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Der
feine Herr Clement will Langzeitarbeitslosen
wieder mal Geld aus der Tasche ziehen
Von
Gerd Höhne/11. Oktober 2005
„Abzocke
und Selbstbedienung am Sozialstaat“ betrieben sie. Clement meint
damit nicht jene, denen seine Regierung erst vor kurzer Zeit die
Milliarden Steuergeschenke der sog. Steuerreform in den gierigen Rachen
warf. Da
schenkte die Bundesregierung den Reichen und Superreichen so viele
Milliarden, dass sie jetzt dem Bundeshaushalt fehlen.
Da
seine Regierung an allen Brandherden dieser Welt mit Soldaten mitmischen
will, was bekanntlich viel Geld kostet, sie Deutschland am Hindukusch
verteidigen wollenl, muss das Geld woanders hergeholt werden – von den
Empfängern von Sozialleistungen, den Arbeitslosen, Rentnern und
Kranken. Jetzt sind wieder die Langzeitarbeitslosen dran.
Seine
Regierung hatte sich bei der Berechnung der Kosten für Hartz
IV verrechnet. Es muss erheblich mehr Geld aufgebracht werden, wie er
und seine Ministerkollegen meinten.
Nun
sucht Wolfgang Clement nach Möglichkeiten, das Geld für Waffen und
Militäreinsätze den Langzeitarbeitslosen aus der Tasche zu ziehen.
Zunächst
waren es allerdings die Kommunen, die angeblich missbräuchlich zu viele
Sozialhilfeempfänger an die Arbeitsämter (Agenturen für Arbeit) als arbeitslos gemeldet hatten und
wollte hier kürzen. Aber da wandten sich die Landes- und
Kommunalpolitiker, auch aus der SPD, gegen den feinen Herrn im
Nadelstreifen.
Und
nun will er angebliche Abzocker ans Leder. Wie gesagt, er meint nicht
jene, die Staatsknete von oft astronomischen Summen einstreichen und anstatt
Menschen zu beschäftigen, diese rauswerfen die dann als „Soziallasten“
dem Sozialsystem Geld kosten. Die Herrschaften aus den
Vorstandsetagen meint nicht.
Clement
will die Arbeitslosen noch stärker kontrollieren lassen. Natürlich um
ihnen ber angeblichen Verstößen Sperren aufbrummen zu können. Durch
Hausbesuche oder Telefonaktionen sollen sie bespitzelt werden. Erst im
August wurde bekannt, dass seine Bundesagentur für Arbeeit mittels einer privaten
Firma Langzeitarbeitslose auch am Wochenende unter Telefonterror setzte
und sie bespitzele. Wir riefen sein Ministerium an und fragten nach. Ein Herr
Moritz von der Pressestelle dementierte, dass es sich um eine
Bespitzelungsaktion der Arbeitslosen durch sein Haus handele. (siehe)
Jetzt ist die Katze aus dem Sack, Clement hat – aus Dummheit oder wie
auch immer – zumindest in Zukunft solche Aktionen angekündigt.
Ferner
sollen volljährigen jungen erwachsenen
Arbeitslosen, die bei den Eltern ausziehen wollen, nach Clements
Vorstellungen, nur noch dann die Wohnkosten bezahlt werden, wenn die Behörden
zugestimmt haben. Allerdings würde selbst die strickte Anwendung dieser
Maßnahme der Bundeswehr keine einzige Patrone mehr bescheren. Die
Wohnkosten bezahl ja gar nicht der Bund, sondern – wie früher schon,
als es noch Sozialhilfe hieß – die Kommunen. Der feine Herr ist nicht
nur unverschämt, der weiß noch nicht einmal, von was er redet.
Wie
gut der Propagandaapparat da mitspielt, zeigt folgende Radiomeldung in
den Nachrichten heutefrüh: In Berlin seien, so die Meldung, in letzter Zeit
die Anzahl der Einpersonen-Haushalte Arbeitsloser sprunghaft gestiegen.
Man vermute hier Missbrauch von ALG II. Woher das die Presse hat? An der
Spitze der Sozialbehördevon Berlin steht eine Frau Heidi Knacke-Werner. Frau
Doktor Heidi Knacke-Werner ist Senatorin für Gesundheit, Sozialwesen und
Verbraucherschutz und in der Linkspartei PDS. Aber die ist doch bekanntlich gegen den Sozialraub. Oder doch nicht?
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