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Diese
Woche:
Das
wichtigste Ereignis war wohl die Demonstration der 100 000 in Berlin
Von
W.H.Sch.
Kommunisten-online
vom 19. Mai 2009 – Wieder ging eine Woche von uns, in der so
einiges passierte. Das wichtigste Ereignis war wohl die Demonstration
der 100 000 in Berlin. Machtvoll erklang die Stimme des Proletariats.
Wie reagierte unsere unabhängige Presse? Ihr werdet es nicht erraten!.
Die ARD (sie lebt von unserem Geld!) berichtete am Samstag ganze 2
Minuten (in Worten: zwei Minuten) über das Geschehen in Berlin. Weitere
dreißig Sekunden war die Demonstration in Prag wert. Paris und Brüssel
wurden in einem letzten Satz erwähnt. Aus die Maus.
Wer
am Montag FAZ, Süddeutsche oder BILD aufschlug, erfuhr von der ach so
„freien und unabhängigen“ Monopolpresse … gar nichts. Immerhin
waren in der regionalen Tageszeitung, die ich lese, ein Bild und eine
Bildunterschrift von immerhin sechs Zeilen. Aber allein die Tatsache,
dass Magath den Drops noch nicht gelutscht hat, war der Zeitung etwas
mehr Platz wert. Immerhin geht es hier darum, die Menschen unabhängig
zu informieren. Auch die Mutter der Nation wurde mit einem wohlwollenden
Artikel bedacht. Und nicht fehlen durfte natürlich Herr Westerwelle,
dessen staatstragende Rolle mit einem fast ganzseitigen Artikel gewürdigt
wurde.
Die
Mutter der Nation! Eine HARTZ-IV-Empfängerin zu beglückwünschen, dass
ihre Tochter das Abitur macht („Das ist doch auch schon was“) grenzt
für mich an Hohn. Zumal ja an eine Anpassung der HARTZ-IV-Sätze nicht
gedacht ist. Ein bisschen Trost von der Kanzlerin muss da schon reichen.
Das war es dann auch. Neben den allgemeinen Redensarten kam bei diesem
öffentlichen Interview nicht viel heraus. Wie sollte auch! Diese ganze
Veranstaltung war als Vernebelungsaktion geplant und durchgeführt. Da
hat man wieder Einigen den Kopf verdreht (die wählen dann CDU). Und das
ist wichtig. Denn wir haben eine Demokratie, eine
Stellvertreterdemokratie. Wir wählen ein paar Leute, die sagen uns, was
gemacht wird und wir machen es. Man könnte es fast demokratischen
Zentralismus nennen (Wählbarkeit von unten nach oben; Ausführung von
oben nach unten), wenn die ach so frei Gewählten auch wieder abwählbar
(absetzbar) wären. Aber zwischen den Wahlen? Pustekuchen! Das sieht die
freie Demokratie nicht vor, wohl aber der demokratische Zentralismus,
der von der Bourgeoisie so vehement verteufelt wird. In dieser freien
Demokratie sind ja auch Leute mehrheitsfähig, die weniger als dreißig
Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Schöne Demokratie!
Und
so gehen wir denn mit der Gewissheit zur Wahl, dass wir für die nächsten
Jahre „frei“ bestimmen dürfen, wer uns das Fell über die
Ohren ziehen darf.
Rot
Front
Werner
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