|
Sozialbericht:
Armes
Deutschland - Reiches Deutschland
Armut
in der Klassengesellschaft der Bundesrepublik Deutschland.
In
der Deutschland AG verarmen Menschen in Lohnarbeit und Arbeitslosigkeit,
Hartz-IV-Vollzug und Rente.
Von
Reinhold Schramm
Kommunisten-online
vom 30. August 2010 – Das reichste Zehntel der Bevölkerung in der
Klassengesellschaft der Bundesrepublik Deutschland verfügt über einen
privaten Netto-Vermögensanteil aus der Wert- und Mehrwertschöpfung der
Gesamtgesellschaft - vor allem der (enteigneten) Frauen und Männer in
wissenschaftlicher und technischer Lohnarbeit - in Höhe von 61,1
Prozent, bzw. über 4.032,6 Milliarden Euro.
Weitere
20 Prozent der Bevölkerung, - der differenzierte „Mittelstand“
(20-25 % der Gesamtbevölkerung, einschließlich Teile der unteren
„Oberschicht“), verfügen über 30,1 Prozent aller Netto-Vermögensanteile,
über 1.986,6 Milliarden Euro.
70
Prozent der Gesamtbevölkerung - die Bevölkerungsmehrheit aus
differenzierter Lohnarbeit und realer Reichtums- und Mehrwertschöpfung
- verfügt (nur) über knapp 9 Prozent des Netto-Gesamtvermögens, rund
594 Milliarden Euro. Unter dieser Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 40
% der Gesamtbevölkerung mit einem Netto-Vermögensanteil von 1,6
Prozent bzw. 105,6 Mrd. Euro, und ein Anteil von 10 % der Gesamtbevölkerung
mit einem Schuldenstand von 105,6 Mrd. Euro. [In Verrechnung sind 50 %
der Gesamtbevölkerung in der Germany AG ohne Eigentum und Vermögen;
allenfalls differenzierte Reproduktionsmittel, einschließlich der
Menschen in Hungerlohn, Mini-Mindestlohn, - ‘Aufstocker’ - ,
Zeitarbeit und Leiharbeit, Hartz-IV-Vollzug und (sozialdarwinistischer,
gesellschaftspolitisch - kapitalliberal - erwünschter und stets
geleugneter) Armut.] [1]
Nach
dem aktuellen offiziellen Sozialbericht wächst die soziale Kluft
zwischen Reichtum und Armut weiter. Die Hälfte aller Arbeitslosen ist
armutgefährdet. In Ostdeutschland gibt es noch mehr arme Menschen als
in Westdeutschland - das gilt für Menschen in Lohnarbeit,
Arbeitslosigkeit und für (vor allem) allein erziehende Frauen.
Offiziell waren im Jahr 2009 in Westdeutschland rund 13 Prozent
der sozialökonomisch differenzierten Bevölkerung armutgefährdet, in
Ostdeutschland lag der offizielle Anteil bei 19,5 Prozent. Berücksichtigen
wir die statistischen Zahlen-Fälschungen (Armuterhebungen, Kriterien
und Berichte etc.), so liegen die realen Anteile der Armutsgefährdung
deutlich höher. [2] (*) Extrem
schlecht ist die finanzielle Lage von Alleinerziehenden, in der Mehrzahl
Frauen. In Westdeutschland sind 38 Prozent der Alleinerziehenden
armutgefährdet und in Ostdeutschland 47 Prozent (- auch eine Folge der
'Deutschen Einheits- und Kahlschlagpolitik). Ein großer Anteil der
Alleinerziehenden ist beruflich qualifiziert. Hier spielen die geringen
Einkünfte und die ungenügenden Kinderbetreuungs-Einrichtungen auch
eine Rolle; insbesondere die Diskriminierung von Alleinerziehenden
(Frauen mit/und Kinder) im täglichen Kampf um bezahlte Arbeit. [3]
Quelle:
[1] Klassengesellschaft und Vermögensverteilung in Deutschland 2007
(vor der offiziellen Finanz- und Wirtschaftskrise der Spekulanten,
Bourgeoisie und Aktionäre).
http://www.debatte.info/fileadmin/download/rschramm_10052009.pdf
[2]
Der Armutsbericht der Bundesregierung (2008) ist ein Schwindel nach
unten! (*)
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/schramm.pdf
[3]
FR - am 27.08.2010. Sozialbericht. Armes Deutschland [in der 'Reichen
Deutschland AG]
http://www.fr-online.de/politik/armes-deutschland/-/1472596/4595316/-/index.html
*)
Der Deutsche Gewerkschaftsbund berichtet zum Armutsbericht am 19.05.2008
wie folgt:
Merke:
„Die Dimension des Armutsproblems wird umso deutlicher, wenn man berücksichtigt,
dass die Armutsschwelle trotz der hohen Inflation von 2003 bis heute
(von 938 auf 781 Euro) abgesenkt wurde.“ (DGB)
28.08.2010,
Reinhold Schramm |