|
Altersarmut
für Konzernbosse? - Aber nein, das
bleibt den Arbeitern vorbehalten!
Deutschland
AG: Die Altersvorsorge für die Vorstandsmitglieder ist gesichert.
Die
Großaktionäre kümmern sich um die vorzeitige Altersversorgung -
'Rente
mit 60' - ihrer Vorstandsmitglieder!
Von
Reinhold Schramm
Kommunisten-online
vom 10. Juli 2010 – Für die jüngeren Beschäftigten der abhängigen
Lohnarbeit liegt das Renteneintrittsalter derzeit bei 67 und nach den
Vorstellungen der EU- Kommission und Wirtschaftsliberalen des Kapitals
demnächst bei 70 Jahren. Mehr als 80 Prozent erreichen nicht das
Renteneintrittsalter von 65 - und zum Dank für ihre Verwertung in der
Lohnarbeit (nicht nur in den Aktiengesellschaften) erhalten sie häufig
die Rentenkürzung.
Für
die Hälfte aller Vorstände in den führenden Unternehmen der Germany
AG liegt die relativ niedrige Altersgrenze, ab der die Ansprüche auf
Alterszahlungen einsetzen, bei der Vollendung des 60. Lebensjahres. Hier
halten sich die Vorstandsmitglieder der Aktiengesellschaften an die
alternativen Vorschläge für die Absenkung des Rentenalters auf 60
Lebensjahre.
Nur
in einem Viertel der Unternehmen gilt für die Vorstandsmitglieder die
Altersgrenze von 65. Das restliche Viertel der Unternehmen zahlt ab 62
oder 63 an die Vorstandsmitglieder die Alters- bzw. 'Rentenbezüge'.
Sieben
Millionen Euro hat ein Dax-30-Unternehmen im Jahr 2009 im Durchschnitt
insgesamt an die früheren Mitglieder seines Vorstandes als
Altersversorgung bzw. 'Rente' gezahlt. Damit gaben diese Unternehmungen
für die Altersversorgung ihrer Ex-Vorstände im Durchschnitt noch
einmal rund die Hälfte dessen aus, was die aktiven Vorstände bereits
an Vergütung erhielten.
Die
'Renten'-Auszahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder lagen 2009
zwischen knapp einer Million Euro bei SAP und gut 24 Millionen Euro bei
dem Produzenten (unter anderem) für Stahl- und Waffenprodukte der
ThyssenKrupp AG. Hinzu kamen die Summen, die für künftige
Alters-Zahlungen
an die aktiven Vorstände zurückgelegt wurden. Hier reichen die Beträge
von 0,5 Millionen Euro bei Beiersdorf bis zu 11,1 Millionen Euro bei der
Volkswagen Aktiengesellschaft. Bei
den Auszahlungen und Rücklagen für die Altersversorgung ihrer Vorstände
im Jahr 2009 wendete ThyssenKrupp 27,7 Mio., die Deutsche Bank 21,4 Mio.
und die Siemens AG 20,6 Millionen Euro auf (ohne Verrechnung der ohnehin
vorhandenen Vorstandsbezüge der noch aktiven Vorstandsmitglieder - und
Dividenden aus dem jeweiligen Aktienbesitz etc.). Dabei sind die Angaben
zu den individuellen Vorsorgeaufwendungen in den Geschäftsberichten der
Aktiengesellschaften trotz (ihrer) gesetzlicher Publizitätsverpflichtung
nicht in allen Punkten transparent und vergleichbar.
Die
Gesamt-Rückstellungen im Geschäftsjahr 2009 für die Altersversorgung
der ehemaligen Vorstandsmitglieder lagen bei durchschnittlich 67
Millionen Euro pro Dax-30-Unternehmen. Dabei betrug die Rückstellung für
die Alterversorgung in 13 Firmen jeweils mehr als 50 Millionen Euro und
bei 8 Unternehmen lag sie jeweils höher als 100 Millionen Euro.
Für
die Minderung der "Neid"-Diskussion: Für die jüngere Zeit
konstatiert der Fachmann einen Trend zu etwas niedrigeren
Altersversorgungsniveaus auch bei Vorstandsmitgliedern von
Aktiengesellschaften.
Quelle:
Betriebliche Altersversorgung von Vorständen in Dax 30-Unternehmen (pdf).
Empirische Erhebung im Juni 2010. Eine Auswertung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
http://www.boeckler.de/pdf/mbf_gutachten_evers.pdf
09.07.2010,
Reinhold Schramm
|