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Griechenland:

Zugespitzter Klassenkampf geht weiter

DIE ERSTE REAKTION DES VOLKES AUF DIE NEUE REGIERUNG

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke  

Die Großen fressen die Kleinen Gemeinsam sind wir stärker!

Njam, njam, ich fress dich!

Hilfe, Polizei, Bundeswehr!
Die wollen mich fressen!

Griechenland:

Zugespitzter Klassenkampf geht weiter

DIE ERSTE REAKTION DES VOLKES AUF DIE NEUE REGIERUNG

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Athen, 11. November 2011, KKE-Website (auf Kommunisten-online am 13. November 2011) – Die Parteiführungen der sozialdemokratischen PASOK, der reaktionären ND und der nationalistischen LAOS setzten die strategischen Bestrebungen des einheimischen Kapitals und der EU um und machten sich an die Bildung einer neuen Regierungskoalition, die im Auftrag der Herrschenden versuchen wird, den Angriff auf die Arbeiter und das Volk noch weiter auszudehnen.

Die politische Zusammenarbeit zwischen diesen drei Parteien führte bei Ermutigung seitens anderer bürgerlicher Parteien wie der sich rechts von der Mitte positionierenden DHSY, der sich links von der Mitte positionierenden DHMAR, den Ökologen und weiteren zur Bildung einer Koalitionsregierung mit der Ernennung des Bankiers L. Papademus zum Premierminister.

Das Pressebüro des ZK der KKE nahm zur Kooperation von PASOK-ND-LAOS Stellung: „PASOK, ND und Karatzaferis setzten den Bankier L. Papademus an die Spitze ihrer Kooperationsregierung. Dies entspricht dem Wunsch der griechischen Herrschenden und der EU. Das Volk muß sein eigenes Bündnis der Arbeiter mit dem Volk dieser schwarzen Allianz entgegenstellen, um sie zu behindern und zu überwinden.“

Eine erste Reaktion auf die gegen das Volk gerichtete neue Regierung wurde von PAME mit großen Kampfdemonstrationen in Athen und in den anderen Städten am Abend des 10. Novembers 2011 vorgebracht. Die Kampfdemonstration in Athen fand auf dem zentralen Omonoia-Platz statt.

Giorgos Sifonjos, Vorsitzender der Gewerkschaft der Stahlwerker von „Greek Steel“, eröffnete die Kampfdemonstration und überbrachte den Demonstrationsteilnehmern die kämpferischen Klassengrüße von 400 Streikenden des Unternehmens, die seit dem 31. Oktober 2011 im Streik stehen und mit wiederholten 24-Stunden-Streiks für die Wiedereinstellung ihrer 34 entlassenen Kollegen kämpfen.

Im Namen von PAME hob Savvas Tsimpoglou hervor, dass die klassenkämpferische Arbeiterbewegung gegen den sogenannten gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Sie lehnt die Klassenversöhnung ab.

Mit Streikmobilisierungen und Demonstrationen wird sie mit den Kampffronten eine neue Runde der Auseinandersetzung einleiten. Die Kampffronten müssen sich entwickeln, um für die Lösung der Probleme des Volkes zu kämpfen.

Den Ansprachen folgte ein ansehnlicher Demonstrationszug zum Parlament.

Die Generalsekretärin des ZK der KKE, Genossin Aleka Papariga, nahm an dieser Demonstration teil und gab vor den Medien die folgende Stellungnahme ab:

„Wir dürfen keinen einzigen Tag mehr verlieren. Noch bevor die Regierung sich umbildet, noch bevor sie ihre ersten Schritte geht, muß sie das Volk gegen sich vorfinden. Es gibt die aktuellen besonderen Probleme. Zum Beispiel müssen die schweren Steuerlasten abgeschafft werden. Es gibt die dringenden Probleme bei der Besteuerung. Die sogenannte Solidaritätssteuer. Die angehobene Mehrwertsteuer. Die Schulkomitees, die kein Geld haben. Die Studentenheime, die morgen geschlossen sein werden. Es gibt kein Geld für die Universitäten, um sie jetzt und hier zu finanzieren.

Folglich sind die Probleme vordringliche Probleme und breite Forderungen, um damit den großen Gegenangriff des Volkes zu führen. Denn, wie Herr Papademus sagte, alles hat mit den Steuern zu tun.

Wisst Ihr, was das heißt, dass alles mit den Steuern zu tun hat? Es heißt Schluss zu machen mit der Mittelzuweisung an das Bildungswesen, das Gesundheitswesen und überhaupt alles. Unter dem Vorwand, nicht die Löhne zu verlieren, nicht die Renten zu verlieren, nicht die 6. Darlehensrate zu verlieren. Unter diesem Vorwand werden sie uns alles wegstreichen, wenn sie die 6. Darlehensrate nehmen, die 7. Darlehensrate nehmen, mit dem neuen Memorandum.“
Quelle:

http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-11-11-pame

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Anmerkung Roter Webmaster:

Den Bock zum Gärtner gemacht –

Wohin fährt der Zug in Griechenland

Kommunisten-online vom 13. November 2011 – Die Regierung des Bankier L. Papademus in Griechenland ist die Wunschregierung der Börsenhaie, der Konzernherren, der Regierungen in Berlin und Paris. Die bürgerlichen Medien schütten wahre Lobeshymnen über sie aus. Papademus sei ein „Arbeitstier“ und die FAZ lobt ihm gar als eine Art Messias:

„Er ist der einzige, dem die Geldgeber zutrauen, Griechenland zu retten: Mit einem Kraftakt führte Lucas Papademos das Land einst in den Euro, nun soll der pragmatische Finanzfachmann ihn den Griechen erhalten.

Dass die FAZ, das Leib- und Magenblatt der Finanzhaie, dabei so nebenher eine peinliche Wahrheit zugab, wird allerdings verschwiegen. Der Banker und Zocker Papademus, der Griechenland jetzt zu retten vorgibt, ist nämlich einer der Hauptschuldigen der griechischen  Schuldenprobleme. Unter seiner Regentschaft über die griechische Notenbank wurden die immensen Schulden aufgetürmt. Sie dienten u.a. dazu, die griechische Armee mit modernsten und teuersten Waffensystem auszurüsten, Waffen die Griechenland selbst unter der verwegensten Vorstellung, den Erbfeind Türkei in die Schranken zu weisen, nicht gebrauchen kann. Die müssen nun bezahlt werden.

Die Vergangenheit des Bankers Papademus ist eine Garantie dafür, dass er – aus Sicht der der Börsenhaie, der Konzernherren, der Regierungen in Berlin und Paris – die richtigen dafür bezahlen lässt: das griechische Volk, die Arbeiter und Kleinbauern, die Klein- und Mittelverdiener, die kleinen Gewerbetreibenden. Und er bietet die Garantie dafür, dass die Hauptschuldigen an der Krise ungeschoren daraus hervor gehen.

Während letztere noch reicher werden, blutet das Volk (so, wie auch bei uns). Aber die Griechen  wehren sich Anders als bei uns, wo die Linken nicht links sind und die Kommunisten in unzählige Gruppen und Grüppchen zersplittert sind und die Gewerkschaften diese Bezeichnung nicht verdienen, gibt es dort mit der KKE eine kampfstarke kommunistische Partei und mit PAME eine kämpferische Gewerkschaft. Die Griechen werden sich nicht kampflos die Butter vom Brot nehmen lassen. Es wird heiß werden in Griechenland – und das hat keine Klima bedingten Ursachen. Der Banker an der Regierungsspitze könnten sich verzockt haben, dieser Messias des europäischen Finanzkapitals.

G.A.

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