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Die Kabarettisten wehren sich schon lange dagegen, für Politiker gehalten zu werden

Von whs

Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 20. August 2009 – Anne Will ist wieder da. Und bei ihr trifft sich wieder die Prominenz. Diesmal waren Herr Steinbrück (SPD), Herr Wulff (CDU), Herr Trittin (Grüne) und Herr Jürgs (Journalist) sich nicht zu schade zu erscheinen. Sie gaben auch manches von sich, worüber aber in der Regel des Sängers Höflichkeit schweige, wegen der Beliebigkeit (die übrigens jeder weit von sich weisen würde).

Da ja nun Herr Schlämmer  (Hape Kerkeling) auch am Wahlkampf  „teilnimmt“, verwehrte sich Herr Steinbrück, man dürfe die Politik nicht zum Kabarett verkommen lassen, wobei er vergaß, dass sich die Kabarettisten schon lange dagegen wehren, für Politiker gehalten zu werden. Und er warf die Frage auf, ob man Politiker so darstellen dürfe. Er sollte sich freuen, dass Politiker so dargestellt werden, fallen sie doch dem Wahlvolk wenigstens im Kabaett auf. Herr Jürgs bemängelte allerdings, das sei nicht lustig, es zeige Demokratieverachtung. Nun frage ich mich allerdings, was meint Herr Jürgs? Die Verachtung der Demokratie durch das Volk? Oder meint er die Verachtung der Demokratie durch die Politiker? Herr Wulff gab darauf auch keine Antwort, bemerkte hingegen, dass in der Demokratie Demokraten gebraucht würden. Nun war ich so schlau wie vorher. Denn er sagte mir natürlich auch nicht, was ein Demokrat ist.

Herr Jürgs war stolz darauf, alle Parteiprogramme gelesen zu haben, auch das über dreihundertseitige der Grünen. Worauf Herr Trittin sichtlich erfreut bemerkte, dass man den Grünen nicht vorwerfen könne, es sei kein Inhalt drin. Da Herr Trittin offensichtlich den Unterschied zwischen Quantität und Qualität nicht kennt, dürften wir ihn  getrost mal ins Parteilehrjahr einladen.

Es gab noch ein paar Verbindlichkeiten in aller Höflichkeit. Herr Steinbrück stellte fest, dass die SPD alles richtig gemacht habe, mit der Unternehmenssteuerreform, mit der Reform für den Mittelstand, ... Ich dachte auch, es geht weiter, aber da kam nichts mehr. Der Rest des Volkes interessiert die SPD offensichtlich nicht. Aber für die CDU ist er interessant. Herr Wulff betonte, dass die Arbeitsagenturen völlig neu aufgestellt worden wären. Haben die alle neue Kaffeemaschinen bekommen? Bekommen die Arbeitslosen (Verzeihung: Kunden) auch ein kostenloses Tässchen?

Herr Jürgs meinte dann, dass einige Leute als „Proleten“ verunglimpft würden, wobei „Prolet“ ja eigentlich etwas Anständiges war. Er hat schon vergessen, dass der Begriff „Prolet“ schon immer eine Herabwürdigung war und von keinem Arbeiter gern gehört wird. Aber so sind sie eben unsere Diener der Bourgeoisie.

Rot Front

Werner

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