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Datei:Coat of arms of the Soviet Union.svgDu bist immer bei uns

Ein Beitrag zum Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus

Von NN

Kommunisten-online vom 14. April 2010 – Zufällig wurde ich im Internet auf das Video einer ukrainischen Künstlerin (Xenia Simonowa) aufmerksam, die Sandmalerei betreibt. Das nachfolgende Video bei youtube hat mich sehr berührt. Sehen Sie selbst, wie die Zuschauer und Leser dieses Blogs darauf reagieren.

Kommentare dazu aus einer Internetplattform:

Gaby aus Kronach schreibt: Hallo, gerade habe ich einen Link zu einem Youtube-Video geschickt bekommen, bei dem es mir vor Faszination die Sprache verschlagen hat.

Schauen Sie mal, welche großartigen Bilder eine junge Ukrainerin aus einer

Handvoll Sand zaubern kann! (siehe)

Doris aus Passau schreibt: das sieht nicht nach "Sandmalerei" aus .

G.(mein Kommentar): Doch, doch - ein erschütternder Beitrag, von einer Tiefe und Menschlichkeit, die man dieser jungen Künstlerin nicht zugetraut hätte...

Ты всегда рядом! (Du bist immer bei uns) - 1945

(Man begreift den Inhalt tatsächlich nur, wenn man die sowjetische Geschichte von 1941-45 kennt und die Texte und Lieder versteht! Verständlich auch, daß da im Publikum Tränen fließen.)

Astrid aus Düsseldorf fragt: Erzaehl doch mal - ich kenn die Clips von ihr aus Youtube, aber keine Hintergruende. @ D.: doch, das ist ganz feiner Sand, auf einer Lightbox, von oben gefilmt, von unten beleuchtet. Ist ein ziemlicher Renner auf Youtube.

Doris antwortet: Hallo zusammen,

eben habe ich mir den Clip noch mal angeschaut und bekam ....Gänsehaut!

Man muss/sollte eben manchmal einen zweiten Blick riskieren.

Wirklich faszinierend, wie die Künstlerin mit dem Medium "Sand"umgeht. Sie kann was!!

Die Zuschauer waren sehr ergriffen....jetzt kann ich es besser verstehen .

G. schreibt (mein Kommentar): Tja, Astrid - zu dem Film bei youtube: Die Wunden sind nicht verheilt, und sie werden wohl auch niemals verheilen. Das erste Bild ist klar: ein Liebespaar auf einer Parkbank, dann der Lautsprecher, die Stimme von Juri Lewitan:

«Внимание! Говорит Москва, говорит Москва. Заявлвение Советского Правительства. Граждани и гранжданки Советского Союза! Сегодня, 22 июня 4 часа утра, без объявлвения войны германские войска напали на нашу страну...»

(heute am 22.Juni um vier Uhr morgens...) – die Menschen blieben stehen und hörten zu – starr vor Entsetzen. Dann die Meldung über den heimtückischen Überfall der faschistischen deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Und jeder kennt es:

«Вставай, страна огромная,

Вставай на смертный бой

С фашистской силой тёмною,

С проклятою ордой! ...»

 Steh auf, du großes Land,

Steh auf zum Todeskampf

Mit der dunklen faschistischen Macht,

  Mit der verfluchten Horde!...

(Der heilige Krieg) - Menschen, Flieger am Horizont, ein Kind im Laufgitter (abspielen)

 

Dann das Lied:

«Тёмная ночь, только пули свистят по сте

Только ветер гудит в проводах, тускло звезды мерцают...»

«Мне кажется порою, что солдаты

С кровавых не пришедшие полей

Не в землю нашу полегли когда-то,

А превратились в белых журавлей

Они до сей поры с времен тех дальних 

Летят и подают нам голоса

Не потому ль так часто и печально

Мы замолкаем, глядя в небеса?»

(Dunkle Nacht) ... Krieg! Eine junge Mutter, ein Brief ... ein Denkmal, dann 

Mir scheint bisweilen, daß die Soldaten,

Mit Blut nicht die Felder begießen,

Nicht einst in unserer Erde liegen,      

Sondern sich in weiße Kraniche verwandeln.

Fliegen bis zu jener fernen Zeit 

Und leihen uns die Stimme.

 Ist es, weil wir so häufig und so traurig

Verstummend in den Himmel schauen?

(Mir scheint es manchmal, daß die Soldaten... – verstummen wir, in den Himmel schauend?) - ein trauriges, ein erschütterndes Lied. Ein russisches Fenster, eine junge Mutter mit ihrem Kind - sie schauen zum Fenster hinaus. Kommt er zurück?? –

Ты всегда рядом – 1945

(Du bist immer bei uns - 1945). 

Das haben alle im Saal verstanden.

Entschuldige die russischen Texte, aber die Zuschauer kannten sie. Die Sowjetunion hatte bis zum Sieg über die Nazibarbarei und deren bedingungsloser Kapitulation die größten Opfer zu beklagen: 26,6 Millionen Tote, Tausende dem Erdboden gleichgemachte Dörfer – verbrannte Erde, 1.700 zerstörte Städte, 127.000 zerstörte Schulen, Universitäten, Bibliotheken und 6 Millionen zerstörte Wohnhäuser, materielle Schäden in Höhe von geschätzten 128 Mrd. Dollar, eine zu großen Teilen zerstörte Industrie (32.000 zerstörte Industriebetriebe) usw. usf. fielen auf das Schuldkonto des deutschen Imperialismus*. Wer die Verbrechen der Wehrmacht, der SS erlebt hat – es gibt ja noch Überlebende! – der wird das wohl niemals vergessen!

Astrid schreibt: Nochmal danke, G. :)

Macht mir mal wieder bewußt, wie wenig wir "Baby Boomer" mit den Weltkriegen zuhause konfrontiert wurden - es wurde ja alles verschwiegen und unter den Teppich gekehrt.

Erst wenn man im Ausland lebt, bekommt man mehr Einblicke, sieht andere Seiten. Hier ist das Thema im Alltag vorhanden, sei es im TV oder im Stadtbild.

Doris schreibt: Hallo G.,

ich bewundere Deine Kenntnisse in der russischen Sprache.....

Danke für Deinen Beitrag ! Wir aufgeklärten Deutschen wissen so ziemlich, was die Nazis gemacht haben, aber mich hat es doch erschüttert, daß so viele Russen gestorben sind ! Offenbar weiß ich nicht alles !!!

Die Dimension hat mich erschüttert!

So verstehe ich die junge Künstlerin und ihr Publikum , mit anderen Augen sozusagen.

Danke, daß Du sie mir geöffnet hast !

Doris


* Die Angaben sind dem Buch von Erich Hanke, Ins nächste Jahrhundert, Urania-Verlag Leipzig-Jena-Berlin, 1987, S. 103 entnommen.

abspielen des Liedes Swjaschtschennaja Woina (Der heilige Krieg)

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