Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Belgien

Wer die Krisenzeche zahlt ...

ENTLASSUNGEN - ENTLASSUNGEN - ENTLASSUNGEN ...

von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Kommunisten-online vom 4. Dezember 2009 – Wie spielt sich die Bourgeoisie Flanderns gegenüber der Wallonie auf, seit durch die große Krise im Kohle- und Stahlindustriebereich mit seinen Standorten fast ausschließlich in der Wallonie in den 80er Jahren aus jahrzehntelangem Wirtschaftsboom ein rasanter Niedergang der Wirtschaft binnen wenigen Jahren wurde! Auf ein Mal lagen die „Standorte“ Brüssel und Antwerpen wirtschaftlich vorn, transferierte Flandern erwirtschaftete Mittel in die Wallonie.

Seit gut einem Jahr herrscht nun weltweit eine gewaltige kapitalistische Finanz- und Wirtschaftskrise. Davon bleibt auch Belgien nicht verschont. Kaum ein Tag vergeht mehr ohne Hiobsbotschaften für die Arbeiter und Angestellten. In den Bussen und Zügen zu den Arbeitsstellen, in den Kantinen und Pausenräumen tauschen sich die Kollegen lebhaft dazu aus. Es herrscht zunehmender Unmut darüber, dass die belgische Regierung es fertigbrachte, aus der Möglichkeit eines für den Staat gewinnbringenden Verkaufs beispielsweise der angeschlagenen Fortisbank ein Loch für etliche hundert Millionen Euro an Verlust zu Lasten der Steuern zahlenden und arbeitenden Klassen Belgiens zu machen. Ja wirklich, diese Parasiten an der Regierung und die Manager und Besitzer von Banken und Versicherungen scheinen hier in Belgien die europäischen Rekordhalter in Korruption, Unterschlagung, Vorteilsnahme und Bereicherungssucht zu sein. So ist es vielerorts dieser Tage hier zu vernehmen.

Während also einem großen französischen Finanzkonsortium namens BNP Paribas mit Millionen Euro aus dem belgischen Steuersäckel die Fortisbank noch schmackhafter gemacht werden konnte, wurden allein in Antwerpen 3000 feste Arbeitsplätze mal eben zum Jahresende kapitalistisch wegrationalisiert. Es soll dort allerdings bei Opel und Bayer weitergehen mit den Massenentlassungen, so dass für Beginn 2010 von weiteren 3000 Entlassungen in Antwerpen die Rede ist.

DHL verlegte sein europäisches Drehkreuz vom Flughafen Brüssel-Zaventem nach Leipzig. Den Vorwand dafür lieferten Beschränkungen durch ein zunehmendes Nachtflugverbot auf dem Flughafen Brüssel-Zaventem. Wahrer Grund ist natürlich das gewaltige Einspar- und Profitpotenzial bei den Löhnen der Arbeiter und Angestellten. Während im Raum Halle-Leipzig jede Menge willige und in ihrem Elend hoch motivierte Arbeiter aus dem Osten auch für niedrigste Löhne bei jeder Zeitarbeits- und Leiharbeitsfirma zum Wohle und für den Extraprofit von gleich mehreren Ausbeuterclans schuften würden, hatten die belgischen Festangestellten bei DHL bisher ihre erkämpften soliden Sozialstandards und zumindest auskömmliche Löhne bezogen. Die ersten Massenentlassungen bei DHL sind am Flughafen Brüssel-Zaventem bereits im Jahre 2009 erfolgt und betrafen hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DHL-Belegschaft. Dieser Tage nun kündigte die Direktion von DHL in Diegem an, demnächst nach 100 Arbeitern weitere 788 Arbeiter zu entlassen. Das europäische Hauptquartier von DHL soll von Diegem nach Bonn verlegt werden. Während die betroffenen Arbeiter von sozialem Kahlschlag ohnegleichen reden und deren Wut kocht, sieht die Direktion von DHL dies ganz und gar anders und bietet „Ausgleichsjobs“ an: in Bonn, Leipzig oder in Prag. Selbst der bürgerliche Ministerpräsident Flanderns, Kris Peeters, konnte dieses Angebot nur als zynisch bezeichnen.

Das keinesfalls kommunistische Flanderninfo kommt zu folgender bemerkenswerter Kommentierung angesichts der Massenentlassungen in Flandern: „...einmal mehr rächt sich der Umstand, dass die Entscheidungen längst nicht mehr in Brüssel, Lüttich oder Antwerpen, getroffen werden, sondern in Paris, Berlin oder Detroit. Belgien muss tatenlos zusehen, wie große Multinationals ihre belgischen Niederlassungen schließen, wie sie ihre Europäischen Hauptsitze in die Heimat verlagern.

Im Augenblick bekommt vor allem Flandern die Krise mit voller Wucht zu spüren. Vor diesem Hintergrund warnte die Zeitung 'Het Laatste Nieuws' schon vor einem Szenario, wie es die Wallonie vor einigen Jahrzehnten erleben musste.“

Die Regierenden Flanderns rechnen mit 54.000 Arbeitslosen mehr bis Ende 2010 und damit über 170.000 Arbeitslosen in Flandern. Zugleich üben sich die bürgerlichen Politiker in ständigen Maßhalte-Appellen an die Gewerkschaften. Den Gewerkschaften jedoch reicht es, an ihrer Basis gärt es. Schließlich sollen 800 Millionen Euro von der flämischen Regierung in „Wirtschaftsförderung“ gesteckt werden, gegenüber 22,5 Millionen Euro für einen zusätzlichen „Beschäftigungsplan“. Mit der „Wirtschaftsförderung“ soll beispielsweise die Entwicklung der Massenproduktion elektrischer Autos angekurbelt werden.

Mehr als eine halbe Million belgische Beschäftigte werden ab 2010 etwas weniger verdienen. Sie müssen wegen der Deflation ab Januar mit ungefähr 0,4 Prozent Gehalt weniger auskommen, weil ihre Entlohnung an den sinkenden Index der Lebenshaltungskosten gekoppelt is. Weil das Leben billiger wird, sinken auch die Löhne. Von den Profiten ist da mal wieder keine Rede!

Am 30.11.2009 kam es zu einem Gespräch zwischen den Gewerkschaften und dem belgischen Premierminister Leterme. Es geht um vermisste Maßnahmen der Regierung gegen die Massenentlassungen im Lande. „Die Aussichten sind schlecht und das schlimmste muss noch kommen“, so der Vorsitzende der ACV-Gewerkschaft, Luc Cortebeeck, an den Premierminister: „Insbesondere die Arbeiter stehen schlecht da.“

Die Gewerkschaften fordern einen besseren Schutz der Arbeiter. Im Vergleich zu den Angestellten werden die Arbeiter diskriminiert, weil sie weniger Kündigungsgeld erhalten. Die Behörden müssen auch offensiver reagieren, um Arbeitsplätze in Belgien zu behalten: „In Deutschland und Frankreich werden Arbeitsplätze tatsächlich verteidigt“, so Cortebeeck. Ach wirklich???

Nach dem Treffen mit dem Premierminister haben die Gewerkschaftsvertreter enttäuscht reagiert. Die Regierung hat die Sozialpartner beauftragt, sich untereinander über die Angleichung des Angestellten-Arbeiter-Statuts zu einigen.

Rudy De Leeuw von der sozialistischen Gewerkschaft sagte, dass die Gewerkschaften ihre Verantwortung wahrgenommen haben und es nicht fair ist, dass sie von der Regierung keine Antworten auf ihre Fragen erhielten.

Am vergangenen Montagnachmittag hat die sozialistische Gewerkschaft eine Protestkundgebung für Freitag um 11 Uhr angekündigt, um einen besseren Schutz der Arbeiter zu fordern. Die liberale und christliche Gewerkschaft folgten dem Aufruf, so dass die drei großen landesweiten Gewerkschaftsverbände Belgiens die „gemeinsame Gewerkschaftsfront“ präsentieren und sich geschlossen und kampfbereit zeigen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Und in Belgien wissen es die Menschen aus dem Volke aus bisherigen immer wiederkehrenden Erfahrungen: Soziale Rechte, Menschenrechte wie das Recht auf einen auskömmlich entlohnten Arbeitsplatz, müssen ständig neu erkämpft und aktiv, durch Aktionen, verteidigt werden. Geschenkt wird vom Kapital nichts!

Und wir Kommunisten argumentieren da noch weitergehender unter Kollegen. Denn alle sehen doch, wofür Steuergelder so verprasst werden: am Hindukusch, am Horn von Afrika, für Butterberge und Milchseen trotz vielen Millionen Hungertoden in den ärmsten Regionen der Welt.

Es gibt wenige Einrichtungen, die wir Kommunisten stillgelegt haben möchten. Gegen die Stilllegung der US-amerikanischen Streitkräfte bis auf den letzten ihrer militärischen und zivilen Angehörigen hätten wir Kommunisten keinesfalls etwas. Wir wissen, dass dadurch schlagartig die USA ihren Verbrauch an Treib- und Kraftstoffen um mindestens 50% senken würden, was den Eisbären und den Bewohnern solcher Länder wie der Malediven und Bangladeshs hoffentlich noch rechtzeitig und somit rettend zugute käme. Wir fragen uns, warum da die Umweltbewegung nicht Seite an Seite mit uns argumentiert und für die Abschaffung der imperialistischen Aggressionsarmeen kämpft.

Wir sind auch für Stilllegung von Guantanamo Bay. Die US-Streitkräfte sollten dort endlich abziehen und Kuba diesen Teil seines Territoriums endlich wieder überlassen, anstatt dort völkerrechtswidrig zu verbleiben und jenes berüchtigte Foltercamp zu betreiben. Wir machen unsere Mitmenschen auf diese Verbrechen an Menschheit und Natur aufmerksam und schärfen ihren Instinkt, damit sie erkennen, wo der Klassenfeind steht, und wo sie selbst hingehören.

Quelle: Flanderninfo.be

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!