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Verfassungsrechte
– im Zweifelsfall nur Makulatur
Anmerkung
des Roten Webmaster (2. Juni 2007)
Im
Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm demonstriert die Staatsmacht
unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates, was sie von den
Grundrechten, wie sie in der Verfassung der BRD stehen, im Zweifelsfall hält:
nichts!
Da
gibt es das Verbot des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren. Aber
die Bundesweehr ist fleißig mit im Einsatz in und um Heiligendamm. Und
das nicht nur als Ehrenformation für die Repräsentanten der
imperialistischen Mächte, zum stramm stehen und tschigderassabum – das
auch – aber da sind Bundeswehrpioniere beim Verlegen von Natodraht
dabei, Bundeswehr-Santitätseinheiten und mehr. Da Überfliegen von
Heiligendamm nicht mit Pistolenschüssen aus Polizeipistolen bekämpft
werden kann, noch nicht einmal Polizeihubschrauben können das verhindern,
sondern nur Kampfflugzeuge der Lustwaffe, sei nur am Rande bemerkt.
Demontrationsfreiheit:
Sechs Kilometer vor dem Sperrzaun von Heiligendamm sollen
Demonstrationen verboten werden. Bush, Merkel und Kumpane sollen nicht
gestört werden, wenn sie ganze Völker durch ihre Machenschaften ins
Elend stürzen. Zwar läuft noch ein Eilverfahren in Karlsruhe, aber,
gesetzt den Fall das Bundesverfassungsgericht entspricht den
Antragstellern und kippt die 6 km-Sperrzone, bleibt doch die Tatsache,
dass das Demonstrationsrecht durch den weitläufigen Sperrzaun letztlich
aufgehoben wurde.
Pressefreiheit:
Das Bundeskriminalamt überprüft Journalisten, die für Heiligendamm
ihre Akkreditierung beantragt hatten. Das BKA begründet die Ablehnung der
Akkreditierung nicht, wir können n ur spekulieren: Man will
journalistische Speichelleckerei und Hofberichterstattung! Verfassung,
Pressefreiheit – weg mit dem Schnickschnack!
Die
stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei, Katina Schubert,
kritisierte das so: Die Einschränkung
der Pressefreiheit sei nur das Tüpfelchen auf dem i. „Die Methode ist
nicht neu, kritische Journalisten werden so abgestraft. Man grenzt sie von
Informationen aus, um eine Berichterstattung zu verhindern - eine subtile
Form der Zensur.“ siehe
Recht
hat sie, die liebe Frau. Allerdings in Berlin, wo ihre Partei bekanntlich
Juniorpartner der Landesregierung ist, gibt es eine
„Sicherheitspartnerschaft“ mit dem „Arbeitskreis für
Unternehmenssicherheit Berlin-Brandenburg“ (AKUS). Der Organisation gehören
mehr als 200 Unternehmen an, darunter die Landesbank Berlin, die
DaimlerChrysler AG, die Siemens AG, die BerliKomm
Telekommunikationsgsellschaft mbH - und die Deutsche Bahn AG. (siehe
unten)
Die
liebe Frau Schubert von der Gysi-Lafontaine-Partei, bewegte also nur warme
Luft.
Ihr
entgegnete auch Staatssekretär Wilhelm, Propagandasprecher der
Bundesregierung, der versicherte
treudoof, dass mit den Entscheidungen keinesfalls kritische
Berichterstattung unterdrückt werden sollte. siehe
Wers denn glaubt?
Freizügigkeit:
Wir regen uns ja gar nicht mehr auf, dass ein ganzer Ort nur, weil
sich da ein paar Drahtzieher des internationalen Finanzkapitals treffen um
die Verbrechen ihrer Auftraggeber abzusichern und die Verteilung der Beute
zu regeln. Aber selbst die, die in Heiligendamm leben und arbeiten, werden
beeinträchtigt. Zwar bekommen die Sonderausweise, aber sie werden schikanösen
Kontrollen unterzogen. Dabei wollen sie nur nach Hause oder zur Arbeit,
Einkauf usw. Auch Fischer, deren Fanggründe in der Sperrzone in der
Ostsee liegen, dürfen nicht in ihre Fanggründe fahren.
Dass
im Zuge des Gipfels eine allgemeine Bespitzelung stattfindet, sei nur zur
Vervollständigung angemerkt.
Fassen
wir zusammen: Ein alter marxistischer Grundsatz besagt, dass
Rechtsfragen Machtfragen sind. Die herrschende Finanzbourgeoisie wird sich
dieses Treffen der acht Obergangster und ihr Gefolge nicht vermiesen und
stören lassen. Hier geht es im Milliarden Dollar.
Uns
wird vorgegaukelt, dass es Frau Merkel und der EU um Klimaschutz ginge.
Quatsch! Es geht z.B. darum, wie kann man verhindern, dass sich
afrikanische Länder bezahlbare Medikamente für AIDS-Kranke besorgen können.
Es ist nämlich sehr leicht und auch billig solche Medikamente
herzustellen. Aber sie sind patentrechtlich geschützt und Patentinhaber
sind amerikanische und europäische Pharmakonzerne. Also diktieren die die
hohen Preise. Aber genau die können die armen afrikanischen Länder nicht
bezahlen, also ist die Sterblichkeit von AIDS-Kranken sehr hoch – mit
den Medikamenten könnten sie gesenkt werden. Die billigen Medikamente können
sie sich auch aus Ländern kaufen, die Patenrechte nicht anerkennen, aber
genau das soll verhindert werden.
Oder
es geht um Rüstungsfragen, um Kriege und Unterdrückung.
Das
ist nur einie Beispiele worum es in Heiligendamm geht. Auch das Recht auf
Leben, eines der Grundrechte des Grundgesetzes, wird so zur Makulatur.
Wenn
in Moskau ein paar Leute, die aus dem Westen gesponsert werden, von der
dortigen Polizei am Demonstrieren gehindert werden, wird es hier als ein
Verstoß gegen Menschenrechte hochgejubelt. Auch, dass die USA das Land
mit den meisten Todesurteilen weltweit sind, empören sich die Schreiber
des Kapitals nicht, auch das KZ in Guantanamo wird nur mit gebremsten
Schaum kritisch erwähnt. Das ist die Propaganda der Kapitalisten. Sie
versuchen mittels Verleumdung, Lügen, Einschüchterung und auch
Repression, bereits im Vorfeld, jeden Widerstand zu ersticken. Wir sollen
glauben, ihre Herrschaft währe ewig – sie irren und werden es
einst erleben.
Günter
Ackermann
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siehe
auch:
Was
die doch für eine Scheißangst haben
Zu
den Sicherungsmaßnahmen zum G8-Gipfel in Heiligendamm
Von
Günter Ackermann/Herbst 2006 mehr
Mehr
»Sicherheitspolitik« als Wirtschaft
Nachdem
es der G 6 zunächst vor allem um Finanz- und Währungsfragen gegangen
war, drängten auf den späteren Gipfeln bald Rüstung und geostrategische
Interessen in den Vordergrund, von
Rainer Rupp mehr
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Nationaler
Sicherheitsrat
Quelle:
german-foreign-policy
vom 01.06.2007
HEILIGENDAMM/BERLIN
(Eigener
Bericht) - Die polizeiliche Hilfsarbeit der Deutschen Bahn AG bei
Erfassung und Verfolgung von G8-Demonstranten ist Teil einer bundesweiten
Kooperation. Die Bahn AG, die ihre Kontrolleure angewiesen hat, „größere
Reisegruppen“ als mögliche G8-Demonstranten zu identifizieren, gibt
Erkenntnisse über Passagiere regelmäßig weiter. Zu den
zivil-polizeilichen Operationszielen gehören „gemeinsame Frühwarnstrukturen“,
in die auch andere deutsche Großunternehmen einbezogen sind. Das Ausmaß
der „Sicherheitspartnerschaften“, die erst anlässlich des G8-Gipfels
Irritationen hervorrufen, offenbart eine systematische Infiltration
staatlicher Repressionsbehörden in geschützte Bereiche
gesellschaftlicher Öffentlichkeit. Zu den polizeilichen Zulieferern gehören
auch die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Post AG, die im Bundesland
Nordrhein-Westfalen verschwiegene Dienste leisten. Dabei geht es um die
Meldung „sicherheitsrelevanter“ Erkenntnisse. Eine
„Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft“ will die
Kooperation „aktiv weiterentwickeln“ und strebt „die Einrichtung
eines nationalen Sicherheitsrates“ an. Neuer Höhepunkt der staatlichen
Absorption gesellschaftlicher Grundfreiheiten ist die Durchleuchtung
unliebsamer G8-Journalisten durch das Bundeskriminalamt (BKA).
Totalitäre
Züge
Wie
gestern bekannt wurde, wird Berichterstattern über den kommenden
G8-Gipfel die Akkreditierung verweigert, wenn sie einer verdeckten Überprüfung
durch das Bundeskriminalamt nicht genügen. Die Ausschlusskriterien sind
unbekannt, eine detaillierte Begründung erfolgt nicht. Die kaltgestellten
Journalisten werden auf den Rechtsweg verwiesen. Damit maßt sich die
deutsche Exekutive an, über die Ausführung des journalistischen
Verfassungsauftrags nach eigenem Belieben zu bestimmen. Diese Praxis, von
der bis jetzt etwa 20 Berichterstatter betroffen sind, stellt Grundrechte
auf den Kopf und trägt deutlich totalitäre Züge.
Generalverdacht
Zuvor
hatte die Deutsche Bahn AG eingeräumt, sie werde während der Proteste
gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm die Anwesenheit von „größeren
Reisegruppen in Richtung Mecklenburg-Vorpommern (z.B. Rostock)“
weitermelden.[1] Die Erkenntnisse seien zunächst „an interne Stellen“
zu geben und sollen dort offensichtlich abgeglichen werden, „da die
globalisierungskritische Szene nicht unbedingt als solche zu
identifizieren ist“. Nach positivem Ausgang der Gesichts- und
Habituskontrolle sind die Polizeibehörden zu informieren. Dies sei
notwendig, um „möglichem Gefahrenpotenzial“ gezielt zu begegnen, heißt
es bei der Bahn AG über den Generalverdacht gegen Oppositionelle. Den
verdächtigen Reisenden, die auf dem Weg zur Wahrnehmung eines Grundrechts
sind, sei durch „polizeiliche bzw. betriebliche Maßnahmen frühzeitig
und konsequent entgegenzuwirken“.
Legierung
Die
autoritären Dienstleistungen sind nicht auf die Bahn AG beschränkt und
greifen bundesweit. Zwischen Großunternehmen wie der Bahn AG und
staatlichen Stellen werden seit Jahren sogenannte
Sicherheitspartnerschaften institutionalisiert. Beispielhaft ist eine
„Gemeinsame Erklärung über die Bildung einer Sicherheitspartnerschaft
im Lande Rheinland-Pfalz“. Bei der als Partnerschaft ausgegebenen
Legierung arbeiten sämtliche maßgeblichen Wirtschaftsverbände den Behörden
der Mainzer Landesregierung zu, darunter Unternehmerorganisationen, die
Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern und die
Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern. Maßgeblichen Einfluss auf die
Entstehung der „Gemeinsamen Erklärung“ hatte die „Vereinigung für
die Sicherheit der Wirtschaft Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland“, ein
regional beschränkter Zusammenschluss von rund 200 Privatunternehmen
unterschiedlicher Branchen.
Extremismus
Wie
die Unterzeichner der „Gemeinsamen Erklärung“ bekunden, wollen sie
„den vertrauensvollen Dialog in Sicherheitsfragen zwischen der
Landesregierung und der (...) Wirtschaft erweitern und
intensivieren“.[2] Gegenstand des „Dialogs“ sind „Gefährdungen
durch (...) Sabotage, Extremismus und Terrorismus“, heißt es in dem
Dokument. Die Rubrik „Extremismus“ eröffnet die Ausweitung der
Kooperation auf vielfältige Formen politisch nicht gewünschter Tätigkeiten.
Privatunternehmen sollen von den Sicherheitsbehörden „allgemeine
Lagebilder“, „Gefährdungsanalysen“ und „Hinweise zur Prävention“
erhalten. Im Austausch verpflichten sie sich, Informationen zur Verfügung
zu stellen, „die für die jeweilige Aufgabenstellung der Sicherheitsbehörden
von Bedeutung sein können“. Die Formulierung überlässt es der
Exekutive, über das geforderte Ausmaß staatlicher Penetration in die
gesellschaftliche Öffentlichkeit nach Belieben zu befinden. Gesetzliche
Einschränkungen bleiben unerwähnt. Des weiteren behalten sich die
Repressionsapparate vor, „anlassbezogene Informationsgespräche zu führen“.
Die unterzeichnenden Wirtschaftsverbände „ermuntern die Unternehmen
dazu, aktiv zu dieser Informationsübermittlung beizutragen“.
Bahn,
Post, Telekom...
Mit
„Sicherheitspartnerschaften“
ähnlicher Art werden inzwischen zahlreiche weitere Bundesländer überzogen.
Der Berliner Senat etwa unterhält eine „Sicherheitspartnerschaft“ mit
dem „Arbeitskreis für Unternehmenssicherheit Berlin-Brandenburg“ (AKUS).
Der Organisation gehören mehr als 200 Unternehmen an, darunter die
Landesbank Berlin, die DaimlerChrysler AG, die Siemens AG, die BerliKomm
Telekommunikationsgsellschaft mbH - und die Deutsche Bahn AG. Zu den
Mitgliedern im „Verband für Sicherheit in der Wirtschaft
Nordrhein-Westfalen“, der ebenfalls eine „Sicherheitspartnerschaft“
vereinbart hat, zählen neben zahlreichen Großkonzernen wie Bayer, Henkel
und ThyssenKrupp auch die Deutsche Post AG und die Deutsche Telekom AG.
Die Einbeziehung der maßgeblichen deutschen Kommunikationsunternehmen
verdeutlicht, dass das Post- und Fernmeldegeheimnis zur Disposition steht.
Verkehrsbetriebe
Wer
den informellen Diensten von Post und Telekom entgangen sein sollte, könnte
im deutschen Bundesland Sachsen bei Straßenbahnfahrten erfasst werden. In
der sächsischen Landeshauptstadt wirkt ein „Verband für Sicherheit in
der Wirtschaft“ und führt die Dresdner Verkehrsbetriebe AG auf der
Liste seiner Mitglieder. Auch die Flughafen Dresden GmbH achtet auf ihre
Passagiere und ist wegen detaillierter Kenntnisse über aktuelle
Reisebewegungen polizeilich von Interesse. Ob Passagiere auf den deutschen
Flughäfen von den G8-Kontrollen betroffen sind, ist bisher unbekannt,
aber gilt wegen der verschärften Grenzüberwachung als sicher.
Nationaler
Sicherheitsrat
Zusammengeschlossen
sind die flächendeckend präsenten „Verbände für Sicherheit in der
Wirtschaft“ in der bundesweiten „Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit
der Wirtschaft“ (ASW). Die Organisation steht in regelmäßigem
Austausch mit entsprechenden Behörden des Bundes, darunter den
Geheimdiensten für Inneres (Verfassungsschutz) und Äußeres
(Bundesnachrichtendienst). Auch das Bundeskriminalamt (BKA), das im
Vorfeld des G8-Gipfels Journalisten filtert, ist einbezogen. Wie die ASW
mitteilt, will sie „die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Staat über
das bisher Erreichte hinaus aktiv weiterentwickeln“ und strebt im
sogenannten Sicherheitsbereich „(n)eue und intensivere Prozesse der
Kooperation“ an.[3] Ziel sei die „Errichtung integrierter gemeinsamer
Frühwarnstrukturen“, heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft: „Am Ende
dieser Entwicklung könnte die Einrichtung eines nationalen
Sicherheitsrates stehen unter Einschluss von Staat, Wirtschaft und
Gesellschaft.“
Auf
dem Wege
Unwillentlich
beschreibt diese Zielprojektion eine repressive Legierung von Staat und
Gesellschaft, in der jeder gegen jeden einen Präventivverdacht hegt. Bei
dem sogenannten Sicherheitsrat handelt es sich um einen Wiedergänger
zentraler Überwachungscluster, wie sie in totalitären Gesellschaften üblich
sind. Die vorbereitende Unterdrückung der G8-Proteste stellt unter
Beweis, dass diese Entwicklung auf dem Wege ist.
Nähere
Informationen zur zunehmenden behördlichen Überwachung in Deutschland
finden Sie hier: Zivil-militärische Symbiose, Zivil-militärischer Wachstumsmarkt, Homeland Security, Lobbyarbeit, Überwachungsstaat, Innerer Notstand und Grauzonen.
[1]
Bahn meldet der Polizei große Reisegruppen; Der Tagesspiegel 30.05.2007
[2] Gemeinsame Erklärung über die Bildung einer Sicherheitspartnerschaft
im Lande Rheinland-Pfalz; Mainz, April 2005
[3] Herausforderungen annehmen - Sicherheit schaffen. Leitsätze zu
Zielen, Positionen und Aufgaben der ASW; www.asw-online.de |
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