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Landschaftspark Nord
in Duisburg
Der
stillgelegte Hochofen |
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Duisburg
– eine Stadt in den Klauen der Konzerne
von
Gerd Höhne
Landschaftspark Nord
Duisburg-Nord im Stadtteil Meiderich ist so etwas wie ein Symbol einer
kranken Stadt. Hier wird Freizeit groß geschrieben. Rock-Konzerte
finden ebenso statt, wie „hohe“ Kultur oder man kann tauchen und bergsteigen. Und viele politische Veranstaltungen finden auch hier
statt. So auch seit einigen Jahren die 1. Mai Veranstaltung des DGB.
Der
Landschaftspark-Nord ist keine grüne Wiese mit Bäumen bepflanzt,
sondern die Überreste eines stillgelegten Hüttenwerkes.
Da,
wo einst Eisen und Stahl hergestellt wurde, kann man sich
Freizeitaktivitäten widmen. Die jetzt kalten Hochofenreste werden im
Sommer in der Nacht bunt angestrahlt. Der Landschaftspark-Nord wird
als touristische Attraktion gehandelt.
Dieses
Jahr am 1. Mai sollte der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering als
Hauptredner seinen Senf zum Besten geben dürfen.
Die
Gewerkschaften in Duisburg sind noch sozialdemokratischer als anderswo.
Der ehemalige IG-Metall-Chef von Duisburg und jetzige Bezirksleiter
Peter Gasse war Mitglied der Hartz-Kommission.
Frühere
DGB-Kreisvorsitzende brachten es in den Bundestag, Peter Gasse erst nur
in den Landtag.
Früher
hatte die SPD im Stadtrat satte Mehrheiten, wie sie sonst nur die CSU in
Oberbayern kennt. Aber damit ist es seit der vorletzten Kommunalwahl
vorbei. Bei der letzten trat das Undenkbare ein: der Oberbürgermeister
ist kein Sozialdemokrat. Ein Novum seit 1945.
Früher
war diese Stadt Eigentum der SPD – und der Stahlindustrie. Die SPD
verhinderte die Ansiedlung von Industrien, die der Stahlindustrie
Arbeitskräfte abgeworben hätten. Das hielt die Löhne niedrig und
verhinderte, dass sich die Arbeitsbedingungen im Stahlbereich
verbesserten.
Die
Arbeiter der großen Hütten können nämlich nur von der 5-Tage-Woche
träumen, sie arbeiten an 7 Tagen, mit zwei oder drei freien Tagen
dazwischen. Die Stundenlöhne sind – trotz der schweren Arbeit –
niedriger als in der metallverarbeitenden Industrie. Dass beide in etwa
auf den gleichen Lohn kommen, ist das Ergebnis der Sonntags-, Feiertags-
und Schichtzulagen - die allerdings z.T. nicht
sozialversicherungspflichtig sind, was sich bei niedrigerem Krankengeld,
Arbeitslosengeld und vor allem bei den Renten niederschlägt.
In
den 80er Jahren sollte die zweitgrößte Hütte in Duisburg-Rheinhausen,
die von Krupp, geschlossen werden. Es gab einen landesweit bekannt
gewordenen Streik. Die Schließung konnte zunächst verhindert werden.
Aber zu Beginn der 90er wurde die Hütte dann doch platt gemacht.
Auch
die Hütte in Meiderich wurde damals geschlossen. Da, wo einst schwere
Arbeit verrichtet wurde, herrschen jetzt – für jene, die es sich
leisten können – Freizeitaktivitäten des gehobenen Standards. Aber immer weniger Duisburger
können sich etwas leisten. Ganze Stadtteile veröden, die Parks
verfallen, Wohnungsleerstände sind keine Seltenheit.
Das
ist die Situation in einer Stadt, von deren Bürgern der einstige
DGB-Kreischef und SPD-Hinterbänkler im Bundestag,
Günter
Schluckebier – nomen est omen – gesagt haben soll, man könne eine
schmutzige Unterhose aus dem Gewerkschaftshaus hängen, die Duisburger würden
sie auch wählen.
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