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„Wir
sind schließlich Demokraten“
Einige
Anmerkungen vom Roten Webmaster zu neuen Verrätereien der DGB-Spitze
Der DGB akzeptiere den
parlamentarischen Entscheidungsprozeß, der mit der Abstimmung im
Bundesrat am vergangenen Freitag sein Ende gefunden habe. Man werde die
Bundesregierung aber
„weiterhin darauf
aufmerksam machen“, daß die finanziellen Einschnitte für die künftigen
Bezieher von Arbeitslosengeld II „zu scharf ausfallen.“
erklärte DGB-Vizechefin
Ursula Engelen-Kefer am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Demokraten?
Naja, vor allem Sozialdemokraten. Über die skandiert man ja seit über 80
Jahren: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“
Da
ist die Regierung des Sozialdemokraten Schröder drauf und dran, die von
der Arbeiterklasse erkämpften sozialen Rechte in den Müll zu werfen. Es
wäre Aufgabe der Gewerkschaften gewesen, die Arbeiter zu mobilisieren und gegen
die Regierung in Stellung zu bringen.
Aber
der Schreck von 2. April 2004, als 500.000 Menschen auf der Straße waren,
ist den DGB-Oberen in die Knochen gefahren. Hier, meinen sie, hätten sie,
indem sie radikale Reden hielten, mit dem roten Feuer gespielt.
Uns
war bereits am 2. April klar, dass dieses Veranstaltung von der DGB-Spitze
nur deshalb in Szene gesetzt wurde, um den Unmut der Mitglieder über die
unsoziale Politik der Bundesregierung unter Kontrolle zu halten. Sommer,
Peters und andere hatten nie wirklich vor, die Arbeiterklasse zu
mobilisieren.
Inzwischen
sind sie nicht nur der Regierung entgegen gekommen, sondern mit dem
Abkommen bei Siemens auch dem Kapital. Arbeitszeitverlängerung, sagen die
Konzerne, schaffe Arbeitsplätze. Selten so einen Schwachsinn gehört!
Inzwischen
wird über Arbeitszeitverlängerung, Lohn- und Urlaubskürzungen usw. fast
in allen Branchen geredet. Aktuell bedroht DaimlerChrysler
die Beschäftigten mit Jobabbau. Noch protestiert die IG-Metall, aber
bereits jetzt zeigt man sich verhandlungsbereit. Verhandlungsbereitschaft,
wie sie auch Frau Ursula
Engelen-Kefer Schröder signalisiert.
Sie meint, die finanziellen
Einschnitte für die künftigen Bezieher von Arbeitslosengeld II würden
„zu scharf ausfallen.“
Die
liebe Frau kann doch nicht ernsthaft annehmen, dass die bisherige
Arbeitslosenhilfe die Arbeitslosen mit Reichtümern überhäufte. Das, was
denen gezahlt wird, ist bereits jetzt nur das Allernötigste. Wenn sie ab
Januar 2005 noch weniger bekommen, werden noch mehr Menschen in bittere
Armut gestoßen. Auch dann, wenn sie etwas weniger weggenommen bekommen.
Während
die Beschäftigten um ihren Job bangen, sich die Angriffe auf Lohn,
Wochenarbeitszeit, Urlaub und Urlaubsgeld häufen, erhöhen sich die
Gewinne der anderen Seite immer mehr: „Der
Absatz der Mercedes Car Group übertraf im Juni 2004 mit 105.700 (Vj.
103.700) Personenwagen das Niveau des Vorjahresmonats um zwei Prozent,“
verkündet stolz der Konzern DaimlerChrysler
auf seiner Homepage (siehe auch: www.daimlerchrysler.com) |