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Was
die doch für eine Scheißangst haben
Zu
den Sicherungsmaßnahmen zum G8-Gipfel in Heiligendamm
Von
Günter Ackermann/Herbst 2006 mehr
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Mehr
»Sicherheitspolitik« als Wirtschaft
Nachdem
es der G 6 zunächst vor allem um Finanz- und Währungsfragen gegangen
war, drängten auf den späteren Gipfeln bald Rüstung und geostrategische
Interessen in den Vordergrund
von
Rainer Rupp
Quelle:
jungeWelt-Beilage vom 16.05.2007 „gute
nacht, g 8“
Die
alljährlichen »Wirtschaftsgipfel« der »Gruppe der sieben führenden
Industrieländer plus Rußland« (G 8) werden heute als feste Größe in
der Weltpolitik wahrgenommen. Apologeten der G 8 sehen sie als »Impulsgeberin
für Weltwirtschaft und Weltpolitik« oder gar als »Weltregierungsclub«.
Für den G-8-Experten Risto Penttilä, der u.a. durch Werke wie »Die Förderung
amerikanischer Sicherheitsinteressen durch die G 8« (»Advancing American
Security Interests through the G8«) bekannt wurde, hat die G 8 sogar die
»schwerfällige« UNO »als Steuerungsorgan für das Management der
Probleme der Welt abgelöst«. Damit vertritt Penttilä die im bürgerlichen
Establishment verbreitete Position, die versucht, die Steuerung des
Weltgeschehens durch die geballte, aber demokratisch nicht legitimierte
Macht der Gruppe der kapitalistischen Kernländer als zivilisatorische
Errungenschaft darzustellen, auch wenn sie UNO und Völkerrecht
ignorieren.
Zur
Gruppe der sieben Industrieländer und dem (noch) geduldeten Rußland gehören
Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich
und die USA. Daneben ist in dem Gremium auch die Europäische Kommission
vertreten. Die G-8-Staaten vereinigen eine Wirtschaftskraft, die, gemessen
in Kaufkraftparitäten, rund 50 Prozent des Welthandels und des
Weltbruttonationaleinkommens (BNE) ausmacht, gemessen in tatsächlichen
Preisen sogar zwei Drittel. Aber nur 13 bis 14 Prozent der Weltbevölkerung
leben in den G-8-Ländern. Mit Ausnahme von Japan sind Asien, Afrika und
Lateinamerika gar nicht repräsentiert, wenn die Mitglieder der zur »Global
Governance« erhöhten G8 in »entspannter Runde« Politik machen, die
lebenswichtige Interessen des Großteils der Weltbevölkerung betreffen.
Dramatische
Krise
Der
exklusive Klub der Reichen ist 1975 ursprünglich als G 6 entstanden
(Kanada gehört erst seit 1976 dazu), als der französische Präsident
Giscard d’Estaing seine Kollegen aus den führenden Industrienationen
nach Rambouillet zu einem Treffen in Kaminzimmer-Atmosphäre einlud.
Losgelöst vom diplomatischen Protokoll und zeremoniellen Zwängen sollte
hier über die damals krisengeschüttelte Weltwirtschaft und insbesondere
über Finanz- und Währungsfragen diskutiert und nach einer gemeinsame
Strategie gesucht werden. Zuvor war es infolge des israelisch-arabischen
Krieges und des Zusammenbruchs des Währungssystems von Bretton Woods 1973
zu dramatischen Ölpreiserhöhungen gekommen. Doch bereits wenige Jahre später
ging es bei den sogenannten G-7-Weltwirtschaftsgipfeln nicht mehr nur um
wirtschaftliche Probleme. Die Sicherheitspolitik, insbesondere im
West-Ost-Konflikt, drängte in den Vordergrund.
»Die
systematische Einbeziehung internationaler Sicherheitsfragen auf der
offiziellen Tagesordnung begann 1979«, so Penttilä. Im Januar des Jahres
hielten der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt, Giscard d’Estaing,
US-Präsident James Carter und der britische Premierminister James
Callaghan auf der französischen Karibikinsel Guadalupe einen Minigipfel
ab. Dort wurde die Entscheidung zur sogenannten »Modernisierung« der in
Europa stationierten US-Atomraketen mit mittlerer Reichweite beschlossen.
Diese massive Aufrüstung, die Washington die Möglichkeit gab, die
politischen, militärischen und kommunikativen Kommandozentren der
Sowjetunion innerhalb von sechs bis acht Minuten zu zerstören, sollte
Europa nicht nur in eine tiefe innenpolitische Krise stürzen, sondern
auch höchste Instabilität in die Beziehungen mit der Sowjetunion
bringen. Denn hier war man in den Jahren 1981–83 fest davon überzeugt,
daß ein Atomschlag der Reagan-Regierung unmittelbar bevorstehe, und der
Kreml hatte im Rahmen der Operation »Ryan« entsprechende Gegenmaßnahmen
ergriffen, die vor dem Hintergrund des provokativen US-NATO-Großmanövers
»Able Archer« Europa an den Rand eines Kriegs brachte. Dem Großteil der
europäischen Öffentlichkeit ist das dramatische Ausmaß dieser Krise
jedoch bis heute verborgen geblieben.
Der
unbequeme Achte
Nach
1979 wurden die Weltwirtschaftsgipfel mehr und mehr zu »sicherheitspolitischen«
Gipfeln. So stand 1983 ausschließlich die Bekräftigung der »Modernisierung«
der US-Atomraketen in Europa auf der G-7-Agenda. Seither gab es keine
Aggressionsentscheidung der »westlichen Wertegemeinschaft«, die nicht
zuvor in der G 7 und später in der G 7 plus Rußland abgesprochen worden
wäre. Das zieht sich vom ersten US-Golfkrieg 1991 über den
NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien bis hin zur US-Invasion Afghanistans
2001. Stets hat der exklusive Verein unter Führung der USA für das
westliche, kapitalistische Lager vornehmlich die sicherheitspolitischen
und dann die wirtschaftlichen Weichen gestellt. Rußland hatte in diesem
relativ homogenen, aggressiv-imperialistischen Kreis eigentlich nichts
verloren, und von den G 7 wurde es in den 90er Jahren nur aus politischer
Zweckmäßigkeit geduldet. Allerdings hat sich das Verhältnis zu Moskau
seit dem Amtsantritt Wladimir Putins 1999 radikal geändert.
Obwohl
Rußland nicht in die G 7 paßte, war es 1998 auf Drängen des damaligen
russischen Präsidenten Boris Jelzin als Vollmitglied aufgenommen worden.
Im Gegenzug ließ Jelzin die russische Opposition gegen die NATO- und
EU-Ostexpansion fallen. Zugleich sah der Westen in den Strukturen einer um
Rußland erweiterten G 7 die Möglichkeit, den Ausverkauf russischer
Ressourcen an westliche Konzerne zu befördern. Der G-8-Experte David
Gudisch von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik erklärt
das in vornehmer Zurückhaltung wie folgt: »Neben eher kurzfristigen
Zielen wie einer Beschwichtigung Moskaus im Zusammenhang mit der
NATO-Osterweiterung hoffte man vor allem, auf die interne Entwicklung Rußlands
hin zu einem demokratischen, westlich orientierten Staat Einfluß nehmen
zu können. Diese Strategie ist deutlich gescheitert« – denn aufgrund
von Putins Politik werde »die Mitgliedschaft Rußlands in der G 8 bereits
jetzt von manchen Beobachtern als Belastung für die Gipfeltreffen
empfunden«.
Zwar
habe sich »die Beteilung Moskaus während des Kosovo-Krieges noch als
Vorteil« erwiesen, aber den Gipfelteilnehmern falle es in den letzten
Jahren zunehmend schwer, »eine gemeinsame Position zu militärischen
Konflikten zu finden«. Möglicherweise beeinträchtige die russische
Mitgliedschaft sogar die Handlungsfähigkeit der G 8, führt Gudisch aus.
Ein Ausschluß Rußlands, wie er manchmal in den USA gefordert werde,
stelle aber »keine attraktive Alternative« dar, »denn dies würde Rußland
wahrscheinlich dauerhaft vom Westen entfremden«.
Obwohl
die G-7-/G-8-Treffen sich seit langem hauptsächlich mit der »sicherheitspolitischen«
Untermauerung der neoliberalen Globalisierung beschäftigen, wird dieser
Aspekt seitens der Protestbewegung weitgehend ignoriert. Das hat Herrn
Gudisch schon zu der Schlußfolgerung bewogen, die Demonstranten seien mit
der Sicherheitspolitik des Westens einverstanden und wendeten sich nur
gegen ökonomische Entwicklungen.
Rainer
Rupp arbeitete vom Januar 1977 bis zu seiner Verhaftung im Juli 1993 als
DDR-Kundschafter unter dem Decknamen »Topas« in der politischen
Abteilung im Brüsseler Hauptquartier der NATO, wo er als hoher Beamter
angestellt war.
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Pest
gegen Cholera
Mit
sozialer Demagogie und rassistischer Stimmungsmache wollen sich Neonazis
als die besseren Globalisierungskritiker darstellen.
Von
Markus Bernhardt
Quelle:
jungeWelt-Beilage vom 16.05.2007 „gute
nacht, g 8“
Mit
Nazis gegen Globalisierung? Nein Danke!« Unter diesem Motto haben sich
mehrere globalisierungskritische Organisationen und Einzelpersonen im
Vorfeld des G-8-Gipfels von geplanten Aktionen neofaschistischer Gruppen
distanziert. Die Rechtsextremisten hatten bereits in den vergangenen
Monaten vielfach versucht, sich als einzig wahre Verfechter der sozialen
Interessen der Bevölkerung und als offensive, gegen Globalisierung und völkerrechtswidrige
Angriffskriege gerichtete politische Kraft darzubieten.
Eben
dieses Ansinnen sprechen die linken Globalisierungsgegner den
Neofaschisten jedoch richtigerweise ab: »Der Gegenentwurf der Neonazis
zur Globalisierung hat mit einer ›anderen Welt‹, einer solidarischen
und gerechten Gesellschaft nichts gemein«, konstatieren sie in ihrer Erklärung,
die unter anderem von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB), dem
Europaabgeordneten Tobias Pflüger, dem Bundesausschuß Friedensratschlag
und dem Bundesvorstand der Grünen Jugend unterzeichnet worden ist. Die »vermeintliche
Globalisierungskritik der Nazis« verschleiere vielmehr eine »reaktionäre
Politik, deren Antwort auf die neoliberal kapitalistische Globalisierung
in noch mehr Ausgrenzung und Barbarei« münde, so die Antifaschisten
weiter. »Die Neonazis müssen dort, wo sie versuchen, sich Protesten
gegen den G-8-Gipfel anzuschließen, ausgeschlossen werden. Ihre
menschenverachtende Hetze muß vereitelt und die antifaschistische
Gegenwehr als Aufgabe aller begriffen werden«, sind sich die
Unterzeichner der Erklärung desweiteren einig.
Neofaschisten
aus den Reihen der NPD und der sogenannten Freien Kameradschaften haben
unterdessen bereits angekündigt, sich unter dem Motto »Gib 8 –
Kampagne des Nationalen Widerstandes anläßlich des G-8-Gipfels in
Heiligendamm« an den Gipfelprotesten zu beteiligen. Wie nicht anders zu
erwarten, setzen sie dabei vor allem auf ihre altbekannten Ansätze:
Rassistische Stimmungsmache, pseudo-antikapitalistische Rhetorik und
soziale Demagogie.
Bereits
am 1. Mai protestierten die Neonazis anläßlich des Tages der Arbeit in
demagogischer Manier unter anderem unter den Losungen »Arbeit für
Millionen statt Profite für Millionäre« oder »Sozial statt global –
Wir fordern Arbeit im eigenen Land« in verschiedenen bundesdeutschen Städten.
Für den 2. Juni haben sie zudem eine Demonstration in Schwerin
angemeldet, die sich konkret gegen den G-8-Gipfel wenden soll. Dabei
versuchen die Neofaschisten verstärkt, der politischen Linken das Thema
soziale Gerechtigkeit streitig zu machen. So konstatierte der sächsische
NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel in einem Beitrag für das
Parteiorgan Deutsche Stimme (DS) bereits im Dezember 2006 eine »linke
Gleichgültigkeit gegenüber den Lebens- und Leidensbedingungen der
deutschen Globalisierungsopfer«, die »eine immense Vertretungslücke«
aufreiße, welche »von der nationalen Opposition mit immer größerem
Erfolg geschlossen« werde.
In
einem Beitrag für die kommende Ausgabe der DS (Juni 2007) wirft er der
politischen Linken eine »Schmusekritik an der Globalisierung« vor, »die
sich aus alter Drittwelt-Tümelei auf die Ungleichheiten zwischen den
westlichen Industrienationen und der südlichen Hemisphäre« beschränke.
Die »nationale Opposition« vertrete demgegenüber »eine ganzheitliche
Globalisierungskritik«. Der NPD-Generalsekretär Peter Marx rief das Jahr
2007 gar »zum Jahr des volkstreuen Globalisierungswiderstandes« aus. »Im
Zeichen des in Deutschland stattfindenden G-8-Gipfels sagen wir
Nationaldemokraten Nein zu einer völkerfeindlichen Wirtschaftspolitik«,
erklärte er und bezeichnete den G-8-Gipfel als »Kristallisationspunkt
nationaler Oppositionspolitik«.
Antifaschistische
Gruppen und Globalisierungsgegner rufen bereits jetzt zur Verhinderung der
geplanten Naziprovokation am 2. Juni in Schwerin auf. Zudem kündigten
diverse Gruppen und Organisationen an, es den Neofaschisten unmöglich zu
machen, die linken Proteste gegen den G-8-Gipfel für ihre rassistische
Hetze zu mißbrauchen. »Stellen wir klar, daß der Widerstand gegen
Ausbeutung, Unterdrückung und Verwertungslogik nur solidarisch über Ländergrenzen
hinweg zu führen ist. Eine ›deutsche Volksgemeinschaft‹,
antisemitische Verschwörungstheorien und rassistische Ausgrenzung sind
keine Lösungen, sondern Teil des Problems!« so die Antifaschisten.
Weitere
Informationen: www.antifa.de,
www.demo-schwerin.tk
Ausführlicher
widmet sich die Mitte Mai erschienene 106. Ausgabe der Zeitschrift »Der
rechte Rand« dem Thema »Nazis und Globalisierung«. Bestellungen an: Der
rechte Rand, Postfach 304 180, 20324 Hamburg.
www.der-rechte-rand.de
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Umfassend
die Aussage verweigern
Unter
dem Titel »Was tun, wenn’s brennt« gibt der Rote Hilfe e.V. einen
regelmäßig aktualisierten Ratgeber zum Umgang mit staatlicher Repression
heraus. jW dokumentiert Auszüge
Auf
dem Weg zur Demo
Quelle:
jungeWelt-Beilage vom 16.05.2007 „gute
nacht, g 8“
Gehe
nach Möglichkeit nie alleine auf eine Demo oder zu einer anderen Aktion.
Es ist nicht nur lustiger, mit Menschen unterwegs zu sein, die Du kennst
und denen Du vertraust, sondern auch sicherer. (...) Achte auf angemessene
Kleidung inkl. Schuhe, in denen Du bequem und ggf. schnell laufen kannst.
Steck einen Stift und ein Stück Papier ein, um wichtige Details zu
notieren. Nimm eine Telefonkarte und ein paar Cents mit; die Polizei ist
zwar nach einer Festnahme verpflichtet, Dir auch dann zwei Telefonate zu
gewähren, wenn Du kein Geld dabei hast, aber sicher ist sicher. (...)
Der
Ermittlungsausschuß (EA)
Meist
gibt es einen EA, dessen Telefonnummer durchgesagt oder per Handzettel
verbreitet wird. Der EA kümmert sich vor allem um Festgenommene, besorgt
für sie AnwältInnen. Wenn jemand festgenommen wurde, sollte sie/er sich
beim EA melden. Wenn Du ZeugIn einer Festnahme wirst, versuch den Namen
der/des Festgenommenen zu erfahren. Melde die Festnahme dem EA, damit
ihr/ihm geholfen werden kann. Menschen, die nach einer Festnahme wieder
freigelassen werden, sollten sich sofort beim EA zurückmelden und ein Gedächtnisprotokoll
anfertigen. (...)
Bei
Übergriffen
Nicht
in Panik geraten. Tief Luft holen, stehenbleiben und auch andere dazu
auffordern. Spätestens jetzt heißt es, schnell Ketten zu bilden und,
wenn’s gar nicht anders geht, sich langsam und geschlossen zurückzuziehen.
Oftmals können Übergriffe der Freunde und Helfer allein durch das
geordnete Kettenbilden und Stehenbleiben abgewehrt, das Spalten der Demo,
Festnahmen und das Liegenbleiben von Verletzten verhindert werden. (...)
Bei
Festnahmen
Mache
auf Dich aufmerksam (...), rufe Deinen Namen, ggf. den Ort, aus dem Du
kommst, damit Deine Festnahme dem EA mitgeteilt werden kann. Wenn Du
merkst, daß kein Entkommen mehr möglich ist, versuche möglichst bald,
die Ruhe wiederzugewinnen, und vor allem: Ab diesem Moment sagst Du keinen
Ton mehr! (...)
Auf
der Wache
Gegenüber
der Polizei bist Du nur verpflichtet, Angaben zu Deiner Person zu machen,
das sind ausschließlich: Name, Vorname, ggf. Geburtsname, (Melde-)
Adresse, allgem. Berufsbezeichnung (z.B. »Student«, »Angestellte«),
Geburtsdatum und Ort, Familienstand (z.B. »ledig«), Staatsangehörigkeit.
(...)
Nach
der Festnahme hast Du das Recht, zwei Telefonate zu führen. Am besten
rufst du den Ermittlungsausschuß, bzw. eine/n Anwältin/Anwalt an. Wenn
Dir – was häufig passiert – der Anruf verweigert wird, nerv die
PolizistInnen so lange, bis sie Dich telefonieren lassen, droh mit einer
Anzeige. (...) Bei erkennungsdienstlicher Behandlung (Fotos, Fingerabdrücke)
Widerspruch einlegen und protokollieren lassen. Selbst aber nichts
unterschreiben!
Im
Verhör
(...)
Glaube nicht, die BeamtInnen austricksen zu können. Jede Situation ist günstiger,
um sich was Schlaues zu überlegen, als die, wenn Du auf der Wache sitzt,
und alles – wirklich alles – ist auch nach Absprache mit GenossInnen
und AnwältIn noch möglich, auch wenn Dir die PolizistInnen erzählen, daß
es besser für Dich wäre, jetzt sofort Aussagen zu machen: Das ist
gelogen! (...) Es ist jedoch nicht nur ein Gebot der Solidarität gegenüber
anderen und der Vernunft im Hinblick auf ein mögliches eigenes künftiges
Strafverfahren, sondern darüber hinaus auch schlichtweg am einfachsten,
am (relativ) »bequemsten«, am (relativ) »schmerzlosesten« für Dich in
dieser Situation, total und umfassend gar nix zu sagen und von vorneherein
den VernehmerInnen klarzumachen, daß Du umfassend die Aussage
verweigerst.
Unterbindungsgewahrsam/Schutzhaft
(...)
Wenn nach Ansicht der Polizei »Tatsachen die Annahme rechtfertigen«, Du
könntest eine Straftat oder auch nur eine Ordnungswidrigkeit begehen, können
sie Dich einfach für einige Tage – je nach Bundesland zwischen vier
Tagen und zwei Wochen – in den Knast stecken, bis zum Ende der
vermeintlichen Gefährdung, also beispielsweise bis zum Ende der Demo.
(...) Es muß »unverzüglich« eine richterliche Überprüfung
stattfinden, spätestens jedoch nach 48 Stunden. Wenn sie’s bis dahin
nicht auf die Reihe bekommen haben, so müssen Sie Dich sofort rauslassen.
(...)
Hausdurchsuchungen
Nicht
ungewöhnlich sind im Zusammenhang mit größeren Aktionen oder nach
Festnahmen oder im Rahmen offensiver staatlicher Razzien
Hausdurchsuchungen. Auf die eigentlich notwendige richterliche
Durchsuchungsanordnung wird oft wegen behaupteter »Gefahr im Verzug«
verzichtet. (...)
Wenn
sie erst einmal in Deiner Wohnung stehen, kannst Du die Durchsuchung nicht
mehr verhindern. Aber Du kannst einiges tun, damit sie nicht zur
Katastrophe wird. Das Wichtigste: Keine Aussage, kein Wort von Dir, z.B.
zu dem Vorwurf, aufgrund dessen die Durchsuchung stattfindet. Du solltest
ja ohnehin nie mehrere Exemplare von »brisanten« Flugblättern im Haus
haben (Dir könnte »Verbreitung« vorgeworfen werden), vor Demos oder größeren
Ereignissen, z.B. Revolutionen, räumst Du Deine Bude ohnehin gründlich
auf (...) Versuche ZeugInnen herbeizuholen, rufe FreundInnen an und laß
den Hörer danebenliegen, damit die/der Angerufene so ungefähr
mitbekommt, was abgeht. Wenn möglich, informiere Deine/n Anwältin/Anwalt.
Laß Dir die Durchsuchungsanordnung zeigen, verlange eine Kopie; bei »Gefahr
im Verzug« laß Dir zumindest den Grund der Durchsuchung genau sagen und
die Sachen, nach denen gesucht wird, und schreib Dir das auf. Schreib Dir
Namen und Dienstnummern der BeamtInnen auf. Verlange, daß Deine
Beschwerde (ohne inhaltliche Begründung!) zu Protokoll genommen wird. Du
hast das Recht, bei jedem einzelnen durchsuchten Raum dabei zu sein,
verlange deshalb, daß ein Raum nach dem anderen durchsucht wird. Wird
etwas mitgenommen, Beschlagnahmeverzeichnis verlangen, aber nicht
unterschreiben! Wenn nichts beschlagnahmt wurde, laß Dir das
bescheinigen. Wenn sie wieder weg sind, detailliertes Gedächtnisprotokoll
anfertigen, EA, Prozeßgruppe, Bunte Hilfe oder Rote Hilfe und die/den Anwältin/Anwalt
informieren.
Rote
Hilfe e.V.
Spenden:
Kontonr.
191100462,
Bankleitzahl
44010046, Postbank Dortmund
Die
Broschüre »Was tun, wenn’s brennt« kann unter www.rote-hilfe.de
bestellt oder heruntergeladen werden.
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Aus:

EA
- Telefonnummer für Rostock/ Heiligendamm: 03820 - 4768111
Hallo.
Dies ist die Seite der Ermittlungsausschüsse (EAs) in Deutschland.
...aber
was ist eigentlich ein Ermittlungsausschuss (EA)?
Bei
Aktionen und Demonstrationen habt ihr mit Sicherheit schon einmal von dem
"EA" gehört. Doch was verbirgt sich genau dahinter und welche
Funktion hat diese Struktur?
Der
EA sammelt neben allgemeinen Informationen zu Übergriffen,
Ingewahrsamnahmen und Festnahmen hauptsächlich die Namen und Geburtsdaten
von Verletzten und Fest-/Ingewahrsamgenommenen.
Er hält Kontakt zu AnwältInnen und gewährleistet so, dass die
Festgenommenen rechtzeitig einen Rechtsbeistand zur Seite gestellt
bekommen.
Außerdem
versucht der Ermittlungsauschuss herauszufinden, auf welche Wachen und
Gefangenensammelstellen (GeSa) die Leute gebracht wurden und den Vorgang
dort zu beschleunigen.
Darüber
hinaus leistet er psychische Hilfestellung, indem er den Betroffenen (auch
FreundInnen & Eltern) - wie im Übrigen auch der Polizei - bewusst
macht, dass die Situation in der Wache/ Sammelstelle auch draußen bekannt
ist und sich Leute um die Fest-/Ingewahrsamgenommenen kümmern.
In
welchen Städten ihr uns kontaktieren könnt seht ihr hier in dieser Liste
G8 Gipfelproteste in Rostock/ Heiligendamm 2007
Auch
bei den bevorstehen G8-Protesten wird es natürlich einen
Ermittlungsausschuss (EA) geben.
vom
28.05. - 12.06.2007
könnt
ihr uns unter folgender Nummer errreichen
03820
- 4768111
Davor
und danach wendet euch an einen EA in eurer Nähe (siehe
Liste).
Außerdem
könnt ihr uns eine email schreiben unter
g8-2007[at] ermittlungsausschuss.eu
Für diejenigen, die PGP
benutzen, hier unser public
key

Für eine gute Vorbereitung auf die Gipfelproteste wäre es schön, wenn
sich organisierende/ mobilisierende Gruppen bereits im Vorfeld bei uns
melden. Dabei geht es vorrangig um die Kontaktaufnahme damit wir euch während
& nach der Aktion/ dem Camp bestmöglich unterstützen können.
Wichtig ist jedoch: Per Telefon & E-Mail wollen wir keine Details über
Eure geplanten oder gelungenen Aktionen!!! Denn FeindIn hört und liest
mit!
...und
grundsätzlich gilt:
Keine
Aussagen bei Bullen & Justiz!
Informationen
zum Ermittlungsausschuß:
www.ermittlungsausschuss.de |
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