Der
konterrevolutionäre Krieg der herrschenden Klasse gegen die sozialen Rechte
des Volkes
„Das
ist der Krieg der Herrscher der Welt, gegen die Arbeiterklasse“
von
Günter Ackermann
Ein
Lied von Erich Weinert gegen den Krieg der Imperialisten. Was wir derzeit
erleben, ist die Vorbereitung eines neuen Krieges, der sich diesmal gegen das
eigene Volk wendet.
Die
herrschende Klasse hat ausgemacht, dass das Volk, die Arbeiterklasse, derzeit
wehrlos zu sein scheint. Es gibt keine starke kommunistische Partei, die
Gewerkschaften sind fest in den Händen der Sozialdemokratie, das sozialistische
Lager, das in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg als Systemkonkurrent dazu beitrug,
dass der westliche Kapitalismus sich etwas menschlicher darstellen musste, gibt
es nicht mehr und die Zahl der Arbeitslosen reicht schon an Höhen heran,
wie sie vor dem Faschismus in der Weltwirtschaftskrise gang und gäbe waren.
Wozu
also soziale Wohltaten verteilen, wo das – aus Sicht der herrschenden Klasse
– nichts einbringt? Menschlichkeit? Seit wann spielte das im Kapitalismus eine
Rolle?
Also
gilt es, was man den Sozialstaat nennt, zu beseitigen. Dass dies von der
Arbeiterklasse erkämpfte Rechte sind – denn all diese „Wohltaten“ gab man
nicht ohne Not – verstärkt eher noch den Drang diese lästigen Kostenfaktoren
in der ansonsten blendend guten Bilanz der Konzerne, zu beseitigen.
Es
ist ausgemachte Sache, diesmal erfolgt der Generalangriff auf die sozialen
Rechte der Arbeiterklasse: Renten kürzen, Arbeitslosenhilfe zur Sozialhilfe
machen, Alte und Kranke aus Kostengründen „sozial frühableben“ lassen,
indem notwendige Behandlungen und Medikamente nicht mehr bezahlt werden, höhere
Selbstbeteiligung an den Kosten der Krankenbehandlung, sogar Eintrittgeld für
Arztpraxen, Abbau der Rechte von
Gewerkschaften und Betriebsräten, auf der anderen Seite noch mehr Steuergeschenke den Reichen.
Da
schwafelt Schröder, Fischer, Merkel, Westerwelle vom Vorziehen der Steuerreform
und rechnen vor, die Kleinverdiener bekämen vielleicht hundert Euro
im Jahr weniger Steuern, verschweigen jedoch, dass die Superreichen das etwa pro
Minute weniger an Steuern zahlen – falls sie überhaupt welche zahlen.
Widerstand
kommt nicht etwa aus den Kreisen der PDS. Die ist zu sehr damit beschäftigt, so
schön richtig und schnell sozialdemokratisch zu werden.
Von
Teilen der Basis der Gewerkschaften kommt zwar Widerstand und das ist gut so.
Aber nicht einmal alle Gewerkschaften wenden sich gegen diese Agenda 2010
genannte Kriegserklärung gegen das Volk. Die gelbe Chemie-Gewerkschaft z.b. ist sogar dafür, hier wird jeglicher Widerstand innerhalb der
Gewerkschaft ganz einfach abgewürgt.
Aber
auch die Chefs der anderen Gewerkschaften zeigen sich Schröder gegenüber
kompromissbereit. Das Gespenst des Verlustes der Regierungsgewalt der
Sozialdemokraten wird ihnen an die Wand gemalt und sie kuschen.
Schröder und seine Partei
sind derzeit genau die
richtigen für das Monopolkapital, um diesen Krieg gegen die sozialen
Rechte des Volkes zu führen. Bei einer CDU-Regierung hätte für die
herrschende Klasse die Gefahr eines
breiten Widerstands gegen diese Pläne bestanden.
Die SPD jedoch wird noch immer
von vielen Arbeitern als eine Partei verstanden, die Arbeiterinteressen
vertritt. Wenn diese Partei „Einschnitte ins soziale Netz“ vornimmt, wenn
sie dies tut um den „Sozialstaat zu retten", dann wird der SPD diese Lüge
geglaubt, einem Kanzler Kohl oder Stoiber würde mit Pfiffen, lautem Geschrei,
wenn nicht gar Demos oder Streiks geantwortet.
Wenn
also die herrschende Klasse diesen Krieg ohne nennenswerte Verluste gewinnen
will, braucht sie eine Regierung, die dem Volke vorgaukelt, es geschähe zum
Nutzen des Volkes. Dazu brauchen sie eine sozialdemokratische Regierung.
Dabei
spielen die bürgerlichen Parteien geschickt mit verteilten Rollen. Die CDU will
z.b. Zahnersatz aus der Krankenversicherung werfen. Die SPD-Ministerin hält das
für unsozial und will stattdessen das Krankengeld kippen, was wiederum von der
CDU/CSU als unsozial verworfen wird. Die FDP ist sowieso immer dafür, wenn es
um Abbau von Sozialleistungen geht. Die Grünen auch. Nur Ströbele und einige
Wenige ertönen im Chor der „linken“ SPD und prangern die ungleiche
Verteilung der Lasten an und verlangen, dass die Reichen auch einige Brotkrumen
opfern. Der Millionär soll also ebenso wie der Sozialhilfeempfänger auf –
sagen wir - hundert Euro pro Monat verzichten - wollen die wackeren Linken. Ob
sie merken, dass sie da eine üble Rolle der Verwirrung spielen, kann ich nur
vermuten.
Die
PDS ist, wo sie an der Regierung ist, die beste SPD die es je gab. Wo sie
Opposition ist, macht sie einen auf soziale Gerechtigkeit. Aber das Spiel wird
durchschaut, bei der Bremer Wahl vor einigen Wochen bekamen sie es mit Brief und
Siegel und verloren über 70 % ihrer Stimmen.
Die
Pfaffen, die sich so sozial aufspielten und noch vor Monaten die reinsten
Friedensengel beim Krieg gegen den Irak waren, segnen die Waffen dieses Krieges
gegen die sozialen Rechte des Volkes (siehe auch: http://www.kommunisten-online.de/BetrGwer/agenda2010-1.htm)
Die
Industriebosse spielen sich wieder so auf, dass es unübersehbar wird, wer in
diesem Staat das Sagen hat. Hundt, der für das Grobe zuständige Industrieboss,
ließ vor einiger Zeiten den Spruch los, dass Schröder, wenn er seine Reformen
nicht durchsetze, zurück treten müsse. Der DIHT, der Verein dem der rüde Rüde
Hundt vorsitzt, maßt sich die Rechte des Parlaments an. Klar, Hundt wollte mal
klarstellen, wo die Macht im Staat zu Hause ist.
Noch
wird der Krieg ohne Militär, nur mittels Verdummung und Verrat geführt. Schröder
und Fischer, die sich während des Irak-Krieges als die Friedensapostel
aufspielten, haben sich in ihrer Partei durchgesetzt und beherrschen die
geballte Propaganda der Medien.
Jedoch
sie wissen, dass diese Politik ein für die
Herrschenden gefährliches Spiel werden kann. Wenn die bisherigen Methoden der
Unterdrückung nicht mehr greifen, wenn sie also nicht mehr regieren können
und die Massen sich nicht mehr so regieren lassen, dann kann es zu
Situationen kommen, die gefährlich für sie werden. Die neuen
verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr sehen deshalb auch Inlandseinsätze vor.
Dem
Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk muss das Volk seine Kraft entgegen
setzen - mit Streiks, Demonstrationen und auch radikalen Massenaktionen.
Uns
Kommunisten obliegt eine besondere Verpflichtung, denn nur wir können den
Widerstand, also die Defensive in eine Offensive des Volkes um die Macht im
Staat zu machen.
Um
es klar zu sagen: sozial gerechten Kapitalismus kann es nicht geben, aber die
sozialen Rechte sind keine Almosen der Bourgeoisie, sondern erkämpfte Rechte.
Sie dürfen nicht kampflos aufgegeben werden.
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