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Hartz
IV-Praxis ist Entrechtung, Demütigung, Unterdrückung
In
diesem Beitrag bei Gegenwind wird der Umgang mit Hartz IV-Empfängern
kurz und zutreffend charakterisiert:
Bestrafung
ohne Urteil erlaubt-Sanktionen
auf
Kommunisten-online am 1. April 2011
Aktuelles
Sind
die zuständigen Fachkräfte der Jobcenter jetzt schon nicht kleinlich
beim Verhängen von Sanktionen, können u. dürfen sie ab 01.04. so
richtig aus dem Vollen schöpfen.
Bei
Antritt ihres Amtes im BMAS hat Frau von der Leyen schon die richtige
Einstellung mitgebracht, diese am Existenzminimum lebenden müssen wir
zwingen etwas zu tun. Mit den Neuregelungen bei Hartz IV tut sie nun
das, was u. a. Katja Kipping bei einer Anfrage im Bundestag wie folgt
formulierte:
„Den
Betroffenen werden rechtswidrig die ohnehin viel zu geringe
existenzielle Absicherung bzw. ihnen zustehende Versicherungsleistungen
verwehrt. Dabei ist zusätzlich zu den offiziellen Zahlen mit einer
extrem hohen Dunkelziffer zu rechnen, denn viele Betroffene kennen ihre
Ansprüche und Rechte nicht genau und legen deswegen keinen Widerspruch
ein. Ich fordere die Stärkung der Rechtssicherheit der Betroffenen
durch den sofortigen Ausbau einer unabhängigen Erwerbslosenberatung und
die Abschaffung jeglicher Sanktionen: Hartz IV muss weg, die Sanktionen
müssen weg, eine soziale repressionsfreie Grundsicherung muss her!“ siehe
Diese
Worte geben das wieder, was schon lange überfällig ist. Eine
Bestrafung von einem Teil des Volkes, welches ohne Schuld den
Arbeitsplatz verloren hat, weil ein industrieller Kahlschlag vor allen
in den sogenannten neuen Bundesländern erfolgte.
Viele
von denen die es betroffen hat, haben nie wieder einen Fuß in die Tür
des 1. Arbeitsmarktes bekommen. Dafür, werden jetzt bei kleinsten
Vergehen zustehende Leistungen gekürzt und das nun auch schon, wenn der
Fachkraft vielleicht das Benehmen des Betroffenen nicht gefällt.
Alles
was das Jobcenter fordert, ist im Grunde Sanktionen unterworfen, so
unterdrückt werden nun Millionen von Erwerbslosen, denn mit der
Unterschrift unter eine Eingliederungsvereinbarung
geben sie alle Rechte ab.
Es
gibt zwar Arbeit aber zu was für einem Preis, die vorhandenen offenen
Stellen werden unter aller Würde bezahlt, danke noch an Herrn Schröder.
Dieser hat sich ja mit der Errichtung eines Niedriglohnbereiches in
Deutschland gebrüstet und die jetzige Regierung hat den Ausbau so
vorangetrieben, dass nicht viel anderes übrig bleibt.
Denn
bist du einmal im Hartz IV, steckst du in der Falle und um da heraus
zukommen ist nur über Zeitarbeit, Minijobs u. ä. möglich, ganz geht
die Hartz-Falle nicht auf, denn bei diesen Löhnen muss jeder weiter zum
Jobcenter um aufzustocken.
Jeder
Gang ins Jobcenter bedeutet Abhängigkeit und wenn es nicht so läuft
wie die dort Herrschenden es wollen, kann immer die SANKTION drohen!
WEHREN
WIR UNS!
M.
Madaus
Quelle:
http://www.ali-gegenwind.de/2011/03/26/bestrafung-ohne-urteil-erlaubt-sanktionen/#permalink
(Danke
an teja
http://teja552.blog.de/2011/03/29/bestrafung-urteil-erlaubt-sanktionen-10910471/
für den Hinweis.)
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Ostdeutsche
und Hartz IV
auf
Kommunisten-online am 1. April 2011 - ...
Gerade viele Ostdeutsche haben vor über 20 Jahren wieder besseren
Wissen gehandelt. Haben ihre Errungenschaften auf dem Altar des Kapitals
geopfert und sichere Arbeitsplätze gegen Bananen getauscht, anstatt den
Sozialismus besser zu machen. Ich kann mich an Diskussionen erinnern, wo
ich zu hören bekam, dass bald der Mercedesstern von den Türmen prangen
wird, in der Hoffnung auf freien Zugang in die Tempel des Kapitals. Als
ich damals auf die Risiken verwies, wurde abgewinkt, immerhin waren im
Westen ja auch nur die Faulen arbeitslos und selbst waren die Menschen
ja fleißig, was konnte da schon passieren? Das hatte ihnen vor der
Wende sogar das Westfernsehen bescheinigt, später ändert sich die
Ansicht, aber da spielte es nur noch eine untergeordnete Rolle. Und so
drehten sich die Gedanken lange, viel zu lange, um die blühenden
Landschaften, welche, um blühen zu können, erst einmal von den Spuren
industriellen Seins befreit werden mussten. Dem Gang in die Tempel des
Konsums wurde oft die Würde geopfert, eigene Erfolge selbst schlecht
geredet und den Goldgräbern die goldene Schippe gereicht. Auch schien
es anfänglich nicht zu stören, wenn die Arbeit verloren ging, fleißigen
Menschen wird es schon nicht schlecht gehen und immerhin, die neue
Freiheit hat eben ihren Preis!
Als
sich dann aber so nach und nach herausstellte, dass die verlorene Arbeit
nicht wiederkam, andere schwerlich zu finden war, und wenn, nicht ohne
erhebliche Verluste an Einkommen, und/oder Lebensqualität in Kauf zu
nehmen, setzte langsam ein Bewusstseinswandel ein. Nun gibt es hier
durchaus Menschen, welche seit über 20 Jahren ihren Fleiß in ABM,
Umschulungen, Praktika und was es noch so alles gibt, ausleben können.
Zwischen derlei Maßnahmen kann die neu gewonnene Freiheit dann voll
ausgekostet werden, meistens reicht es aber nur dafür, sich vor die
Glotze zu setzen, und vom neuen Wohlstand zu träumen. Schöne heile
Welt! Oder?
So
schön und heil ist die Welt aber nicht, wird immer öfter festgestellt,
Dauerberieselung durch die Medien verliert an Wirkung und es wird sich
erinnert, an eine Zeit, welche Geschichte ist. Das wiederum sollte natürlich
nicht sein, den Gral der Freiheit gilt es hochzuhalten, die Bitternis zu
schlucken und so ersinnen nicht nur die Medien, immer neue Möglichkeiten
der Ablenkung.
Die
Hartzgesetze setzten dem bis jetzt die Krone auf und mit der Zeit sind
die Menschen in diesem Land zumindest in ihrem Elend gleich.
Repressionen sollen aber nicht nur die Menschen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse
zwingen, sondern sie auch davon abhalten, sich mit den Ursachen ihrer
eigentlichen Probleme zu beschäftigen. Wenn es Unregelässigkeiten
gibt, sollen sie doch klagen und ist es nicht gar gewollt, dass so
manches Gesetz unklar formuliert und in seiner Auslegung viele Möglichkeiten
bietet? Gehört nicht auch dieses dazu, die Menschen ins Labyrinth bürgerlicher
Gerichtsbarkeit zu lotsen, mit dem Ziel sich verlaufen zu lassen?
Dass
die Menschen im Osten damals gehandelt haben, wie sie gehandelt haben,
hat die verschiedensten Ursachen, wobei etliche davon hausgemacht waren.
Ihr Verhalten, ihre Entscheidungen damals, ihnen heute noch zum Vorwurf
zu machen, ist hingegen wenig konstruktiv. Es ist Geschichte, geändert
werden kann diese nicht mehr. Was hingegen die Gegenwart betrifft, da
gibt es einiges zu tun, gerade auch Strukturen zu schaffen, welche das
Bewusstsein der verschiedensten Ungerechtigkeiten, in Taten gegen diese
zu wandeln vermögen. Sich in dieser Hinsicht „nur“ zu mühen,
Menschen über ihre Rechte aufzuklären und sie zu unterstützen diese
wahrzunehmen, ist zwar wichtig, bedeutet letztlich aber die bestehenden
Verhältnisse zu erhalten, in dem sich diesen angepasst wird. Viel
wichtiger ist die Entwicklung der Fähigkeit zum praktischen Widerstand,
entgegen der bestehenden Strukturen.
Ja,
Menschen sollen beschäftigt werden, wenn es nicht einmal genügend prekäre
Beschäftigungsverhältnisse gibt, dann soll sich wenigstens mit sich
selbst beschäftigt werden. Damit die Menschen dabei aber nicht auf
„dumme“, dem System nicht genehme, Gedanken kommen, wird jeder
Versuch unternommen, auch diese Selbstbeschäftigung zu steuern.
Wenn
ich heute in der hiesigen Regionalzeitung lese, dass die
„Leihmutter“ oder „Leyenmutter“ der Nation für ihre neusten
Machenschaften mit dem Slogan: „mehr Dezentralität, höhere
Flexibilität, größere Individualität, höhere Qualität, mehr
Transparenz“ wirbt und das unter der Überschrift:
„Leistungssteigerung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“ steht,
kann einen eigentlich nur schlecht werden, wenn dieses Kauderwelsch in
Normalsprache übersetzt wird. Dabei sollen verschiedene Maßnahmen
deutlich reduziert werden, und zwar gerade solche, welche
„Problemgruppen“ zugedacht waren. Der Abbau von ABM wird nun sogar
damit begründet, dass diese Maßnahmen „zum Teil sogar einer
Vermittlung in reguläre Jobs entgegengewirkt“ hätten. Das ist doch
was, als ob es diese Kritik nicht schon zur Einführung von ABM gegeben
hätte! Betroffen von den Veränderungen sind vor allen arbeitslose
Jugendliche und ältere Arbeitslose, wenn dass nicht nach Selektion für
den Arbeitsmarkt riecht! Also gerade solche Arbeitskräfte, welche
entweder noch nicht, oder nicht mehr flexibel genug für die Wirtschaft
sind. Untermauert wird das ganze mit der Aussage: „Ziel der Reform
sind nicht die Einsparungen, sondern mehr Flexibilität“!
Ja,
so ist es mit den Maßnahmen, welche ergriffen werden, damit die
Wirtschaft weiter wächst und die Gewinnausschüttungen von einem zum
anderen Rekord geführt werden können. Die Betroffenen, welche immer
mehr gezwungen werden prekär zu arbeiten, und auch jene, welchen nicht
einmal mehr diese Tätigkeiten „gegönnt“ werden, machen es
letztlich aber selbst mit möglich. Vereinzelt wird sich ins
„unvermeidliche“ Schicksal gefügt und gelegentlich auch rein gedrängt.
Übrigens
kommt mir in diesem Zusammenhang eine gute Idee, warum nicht
Unternehmen, welche zum Beispiel Menschen prekär beschäftigen, einfach
benennen? Ich habe solch eine Tätigkeit im Dezember und Januar ausgeübt,
3,-€ gab es die Stunde, wobei die geleisteten Stunden nicht einmal
alle bezahlt wurden. Dabei arbeiten die meisten meiner Kollegen als
Kraftfahrer auf derselben Basis, und leisteten unter Umständen noch
wesentlich mehr Stunden. Im Internet präsentiert sich das Unternehmen
von seiner besten Seite, den Preis haben die Mitarbeiter zu zahlen.
3,-€ als Auslieferungsfahrer ist nicht gerade berauschend und um auf
399,-€ im Monat zu kommen, müssen 133 bezahlte Stunden im Monat
geleistet werden, oft auf Abruf, jederzeit verfügbar, einen Vertrag
gibt es nicht. Die Arbeit ist durchaus anspruchs- und
verantwortungsvoll, sowie körperlich schwer, wenn an die schweren Behältnisse
für Essen gedacht wird, welche Einrichtungen (Kindergärten, Krippen,
Schulen, Betriebe) erhalten. Wenn ein Fahrer am Fahrzeug dann noch eine
Beule oder anderen Schaden verursacht, muss er für diesen gerade stehen
und dann kann es schon mal passieren, dass die Arbeit des Monats umsonst
war. Dass gerade in diesem Bereich die Fluktuation sehr hoch ist,
versteht sich von selbst. Aus diesem Grund werden immer wieder neue
Mitarbeiter eingearbeitet, wobei es auf einen Einsatz keinen Anspruch
gibt. Flexibler kann eine Tätigkeit wohl kaum sein! Oder doch?
Gruß
Th. Loch
http://kritische-massen.over-blog.de/ |