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Es geht abwärts mit Deutschland - Erwerbspersonen 1990 - 2050

verfasst von Wal Buchenberg,

Quelle: marx-forum vom 06.09.2011

Auf Kommunisten-online am 11. September 2011 – Die Wirtschaftsleistung eines Landes hängt vor allem von zwei Faktoren ab: von der Zahl der Erwerbstätigen (genauer: der Summe der Arbeitsstunden) und zweitens von der Arbeitsproduktivität.

Die Zahl der Erwerbstätigen wiederum hängt von der Erwerbsquote (dem Anteil der Berufstätigen an der Gesamtbevölkerung), von der Altersstruktur und von Wanderungsbewegungen ab.
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland wird künftig deutlich abnehmen. Wie sich diese Zahl bei konstanter Erwerbsquote und ohne Wanderungsbewegung entwickeln wird, hat das regierungsnahe Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berechnet. Siehe die folgende Grafik:

[image]

Nach der Prognose des IAB wird die Zahl der Erwerbstätigen bis 2020 auf rund 40 Millionen sinken. 2030 wird es in Deutschland voraussichtlich noch 35 Millionen Erwerbstätige geben und 2040 noch 30 Millionen.
Eine Steigerung der Produktivität könnte allerdings in gewissem Umfang das mit dem Rückgang der Erwerbspersonen verbundene Sinken der Wirtschaftsleistung kompensieren.

Im Durchschnitt der letzten 20 Jahre stieg die Arbeitsproduktivität in Deutschland jährlich um rund 1,5 Prozent. Die Produktivitätssteigerung von 1,5 Prozent jährlich habe ich ab 2010 auf die jeweilige Zahl der Erwerbspersonen aufgerechnet. Wie der schmale Schatten über der roten Linie zeigt, kann ein so geringes Produktivitätswachstum den Rückgang der Erwerbspersonen nicht ausgleichen.

Es geht abwärts mit Deutschland.

Eine Katastrophe wäre das nicht. 2030 hätte die Wirtschaftskraft Deutschlands noch die heutige Größe von Frankreich oder England. 2035 wäre das heutige Niveau von Italien erreicht. Später ginge es in Richtung Kanada und Spanien – alles Länder, in denen es sich leben lässt. Der Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung muss keineswegs einen Rückgang des Lebensstandards für die verbliebenen Bewohner zur Folge haben. Sicherlich wird aber die „Weltgeltung“ Deutschlands, sein „internationales Gewicht“, an Bedeutung verlieren. Ich kenne viele Leute, die darüber ganz froh sind.

Gruß
Wal Buchenberg

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