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Internationales
Treffen von Kommunistischen Parteien und weiteren Linkskräften Europas
Pressemitteilung
der Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP) vom 6. Juli 2007
Auf
Einladung der Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP) fand am 5. und
6. Juli 2007 in Guimarães eine internationale Konferenz statt. Sie stand
unter dem Thema
„Gegen
Prekarität und Flexicurity; Für Recht auf Arbeit und Arbeit mit Rechten.
Für ein Europa der arbeitenden Klassen und der Völker.“
An
den Debatten nahmen 13 Kommunistische Parteien und weitere Linkskräfte
aus Europa teil.
Das
Treffen ermöglichte einen nützlichen Austausch von Informationen und
Meinungen rund um die aktuelle Lage in Europa, über die Problematik der
Europäischen Union und die Wichtigkeit der Vertiefung der Zusammenarbeit
unter den Kommunistischen Parteien und weiteren Linkskräften. Die
Teilnehmer beglückwünschten die portugiesische Gewerkschaftsbewegung und
die Lohnabhängigen Portugals für den Umfang und die ZIele der
Massendemonstration, zu welcher die Gewekschaftszentrale CGTP/IN
unter dem Titel „Arbeit mit Rechten - ein soziales Europa“ nach Guimarães
gerufen hatte, und der sich die Delegierten anschlossen.
Zeitgleich
mit einer informellen Versammlung der Arbeits- und Sozialminister der
Europäischen Union, die in der Stadt Guimarães stattfand, und
ausgehend von der Unterschiedlichkeit in der gegebenen Situation von einem
Land zum anderen, charakterisierten die Teilnehmer den ausgesprochen
erschwerenden Gesamtrahmen der sozialen Lage in Europa - Frucht der gegenwärtigen
neoliberalen Offensive - durch die Zunahme der sozialen Ungleichheiten,
die Ausbreitung der Armut und der sozialen Ausgrenzung, die
Massenarbeitslosigkeit, welche die Jungen und die Frauen in besonderem Maße
befällt, sowie die Verallgemeinerung und Banalisierung von prekärer
Arbeit, Temporärarbeit und Teilzeitbeschäftigung.
Die
Strategie zur Prekarisierung der Arbeit, wie sie in den Vorschlägen des
EU-Grünbuchs zur Arbeitsrechtsgesetzgebung enthalten ist - die
„Modernisierung des Arbeitsrechts“ und die Pläne zur Abänderung der
Direktive über die Organisation der Arbeitszeit wurden scharf verurteilt.
Zurückgewiesen wurde die aktuelle Agenda der EU in Bezug auf die
Durchsetzung der sogenannten „Flexicurity“, welche die Erleichterung
von Entlassungen, einen Anschlag auf die kollektive Vertragsaushandlung
und die Einschnürung der Organisations- und Kampffähigkeit der Lohnabhängigen
zum Zweck hat. Zurückgewiesen wurden weiter die Politik der
Privatisierung und die Attacken auf die öffentlichen Dienste sowie die
Liberalisierung der Dienstleistungen durch die Bolkestein-Direktive und
mittels Druckversuchen zu deren beschleunigter Umsetzung in die nationalen
Gesetzgebungen der EU-Länder.
Die
Teilnehmer drückten gleichzeitig ihre ernsthafte Besorgnis und
Beunruhigung über den Umfang, den die Zertrampelung von grundlegenden
Rechten, Freiheiten und Garantien der Bürger in zahlreichen Ländern
angenommen hat, wofür die Politik der Intensivierung von Kontrollen der
Immigranten wie auch der Griff nach immer repressiveren „Sicherheits“-Maßnahmen
zwei Beispiele abgeben.
Es
wurde unterstrichen, dass die Beschlüsse des letzten EU-Rats vom 21. und
22. Juni Teil eines Prozesses bilden, dessen Marksteine die Verträge von
Maastricht, Amsterdam und Nizza sowie die Lissabon-Strategie bilden,
welche einen neuen qualitativen Sprung der kapitalistischen Integration
darstellen und zur Formierung der EU als wirtschaftlicher, politischer und
militärischer Block gegen die Interessen der Lohnabhängigen und der Völker
dienen sollen. Mit dem Ausdruck besonderer Besorgnis wurden die Versuche
vermerkt, die eben begonnene portugiesische Präsidentschaft auf die
Durchsetzung des „neuen“ Vertrags zu verpflichten, welcher den
Kernbestand des am Volkswillen gescheiterten Verfassungsentwurfs
wiederaufnehmen will. Der „neue“ Vertrag wurde von abgeschlossenen
Gruppen ausgehandelt, nicht zuletzt um der notwendigen Information,
Debatte und Teilnahme der Bevölkerung auszuweichen. Dazu wurde das
Erfordernis betont, dass in Abstimmung mit dem jeweiligen nationalen Recht
Volksbefragungen auf dem Weg von Referenden in jedem der Mitgliedsstaaten
der EU durchzuführen sind.
Neben
der Dringlichkeit, die gegenwärtige neoliberale Offensive zu bremsen,
wurde Notwendigkeit betont, mit den politischen Orientierungen des
Neoliberalismus tatsächlich zu brechen, wobei der Vorrang der Aufwertung
von Arbeit und Lohnabhängigen sichergestellt werden muss. Verteidigt
wurde die Notwendigkeit einer Politik zur Bekämpfung von Armut und
wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit, - namentlich durch
Verabschiedung von Maßnahmen, welche die außerordentliche Erschwerung
der Verteilung der produzierten Güter bekämpfen - , die Förderung der
Beschäftigung mit Rechten und der Berufsbildung, des Service public, der
Garantie der sozialen Funktionen des Staates auf den Gebieten der
Gesundheit, Erziehung und sozialen Sicherheit, wobei ebenfalls eine
Politik der Entwicklung im Dienste der Gesellschaft, des Fortschritts und
der sozialen Entwicklung sichergestellt werden muss. Dazu erforderlich ist
die Verteidigung eines starken, dynamischen, effizienten öffentlichen
Sektors; ebenso die Unterstützung der Produktion, nach Maßgabe der Umstände
in jedem einzelnen Land. Hervorgehoben wurde die Notwendigkeit des Bruchs
mit der Politiken der Marktliberalisierung und der Annahme von Maßnahmen,
die den Restrukturierungen und der Industrieabwanderung, welche nur die
Steigerung der Profite der Multinationalen Konzerne bezwecken und das
Sozialdumping fördern, entgegenwirken und diesen einen Riegel zu schieben
versuchen.
Die
wichtigen und mutigen Kämpfe der arbeitenden Klassen gegen die
derzeitigen Politiken und zur Verteidigung der Arbeiterrechte wurden gewürdigt
und begrüßt. Die Parteien bestätigten ihre Verurteilung und Kampfansage
an die militaristischen Politiken, welche den antisozialen Kurs begleiten
- namentlich der Pläne zur Militarisierung der EU, der
NATO-Osterweiterung, der Einrichtung von neuen Militärstützpunkten sowie
von Plänen der USA, in Europa, - gegen den ausdrücklichen Willen einer
erdrückenden Mehrheit der am direktesten betroffenen Bevölkerungen -
Komponenten seines offensiven strategischen Projekts eines
„Raketenabwehrschildes“ aufzupflanzen.
Im
Wissen um die Bedeutung, die dieser Frage im Hinblick auf die Zukunft der
Lohnabhängigen und der Völker Europas und auf die vor uns liegenden Kämpfe
zukommt, hoben die teilnehmenden Parteien die Wichtigkeit einer verstärkten
Zusammenarbeit hervor, wobei verschiedene Vorschläge für
Interventionslinien, gemeinsame und abgestimmte Initiativen vorgebracht
wurden, und die Notwendigkeit festgehalten wurde, die betreffenden
Standpunkte in den internationalen Institutionen zum Ausdruck zu bringen,
in denen sie vertreten sind, namentlich in der Parlamentarischen
Versammlung des Europarats und dem EU-Parlament.
Dabei
erörterten die Teilnehmer die Notwendigkeit von gemeinsamen
oder zusammenlaufenden Aktionen der Aufklärung, Denunzierung und Bekämpfung
von Vorstößen zur Liberalisierung und Deregulierung der
Arbeitsbeziehungen, wie sie im Versuch zur Durchsetzung des „Flexicurity“-Modells
enthalten sind.
Die
Teilnehmenden unterstrichen den Appell zur Mobilisierung der arbeitenden
Klassen und der Bevölkerungen der verschiedenen Länder ganz Europas
gegen die kapitalistischen Politiken, gegen die Herrschaft der Monopole
und zur Verteidigung eines Europas des Friedens, der Freundschaft und der
Zusammenarbeit, das die Würde der Arbeitenden respektiert und auf den
Fortschritt der Völker setzt.
(Übers.:
lih)
Original
(port.)
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