|
Frohe
Ostern geht nicht für alle in Erfüllung
Auch
Osterhasen sind voller Zorn auf Hartz IV Verbrecher
Von
Claude Michael Jung
Quelle:
Saarkurier, Ostern 2009
Wie
jedes Jahr zum Osterfest werden sich die Hasen, nachdem sie viele
Osternester der Kinder mit Gaben gefüllt haben, auf den Wiesen, an den
Ufern der Bäche und Flüsse und in den Wälder versammeln, um der
Osterbotschaft des großen weisen Hasen zu lauschen.
Der
große Hase wird allen Osterhasen ein fröhliches Fest wünschen und
viele Ostergrüße senden. Den Kindern, für die die Osterhasen
unendlich viele bunte Eier versteckt haben wird der große Hase viel Spaß
bei der Eiersuche wünschen und in diesem Jahr sogar ein Osterwetter
bescheren, von dem die Kinder, ihre Väter und Mütter schon den ganzen
langen und kalten Winter über geträumt haben. Für die Osterhasen
dieser Welt aber ist das Osterfest 2009 jedoch kein Fest der reinen
Freude. Immer noch müssen jede Minute weltweit elf Kinder durch Hunger
sterben. Wie der große weise Hase aus dem Welthungerbericht der
UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft erfahren hat, sterben
so weltweit fast sechs Millionen Kinder weil sie nicht genug zu essen
bekommen. Für diese Kinder können die Osterhasen keine bunten Eier und
Süßigkeiten verstecken, ja nicht einmal Brot oder ein paar Früchte
sind für sie auf dieser Welt übrig, um ihre Augen für ein paar
Minuten strahlen zu lassen, oder ein glückliches Lächeln in ihrem
Gesicht zu sehen.
Der
große weise Hase muss aber nicht in ferne Länder sehen, um zu
erkennen, dass der Hunger sich immer weiter ausbreitet. Der oberste
Osterhase weis, dass auch in Deutschland viele Kinder nicht genug zu
essen bekommen, weil ihre Eltern arm sind, zu arm, um den Osterhasen zu
beauftragen ihren Kindern ein paar bunte Eier und ein paar Süßigkeiten
ins Osternest zu legen. Auch zu diesem Osterfest werden Familien mit
ihren Kindern von dem leben müssen, was die Hilfsorganisationen von den
Abfalltrögen der Überflussgesellschaft ergattern konnten. Dafür müssen
die Eltern sogar artig danke oder vergelt's Gott sagen. Ihrem kleinen
Jungen, der sich so sehr ein paar Fussballschuhe vom Osterhasen gewünscht
hat, um mit seinen Schulkameraden ordentlich kicken zu können, werden
Papa oder Mama auf das nächste Osterfest vertrösten, obwohl sie genau
wissen, dass auch im kommenden Jahr der Osterhase keine Fussballschuhe
bringen kann.
Armut
hat in Deutschland einen Namen, dass wissen die Osterhasen genau. Hartz
IV heißt das Verbrechen, dass von satten Politikern, allen voran der
SPD, aber auch der CDU/CSU, der FDP und den Grünen geschaffen wurde, um
den Wirtschaftsbossen immer mehr billige Arbeitskräfte, die diese mit
sittenwidrigen Löhnen abspeisen können, zur Verfügung zu stellen.
„Jede Arbeit ist besser als keine“, sagen zynisch die Politiker, die
diese Armut geschaffen haben. „Arbeit schändet nicht“, so ein
weiterer Spruch aus dem Repertoire der Bosse. Und Arbeit schändet doch,
erst recht wenn der Lohn nicht zum Leben reicht und Mama oder Papa zur
Arge müssen um dort, oft vor arroganten Bütteln des Armutsstaates, man
nennt sie Fallmanager, um ein bisschen Geld für Strom oder Miete zu
betteln.
Immer
öfter schauen die Osterhasen auch bei Oma und Opa vorbei, um vielleicht
doch ein paar Kleinigkeiten für die Enkel irgendwo verstecken zu können.
Früher gab es sogar mal ein Fahrrad zu Ostern. Heute aber sind Oma und
Opa meist auch arm und schämen sich sogar wenn sie zum Osterfest ihren
Enkelkindern nichts mehr schenken können. Auch diese Armut hat einen
Namen. Altersarmut wird sie genannt und reiht sich nahtlos in die
verschiedenen Armutsarten in diesem reichen Land ein. Armut kann fast
alle treffen. Wer zu diesem Fest noch ein Osterlamm als Festbraten auf
dem Tisch hat, kann im nächsten Jahr vielleicht schon bei den Tafeln
anstehen um ein paar Kartoffeln zu erstehen. Die Rutschbahn in den
Abgrund ist steil. Heute Kurzarbeitergeld, morgen Arbeitslosengeld,
danach Hartz IV, verbunden mit dem Stigma ein Faulenzer, ein Alkoholiker
und überhaupt ein Parasit des Sozialstaats zu sein.
Zornig
wird der große weise Hase, wenn er sieht wo überall die Armut
hierzulande grassiert. Hier Milliarden für Bosse und Banken, dort nicht
mal eine Tafel Schokolade zu Ostern für viele Kinder. Der oberste
Osterhase weis genau, dass diese Massenarmut gewollt und gemacht ist,
denn die Massenarmut ist die Grundlage, ja die Mastkur für den Reichtum
einiger Weniger.
Schon
bald aber werden die Macher der Armut wieder auf den Straßen stehen und
um das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler werben. Rosige Zeiten
werden die Wölfe im Schafspelz wie schon so oft versprechen. Der große
weise Hase aber wird ihnen nicht vertrauen. Er weis genau, wer die Zeche
für das Wirtschaftsdebakel am Ende bezahlen muss. Der kluge Osterhase
wird seine Stimme nicht den Hartz IV Verbrecherparteien und Unterstützern
der Wirtschafts und Finanzhassadeure geben. Wenn sich die Osterhasen wie
jedes Jahr am Ostersonntag um den großen weisen Hasen versammeln, um
seiner Osterbotschaft zu lauschen, wird er ihnen aber auch ein wenig
Hoffnung mit auf den Weg geben. Der weise Hase glaubt nicht daran, dass
sich die Menschen so einfach in ihr Schicksal fügen und die Politiker
weiter so machen lassen, wie bisher. Er hofft das sich die Menschen zur
Wehr setzten, in Massen auf die Straße gehen und mit einem mächtigen
Generalstreik die Sozialräubermafia und ihre Gehilfen davonjagen. Erst
wenn die Menschen begreifen, dass Armut auf der Welt kein Schicksal sein
muss und der Kampf dagegen gewonnen werden kann, sehen auch die
Osterhasen wieder der Vollbeschäftigung entgegen und traurige
Kinderaugen zu Ostern werden der Geschichte angehören. Dann wird es
wieder für alle zu einem frohen Osterfest reichen hierzulande und überall
auf der Welt.
Bild:
Petra Jung
Au,
den 10.04.09 |