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Revolutionäre 1. Mai Demonstration in Duisburg
„Kapitalismus
bedeutet Krieg und Krise“
Unter
diesem Motto fand in Duisburg ein revolutionäre 1, Mai-Demo statt. Nach
Angaben der Veranstalter nahmen an der ersten revolutionären 1.
Mai-Demo in Duisburg seit vielen Jahren ca. 150 Personen – meist junge
Menschen – teil. Wir dokumentieren unten diese Veranstaltung durch
Fotos.
Welche
Bedeutung der Klassengegner dieser Demo beimaß zeigt die Tatsache,
dass mehr als 40 Einsatzfahrzeuge der Polizei, mit etwa 200 Kettenhunden
des Kapitals, die Demo flankierten. Das nicht, weil sie Zwischenfälle
befürchtete, sondern wohl eher zur Einschüchterung. Die Herrschenden
haben also Angst, deshalb lassen sie ihre Kettenhunde schon mal los –
man kann ja nie wissen…
Treffpunkt
war ein Platz im Duisburger Stadtteil Hochfeld. Der ist in
weiten Teilen ein reiner Arbeiterstadtteil mit hohem Migrantenanteil und
sehr hoher Arbeitslosenquote. Der Stadtteil ist von der Politik
weitestgehend vernachlässigt worden. Seit einigen Jahren will man aber
aus diesem Teil Duisburgs Besserverdienende ansiedeln, dort einen Park am
Rhein erreichten. Hier sollen teure Wohnungen gebaut werden mit dem Ziel,
die Mieten allgemein anzuheben und die, die jetzt da wohnen, zu verdrängen.
Bisher jedoch ist der Plan keinen Schritt voran gekommen. Um das zu
erreichen, braucht die Stadt Bauland und das gibt es nur auf dem
Gelände
der ehemaligen Niederrheinischen Hütte – jetzt ein Drahtwalzwerk. Der
Besitzer, ein indischer Konzern, will sich die Immobilie jedoch teuer bezahlen lassen.
Hier
also nahm diese Demo ihren Ausgang. Die Beteiligung der dort wohnenden
Menschen war bescheiden, aber die Bewohner des Stadtteils, die da hinkamen, waren nicht feindlich
gesonnen, sondern eher positiv gestimmt.
Schade
nur, dass die Veranstalter keine Redebeiträge am Ausgangspunkt der
Demo vorgesehen hatten.
Auch war die Vorbereitung mittels Plakate und Flugblätter im Stadtteil
gleich Null. Man hatte das Gefühl, dass gar kein Wert auf die
Teilnahme der hier wohnenden Menschen gelegt wurde. Wie gesagt: ein
Stadtteil mit ca. 90% Arbeiter.
Ich
empfinde das als einen großen Mangel und eigentlich nicht zu
entschuldigen. Es bleibt zu hoffen, dass nächstes Jahr ein breiteres Bündnis
diese Mai-Demo organisiert, vor allem, dass die Organisatoren Wert auf
Arbeit unter der Bevölkerung des Stadtteils legen. In Hochfeld lohnt es
sich, hier ist eine linke Hochburg, wo seit 1999 die PDS/PdL
westdeutsche Stimmenrekorde einfährt, weil die Menschen sie für eine
Kommunistische Partei halten.
An
Mitglieder anderer linken Gruppen tauchte ein einzelner aus dem Umfeld der MLPD mit
einem umgehängten Plakat auf, einige aus der DKP, sogar eine DKP-Fahne, und ein Einzelner aus
der Kommunistischen Plattform der Partei die Linke. Die übrigen
Parteien und Gruppen aus dem linken Spektrum glänzten mit Abwesenheit.
Veranstalter
war ein Bündnis, vor allem die „Antifaschistische Aktion“ – wie
gesagt: alles recht junge Genossen.
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