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Heuchelei der Politiker, der Kirchen und der bürgerlichen  Presse

Zionisten und Zarrazin einig im Rassismus

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 3. September 2010 – Im Blätterwald rauscht es vernehmlich und die elektronischen Medien bringen es lautstark: Der Sozialdemokrat, Bundesbanker und Ex-Finanzsenator in der Koalition von SPD und „Die Linke“ in Berlin, Thilo Zarrazin ist der Medienstar der Woche.

Damals als Berliner Senator, also vor gut eineinhalb Jahren, diffamierte dieser famose Spezialdemokrat die Arbeitslosen:

„Es gibt auch das Problem, daß vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. Hier werden Trends verstärkt sichtbar, die ganz Deutschland belasten. So daß das Niveau an den Schulen kontinuierlich sinkt, anstatt zu steigen. In Berlin gibt es stärker als anderswo das Problem einer am normalen Wirtschaftskreislauf nicht teilnehmenden Unterschicht.“

„Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.“

Weil Städte und Gemeinden die Heizkosten übernehmen würden, gingen die Bedürftigen oft verschwenderisch mit Energie um. „Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster“, sagte er dem stern.

„Hartz IV Empfänger sind erstens mehr zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster.“[1]

Damals verlangte niemand in der SPD-Führung den Parteiausschluss. Auch SPD-Bürgermeister Wowereit betrieb nicht dessen Rauswurf aus dem Amt des Senators  Der Koalitionspartner,  die Linkspartei, schwieg auch beharrlich, Sarrazin machte sogar noch Karriere und kam nach Frankfurt an den Fleischtopf des Vorstands der Bundesbank.

Der Kerl ist penetrant. Jetzt jedoch hat er sich mit etwas angelegt, dessen Repräsentanten keinen Spaß verstehen und auch einflussreich sind. Ich meine nicht Sarrazins Äußerungen  zu den in Deutschland lebenden Ausländern.

Sarrazin hat doch tatsächlich die faschistische These vertreten, die Juden  hätten ein Judengen. Der Gröfaz hatte somit Recht. Das ist lupenreiner Rassismus der antijüdischen Art.

Diesmal geht ein großes Geschrei los. So  mokierte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer:

„Wer die Juden über ihr Erbgut zu definieren versucht, auch wenn das vermeintlich positiv gemeint ist, erliegt einem Rassenwahn, den das Judentum nicht teilt.“ Sarrazin versuche nicht zum ersten Mal, Minderheiten zu polarisieren und gegeneinander aufzubringen.“[2]

Da hat er zweifellos Recht. Umso sehr ist es zu beachten, dass die in ihrer Gesinnung zur israelischen Politik, der Unterdrückung und der Kriege dem Zentralrat nahe stehende zionistische Internetplattform „Hagalil“ sich doch genau in diesem rassistischem Sinne äußert:

„Nach halachischem Recht ist jüdisch, wer von einer jüdischen M*utter geboren wurde oder zum Judentum konvertiert ist. Die enge Verbindung von Kultur, Tradition, Religion und Volkszugehörigkeit zeichnet das Judentum im Besonderen aus. Durch die sich wiederholenden Judenverfolgungen und –Verdrängungen entwickelte sich über die Jahrhunderte eine gewisse genetische Homogenität, die durch einen DNA-Test sichtbar wird. Aktuelle genetische Studien belegen, dass über 60-80% der Juden noch heute ein typisch jüdisches DNA-Profil aufweisen.

Es gibt bestimmte genetische Merkmale, die auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Träger derselben oder ähnlicher genetischer Merkmale werden in Haplogruppen zusammengefasst. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Haplogruppen kann auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Ausserdem wird ein bestimmtes DNA-Profil „Cohen Modal-Haplotyp“ genannt, weil es vermehrt in der jüdischen Untergruppe der Cohanim vorkommt. Dieser Haplotyp weist deutlich auf eine jüdische Herkunft hin.“[3]

Hagalil empfiehlt sogar ihren Lesern sich eines genetischen Abstammungsnachweises zu bedienen und nennt die Adresse.[4]

Auch die evangelische Kirche kritisiert Sarrazin:

„Hauptangriffspunkt der Kritiker waren dabei Sarrazins Thesen zur Vererbbarkeit und die in einem Zeitungsinterview getroffene Aussage, Volksgruppen, darunter Juden oder Basken, seien durch bestimmte Gene unterscheidbar. Eine „pseudowissenschaftliche Analyse über Vererbbarkeit“ sei menschenverachtend und respektlos, kritisierte Friedman. Sevindim war der Ansicht, es gebe keine genetische Vererbbarkeit der Intelligenz, zudem werteten verschiedene Experten die von Sarrazin bemühten Statistiken anders als er. „Es gibt Integrationsprobleme in Deutschland, aber zur Lösung brauchen wir nicht Sie, sagte Sevindim zu Sarrazin.“[5]

Da wird der Bundesbankvorstand und Nachkomme ostelbischer Großagrarier scheinbar kritisiert für zweifellos schlimme Äußerungen. Aber die kamen aus dem Mund des SPD-Mitglieds schön häufig. Damals nahmen das die Offiziellen klaglos hin, nur einige Linke und Arbeitsloseninitiativen prangerten es an.

Sarrazin machte sogar noch Karriere in den Vorstand der Bundesbank – hoch dotiert.

Jetzt jedoch ging er mit seinen unfeinen Thesen den feinen Herrn im Nadelstreifen der deutschen Staatsbank zu weit und  ernsthaft auf die Nerven. Wie kann denn dann ein Vorstandsmitglied der Bundesbank auch in internationalen Gremien z.B. die wirtschaftliche Selbständigkeit Griechenlands, Portugals oder Spaniens in Frage stellen, wenn er solche Thesen vertritt?

Der Vorstand der Bundesbank will Sarrazin feuern. Es ist nicht schade um ihn. Aber, wie das Beispiel Peter Hartz zeigt, fallen solche Typen immer weich. Er ist jetzt 65 Jahre alt und wird mit hoher Abfindung und hoher Pension seinen Lebensabend in den Schweizer Bergen oder sonst wo in guter Luft verbringen. Belangt wird der eh nicht. Warum auch? Die BRD ist ja demokratisch und der Herr hat doch nur seine Meinung gesagt. Auch, wenn solche ähnliche Meinungen, umgesetzt in die Tat, schon zum Tod von Millionen Menschen  führte

Und was er über Arbeitslose sagte, ist ja genau die Ansicht der Regierung und auch der Oppositionsführungen

G.A.


[3]  Hagalil siehe

[4]  Die Firma iGENEA aus Zürich, bietet als Einzige in Europa Genealogietests an. Mit Hilfe dieser Tests können sowohl die mütterlichen, wie die väterlichen Wurzeln einer Person untersucht werden. Menschen, die auf der Suche nach ihren Vorfahren sind, können diese durch Herkunftstests bis 40 000 Jahre zurückverfolgen. Eine einfache Speichelprobe genügt, um die Abstammung des Probanden untersuchen zu können. Ein Genealogietest ist ab 105.- Euro erhältlich. Das Probeentnahmeset kann kostenlos bei http://www.igenea.com/ bestellt werden.“ siehe

[5]  Evangelisch.de siehe

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Die hässliche Fratze des Kapitalismus:

Westerwellern und Zarrazinern kommt wieder in Mode

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 23. März 2010 – Inzwischen geht es mir, wenn ich den Namen Westerwelle nur höre, dass ich einen Brechreiz bekomme. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich bei dem Typ kotzen möchte. Und dennoch ist er nur einer von vielen.

Da labert doch der Bundespräsident – und ehemalige Banker des IWF – von Reformen und meint damit die Abschaffung der Reste von sozialer Sicherung, die die Schröder-Regierung und die erste Etappe der Regierung des Bundesengelchen, überlebt haben. Nicht genug, dass Kranke einen Teil der Medikamente selbst bezahlen  müssen, nicht genug, dass sie kräftig bei allem zuzahlen  müssen, nicht genug, dass sie keine Brillen  oder Zahnersatz mehr erstattet bekommen, jetzt sollen  sie bei jedem Arztbesuch zur Kasse geben werden und ein Hart IV-Empfänger oder Kleinverdiener soll den gleichen Betrag an Versicherungsbeitrag bezahlen müssen, wie jemand mit hohem Einkommen.

Und da labert dieser Yuppie und Oberliberale Westerwelle großmäulig von altrömischer Dekadenz bei den Arbeitslosen. Mal abgesehen, dass Westerwelle offensichtlich den Geschichtsunterricht geschwänzt hat, er verkennt dabei auch, wer dekadent ist.

Die nämlich haben die Arbeitslosen an den Rand der Gesellschaft gedrängt, deren Interessen ein Westerwelle – nicht minder die Entsprechungen in anderen bürgerlichen Parteien – vertritt. Das Gerede seiner Partei von Steuersenkung, bevorzugt genau diese Gruppe der Großverdiener.

Aber wir sollten aufpassen und nicht nur auf die FDP schauen. Als nämlich raus kam, dass die FDP für einen Großspender Steuervorteile durchsetzte (Hotelkette Mövenpick), sagte Westerwelle treudoof, dass das die SPD, als sie an der Regierung war, ja mit der Autoindustrie nicht anders machte. Stimmt auffallend. Auch die Abwrackprämie für Autos war für die deutschen  Autobauer ein tiefer Schluck aus der Pulle. Die in der 1. Regierung Schröder eingeführte Riester-Rente war auch nichts anderes wie eine Geldbeschaffungsaktion für die Versicherungskonzerne. Dass jetzt, nachdem sie in der Opposition ist, die SPD auf sozial macht, ist nur ein Trick und purer Betrug an uns allen.

Langzeitarbeitslose sind Parasiten

Als der damalige Minister Clement in einer Broschüre veröffentlichen ließ, Harzt IV-Empfänger seien Parasiten, sagte er auch nichts anderes, was  andere bürgerliche Politiker und Kapitalisten denken und wonach sie auch handeln.

Massengrab für die Toten der irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert

„die Hungersnot in Irland, mit bis zu einer Millionen Verhungerter, habe das Problem der Pauper gemildert, sie sei ebenso radikales Mittel gegen den Pauperismus wie Arsenik gegen Ratten.“

Es ist eine alte Tradition des Liberalismus. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erklärte der britische Handelsminister Henley zur Hungersnot in Irland zwar etwas drastischer, wie heute Westerwelle, Clement und Konsorten, aber sehr ähnlich;

Mr. Henley, sagte, die Hungersnot in Irland (1845-1849), mit bis zu einer Millionen Verhungerter, habe das Problem der Pauper[1] gemildert, sie sei ebenso radikales Mittel gegen den Pauperismus wie Arsenik gegen Ratten.

Und ein Minister der Regierung Schröder, eben jener Clement, lässt veröffentlichen:

„Biologen verwenden für „Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben“, übereinstimmend die Bezeichnung „Parasiten“. Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen, sondern vom Willen des Einzelnen gesteuert. Wer den Grundstock seines Haushaltseinkommens bei der Arbeitsagentur oder der für das Arbeitslosengeld II zuständigen Behörde kassiert und im Hauptberuf oder nebenher Schwarzarbeitet, handelt deshalb besonders verwerflich.“

Kampf gegen die Armut, indem die Armen bekämpft werden – und sei es mittels physischer Vernichtung wie damals in Irland?

Ich übertreibe? Dann lest mal. was da ein  hoch bezahlter deutscher Professor der Uni-Bremen so alles ausdünstet.

Professor Gunnar Heinsohn:

Fünf Jahre Galgenfrist für Langzeitarbeitslos, dann Hunger und betteln

Gunnar Heinsohn schreibt in der FAZ: „Rund ein Viertel der Hartz-IV-Bevölkerung von 6,53 Millionen Menschen sind Kinder unter 15 Jahren (1,7 Millionen). Ihr Anteil wird weiter wachsen.

Eine demographische Zukunft haben nur die Bildungsfernen. So besteht im Februar 2010 die Hartz-IV-Bevölkerung von 6,53 Millionen Menschen zu 26 Prozent aus Kindern unter 15 Jahren (1,7 Millionen). Im leistenden Bevölkerungsteil von 58 Millionen Bürgern unter 65 Jahren dagegen gibt es nur 16 Prozent Kinder (9,5 Millionen). Doch selbst der 26-Prozent-Kinderanteil in Hartz IV ist nur ein Anfang. Er wird weiter wachsen, weil er bei den Kleinsten schon sehr viel höher liegt. So hatte Bremerhaven vergangenes Jahr zwar „nur“ 33 Prozent der Kinder von 7 bis 15 Jahren auf Hartz IV. Bei den 0- bis 3-Jährigen aber waren es 45 Prozent. Deshalb steht zu befürchten, dass in einigen Jahrzehnten weit mehr als ein Viertel der Menschen in eine Hightech-Gesellschaft mit ihren hohen Qualifikationsanforderungen nicht passt.“

Wer Hartz IV bezieht, ist „bildungsfern“ oder gar bildungsunwillig, setzt überdurchschnittlich viele Kinder in die Welt, die wiederum bildungsfern sind und so steigt der Anteil dieser Gruppe immer mehr.

Da diese Gruppe – vor allem die Jugendlichen – stärker zur Kriminalität neigt, fördert der Staat mit der Alimentierung der Produktion von Kindern der „bildungsfernen“ Frauen auch noch die Kriminalität.

Dagegen muss was gemacht werden, meint Herr Heinsohn und schlägt vor. Dass Harzt IV und Sozialhilfe nur für 5 Jahre bezahlt wird.

Solange die Regierung das Recht auf Kinder als Recht auf beliebig viel öffentlich zu finanzierenden Nachwuchs auslegt, werden Frauen der Unterschicht ihre Schwangerschaften als Kapital ansehen. Allein eine Reform hin zu einer Sozialnotversicherung mit einer Begrenzung der Auszahlungen auf fünf Jahre statt lebenslanger Alimentierung würde wirken - nicht anders als in Amerika.“ (hervorgehoben G.A.)

Dass viele junge Frauen  sich Empfängnisverhütung finanziell nicht leisten können, ist für den famosen Herrn Professor unerheblich. Dass die „Bildungsferne“ viele Hartz IV-Opfer erstmal vom System produziert  wurde, auch. Wir kennen das Schlagwort von Bildungsprivileg der Bourgeoisie. Dieses scheinbare Phänomen gibt es schon solange es soziale Klassen gibt.

Natürlich liegt es nicht an der Bildungsunwilligkeit der Arbeiterklasse. Aber sie wird systematisch davon abgehalten, sich umfassend zu bilden. Das gilt vermehrt auch für Teile der Akademiker. Bildung ist teuer und Bildung führt dazu, das Bestehende in Frage zu stellen – es ist also nicht oder nur bedingt für das Kapital verwertbar. Also unterbleibt umfassende Bildung auch für Teile der zukünftigen Akademiker. Die neuen Studiengänge sind ein Beleg hierfür.

Noch krasser ist es bei der Arbeiterklasse. Bildung muss, so will es das Kapital, vor allem Ausbildung zur Verwertung der Arbeitskraft sein. Alles andere ist unwirtschaftlich. Hinzu kommt, dass in ganzen Regionen selbst eine gute Bildung und Ausbildung nicht zu, auch nur einigermaßen guten, Chancen auf den Arbeitsmarkt führt.

Wo liegt da der Anreiz für einen Jugendlichen, seine schulischen Leistungen zu verbessern, wenn er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Lehrstelle und damit auch keinen Job findet?

Und da wagt es ein Prof. Gunnar Heinsohn – mit hohem Gehalt, Geld für Forschungsvorhaben und Pensionsberechtigung, womöglich mit hochdotierten Ehrenämtern ausgestattet – die zu beschimpfen  und noch mehr auszugrenzen, die Opfer des unmenschlichen kapitalistischen Systems geworden sind. Und das nur deshalb, weil das Kapital ihre Arbeitskraft nicht oder nicht ausreichend verwerten und in Profit umsetzen kann.

Was ist das anders, wenn der feine und hoch bezahlte Herr Professor nun  sagt, man solle sie nach 5 Jahren ohne jegliche staatliche Unterstützung vegetieren lassen? Die Betroffenen haben dann nur zwei Möglichkeiten:

1. Verhungern oder betteln und

2. Kriminalität.

Die Älteren, sehr viel Jüngeren und Schwachen, werden die erste Möglichkeit wählen müssen. Es wird mehr Obdachlose und Straßenkinder geben. So wie es auch jetzt schon in vielen Ländern der Erde. Pressemeldungen in kalten  Winter von Erfrorenen werden keine Seltenheit bleiben.

Die Jüngeren und Entschiedeneren werden die Kriminalität wählen  müssen. Der bereits jetzt absehbarere Anstieg der Kriminalität wird sich verschärfen. Verstärkte Slumbildung und noch mehr Verelendung sind die Folge.

Natürlich ist das nicht das Ziel dieser Maßnahmen gegen die Arbeitslosen, aber die unausweichliche Perspektive. Das Ziel ist, das zur Verfügung stehende Geld für „wichtigere“ Zwecke, als für Sozialleistungen auszugeben. Diese wichtigeren Zwecke sind: weniger Steuern für die ganz Reichen, höhere staatliche Beihilfen, wenn der eine oder andere Superreiche sich verzockt hat (siehe Bankenunterstützung mittels Staatsknete) oder zweifelhafte Programme wie die Abwrackprämie, die letztlich nur die Profite erhöhen.

Und schließlich Bildung nur für jene, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dann auch zu verwerten sind.

Man weiß bereits jetzt, dass ein Großteil der jetzt von Hart IV lebenden jungen Menschen in ihrem Leben nie einen dauerhaften Job finden wird. Sollen die sich doch in Wärmestuben aufhalten und Armenküchen ernähren – vorausgesetzt sie kosten nichts. Dahin geht der Zug – wenn es nach dem Willen der Herrschenden geht.

Bundesbanker und Ex-Finanzsenator von Berlin Thilo Sarrazin

Dessen lockere Sprüche entlarven das, was selbst ein Westerwelle nur durch die Blume ausspricht und der feine Bremer Professor in dickte pseudowissenschaftliche Watte packt: Die Unterprivilegierten müssen bekämpft werden – egal wie.

Aber es ist die gleiche Mischpoke und geht in die gleiche Richtung; Kampf gegen Armut ist für sie der Kampf gegen Arme. Genau wie Clement und Heinsohn geht es auch Sarrazin darum, die Verelendeten noch mehr zu verelenden.

Auch für ihn, den hoch bezahlten Bundesbanker und SPD-Mitglied, ist das Leben der von Hartz IV Betroffenen lebensunwert. Es sagt:

„Deswegen müsse das Sozialsystem so geändert werden, „dass man nicht durch Kinder seinen Lebensstandard verbessern kann, was heute der Fall ist“, sagte er.“ (Stern)

„Es gibt auch das Problem, daß vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. Hier werden Trends verstärkt sichtbar, die ganz Deutschland belasten. So daß das Niveau an den Schulen kontinuierlich sinkt, anstatt zu steigen. In Berlin gibt es stärker als anderswo das Problem einer am normalen Wirtschaftskreislauf nicht teilnehmenden Unterschicht.“

„Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.“

Weil Städte und Gemeinden die Heizkosten übernehmen würden, gingen die Bedürftigen oft verschwenderisch mit Energie um. „Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster“, sagte er dem stern.

„Hartz IV Empfänger sind erstens mehr zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster.“

Die Nazis hatten ein Gesetz gegen den erbkranken Nachwuchs und widmeten dem sogar eine eigene große Ausstellung in Berlin. Die Ausstellung „Das Wunder des Lebens“, eröffnet vor 75 Jahren am 23. März 1935. Sie diente dazu zu  „beweisen“:  Geistig- oder körperlich Behinderte schwächen demnach den gesunden Volkskörper und müssten bekämpft, ihre Fortpflanzung gestoppt werden. Der Macher dieser Ausstellung war übrigens der Sozialdemokrat Bruno Gebhard.

Die Nazis brauchten noch viele Kinder für Kanonenfutter. Aber auch sie führten die hohen Geburtenraten  der „Erbkranken“ und die hohen Kosten  für „Fürsorge“ (heute Sozialhilfe) als Argument an.

Jetzt hat man offenbar genug Kanonenfutter, Kinder sind  ein soziales Problem und schmälern die Profite, also muss das Kinderkriegen der „niedrigen“ Schichten eingedämmt werden – und das möglichst ohne große Kosten.

Das, was die Nazis später machten, die „Erbkranken“ einfach zu vergasen, ist derzeit kontraproduktiv. Die „Bildungsfernen“ aus den „niedrigen“ Schichten am Gebären zu hindern, ist schwer und noch schwerer, die Gebildeten zum Gebären zu bringen. Offenbar ist es doch nicht Einkommens fördernd Kinder zu haben

Mit Zwangsmaßnahmen ist der angebliche Trend kaum umzukehren. Obwohl: Es gab in den USA „vielversprechende“ Schritte auf diesem Gebiet: In  Gefängnissen und in Indianerreservaten  wurden massenhaft illegal Sterilisationen durchgeführt. Immerhin humaner wie Verhungern, aber auch anrüchiger und entwickelt sich schnell zu Skandalen, wenn es rauskommt.

Also ist es doch das probateste Mittel, was dieser englische Minister Mr. Henley zur Hungersnot in  Irland sagte:

„die Hungersnot in Irland (1845-1849), mit bis zu einer Millionen Verhungerter, habe das Problem der Pauper[2] gemildert, sie sei ebenso radikales Mittel gegen den Pauperismus wie Arsenik gegen Ratten.“

Liberalismus pur! Dahin geht die Richtung – wenn wir und nicht entschieden wehren und den Herrschenden nicht die ökonomische wie politische Macht nehmen und diese in die Hände des Volkes geben. Das ist  schwer, aber unausweichlich und nicht unmöglich.

G.A.


[1]  Pauper = Verelendete

[2]  Pauper = Verelendete

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Heinrich Alt 

BDA-Vize

Zur Zerschlagung der Sozialsysteme in der Bundesrepublik Deutschland:

„Die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts muss anders aussehen als die des 20.“[1]

Von Reinhold Schramm

Kommujnisten-online vom 25.03.2010 – Bisher gehe es „Hartz IV“-Beziehern darum, den gesetzlichen Leistungsrahmen, so weit es geht, auszureizen. „Die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts muss anders aussehen als die des 20.“ forderte der Vizechef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt, in der „Rheinischen Post“. Die 100-Prozent-Versorgung sei antiquiert. [1]

Bereits im Februar 2009 hatte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt, die Höhe der „Hartz IV“-Regelleistungen für junge Menschen unter 25 Jahre infrage gestellt. „Wenn die Sätze auf Dauer für alleinlebende Jugendliche ohne Gegenleistung gezahlt werden, sind sie zu hoch im Vergleich zu Auszubildenden“, sagte Heinrich Alt der „Rheinischen Post“. Wenn ein Jugendlicher in Ausbildung schlechter gestellt sei, entstehe der Eindruck, „dass der, der nichts tut, von dieser Gesellschaft stärker belohnt wird, als der, der morgens früh aufsteht, zur Arbeit geht und lernen muss.“ [2]

Das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hat die aktuellen Aussagen von BA-Vize Heinrich Alt zur Wohn-Pauschale und zu vermehrten Sachleistungen statt Geldleistungen für Kinder von 'Hartz-IV-Empfängern' kritisiert. Bei der Jugend zu sparen sei „falsch und kurzsichtig“. Richtig sei, die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung junger Menschen auszubauen und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu finanzieren. „jeder Euro ist gut investiert, wenn es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht und damit der zunehmenden Bildungsarmut entgegen gewirkt werden kann“, sagte Annelie Buntenbach.

Dem Vorschlag Heinrich Alts, die Wohn- und Heizkostenerstattung in eine wohnpauschale umzuwandeln, erteilte sie eine Absage. Dies sei ein Einfallstor für Kürzungen des Regelsatzes unter das gesellschaftliche Existenzminimum. Es komme bereits jetzt zu Zwangsumzügen von „Hartz IV“-Beziehern, viele Betroffene müssten einen Teil der Kosten aus den „Hartz IV“-Regelsätzen decken. [3] 

Siehe auch zu den unsozial-demagogischen BDA-Vorschlägen zur Zerschlagung der Sozialsysteme im (kurzfristigen) Kapitalinteresse des Unternehmerpräsidenten Dr. Dieter Hundt: „Entkoppelung der Gesundheitskosten vom Arbeitsverhältnis ohne Alternative“ (17. März 2010, Presse-Information Nr. 015/2010), „Rentengarantie kommt Beitragszahler teuer zu stehen“ (16. März 2010, Presse-Info. Nr. 014/2010), „Regierungskommission muss Entkoppelung der Gesundheits- und Arbeitskosten zügig auf den weg bringen“ (24. Februar 2010, Presse-Info. Nr. 011/2010). [4] 

Der BDA-Präsident Dr. Dieter Hundt erklärte am 18. Februar 2010, zur 8,50 Euro-Mindestlohnforderung des DGB, unter anderem: „Der DGB trifft mit dieser Forderung die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Ein gesetzlicher Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze“. Und: “Wer in einer ohnehin schwierigen Situation neue Beschäftigungshürden aufstellt, handelt äußerst unsozial.“ (BDA-Dr. Dieter Hundt. In: Presse-Information Nr. 010/2010, 22. Februar 2010) 

Der BDA-Präsident Dr. Hundt erklärte am 09. Februar 2010 in der BDA-Presseinformation Nr. 007/2010 zur “Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Arbeitslosengeld II“, u. a.: „Das Bundesverfassungsgericht hat grundsätzlich nicht die Höhe der Regelleistung, sondern das Verfahren zur Festlegung bemängelt. An die Überarbeitung durch den Gesetzgeber dürften deshalb weder falsche Erwartungen noch unangemessene Forderungen geknüpft werden.“ Und: „Solidarität ist keine Einbahnstraße.“ (BDA-Präsident Dr. Hundt) [5] 

Anmerkung: Die Bundesregierung des BDI-BDA-Kapitals hat die gesellschaftspolitische Anweisung verstanden! 
 
Quelle: [1] Rheinische Post (Pressemappe) - am 24.03.2010: 
„Bundesagentur für Arbeit fordert Wohn-pauschale für Hartz-IV-Bezieher“. 
http://www.presseportal.de/
[2] Stern.de - am 9. Februar 2009. BA-Vorstand Heinrich Alt:
„Hartz-IV-Sätze für Jugendliche zu hoch“. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt hat sich für eine Reduzierung der Hartz-IV-Regelsätze für Menschen unter 25 ausgesprochen. 
http://www.stern.de/
[3] DGB - am 24.03.2010. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach:
Wohnpauschale ist Einfallstor für Kürzungen.
http://www.dgb.de/
[4] BDA - Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.
Aktuelles 2010: http://www.bda-online.de/
[5] BDA-Dr. Hundt: „Solidarität ist keine Einbahnstraße“, in: Presse-Information Nr. 007/2010, 09.02.2010: „Aufnahme von Beschäftigung fördern“ [- zu jeden Preis/Lohn der Arbeit!]
http://www.bda-online.de/
Empfehlung:
Lohnverzicht reduziert Altersrente. Verzicht auf Arbeitslohn und Lohnkampf reduziert die Altersrente und erhöht die Kapitalvermögen.
http://www.debatte.info/index.php?id=872

Merke: Sozialleistungen sind keine Almosen, sondern eine Bringepflicht der Gesellschaft den sozial Benachteiligten gegenüber. 

Und vor allem: „Höhere Löhne für höhere Renten“ und Sozialleistungen erkämpfen! 


[1]  Vize der Bundesagentur für Arbeit

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