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Protest gegen die Teilnahme von Nazis an der Dresdner Montagsdemo

Da in den vergangenen Wochen die Teilnahme von Nationalisten an den Montagsdemos in Dresden zur Normalität geworden ist, haben Antifaschisten heute beschlossen, nicht an dieser Demo teilzunehmen. Bereits zur Auftaktkundgebung wurden Flyer verteilt, die dazu aufriefen, bei einer Teilnahme von Nationalisten vor dem Kulturpalast stehen zu bleiben. http://www.dawei.info/mode-dresden/flyer1511.pdf

Protest gegen Hartz 4 ja. Aber nicht um jeden Preis mit Nationalisten!

Als sich dann der Demozug und dessen brauner Anhang fortbewegt hatten, haben wir kurzerhand eine Spontandemo gegen Faschismus angemeldet. Die Demo führte unter antifaschistischen und antikapitalistischen Losungen über Postplatz, Dimotroffbrücke, Carolaplatz zum Albertplatz. Begleitet wurde sie von einem spärlichen Polizeiaufgebot. (Die meisten Einsatzkräfte waren damit beschäftigt, die Montagsdemo zu „beschützen“.) Unsere Demo verlief vollkommen friedlich, aber lautstark.

Teilnehmer waren ca. 60-70 Antifaschisten jeder Altersklasse. Deshalb waren neben Antifa-Fahnen und ­Symbolen auch viele Fahnen Dresdner Kommunisten (DKP, KPD, RFB, etc.) zu sehen.

Wichtig war uns dabei auch das Anliegen, das wir nicht gegen die Demonstranten auftreten, die gegen Hartz 4 protestieren, sondern das wir entschieden gegen die Teilnahme von Nationalisten sind. Dieser Standpunkt wurde leider von vielen Bürgern noch nicht verstanden, so dass wir auch Kritik bekamen z.B. in der Form, wir würden damit den Nationalisten die Demo überlassen bzw. die Demo spalten.

Übrigens hat das Bündnis gegen Sozialkahlschlag Dresden, der Veranstalter der Montagsdemos, für nächste Woche einen Schweigemarsch gegen Faschismus geplant…

Mehr Infos zu den Vorfällen der vergangenen Wochen in Dresden unter:

http://www.dawei.info/mode-dd.shtml

 

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Rede von Daniel Weigelt bei der Auftaktkundgebung der 16. Montagsdemonstration in Dresden

Im Folgenden möchte ich noch meine Rede dokumentieren, die ich während der Auftaktkundgebung gehalten habe.

 

Liebe Bürger.

Ich bin Daniel Weigelt, einige von Euch kennen mich sicherlich schon. Zum 16. mal treffen wir uns heute an einem Montag, um gegen Sozialabbau, speziell Hartz 4, zu demonstrieren. Viele dieser Demonstrationen habe ich persönlich mitorganisiert, war als Ordner tätig und bei einigen auch als stellvertretender Versammlungsleiter.

Diese Demonstrationen waren in den letzten Wochen großen Belastungen durch die Teilnahme von Nationalisten unterworfen.

Nach dem 13. September wurden dem Versammlungsleiter und dem stellvertretenden Versammlungsleiter, also mir, vom Ordnungsamt untersagt, weiterhin als Versammlungsleiter aufzutreten. Warum? Weil wir uns nicht damit abfinden wollten, dass Nationalisten den Protest gegen Hartz 4 für ihre faschistische Ideologie missbrauchen. Ich selber habe mich an diesem Tag Nationalisten in den Weg gestellt.

Am 25. Oktober wurden antifaschistische Bürger durch den damaligen neuen Versammlungsleiter dieser Demonstration ausgeschlossen und anschließend von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt, weil sie entsprechend dem Motto der Demo „Gegen Sozialabbau und Nationalismus“ eben gegen Nationalismus demonstrierten. Der Versammlungsleiter bezeichnete sie als Störer und ermöglichte den Nationalisten eine ungehinderte Teilnahme an der Demo.

Am 1. November wurden mehrere junge Antifaschisten im Anschluss an die Demo am Postplatz von Nationalisten tätlich angegriffen, es gab dabei drei Verletzte auf Seiten der Antifaschisten. Einer bekam einen Faustschlag so ins Gesicht, das Verdacht auf Nasenbeinbruch bestand. Einer bekam eine Flasche auf den Kopf geschlagen, er musste zweimal genäht werden. Ich selber musste letzte Woche 4 Tage im Krankenhaus verbringen, wobei mir ein Bruch in der Augenhöhle operiert wurde. Warum haben die Nationalisten uns angegriffen? Weil wir lautstark, aber vollkommen friedlich, unseren Protest gegen Nationalisten artikuliert haben.

Einige dieser Schläger sind auch heute wieder dabei und steht jetzt grinsend da hinten!

Was aber wollen Nationalisten überhaupt auf den Montagsdemos?

Schauen wir doch einfach mal an, was sie als Alternative gegen Agenda 2010 haben, dazu zitiere ich direkt von der Webseite, für die sie auf einem ihrer Transparente Werbung machen. Sie fordern dort unter anderem:

- „Sämtliche ‚alten’ Bezüge wie Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld werden sofortiger Wirkung abgeschafft.“

. „Eingliederung von noch Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen in einen vom Staat geschaffenen Arbeitsdienst welche dem Wohl der Volksgemeinschaft dienen soll

- gleichzeitig die Abschaffung der ABM Stellen und Eingliederung in den Arbeitsdienst.“ Also nichts anderes als einen Zwangsarbeitsdienst, das Selbe, das mit Hartz 4 geschaffen werden soll.

- „Intensive Förderung einer deutschen Elite“ Also eindeutig eine rassistische Forderung nach dem Deutschen über allen anderen Menschen.

Das sind einige von deren Forderungen.

Und sie maßen sich an, mit uns gegen Sozialabbau zu demonstrieren, wobei sie ein noch schlimmeres System als die Agenda2010 fordern? Das sind keine sozialen Forderungen. Das sind faschistische Forderungen!

Wir sollen mit Schlägern und Rassisten demonstrieren?

Dazu sage ich nur ein Wort: NEIN!

Die Stadt Dresden und ihr Oberbürgermeister, der mehrheitliche Stadtrat ebenso die Mehrheit des Land Sachsen, geben vor, gegen Nationalisten zu sein. Aber durch ihre Organe, durch das Ordnungsamt und durch die Polizei setzen sie notfalls mit Gewalt durch, dass Nationalisten offen demonstrieren dürfen. Ja,. Das wir sie teilnehmen lassen müssen. Da stinkt doch etwas gewaltig zum Himmel! Da kann ich bei den Regierenden keinen Antifaschismus erkennen, da erkenne ich nur die absolute Toleranz gegenüber Nationalisten. Gegenüber Schlägern und Rassisten! Dieses Land ist nicht antifaschistisch! Dieses Land unterstützt Faschisten!

Bürger!

Wir fordern Euch auf, zeigt Euren Protest. Demonstriert nicht mit Nationalisten. Wenn die Demonstration losgeht und die Nationalisten sich dieser anschließen, dann zeigt Euren Protest indem ihr hier stehen bleibt. Protest gegen Hartz 4 ja! Aber nicht um jeden Preis! Zeigt endlich wieder Gesicht!

Wir demonstrieren nicht mit Nationalisten! Wir bleiben hier!

 

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