistische
Ausschreitungen in der Schweiz, besonders gegen PdA-Sekretariate und
-Genossen.
1957
8. bis 10. Juni: Schweizerische Parteikonferenz in Lausanne.
1959
16. bis 18. Mai: 7. Parteitag der PdAS in Genf. Annahme eines
Parteiprogramms mit der Konzeption der antimonopolistischen Sammlung («Schweizerischer
Weg zum Sozialismus»).
1963
Erster Antiatom-Marsch in der Schweiz (Ostermarsch-Bewegung). 14./15.
September: Schweizerische Parteikonferenz in Genf.
1964
16. bis 18. Mai: 8. Parteitag der PdAS in Genf.
1967
27./28. Mai: Schweizerische Parteikonferenz in Lausanne. Annahme eines
Aktionsprogrammes.
1968
Jugend- und Studentenunruhen in Zürich, Basel, Genf, Lausanne.
Entstehung einer Neuen Linken. 1. bis 3. November: 9. Parteitag der PdAS
in La Chaux-de-Fonds. Rücktritt Edgar Woogs als Parteisekretär.
1969
Auflösung der Jungen Sektion der PdA in Zürich. Austritt von Konrad
Farner, Gründung der Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH),
des Partito Socialista Autonomo (PSA) und der Revolutionären
Marxistischen Liga (RML).
1971
Einführung des Frauenstimmrechts: erste PdA-Nationalrätin wird Nelly
Wicki. 12./13. Juni: Schweizerische Parteikonferenz in Lausanne
beschliesst Thesen zur Politik der PdAS (Thesen 71) und Statuten.
1972
3. Dezember: PdA-Initiative für eine wirkliche Volkspension wird mit 1 481 249
zu 294 477 Stimmen abgelehnt.
1974
1. bis 3. Juni: 10. Parteitag der PdAS in Basel. Lancierung der
Antiteuerungs-Initiative.
1975
Besetzung des AKW-Geländes in Kaiseraugst. Entstehung der Anti-AKW- und
Ökologie-Bewegung.
1977
PdA-Initiative mit mehr als 100 000 Unterschriften «Gegen Teuerung
und Inflation» wird von Bundesrat und Parlament willkürlich für ungültig
erklärt. Mehrwertsteuer-Vorlage trotz der Zustimmung von SP und
Gewerkschaften auf Druck der Linken abgelehnt.
1978
13. bis 15. Mai: 11. Parteitag in Genf. Wahl von Jean Vincent zum
Ehrenpräsidenten, von Armand Magnin zum Generalsekretär der PdAS.
1979
26./27. Mai: Nationale Konferenz der PdAS in Regensdorf. Politisches
Aktionsprogramm angenommen. Regierung des Kantons Zürich erlässt
faktisch ein Berufsverbot für PdA-Mitglieder («Grauzonen»-Entscheid
am 16. Mai).
1980
Jugendrevolte in Zürich, Bern, Basel, Lausanne.
Arbeitsplatzsicherungs-Initiative von PdA-POCH-PSA wegen mangelnder
Unterschriftenzahl (90 000) nicht eingereicht.
1983
22. und 23. Mai: 12. Parteitag der PdAS in Prilly. Apell für Frieden,
Freiheit und besseres Leben.
1987
1. März: 13. Parteitag der PdAS in Genf. Für eine Wirtschaft des
Friedens. Mit der Wahl von Jean Spielmann zum Generalsekretär wird eine
Verjüngung der Gremien abgeschlossen.
1989
5. März: Nationale Konferenz der PdAS in Bern. Resolution «Für ein
fortschrittliches und solidarisches Europa». Bestätigung des
Ausschlusses der PdA Basel und Aufnahme der Neuen PdA Basel.
1990
19. und 20. Mai: Nationale Konferenz der PdAS in Genf.
Auseinandersetzung mit dem Scheitern des Realsozialismus und Betonung
der Eigenständigkeit.
1991
4./5. Mai und 7./8. September: 15. Parteitag der PdAS in Prilly und
Genf. Neues Parteiprogramm «Bewegung für den Sozialismus». Die
Statuten werden einer Totalrevision unterzogen. Die PdA-Initiative für
eine Geschlechterquote der politischen Ämter scheitert am geringen
Interesse in der Romandie und wird zurückgezogen.
1992
PdA und Solidarité treten gemeinsam in Genf als Aliance de Gauche an
den Wahlen auf und werden mit 18 Mandaten zweitstärkste Kraft in der
Stadt.
1993
26. September: Schwarzer Sonntag für den Widerstand gegen Sozialabbau.
Das PdA Referendum gegen den Selbstbehalt bei Spitalbehandlungen
(Spitaltaxen) erhält rund 20% der Stimmen. Rund 30% erhält das
Referendum von PdA, SGB und SP gegen die Verschlechterung in der
Arbeitslosenversicherung.
1994
Die PdA feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Bei den eidgenössischen
Abstimmungen spricht sich die PdA gegen Schweizer
UNO-Blauhelmtruppen aus. Das Krankenversicherungsgesetz lehnt sie
zugunsten der Initiative für eine gesunde Krankenversicherung ab.
Bei den Kantonalwahlen in der Waadt kann die PdA ihre Vertretung
fast verdoppeln und hält neu 7 Sitze im Grossen Rat.
1995
10. und 11. Juni: 15. Parteitag in Zweisimmen. Annahme einer
Wahlplattform: «Zehn
Notwendigkeiten für eine solidarische und fortschrittliche Schweiz».
Die PdA stellt die
gesellschaftliche Verteilung der Arbeit in Frage und postuliert längerfristig
die Einführung der 32-Stunden-Woche ohne Lohnkürzung, fordert eine
allgemeine Sozialversicherung, die mit Lohnprozenten finanziert wird und
sowohl AHV wie auch Kranken- und Arbeitslosenversicherung beinhaltet.
Klar spricht sich die Partei für einen raschen EU-Beitritt aus. 25.
Juni: Das von PdA, Gewerkschaften und weiteren Organisationen lancierte
Referendum gegen das Frauenrentenalter 64 fällt in der Abstimmung durch
(40% : 60% ). Die SP spaltete mit einer Initiative den Widerstand. Als
einzige Partei ausser den Grünen spricht sich die PdA gegen die Einführung
einer Ausgabenbremse aus, da sie die Verhinderung neuer sozialer
Ausgaben befürchtet. Bei den eidgenössischen Wahlen kann die PdA ihre
beiden Sitze halten; in Genf gewinnen ihre Partner der Linksallianz
einen Sitz. Mit der Wahl eines PdA-Vertreters in den Lausanner Stadtrat
verfügt die PdA ausserdem neu in den drei grössten Städten der
Welschschweiz über ein Exekutivmitglied.
1996
Die PdA trägt das Referendum gegen das revidierte Arbeitsgesetz aktiv
mit und sagt damit
der Deregulierung im Arbeitsrecht den Kampf an. Die Lancierung
einer Krankenkassen-Initiative wird geprüft Mit Josef Zisyadis zieht in
einer Ersatzwahl im Kanton Waadt erstmals seit 1950 wieder ein Kommunist
in eine kantonale Regierung ein.
1997
Die PdA lanciert eine Volksinitiative «für einkommens- und vermögensabhängige
Krankenkassenprämien». Der Bund soll mindestens 50% der jährlichen
Versicherungskosten decken; die dafür erforderlichen Finanzen sind
mindestens zur Hälfte durch Unternehmen bzw. Banken (Kapitalgewinne)
aufzubringen. Ausserdem ergreift die PdA zusammen mit 2 welschen
SP-Kantonalparteien das Referendum gegen vier Gesetze zur
Liberalisierung und Teilprivatisierung im Post- und
Telekommunikationsbereich. Die Unterschriftensammlung wird abgebrochen,
nachdem die Post-Gewerkschaften nicht mitziehen. Bei den kantonalen
Wahlen in Neuenburg gewinnt die PdA 2 Sitze hinzu. In Genf verliert die
Linksallianz/Alliance de Gauche, der die PdA angehört, zwei Sitze.
1998
Für die Volksinitiative «für einkommens- und vermögensabhängige
Krankenkassenprämien» kann die nötige Unterschriftenzahl nicht in der
erforderlichen Zeit erreicht werden. Die etwa 50 000 gesammelten
Unterschriften werden als Petition deponiert. Mit Blick auf die Wahlen
von 1999 beschliesst die PdA an ihrem Parteitag vom 21. November in Zürich,
auf eine nationale Plattform links der SP hinzuarbeiten. Mobilisiert
werden sollten alle Kräfte, die sich der kompromissorientierten Politik
der runden Tische widersetzen und eine echte Alternative zur
neoliberalen Politik suchen. Christiane Jaquet-Berger wird zur
Nachfolgerin von Parteipräsident Jean Spielmann gewählt. Bei den
kantonalen Wahlen im Kanton Jura kann die PdA ihren Parlamentssitz
verteidigen. In der Waadt gewinnt sie 5 Parlamentsmandate hinzu,
verliert hingegen den Regierungssitz wieder.
1999
Bei den kantonalen Wahlen im Tessin verliert die PdA ihren einzigen
Sitz. Bei den Nationalratswahlen kann die PdA ihre beiden Sitze (je 1 in
der Waadt und 1 in Genf) halten.
2000
Die eidgenössischen Parlamentarier der PdA nehmen die Zusammenarbeit
mit der Gruppe der nichtsozialdemokratischen Linken im EU-Parlament auf.
Die PdA erhält dort den gleichen Status wie ihre
Schwesterparteien aus Norwegen und Zypern. Bei den Parlamentswahlen
im Kanton Basel Stadt scheidet die PdA nach 50-jähriger Präsenz aus
dem Rat aus.
2001
Die PdA spricht sich gegen die Militärgesetzrevisionen und die
Aufhebung des Bistumsartikels sowie die Volksinitiative «Energie statt
Arbeit besteuern» aus. Zu den Initiativen «für tiefere
Arzneimittelpreise» und «Schweiz ohne Armee» gibt sie hingegen die
Ja-Parole heraus. In den Parlamentswahlen in Genf verlert die
Linksallianz, der die PdA angehört, 6 ihrer bisher 19 Sitze; in
Neuenburg kann sie 1 Mandat hinzugewinnen und stellt nun 7 Abgeordnete.
In der Lausanner Stadtregierung wird der PdA-Vertreter abgewählt: in
der Legislative muss sie 3 ihrer zuvor 13 Mandate abgeben.
2002
Parteitag in Vaumarcus: An Stelle der zurücktretenden Christiane
Jaquet-Berger wird der Neuenburger Grossrat Alain Bringolf ins Parteipräsidium
gewählt. Die Delegierten beschliessen, sich an der Lancierung einer
Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse zu beteiligen. Zur
Initiative des Schweizerischen Gewerkschaftbundes «für eine kürzere
Arbeitszeit» empfiehlt die PdA Ablehnung, da die Volksinitiatve mit der
Einführung von Jahresarbeitszeiten ein gefährliches
Flexibilisierungselement enthielt.
2003
Bei den Nationalratswahlen geht der PdA-Sitz in Genf an ihre Partner der
Linksallianz. Dafür kann in der Waadt ein zweiter Sitz erobert werden.
2004
Die PdA feiert in Bern ihr 60-jähriges Bestehen. Sie ist neu mit einem
Sitz im Parlament der Stadt Bern vertreten.
2005
Die PdA lehnt die Schengen-Dublin-Abkommen ab, weil das Sammeln von
Unmengen von Personendaten zu einem nicht tolerierbaren Eingriff in die
Privatsphäre führen wird. Auch bei der Ausweitung der Personenfreizügigkeit
auf die neuen EU-Länder gibt es Vorbehalte in der Partei wegen des befürchteten
Sozial- und Lohndumpings. Die Partei gibt schliesslich wegen ihres
traditionellen Einstehens für offene Grenzen die Ja-Parole heraus.
Unterstützt wird auch das Gentech-Moratorium in der Landwirtschaft. Bekämpft
wird die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten in Bahnhöfen. Da sich
in Genf die Partner der Linksallianz (PdA, Communistes und Solidarités)
wegen Differenzen beim Personenfreizügigkeitsabkommen nicht auf eine
gemeinsame Liste für die Grossratswahlen einigen können und das nötige
Quorum von 7% je hauchdünn verfehlen, ist die PdA wie ihre Partner in
der neuen Legislatur nicht mehr im Kantonsparlament vertreten.
Kommunisten.ch
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