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Die Alternative:
Wenn
schon nicht mit Hilfe des Arbeitsamtes als Nutte in den Puff, dann
zumindest als Telefonsexmitarbeiter – schöne neue Welt (der Arbeit)
Von
W.H.Sch. (Thüringen)
Kommunisten-online
vom 28. Mai 2009 – Wer sagt, das ZDF biete kein interessantes
Fernsehen. Erst kommt in den Nachrichten die Hoffnungsbotschaft, dass
wir die Krise bald überstanden haben, dann folgt WISO. Und mit WISO
folgt der Hammer, vorbei mit Lustigkeit.
Bei
Karmann ist die Auffanggesellschaft geplatzt, weil sich Gewerkschaften
und Betriebsrat mit den Gesellschaftern überworfen hätten. Wie war das
noch mal mit der Mitbestimmung? Ach, da fällt mir ein Artikel aus der
heutigen Zeitung ein. Frau Schaeffler entlässt nun doch keine
Mitarbeiter. Nein, nein, die dürfen alle bleiben, wenn Kosten in de Größenordnung
von 4500 Mitarbeitern eingespart werden. Das heißt zu gut deutsch, gebt
mal von eurem Lohn bis zur Schmerzgrenze. Jetzt dürfen alle
Schaeffler-Mitarbeiter für das „Verheben“ der Frau Schaeffler
zahlen. Hoffentlich bricht sie wieder in Tränen aus ob der
Opferbereitschaft ihrer Arbeiter.
Aber
zurück zu Karmann. Ein Kollege berichtete, dass die älteren
Mitarbeiter, die am längsten Profit für Karmann brachten, zuerst
gefeuert wurden. Sozialplan ist nicht. Bei vielen geht die Angst vor
HARTZ IV um. Müsste doch nicht. Wenn man unseren Politikern Glauben
schenken darf, lässt sich von HARTZ IV sehr probat leben. Versucht hats
aber noch keiner.
Hertie
ist nun ganz dicht. 70% der Mitarbeiter sind über 40 Jahre. Genossen,
abt ihr schon mal mit 40 oder älter vor dem Beamten (Verz. Fallberater)
im Arbeitsamt (Verz. Agentur für Arbeit) als Arbeitsloser (Verz. Kunde)
gestanden oder gesessen und um Arbeit gebettelt? Nein? Ich wünsche es
Euch auch nicht. Etwas Würdeloseres gibt es nicht. Vor allem wenn dann
so ein Kaffee tragender viel beschäftigter Mitarbeiter Dich kaltschnäuzig
zur Sau macht, weil Du die Frechheit hattest, ihn auf dem Flur
anzusprechen.
Laut
Arge können sich die entlassenen Mitarbeiter von Hertie den
Einzelhandel abschminken. Aber ein Call-Center in der Nähe sucht 500
Mitarbeiter. Wenn schon nicht mit Hilfe des Arbeitsamtes als Nutte in
den Puff, dann zumindest als Telefonsexmitarbeiter. Schöne, neue Welt.
Karstadt
wäre ja nun gerettet. Karstadt wird von Kaufhof übernommen. Die
Mitarbeiter werden aber dadurch nicht ruhiger, hat doch Kaufhof die
stille Schließung einzelner Häuser durchgeführt. Nach Befürchtung
des Gewerkschaft werden weitere stille Schließungen folgen.
Dazu
passen die Meldungen, das der Standort Valeo Leuchtenwerk in
Kronach-Neuses ganz und der Standort Dr. Schneider GmbH Judenbach zur Hälfte
geschleift wird. Bei Valeo führte die Belegschaft zusammen mit dem
Betriebsrat einen heroischen Kampf, der in einer Auffanggesellschaft
endete. Die Produktion geht nach Polen und Frankreich. Bei Dr. Schneider
wurden die Mitarbeiter von heute auf morgen überrascht. Hier ist auch
keine Auffanggesellschaft in Sicht.
Nun
stellt sich die Frage, was ist nun wahr, die Wahlkampfeuphorie unserer
Politiker und ihrer Speichellecker, oder die knallharte imperialistische
Beschäftigungspolitik der Konzerne?
Welche
Hiobsbotschaft wird uns morgen ins Haus flattern? Waten wir es ab.
Rot
Front
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