Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Kinder ohne Zukunft

Langzeitstudie zur Armut in Deutschland vorgestellt. Demnach lebt nur jedes dritte Kind in relativem Wohlstand

Von Peter Wolter

Quelle: jungeWelt vom 02.12.2005

Deutschland ist auf dem direkten Weg zum Drittweltland: Jeder zweite Hauptschüler gilt mittlerweile als arm; ein Drittel aller Kinder lebt unter der Armutsgrenze, ein weiteres knapp darüber. Nur jedes dritte Kind lebe in relativem Wohlstand. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Langzeitstudie hervor. Der CDU-geführten Bundesregierung fiel zu diesem Thema am selben Tag allerdings nicht viel mehr ein, als CDU-Politikern bisher immer schon eingefallen ist: Gemeinplätze, feierliche Bekenntnisse und vage Versprechungen.

Die Armut beginne mit den Bildungschancen, besagt die von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) beim Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) bestellte Untersuchung. Demnach schafften von 100 bereits im Kindergarten armen Kindern gerade mal vier den Sprung auf das Gymnasium. Bei nicht-armen Kindern seien es hingegen 30. Die besten Noten hat stets die Gruppe von Kindern, die in gesichertem Wohlstand aufwachsen. Nicht selten finden sich arme Kinder später in schlechteren Schulformen wieder, obwohl sie bessere Noten als ihre betuchteren Altersgenossen hatten.

Die Bildungskarriere beginne bereits im Kindergarten, fanden die ISS-Forscher heraus, die 500 Kinder zwischen 1997 und 2005 beobachtet hatten. Der frühzeitige Besuch einer Kindertagesstätte wirke sich positiv auf spätere Chancen aus. Alle von Armut betroffenen Kinder hätten in den Befragungen den Wunsch nach Freizeitaktivitäten und Hobbies geäußert, die ihre Eltern nicht finanzieren können. Nur selten aber böten die Schulen Ersatz in Form von Arbeitsgemeinschaften oder Kursen.

Daß sich arme Kinder selten auf ein Gymnasium verirren, hängt der Studie zufolge keineswegs nur mit schlechten Schulleistungen in der Grundschule zusammen. Selbst bei guten Noten würden sie von ihren Lehrern wegen ihres sozialen Hintergrundes oft nicht auf weiterführende Schulen verwiesen. Hinzu komme, daß auch der elterliche Druck fehle, da Vater und Mutter oft keine großen Bildungserwartungen hätten.

»Kindern, die arm sind, bleiben zukunftssichernde Bildungswege verschlossen«, faßte AWO-Vorsitzender Wilhelm Schmidt vor Journalisten zusammen. Armut bestimme die Schullaufbahn und das Leben dieser Kinder. »Die eigentliche Bildungsmisere in Deutschland hat ganz offensichtlich nichts mit Leistung zu tun, sondern zunächst einmal mit Chancen.«

Besserung läßt sich nach Schmidts Worten u. a. dadurch schaffen, daß die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren ausgebaut werden. Bildungsangebote in Tageseinrichtungen für Kinder müßten gezielt weiterentwickelt und ausgebaut werden. Die individuelle Förderung müsse sowohl in der Primar- wie auch in der Sekundarstufe verstärkt werden. »Dazu gehört auch und unbedingt der Verzicht auf die viel zu frühe Selektion in die verschiedenen Schulzweige.«

Schmidt wandte sich nachdrücklich dagegen, arme Menschen als »sozial Schwache« abzustempeln. Das Gegenteil sei der Fall: »Von den meisten der in der Untersuchung befragten armen Eltern wird eine nur schwer vorstellbare Stärke verlangt, ihre Situation täglich zu bewältigen und für ihre Kinder zu sorgen.«

Das Thema Kinderarmut klang am Donnerstag auch in der Bundestagsdebatte über die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an. »Politik für die Familien ist Politik für die Zukunft«, verkündete Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Die Förderung benachteiligter Kinder werde ein Schwerpunkt dieser Legislaturperiode sein. Der CSU-Politiker Johannes Singhammer forderte, Deutschland brauche »einen neuen Schwung an Menschlichkeit, Mut und Zuversicht.« artikel_ende

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!