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Stalins
Tod
Eine
Würdigung des großen Führers des Weltproletariats
Von
Günter Ackermann/März 2007
5.
März 1953 in Erfurt. Ich machte mich zur Schule fertig. Wie immer, hörte
ich dabei Radio, Aber heute war es anders. Es kam Trauermusik aus dem
Lautsprecher. Dann brach die Musik ab, eine Stimme meldete sich und sagte,
ich erinnere mich noch sehr gut: „Der große Führer des
Weltproletariats, der Genosse Josef Wissarionowitsch Stalin, ist tot. Wir
spielen jetzt das Lieblingslied des Genossen Stalin, Suliko.“
Wir
alle kannten das Lied, hatten es in der Schule gelernt. Es erklang die
Stimme von Ernst Busch, der das Lied sang. mehr
Stalin
tot, das kann nicht sein, dachte ich. Mit meinen 13 Jahren wusste ich
zwar, was Tod ist, aber Stalin? So ging es vielen Menschen, v.a. jüngeren,
in der DDR. Stalin, das war Sowjetunion, das war sozialistischer Aufbau,
das war Beseitigung der Trümmer bei uns in Deutschland. Und der tot? In
der Schule wurde eine spontan einberufene Trauerfeier durchgeführt.
Für
uns junge Menschen stand Stalin für die Befreiung vom Faschismus, stand für
den Sieg des Sozialismus über Imperialismus, stand für den Kampf gegen
Krieg und imperialistischen Völkermord.
Es
versteht sich, dass die Imperialisten und ihre Wasserträger frohlockten.
Der Stählerne, der unversöhnliche Feind der Kriegsbrandstifter, der Führer
der großen UdSSR, war für die Welt mehr als nur der Führer eines Staats
– wenn auch eines sehr großen.
Als
USA-Präsident Harry S. Truman
während der Konferenz in Potsdam von den erfolgreichen amerikanischen
Atombombenabwürfen auf Japan berichtete, wunderte er sich, dass Stalin so
ruhig reagierte. Dabei waren der Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen
– aus strategischer Sicht – gegen Japan unsinnig gewesen, Japan war
bereits reif zur Kapitulation und der Kaiser Hirohito hatte bereits seine
Bereitschaft zu kapitulieren signalisiert.
Die
Atombomben und der Tod von einigen hunderttausend zivilen Opfern, hatten
in Wirklichkeit einen anderen Zweck. Sie sollten der Welt verkünden, dass
nur die USA die Geschicke der Welt bestimmen sollte und, dass jedes Land,
das das nicht anerkennt, mit den Einsatz dieser Waffe rechnen muss. Die
Atombombenabwürfe richteten sich also in erster Linie an Stalin und die
UdSSR, sie waren der Beginn der atomaren Erpressung der Welt durch die
USA, die bekanntlich bis heute fortbesteht.
Aber
Stalin reagierte scheinbar eher desinteressiert auf Trumans Nachricht.
Heute wissen wir, warum. Stalin wusste das bereits und es gab bereits
sowjetische Wissenschafter, die an einer sowjetischen Atomwaffe
arbeiteten. Sowjetkundschafter, wie Klaus Fuchs, arbeiteten im Zentrum der
USA-Atomwaffenforschung.
Stalin
beugte sich nicht der atomaren Erpressung der USA. Stattdessen forderte er
die weltweite Ächtung aller Atomwaffen und den Einsatz der Kernenergie
nur für friedliche Zwecke. Der Westen lehnte immer ab und trieb die Rüstungsspirale
voran.
Bereits
vor dem 2. Weltkrieg war es die Politik Stalins, die die Richtschnur für
den sozialistischen Aufbau der Sowjetunion bildete. So wurden die ländlichen
Ausbeuter, die Kulaken, die die Kleinbauern versuchten in Abhängigkeit zu
halten, als Klasse beseitigt und die Kollektivierung der Landwirtschaft
durchgeführt. Es wurde neues Ackerland in der Steppe erschlossen, indem
große Staudammprojekt verwirklicht wurden, die Wasser für die trockenen
Steppengebiete lieferten und elektrischen Strom für die Industrie. Überhaupt
wurde der industrielle Aufbau der UdSSR beschleunigt. Das wiederum war,
als die deutschen Faschisten die UdSSR überfielen, von großer
Wichtigkeit für die Landesverteidigung.
Stalin
wurde, damals wie heute, von den Imperialisten gehasst und verleumdet. Er
habe Morde begangen und
Schauprozesse inszeniert. Tatsache ist aber, dass die Trotzkisten, im Bündnis
mit dem internationalen Finanzkapital, versuchten die Sowjetmacht zu schwächen.
Ihre Anhänger saßen in wichtigen Funktionen der Sowjetunion. Trotzki,
der sich ins sichere Ausland abgesetzt hatte, führte diesen Block der
Rechten und Trotzkisten. Ziel war letztlich, die Sowjetmacht abzuschaffen.
Stalin
schob einen Riegel vor und erkannte, dass es keineswegs so ist, dass mit
dem sozialistischen Aufbau die Klassenwidersprüche verschwinden. Sie
wirken weiter in den Köpfen der entmachten Bourgeoisie und versuchen,
wieder die Oberhand zu gewinnen.
Stalin
schrieb:
„Es
ist notwendig, die faule Theorie zu zerschlagen und beiseite zu werfen,
dass der Klassenkampf bei uns mit jedem Schritt unseres Vormarsches mehr
und mehr erlöschen müsse, dass der Klassenfeind in dem Maße, wie wir
Erfolge erzielen, immer zahmer werde. Im Gegenteil, je weiter wir vorwärts
schreiten, je mehr Erfolge wir erzielen werden, um so größer wird die
Wut der Überreste der zerschlagenen Ausbeuterklassen werden, um so mehr
Niederträchtigkeiten werden sie gegen den Sowjetstaat begehen, um so mehr
werden sie zu den verzweifeltsten Kampfmitteln greifen, als den letzten
Mitteln zum Untergang Verurteilter. Man muß im Auge behalten, dass die
Reste der zerschlagenen Klassen in der UdSSR nicht alleine dastehen. Sie
genießen die direkte Unterstützung unserer Feinde jenseits der Grenzen
der UdSSR.” (In: J.W. Stalin, Über die
Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der
trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler, Berlin 1954, S.22 f.)
Es
versteht sich, dass dieser unversöhnliche Feind der Imperialisten kein
gutes Wort von diesen bekam. Sie wähnten sich, als Lenin starb, bereits
wieder auf dem Vormarsch in Russland. Aber die Parteitagtagsdelegierten
trauten Trotzkis schönen Worten nicht und wählten Stalin als den
Nachfolger Lenins. Trotz seiner fraktionistischen Machenschaften konnte
Trotzki keinen Boden gewinnen und setzte sich ins kapitalistische Ausland
ab und konspirierte von hier. Er ließ aber seine Speichellecker und
Intriganten in der Sowjetunion zurück. Diese ermordeten schließlich 1934
den beliebten Parteisekretär von Leningrad, Sergei
Mironowitsch Kirow.
Damit
war das Maß voll. Von Fraktionisten und Intriganten waren sie zu
konterrevolutionären Mördern und Putschisten geworden. Die sog. Moskauer
Prozesse räumten mit diesem Gesindel auf.
Wer
heute behauptet, das seien reine Schauprozesse gewesen, mit dessen Hilfe
Stalin seine Alleinherrschaft absichern wollte, der kennt entweder die
Geschichte nicht oder der lügt und verschweigt die Tatsache, dass die
Prozesse auf offener Bühne vor der Weltpresse stattfanden und namhafte
westliche Juristen als Prozessbeobachter die Prozesse verfolgten. Von
manipulierten Aussagen berichteten diese Beobachter nicht, eher vom
Gegenteil.
Während
des Großen Vaterländischen Krieges stand Stalin an der Spitze der Roten
Armee. Mit dem Rufe „Es lebe Stalin“ kämpften die Rotarmisten die
faschistischen Okkupanten nieder und es war die von Stalin geführte
Sowjetarmee, die die Hauptkraft gegen die Faschisten bildete.
Dass
deutsche Volk verdankt Stalin viel. Während die westlichen Besatzungsmächte
aus Deutschland noch einen Kartoffelacker machen wollten, begannen in der
sowjetischen Besatzungszone wichtige Reformen. So wurde eine demokratische
Bodenreform durchgeführt, bei der die Junker enteignet und ihr Land den
Bauern übereignet wurde.
Alles
Eigentum von aktiven Faschisten wurde enteignet. Die Chemiefabriken des
Konzerns IG-Farben ebenso, wie die Krupps die verloren z.B. in Magdeburg
ihre große Maschinenfabrik usw.
Und,
was wohl das wichtigste war, die Schulreform wurde auf den Weg gebracht. Während
in Westen in den Schulen immer noch die Prügellehrer aus der Nazizeit die
Schüler drangsalierten, wurde in der Sowjetischen Zone die Schule
grundlegend verändert. Alle Lehrer – und es waren die meisten –
verschwanden aus den Schulen und wurden durch sog, Neulehrer ersetzt. Das
waren z.T. gebildete Arbeiter, die vor 1933 der KPD und der SPD angehörten,
aber auch junge Menschen ohne Nazivergangenheit, die zu Lehrern umgeschult
wurden. Jedenfalls gab es 1947/1948 keine Nazilehrer mehr im Schulwesen
der SBZ.
Ich
wurde 1947 in die Hans-Sailer-Schule in Erfurt eingeschult, benannt nach
einen Widerstandskämpfer gegen den Faschismus.[1]
Das war eine große Schule in einem Arbeiterviertel. 1949 besuchten 803
Schüler, vorwiegend Arbeiterkinder, diese Schule.
Mein
Klassenlehrer war ehemaliger Schriftsetzer, vor 1933 Mitglied der SPD und
Widerstandskämpfer gegen die Faschisten gewesen. Als er Lehrer wurde, war
er schon über 50 Jahre alt. Er brachte uns die große deutsche Literatur
nahe, vor allem Heinrich Heine. Er blieb für mich das Sinnbild eines
guten und engagierten Lehrers.
Auch
wurde die bürgerliche Teilung des Schulsystems, Volksschule, Realschule,
Gymnasium abgeschafft. Alle besuchten die gleiche Schule und erst nach
Abschluss der Grundschule, also der 8. Klasse, gingen die einen in die
Lehre, die anderen an die Oberschule mit Abschluss Abitur. Vor allem aber:
Die Prügelstrafe wurde im Schul- und Erziehungswesen verboten. Prügelnde
Lehrer wurden streng bestraft. Im Gegensatz dazu: In NRW, im Westen, würde
erst 1967 oder 1968 die Prügelstrafe verboten.
Das
war die SBZ, hier realisierte sich im Detail die stalinsche
Besatzungspolitik in Deutschland. Stalin wollte nicht die Deutschen demütigen,
sondern er wollte ein friedliches und demokratisches Deutschland.
Aber
das hintertrieben die Westmächte und begannen insgeheim aus
Westdeutschland ein Aufmarschsgebiet für ihren antikommunistischen Krieg
gegen die UdSSR zu machen.
In
der SBZ/DDR also friedlicher Aufbau, im Westen erst heimliche, dann
offene, Kriegsvorbereitungen gegen den Osten.
Wir
bringen diese Würdigung dieses großen kommunistischen Staatsmannes
Stalin, weil es wichtig ist, den Lügenvorhang zu zerreißen, den die
Lohnschreiber des Kapitals um die Erinnerung an Stalin gewebt haben. Sie
bedienen sich dabei der Lüge und immer wieder auch der Anhänger
Trotzkis. Aber Stalins Andenken bleibt lebendig.
G.A.
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