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„Was hätte Frau von der Leyen für die 87 Mrd., die der Staat in die marode Hypo Real Estate Bank gepumpt hat, an Armut alles bekämpfen können?“

Diese Woche ist wieder Gesundbeten im deutschen Fernsehen

Von W.H.Sch.

Kommunisten-online vom 15. Mai 2009 – Erst Anne Will, dann Sandra Maischberger. Das Fernsehen hat sein Herz für die Armen entdeckt. Im Willen, dem bourgeoisen Staat eine gute Kritik zu verschaffen, kommt Erschreckendes zu Tage. Damit wird nicht nur die Absicht ins Gegenteil verkehrt (auch wenn die meisten Zuschauer dessen noch nicht bewußt sind). Einige der Talkgäste entpuppen sich denn auch als das, was sie sind, Gesundbeter des kranken Imperialismus.

Einer davon ist Herr Müller-Vogg, der dem Obdachlosen bescheinigt, er sei selber schuld, der dem HARTZ-IV-Empfänger empfiehlt, sich etwas einzuschränken und der Hunger in Deutschland nicht kennt. Er ist wahrscheinlich auch einer von denjenigen, denen der Begriff Prekariat“ gerade recht kommt, damit sie nicht von Armut“ sprechen müssen. Er ist der Knecht der Bourgeoisie, der für ihre Verteidigung seinen Judas-Lohn erhält. Es bringt nichts, wenn wir uns mit ihm weiter beschäftigen.

Dann sind da ach noch zwei Vertreter der Armen, denen man gesagt hat, was sie zu sagen haben. Natürlich ist ein bisschen Kritik erlaubt, aber mehr auch nicht. Dass eine Muter von fünf Kindern als HARTZ-IV-Empfängerin ihre Kinder aufs Gymnasium schicken kann, ist dann natürlich der deutschen Tüchtigkeit geschuldet. Was diese Frau erzählte interessierte außer der Erfolgsgeschichte ihrer Kinder, offensichtlich niemand. Auch die Oma, die erzählen durfte, was sie so macht, wurde zwar sehr wohlwollend, aber doch auch etwas herablassend behandelt. Hätte nur noch gefehlt, Herr Müller-Vogg hätte ihr das Sterben empfohlen, als Lösung ihrer Probleme.

Genossin Wagenknecht machte auch in dieser Sendung die gewohnt gute Figur. Ja, ich nenne sie noch Genossin. Außer guter Figur war aber nicht viel, auch wenn sich die bourgeoise Presse über ihren Auftritt wahnsinnig aufregte. Genossin Wagenknecht forderte nicht die Revolution, nein, sie wäre mit der Umverteilung von ein bisschen von oben nach unten schon zufrieden. Genossin Wagenknecht kommt wohl mit ihrer Plattform langsam dahin, wo der Rest der Partei schon lange ist.

Herr Wall durfte dann als Unternehmer auch ein paar Worte sprechen. Seine Entrüstung über die Armut nehme ich ihm persönlich ab, den Rest hätte er allerdings für sich behalten können. Er empfiehlt doch tatsächlich jede Deutschen, sein eigener Kapitalist zu werden. Dann hat Herr Wall aber ein Problem, wer arbeitet noch für ihn, wen beutet er dann aus? Natürlich ist Herr Wall auch gegen eine Erhöhung von HARTZ IV. Das würde ja eventuell die Profite beschneiden. Das sagt er natürlich nicht wörtlich.

Der wirkliche Skandal dann aber bei Maischberger. Uschi Glas, als Begründerin des Vereins brotZeit“ teillt mit, dass allein in München 3000 (in Worten: dreitausend) Grundschüler hungernd zur Schule kommen. Die Zahl der Haupt- und Realschüler ist im Dunkeln. Und wie viele sind es deutschlandweit? Herr Müller-Vogg: Niemand muss in Deutschland hungern.“ BILD lässt grüßen. Der gute Mann ist ja auch dort beschäftigt.

Und nun kommt die Mutter der Nation, Frau von der Leyen. Sie nimmt 12 Mrd.  (in Worten zwölf Milliarden Euro) in diee Hand und schafft Kinderkrippenplätze. Damit bekämpft sie die Armut in Deutschland an der Wurzel. Die allein Erziehenden können dann nämlich wieder arbeiten gehen. Und wo sollen sie arbeiten, Frau von der Leyen? In einer Leihfirma? Für einen Appel und ein Ei? Dann beantragen sie HARTZ IV, weil der Lohn nicht zum Leben reicht, oder lassen es, weil sie sich schämen. Aber sie sind weiter arm. Das ist mal eine Bekämpfung an der Wurzel.. Aber trotzdem, die Krippenplätze finde ich nicht schlecht, ein Panzer weniger. Was hätte Frau von der Leyen für die 87 Mrd., die der Staat in die marode Hypo Real Estate Bank gepumpt hat, an Armut alles bekämpfen können?

Rot Front W.

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