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Jugendkonzentrationslager:
Wieder
einmal heuchelt
die SPD
Von
Gerd Höhne/9. Januar 2009
Die
angeblich gegen die Jugendkriminalität gerichtete rassistische Maßnahme,
der Errichtung von Lagern zur Konzentration und Umerziehung von
kriminellen Jugendlichen (Jugendkonzentrationslager), soll, laut
hessischen Ministerpräsidenten Koch bei den Koalitionsverhandlungen in
Berlin eine Rolle gespielt haben. Offenbar hatte die SPD-Seite keine
grundsätzlichen Bedenken dagegen, denn sonst wäre sie wohl nicht in
der Regierung, zumindest wäre das Thema von ihr an die Öffentlichkeit
gebracht worden.
In
der aktuellen Diskussion aber tut die SPD so, als sei sie Gralhüter der
sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte.
Dabei
sind es die Maßnahmen der Regierung Gerhard Schröder, der immerhin
sogar eine zeitlang Vorsitzender der SPD war, die zur Verelendung
breiter Massen und der Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher führten.
Gelder
wurden dem Sozial- und Bildungsbereich entzogen. Stattdessen beteiligte
sich die BRD an den Kriegsabenteuern der USA überall in der Welt –
selbst im Irak. Immerhin erhöhte die Bundeswehr ihre Mannschaftsstärke
in Afghanistan und das ausdrücklich um die US-Army zu entlasten, damit
diese mehr Soldaten in den Irak schicken konnte. Auch war die
Bundesluftwaffe an den Awaks-Einsätzen zur Sicherung des USA-Krieges im
Irak aktiv beteiligt.
Das
Geld für die Kriegsabenteuer der deutschen Regierung, wurde dem Sozial-
und Bildungsbereich entzogen.
Die
sich damit verstärkende Verelendung und Perspektivlosigkeit vieler
Menschen, auch und vor allem Jugendlicher, führte zur Steigerung der
Kriminalität, auch der Jugendkriminalität.
Das
es vor allem die untersten Schichten der Gesellschaft betrifft, in der
ausländische Jugendliche überproportional vertreten sind, wird das
jetzt verstärkt zur Hetze gegen diese Menschen verwendet –
von Koch und natürlich auch von den Nazis.
Mit
der Forderung nach schneller Abschiebung und der Errichtung von
Jugendlager – Camps genannt – soll der Bevölkerung vorgegaukelt
werden, das alles sei ein Problem dieser Mensch, man müsse sie nur in
Lager einsperren und ihnen Disziplin und Schliff beibringen. Genau mit
diesem „Argument“ kamen die Nazis, um ihre Konzentrationslager zu
rechtfertigen.
Die
SPD macht in der Zeit populistisch auf Mindestlohn. Da tritt schon
einmal der Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD) auf und fordert für
2008 kräftige Lohnerhöhungen. Derselbe Steinbrück war als
NRW-Finanzminister rechte Hand von Ministerpräsident Clement und auch
dessen Nachfolger als Regierungschef. In NRW wurde auch und vor allem
unter seiner Regierung der gleiche Abbau von Personal geleistet, wie
auch in den CDU-regierten Bundesländern.
Nein,
Mindestlohn verbessert nicht unbedingt die Löhne der abhängig Beschäftigten.
Sie können auch zur allgemeinen Lohnsenkung auf das Niveau des
Mindestlohns führen. Auf jeden Fall aber ersetzt eine
Mindestlohnregelung keine kämpferischen Gewerkschaften.
Das
aber sind die deutschen Gewerkschaften mit Sicherheit nicht. Das
Trauerspiel, was uns die Deutsche Bahn mit ihrer gelben Hausgewerkschaft
Transnet vorgespielt hat. Ist ein beredtes Beispiel. Transnet,
immerhin eine DGB-Gewerkschaft, leckt den DB-Bossen so den
Allerwertesten, dass es denen schon peinlich wird. Und sie stellen sich
gegen einen Teil der Beschäftigten der Bahn. Dass diese sich dann eine
eigene Gewerkschaft suchen, liegt auf der Hand.
Transnet
ist nur ein Beispiel dieser Art von Klassenverrat. Die IGBCE ein
anderes; die IG-Metall ein weiteres usw. usf. Nein, die werden nicht kämpfen
wollen, wenn es um soziale Verbesserungen geht. Sie haben es auch bei
verbalen Protesten belassen, als Schröder mit der Abrissbirne an die
Sozialleistungen ging und sie haben es schweigend hingenommen, dass die
Löhne und Gehälter die letzten Jahre nicht nur stagnierten, sondern
die Kaufkraft allgemein sank.
Alle
wichtigen Funktionen in den DGB-Gewerkschaften sind von Sozialdemokraten
besetzt. Hier schließt sich der Kreis. Der Abbau von Renten und die
Privatisierung der Rentenverssicherung, begann unter dem Minister
Riester. Walter Riester war bevor er Bundesminister wurde, von bis 1998
zweiter Bundesvorsitzender der IG Metall. Die SPD trägt Mitschuld an
der Verelendung breiter Massen, sie nutzt ihren Einfluss auf die
Arbeiterklasse, ums sie vom Kampf gegen Lohnraub abzuhalten und führte
Kahlschlag im Sozialbereich durch.
Allein
die nach einen Kriminellen – den wegen Bestechlichkeit rechtskräftig
verurteilen Peter Hartz (SPD-Mitglied, der nur mittels
Justizmauscheleien dem Knast entging) – benannten Gesetze, führten zu
einer allgemeinen Verschlechterung der Situation auch von Jugendlichen.
Dass Pauperisierung
zu mehr Kriminalität führt, ist altbekannt. Mit dem Mittel von
Konzentrationslagern – faschistischen und/oder „rechtsstaatlichen,
kommt man dem nicht bei.
SPD
und CDU führen uns, wie meist, nur Schmierentheater zur Sicherung der
Herrschaft des Kapitals vor: Die SPD macht auf scheinbar sozial, redet
von Lohnzuwächsen und Mindestlohn und die CDU macht auf knallhart, auf
law and order. Vor allem die SPD will den unteren Einkommensschichten
Honig ums Maul schmieren, damit sie sich nicht wehren. In der Regierung
werden die Bespitzelungsgesetze durchgezogen und wieder die ersten
Konzentrationslager seit Kriegsende errichtet – mit Zustimmung der SPD
(wenn auch „nur“ geheimer).
G.H.
Der Pauper
Der
Himmel ist grau
Am
Rinnstein entlang
Geht
ein armer Mann.
Er
verdient fast gar nichts.
Er
kann nichts essen
Er
hat kein Obdach
Er
kann nicht gütig sein
Er
friert wie ein Hund
Er
ist nicht barmherzig
Er
hat keine Freunde
Er
hat löchrige Schuhe
Er
ist krank
Er
ist ein Verbrecher
Er
verdient fast gar nichts
Er
geht den Rinnstein entlang
Der
Himmel ist grau.
Bertolt
Brecht
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