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DIE
KAPITALOFFENSIVE GEGEN DIE ARBEITERKLASSE
IN DER EU
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Kommunisten-Online,
15. Juni 2010.-
Es fällt derzeit auf, wie in den großen bürgerlichen Medien
von Sachwaltern der Europäischen Union (EU) und somit hoch bezahlten
politischen Interessenvertretern des international agierenden
Finanzkapitals Noten an die verschiedenen reaktionären Regierungen der
EU-Mitgliedsländer verteilt werden. Bewertet wird da vor allem, wie
viele soziale Errungenschaften welche reaktionäre Regierung in welchem
Maße der Arbeiterklasse des jeweiligen Landes mit einem
„Sparpaket“, einer „Anpassungsmaßnahme“, einer
„Haushaltssanierung“ oder wie auch immer genannte reaktionäre bürgerliche
Kürzungsorgie gerade mal abtrotzt.
Keine
Rolle spielt bei dieser Art der Bewertung die Form der jeweiligen bürgerlich-reaktionären
Regierung, ob da nun ausgewiesen konservativ-reaktionäre oder eher
liberale oder lediglich opportunistische Lakaien ein Land regieren, ein
Volk verwalten. Die alten traditionellen Grabenkämpfe zwischen den
verschiedenen Fraktionen der Bourgeoisie sind völlig überschattet von
ihrem derzeitigen Wettlauf darum, wer den Sozialabbau am rigorosesten,
den Lohn- und Rentenklau an der Arbeiterklasse am extremsten, die
Massenverelendung am dreistesten unter Einsatz der reaktionären bürgerlichen
Staatsmaschinerie rasch erzwingt. Inhalt geht vor Form.
„PARADE-BEISPIEL
UNGARN“
Die
belgische „Metrotime“ veröffentlichte dazu am 7. Juni 2010 unter
dem Titel „Ungarn bleibt außerhalb Griechenlands Fahrwasser“ Ausführungen
des Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean-Claude Junckers: „Die ungarische
Situation macht mich nicht besorgt.“
Wie
auch, wo doch die gerade aus reaktionären Wahlen hervorgegangene
faschistoide derzeitige FIDESZ-Regierung einen dramatischen Sozialabbau
ankündigte. Dies in einem Land, wo die opportunistische Vorgängerregierung
wegen ihrer volksfeindlichen Sozialkürzungsorgien abgewählt worden
ist.
Nach
Anwendung der „Schocktherapie“ des IWF brach 2009 die Wirtschaft
Ungarns um 6,3% ein und stieg die Arbeitslosenrate auf knapp 12% (1).
Zur Freude der Konzernherren stiegen die ungarischen Exporte, gab es
einen Handelsbilanzüberschuss für Ungarn. Die opportunistische
„sozialistische“ Regierung drückte das Haushaltsdefizit von 9,3%
auf 3,8% bereits im Jahr 2008 und 4% im Jahr 2009. Von den 20 Milliarden
Euro Verbindlichkeiten vom IWF nahm jene Regierung 5,5 Milliarden Euro
nicht in Anspruch und erhielt somit Bestnoten vom IWF in einem Prüfbericht
von März 2010. Den Preis dafür zahlte die ungarische Arbeiterklasse.
Im öffentlichen Dienst wurde das 13. Monatsgehalt gestrichen. Die 13.
Monatsrente für alle Rentner wurde gestrichen. Andere Sozialleistungen
wurden eingefroren, Ausgaben im Sozialbereich wurden drastisch gekürzt
und die indirekten (Verbrauchs-) Steuern erhöht.
Die
ungarische Bevölkerung reagierte mit Abwahl dieses
IWF-Sparkommissar-Regimes aus „Sozialisten“, geboten wurde ihr ein
neues IWF-Sparkommissar-Regime aus konservativ-faschistischen Politikern
von FIDESZ, welche mit Wahlversprechen von Steuersenkungen und
Jobwundern Stimmen fingen und nun die Maske fallenlassen, indem sie das
Klagelied über Trümmerhaufen-Hinterlassenschaften der Vorgängerregierung
anstimmen. Womit die Kehrtwende zu Steuererhöhungen und weiteren
Massenentlassungen öffentlich vorgenommen worden ist.
Das
IWF-Diktat an Ungarn sieht bereits vor, 2010 ein weiteres halbes Prozent
und 2011 ein Prozent der Wirtschaftsleistung in den Staatsausgaben zu
streichen, um „Vertrauen zurückzugewinnen“. Peter Monthalto vom
Investmenthaus Nomura äußerte Reuters gegenüber, dass dies für
Ungarn nach den verbalen Eskapaden der dortigen jetzigen
Regierungspolitiker nicht leicht sein wird. „Es wird eine lange Zeit
und eine Menge harter Daten benötigen, um die Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen“,
so dieser ganz direkte Sprecher des Finanzkapitals an Ungarn. (1)
Und
wenn wir Kommunisten uns Ungarn anschauen, so haben wir Hochachtung vor
der Ungarischen Kommunistischen Arbeiterpartei, welche aus sehr
ehrenwerten Motiven die Europäische Linkspartei (ELP) im Jahr 2009
verlassen hat und sich dem unverhüllten Terror und der Kriminalisierung
durch den reaktionären ungarischen Staat ausgesetzt sieht. Was dieser
kommunistischen Partei sehr erschwert, ihre Führungsrolle an der Spitze
der Arbeiterklasse wahrzunehmen und somit dem Kapital die Offensive
erleichterte, welche allerdings nur zeitweilige Erfolge haben kann und
die Existenzprobleme des ungarischen Volkes keinesfalls löst, sondern
lediglich rasch weiter verschlimmert.
„NEHMT
EUCH EIN BEISPIEL AN DEUTSCHLAND“
Aber
nicht nur das noch „brave“ und noch immer nicht in Massenprotesten
erschütterte Ungarn unter IWF-Diktat gilt den Vertretern der Hochfinanz
als Vorbild und Beispiel gegenüber jenen Regimes in der EU, wo wie in
Griechenland und Portugal die Arbeiterklasse und die Volksmassen ganz
erheblich protestieren. Beim allmorgendlichen Lesen der belgischen
Metrotime auf dem Weg zur Arbeit finden sich immer wieder Verweise von
belgischen imperialistischen Politikern auf Deutschland, dessen
Spielregeln auf dem Arbeitsmarkt viel „wettbewerbsfähiger“ als die
belgischen seien (siehe auch unten!). (2)
Was
einfach daran liegt, dass die belgischen Gewerkschaften stark genug
sind, um etliche Abwehrkämpfe der Arbeiterklasse in Belgien gegen das
Kapital erfolgreich zu führen. Während in Deutschland selbst nach dem
jüngsten „Sparpaket“ nicht mehr Menschen protestierend in zwei Großstädten
auf die Straße gehen als demnächst
wohl in Frankfurt am Main die aus Südafrika dann zurückkehrende
Deutsche Millionärs-Elf feiern werden.
„Neues
aus der Anstalt“ im ZDF verarbeitete diesen Zustand in der letzten
Sendung bestens, als wegen der Sparorgie und Kassenlage im Lande einer
der Humoristen jetzt endlich mal als verkörpertes Volk selbst Bundespräsident
werden wollte und ihm abwinkend entgegengehalten wurde, dass er mit
seinen gutgemeinten sozialen Forderungen bei den fußballbetäubten Fans
am Brandenburger Tor kaum ein offenes Ohr finden würde. Was heißt,
dass der Zeitpunkt für die Verkündung des „Sparpakets“ günstiger
kaum sein konnte, aus Sicht der reaktionären deutschen Regierung.
Und
natürlich wird sehr genau hingeschaut, ob da Hunderttausende oder gar
Millionen oder aber nur Zehntausende für den Massenprotest im
83-Millionen-Land Deutschland von opportunistischen Gewerkschaften und
einem Verwirrspiel zumeist kleinbürgerlicher pseudo-linker
Organisationen mobilisiert worden sind. Im kleinen 10-Millionen-Land
Belgien waren Hunderttausende auf der Straße, als die reaktionäre
Regierung die „Rentenreform“ vor ca. zwei Jahren durchpeitschen
wollte und weitgehend scheiterte.
Letztlich
blieb es dann bei der Heraufsetzung des Eintrittsalters in eine
freiwillige Vorruhestandsregelung
(„brugpensioen“) von 58 auf 60, alle weiteren Teile jener
„Rentenreform“ waren politisch einfach nicht durchsetzbar. Realitäten
wie 1-Euro-Jobs oder Zeitarbeiterlöhne weit unter denen der
Stammbelegschaften sind in Belgien auf breiter Front nicht durchsetzbar,
auch wenn durch Outsourcing und niedrigere Einstiegslöhne das
Lohndumping auch in Belgien mittlerweile eingesetzt hat.
Der
Fingerzeit der belgischen Unternehmerverbandssprecher richtet sich immer
wieder begehrlichst auf Deutschland und dessen beispielhaften
Raubtierkapitalismus mit seinen Gesetzen des Dschungels. Und so läuft
auch in Belgien beharrlich die Medienkampagne von der „Vergreisung der
Gesellschaft“, sprich Kapitalistenforderung nach Erhöhung des
Eintrittsalters in die Altersrente plus Zwang zur Verlängerung der
Lebensarbeitszeit, trotz fehlender Arbeitsangebote für
„50-Plussers“. Und die bürgerliche volksverdummende Medienmeute ist
sich nicht zu schade dafür breitzutreten, dass angeblich mehr als
Zweidrittel der Flamen „gerne länger arbeiten würden“, - ohne
allerdings die Höhe der kärglichen Altersrenten dieser hart
ausgebeuteten Arbeiter und Angestellten mal konkret mit dazu in diesem
Zusammenhang zu benennen. Denn logischerweise suchen vor allem Klein-
und Mindestrentner nach Zuverdiensterwerbsarbeit, nicht nur in Belgien.
Schon
zynisch wird dann noch so getan, als ob die Jugendarbeitslosigkeit nur
die Wallonie betreffen würde, nur weil sie in Flandern vergleichsweise
etwas niedriger ausfällt. Am heutigen 13. Juni 2010 ist Wahltag in
Belgien. Und allein die kommunistische Partei der Arbeit (PvdA/PTB+)
ruft klar zur Stimme „Gegen den politischen Zirkus“ (fürs Volk
uninteressanter Politikerstreit um die Spaltung der Stimmbezirke in Brüssel-Halle-Vilvoorde
/ „BHV“-Problem) und „Gegen das Disneyland der Bosse“ auf.
Mittlerweile
ist die PvdA/PTB die einzige gesamtbelgische Partei, die sich nicht in
einen flämischen und einen wallonischen Teil aufgespalten hat. Aber
genau dieses Belgien rangiert auf der Abschussliste des internationalen
Finanzkapitals nach Griechenland, Italien, Spanien, Portugal (den „PIGS-Staaten“
/ pigs heißt auf deutsch Schweine) sowie Irland und Großbritannien auf
dem Folgeplatz einer Staatsbankrott-Erklärung, wie sich in der
Financial Times und andernorts immer wieder nachlesen lässt.
Wie
letzte Woche öffentlich wurde, ergab eine Befragung unter britischen
Finanzökonomen, dass über die Hälfte dieser Wirtschaftskundigen dem
Überleben des Euro keine fünf Jahre mehr gibt.
„TEILE
UND HERRSCHE“ oder „ICH KANN DA SOWIESO NICHTS DAGEGEN MACHEN“
Diese
alte Weisheit der römischen Imperatoren gehört auch heute zu den
grundsätzlichen Vorgehensweisen der politisch Herrschenden. Mittels
einer gigantisch anmutenden Medienvielfalt setzen sie alle Hebel
modernster Massenbeeinflussung in Bewegung, um den Euro mit einem
Heiligenschein und die EU mit dem Gemeinwohl schlechthin in den Köpfen
der Menschen gleichzusetzen.
In
Deutschland hat derlei Volksverblendung eine jahrhundertealte Tradition.
Bekanntlich jubelte eine Mehrheit der Untertanen des letzten deutschen
Kaisers begeistert den in den 1. Weltkrieg für imperialistische
Interessen Verbrechen begehenden Soldaten zu, von denen dann viele nicht
zurückkehrten.
Es
war dann schon keine Mehrheit der Berliner Bevölkerung mehr, die 1939
den Richtung Polen abmarschierenden Rekruten der Wehrmacht zujubelte,
wie auf zeitgenössischen Fotos bestens dokumentiert ist. Aber zum
Massenwiderstand des deutschen Volkes gegen das verbrecherische
faschistische Hitler-Regime hatte es bei weitem nicht gereicht, trotz
einer in der Arbeiterklasse stark verankerten kommunistischen
Massenpartei, der Thälmannschen KPD. Und nach anfänglichen
„Blitzkriegen“ und angeblich blitzartigen Siegen, die mit dem
immerhin drei Wochen langen ausdauernden heldenhaft zu nennenden
Widerstand der technisch völlig unterlegenen polnischen Armee
keinesfalls so blitzartig und einfach wie medienmäßig weisgemacht
waren, brachten die Nazis bekanntlich die Bereitschaft großer Teile des
deutschen Volkes für den imperialistischen Raubkrieg zur Vernichtung
der UdSSR, der weltweit ersten Diktatur des Proletariats, zustande.
Im
Massenbewusstsein völlig vergessen waren die Verbrüderungen zwischen
russischen und deutschen Soldaten am Ende des 1. Weltkrieges, als nur 25
Jahre später die Wehrmachtsangehörigen mordend und sengend Richtung
Moskau und Kaukasus vorrückten und dabei Brest, Minsk, Kiew und
Stalingrad einnahmen. Und viel zu wenige Wehrmachtsangehörige brachten
den Mut auf, das blutige Gemetzel „für Führer und“ (angeblich!)
„Vaterland“ aufzugeben und die Front zu wechseln, zur Roten Armee überzulaufen,
gegen den wahren Feind aller Völker, auch des deutschen Volkes, damals
zu kämpfen.
Als
sich nach und nach bis Ende des 2. Weltkrieges alle Wehrmachtsangehörigen
ergeben mussten, fiel diesen erbärmlichen Landsknechten und Mordbuben
in ihrer unendlichen Feigheit vor der eigenen Obrigkeit nichts weiter
ein, als von „Befehlsnotstand“ zu faseln, von Gehorsam um jeden,
aber auch jeden Preis ungeachtet der Schwere und des Umfangs all der
vielen begangenen Massaker und Kriegsverbrechen an den Völkern. Dieser
preußische Kadavergehorsam muss vielen Menschen in Deutschland in die
Gene eingeflossen sein.
Wie
sonst ist die Erbärmlichkeit zu erklären, welche unsereiner in
Deutschland immer wieder in Diskussionen mit hart von Dumpinglohn und
Arbeitslosigkeit gebeutelten verzweifelten Menschen hört: „Ich kann
da sowieso nichts dagegen machen.“ Aufrufen zur Solidarität mit dem
derzeit kämpfenden griechischen und portugiesischen, spanischen und
italienischen, französischen und rumänischen Volk ... verschließt
sich der deutsche Klassenbruder im allgemeinen gerne mit dem lapidaren
Satz: „Ich kann da sowieso nichts dagegen machen.“
Merken
solche Menschen nicht, wie sie damit denen in die Hände spielen, die
ein ganz schmutziges Spiel mit ihnen treiben? Schon vergessen, dass 1945
die erste Hilfslieferung für das hungernde deutsche Volk per Schiff aus
Chile eintraf? Und dies beweist, dass jene Spender in Chile eben „was
machten“, indem sie Nahrungsmittel schickten. Auch die Teilnehmer an
den Gaza-Hilfsschiffen „machen was“, sie finden sich eben nicht mit
der Besetzung und Abriegelung Gazas durch Israel, dem „größten
Stadt-KZ der Welt“, ab. Und wer in Griechenland heute mit Millionen
Menschen vor Ort demonstriert, findet sich nicht mit einer
340-Euro-Mindestrente ab und nimmt nicht hin, dass er im Alter mit
Almosen abgespeist werden wird, die zuviel zum Sterben und zuwenig zum
Leben sind.
WAS
KANN UND MUSS GESCHEHEN?
Jeder
kann aktiv werden, aktiv bleiben oder noch aktiver werden. Er muss es
nur wollen und seinen Willen umsetzen.
Es
gehört wahrlich nicht viel dazu, sich mit denen zu verbünden, die
bereits ihren aktiven Beitrag im heutigen Klassenkampf auf der richtigen
Seite leisten. Dies fängt an mit Leserzuschriften, wie auch wir sie in
der Redaktion erhalten. Dies äußert sich in zahlreichen öffentlichen
Diskussion vor Ort und im Internet, wo es leicht ist, Gleichgesinnte zu
finden und vom „Ich“ zum „Wir“ zu kommen. Dies äußert sich in
Spenden, damit Kommunisten überhaupt öffentlichkeitswirksam zu Worte
kommen, beispielsweise über unseren Internetauftritt hier. Dies äußert
sich im Unterschreiben von Aktions- und Solidaritätsaufrufen vor Ort
und im Internet.
Ein
erster Beitrag ist stets der, sein Gesicht zu zeigen, sich als Mensch
und Persönlichkeit einzumischen. Was jene Feiglinge nie schaffen
werden, die als widerwärtige Speichellecker und kleinliche Schleimer
immer vor dem Hinterteil der Obrigkeit lauern, um in eben jenes
Hinterteil schnellstmöglich bei erstbester Gelegenheit reinzukriechen.
Und da muss sich jedermann eben einfach mal entscheiden: Bin ich einer
von denen oder nicht?
Bei
Protestveranstaltung gegen alles, was unser Leben verschlechtert,
sollten wir einfach nur hingehen. Würden nur die Hälfte aller Eltern
wegen Streichung des Elterngeldes einen Werktag lang im Generalstreik
deutschlandweit aktiv und massenwirksam demonstrieren, müsste die
reaktionäre Regierung Merkel öffentlichkeitswirksam verpackt nach
einem „Elterngipfel im Kanzleramt“ ganz rasch die Streichung des
Elterngeldes zurücknehmen. Dies nicht, weil sie auf die Stimme des
Volkes hört, oh nein! Dies lediglich deshalb, weil die Unternehmerverbände
keine weiteren Profitverluste wegen dieser für sie läppischen
Elterngeldgeschichte mehr hinzunehmen bereit wären und da dringend
Abhilfe von ihrer Schoßhündchen-Regierung fordern.
Jeder
ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten und nicht hinzunehmen, dass ihm
das Fell über die Ohren gezogen wird, ihm die Butter vom Brot genommen
wird, er die Zeche der Großbankiers und Herrschaften zahlen soll.
Niemand muss es hinnehmen zu verelenden, denn es gibt sehr wohl die
Alternative zur kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung, zum
Diktat des Finanzkapitals in Gestalt von IWF, Weltbank, EU und Euro.
Was
des Volkes Hände schaffen, muss des Volkes eigen sein. Gegen Raub und
gegen Räuber sich zu erheben, ist gerechtfertigt. Von der Akropolis
her, von der Wiege der Demokratie her, erging in diesen Wochen der
Aufruf an alle Völker Europas, sich zu erheben. Höchste Zeit, dass in
Deutschland nicht nur Zehntausende, sondern Millionen ihre Hinterteile
hochkriegen.
(1)
http://www.welt.de/wirtschaft/article7952452/Ungarn-verspielt-das-Vertrauen-seiner-Buerger.html
(2)
„Nehmt Euch Beispiel an Deutschland!“
Fr
11/06/2010 - 12:41 Der
belgische Unternehmerverband VBO-FEB hofft, dass es die neue Regierung
nach den Parlamentswahlen vom 13. Juni schafft, wieder wirtschaftliches
und konjunkturelles Vertrauen zu schaffen. Die Unternehmer empfehlen
dabei, das deutsche Modell zu beachten.
Der
Unternehmerverband stellte am Donnerstag seinen Konjunkturbarometer vor
und nutzte diesen Anlass, kurz vor den Parlamentswahlen am kommenden
Sonntag einige Empfehlungen auszusprechen.
Nach
Angaben des Verbandes ist die Mehrheit der belgischen
Wirtschaftssektoren - außer der Bauwirtschaft - davon Überzeugt, dass
das Schlimmste der Krise überwunden ist.
Allerdings
brauche es noch einige Zeit, bis die wirtschaftliche Normalität wieder
einkehren könne - besonders im Bereich des Arbeitsmarktes.
In
diesem Zusammenhang müsse die zukünftige belgische Bundesregierung
alles, was mit Wirtschaft, Sozialem, Arbeitsmarkt oder Konjunktur zu tun
habe, gründlich reformieren. VBO-FEB empfiehlt dabei, über die Grenze
hinweg nach Deutschland zu schauen. Das deutsche Modell könne unter
umständen inspirierend wirken.
„Die
deutsche Regierung hat neue Steuern auf Finanztransaktionen eingeführt
und gleichzeitig zusätzliche Finanzmittel für Forschung, Entwicklung
und Bildung freigemacht.“, so Verbandschef Rudi Thomaes (Foto).
Gleichzeitig hoffen die belgischen Unternehmer, dass Belgien bald sein
Handicap der im Vergleich zu den Nachbarländern zu hohen
Lohnnebenkosten abstreifen kann - am Besten in direkter Kooperation mit
den Sozialpartnern.
Problem
Arbeitsmarkt
Der
belgische Unternehmerverband sieht in der Arbeitsmarktpolitik
erheblichen Anlass zur Sorge. Zum einen würde die Zahl der Arbeitslosen
– auch krisenbedingt – weiter steigen, doch andererseits suchen
viele Unternehmen im ganzen Land händeringend nach zusätzlichem
Personal. Der Facharbeitermangel in Belgien ist nicht erst seit gestern
ein Problem in Belgien und dies steht dem Konjunkturaufschwung sehr im
Wege.
Ein
weiteres Problem sei die Tatsache, dass der Aktivierungsgrad der über
50jährigen Arbeitnehmer in Belgien so tief liegt. Vorruhestand, Frührente
und ähnliche Wege würden immer noch großflächig beschritten, um
Personal loszuwerden. Damit, so appelliert der Unternehmerverband
VBO-FEB auch an seine Mitglieder, gehe auch professionelle Erfahrung
verloren.
(2)
http://www.deredactie.be/ |