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„Wir
lassen uns nicht verprügeln“
Zwischenbericht
des antifaschistischen und antiimperialistischen Aktionsbündnisses gegen
die G8
05.06.07
Pressemitteilung
2.
Juni
Das
antifaschistische und antiimperialistische Aktionsbündnis gegen die G8
(www.G8versenken.de) war an der Organisation des
internationalistisch-revolutionären Blocks beteiligt der mehr als 2000
Personen umfasste. Auf der Großdemonstration am 2. Juni in Rostock lief
dieser Block im Südzug, der vom Hauptbahnhof startete, hinter dem Block
der Interventionistischen Linken (IL) und vor dem ATTAC-Block.
Der
internationalistisch-revolutionären Block bestand aus ArbeiterInnen, SchülerInnen,
StudenteInnen und RentnerInnen aus der Türkei, Deutschland und vielen
anderen Ländern und bewegte sich friedlich bis zum Rostocker Stadthafen,
dem Platz der Abschlusskundgebung.
Der
plötzliche Angriff der martialisch gepanzerte Polizei mit Sondereinheiten
auf den internationalistisch-revolutionären Block war völlig unerwartet
und ohne jeden Anlass.
Der
frontale Angriff geschah in mehreren Angriffswellen. Die Polizei wendete
brutal und willkürlich Gewalt an. Auch der Lautsprecherwagen wurde zum
Ziel des Angriffs.
Dazu
sagt Jonathan Helwig von der Pressegruppe des antifaschistischen und
antiimperialistischen Aktionsbündnisses gegen die G8: „Aber wir lassen
uns nicht verprügeln. Auch Einschüchterungsversuche und Misshandlungen
von Seiten der Polizei werden uns nicht daran hindern, von unserem Recht
auf Verbreitung unserer politischen Botschaft durch friedliches
Demonstrieren Gebrauch zu machen.“
Die
brutalen Polizeiübergriffe, die 20 Mitglieder des
internationalistisch-revolutionären Blocks verletzten, die meisten davon
schwer, haben das Bündnis zu geschlossener, solidarischer Gegenwehr
gezwungen.
Dass
das selbstverständlich sein muss, wird sogar in konservativen Kreisen
vertreten: Heiner Geißler, bekannter CDU-Politiker, erinnerte im
Fernsehsender Phönix an das Grundrecht zu demonstrieren und sagte weiter:
„Wenn mich einer anfasst, dann schlage ich zurück – und wenn es ein
Polizist ist, dann schlage ich zurück.“
Der
CDU-Politiker positioniert sich damit links von führenden
ATTAC-SprecherInnen, die in dreister Anbiederung an bürgerliche Kreise
die Polizeigewalt rechtfertigten und die Einsatzleitung sogar mit Dankesgrüßen
bedachten.
Dazu
Helwig: „Damit hat sich ATTAC einmal mehr gegenüber der Linken
disqualifiziert.
Während
der Konfrontation am Rostocker Stadthafen und nur wenige hundert Meter von
ihr entfernt behauptete Werner Rätz vom ATTAC-Koordinierungskreis, die »andere
Welt«, für die ATTAC angeblich eintritt, sei »hier in Rostock [..] auf
dem Platz«. Das brutale Vorgehen der Polizei ist und bleibt jedoch Realität
und notwendige Folge des kapitalistischen Systems. Mit einer »neuen Welt«
hat das nichts zu tun.“
Die
Polizeigewalt richtete sich in ihrer vollen Härte auch und gerade gegen
die revolutionären und antiimperialistischen Kräfte, die nicht Teil des
vielbeschworenen „Schwarzen Blocks“sind. Die von der Polizei
provozierte Eskalation leistete außerdem erfolgreiche Pressearbeit: In
den meisten Medien gelten nun alle Systemkritiker als Anwender sinnloser
Gewalt und es wird der Eindruck erweckt, die Welle staatlicher Repression
im Vorfeld des G8-Gipfels sei gerechtfertigt gewesen.
4.
Juni
Am
Aktionstag Migration, dem 4. Juni, fand im Rostocker Stadtteil
Lichtenhagen eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der ausländerfeindlichen
Ausschreitungen von 1992 statt. Im ehemaligen Asylbewerberheim am Ort der
Kundgebung hatten Neonazis ausländische Familien terrorisiert und, unter
dem Beifall von Teilen der Bevölkerung, mit Brandsätzen angegriffen und
schwer verletzt. „Während damals die Polizei nicht eingeschritten
war“, so Helwig, „wurde die Gedenkveranstaltung von martialisch ausgerüsteten
Hundertschaften der Polizei gestört, die einen der Redner von der
Kundgebung fernhielten, mehrere Teilnehmer verhafteten und tätlich
angriffen und somit wie am Samstag eine Eskalation provozieren wollten.“
Die
mehr als 1000 KundgebungsteilnehmerInnen ließen sich jedoch nicht zu
militanter Gegenwehr hinreißen, zumal auch Menschen ohne Papiere unter
ihnen waren.
Auf
dem Fußmarsch zum Anfangsort der darauf folgenden Demonstration gegen die
rassistische Flüchtlingspolitik der G8-Staaten – die Polizei hatte die
Verkehrsmittel gesperrt – wurde ausschließlich der
internationalistisch-revolutionäre Block von der Polizei eskortiert. Ohne
Angabe von Gründen wurde ein Mitglied des antifaschistischen und
antiimperialistischen Aktionsbündnisses gegen die G8 festgenommen.
Noch
vor Erreichen des eigentlichen Startpunkts der Demonstration wurde der
internationalistisch-revolutionäre Block durch einen Polizeikessel von
den inzwischen mehr als 3000 anderen DemonstrantInnen getrennt. Ohne die
Einwilligung in eine Leibesvisite sollte die Teilnahme an der
Demonstration verboten werden. Nur durch die Solidarität tausender
anderer DemonstrantInnen sah sich die Polizei nach etwa einer Stunde zur
Auflösung des Kessels gezwungen.
Später
nahm die Polizei allerdings die unterbliebene Kontrolle zum Anlass, den
gesamten Demonstrationszug von inzwischen mehr als 10.000 DemonstrantInnen
weitere zwei Stunden aufzuhalten und fuhr Spezialeinheiten und
Wasserwerfer auf. Die Einsatzleitung der Polizei gab an, dies geschehe
„auf Anweisung von höherer Stelle“. Im Folgenden wurde die
Demonstration von mit Schusswaffen ausgestatteten, gepanzerten und
vermummten Polizeiketten und Wasserwerfern durch einen fast unbewohnten
Stadtteil Rostocks geführt.
Nach
zahlreichen Unterbrechungen und erst knapp einem Kilometer zurückgelegten
Wegs wurde die Demonstration endgültig gestoppt: Statt der angemeldeten
Route durch die Rostocker Innenstadt versuchte die Polizei die
DemonstrantInnen unter Angabe des Grundes, die angemeldete Teilnehmerzahl
sei überschritten, in einen Randbezirk zu zwingen. Daraufhin löste der
Veranstalter die Demonstration auf.
Die Polizei,
die es trotz ihres repressiven Auftretens nicht geschafft hatte, eine
Konfrontation zu provozieren, musste im Folgenden ohne weitere Vorwände
handeln: Auf dem Rückweg wurden zahlreiche DemonstrantInnen festgenommen.
Wieder traf dabei die staatliche Repression die antiimperialistischen Kräfte:
Viele Mitglieder des antifaschistischen und antiimperialistischen Aktionsbündnisses
gegen die G8 wurden verhaftet.
Dazu
Jonathan Helwig: „Die imperialistischen G8-Staaten müssen zur
Durchsetzung ihrer Ziele ihr „Hinterland“ sichern. Dazu setzen seit
jeher jedes nötige Mittel ein um die antiimperialistischen und
antikapitalistischen Kräfte zu schwächen, die ihrerseits immer näher
zusammenrücken: Die Polizeirepression hat in den letzten Tagen
Kommunisten und Anarchisten verschiedenster Herkunft im solidarischen
Kampf vereint.“
HOCH
DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
Antifaschistisch
und antiimperialistisches Aktionsbündnis gegen die G8
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